Arbain

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Arbaʿīn-e Ḥusainī (a.) (arabisch: اربعين الحسین) ist am 20. Ṣafar nach dem arabischen Mondkalender. Es ist der vierzigste Tag nach dem Märtyrertod von Imam al-Ḥusain (a.) und der Schlacht von Karbalā. Es ist bekannt, dass die gefangene Familie Imam al-Ḥusains (a.) am 20. Ṣafar im Jahre 61 nach Hiğra auf dem Rückweg von Damaskus nach Karbalā war, um zum Grabmal von Imam al-Ḥusain (a.) zu pilgern. An diesem Tag kam auch Ğābir Ibn ʿAbdullāh Anṣārī zu diesem Grabmal. Dieser Tag ist in Iran ein offizieller Trauertag. Die Schiiten begehen diesen Tag mit vielen Trauermärschen, die durch die Straßen aller Städte ziehen, wobei sich der Trauermarsch der Schiiten, die versuchen an Arbaʿīn zu Fuß nach Karbalā zu pilgern, sich in den letzten Jahren und vorallem nach dem Sturz des irakischen Baʿṯ-Regimes, zu einer der wichtigsten und weit verbreitetesten Trauerzermonie aller Schiiten entwickelt hat und sogar zu einer der größten Zusammenkünfte der Welt gehört. Die meisten Pilger, die nach Karbalā ziehen, kommen zur Zeit aus dem Iran.


Historischer Hintergrund

Die Rückkehr der Ahl al-Bait nach Karbalā

Die schiitischen Gelehrten konnten sich nicht über die Zeit der Rückkehr der Familie von Imam al-Ḥusein (a.) (Ahl al-Bait (a.)) nach Karbalā, die nach dem Ereignis von ʿAšūrā in Gefangenschaft gerieten war, einigen. Es liegen darüber drei unterschiedliche Meinungen vor:


  • Manche Gelehrte wie al-Muḥaddiṯ al-Nūrī und sein Schüler al-Šaiḫ 'Abbās al-Qumī sind der Meinung, daß aufgrund des weiten Weges es garnicht möglich war die Pilgerreise schon im ersten Jahr nach ʿAšūrā anzutreten. Sie behaupteten, daß die Reise von Kufa nach Damaskus über Karbalā innerhalb dieser vierzig Tage nicht möglich gewesen wäre. Außerdem würde über den Beweis dieses Ereignisses noch kein endgültiger Bericht vorliegen.
  • Manche glauben an diese Rückkehr nach Karbalā während der Reise von Damaskus nach Medina und schätzen, daß es die Zeit gegen Ende Ṣafar oder Anfang Rabī'u 'l-Awwal war, möglicherweise aber auch kurz danach. Einige Anhänger dieses Standpunkts vertreten die Meinung, dass die Arbaʿīnspilgerfahrt in den nächsten Jahren angetreten wurde.
  • Wiederum andere Gelehrte glauben, daß die Gefangenen von Damaskus aus in den Irak verbracht werden sollten und dabei an Arbain Karbalā erreichten. Sie trafen dort Ğābir Ibn ʿAbdullāh Anṣārī und einige Leute von dem Stamm Banī Hāšim und gingen dann nach dem Besuch des Grabes von Imam al-Ḥusein (a.) weiter nach Medina. Diese Ansicht wurde in dem Buch al-Luhūf von Sayyid Ibn Ṭāwūs geäußert. Die Anhänger dieser Meinung halten die Rückkehr für möglich und die Imam al-Ḥusein (a.) Überlieferung darüber für gültig. Das Buch mit dem Titel „Research on the first Arbain of Imam al-Ḥusein (a.)” ( Forschung über den ersten Arbaʿīn von Imam al-Ḥusein (a.)) verfasst von Sayyid Muḥammad ʿAlī Qāḍī Ṭabāṭabāʾī ist bekannt und dient dem Beweis dieses Standpunktes.

Die Pilgerreise von Ğābir Ibn ʿAbdullāh Anṣārī

Ğābir Ibn ʿAbdullāh Anṣārī, einer der Getreuen (Sahāba) des Propheten Muḥammad, war der erste Pilger des Grabmals von Imam al-Ḥusein (a.). Laut einer Überlieferung kam er mit ʿAṭīyya al-'Awfī nach Karbalā und und besuchte das Grab von Imam al-Ḥusain (a.) im Jahre 61 n.H.

Zīyārah von Arbaʿīn

Imam Ḥasan al-ʿAskarī (a.) erwähnte in einer Ḥadīṯe (Überlieferung) fünf Zeichen für einen Gläubigen. Die Ziyārah von Arbaʿīn ist eines davon (Mit Ziyārah bzw. Besuch wird grundsätzlich jedes Pilgern zu einer heiligen Stätte bezeichnet. Es handelt sich zumeist um eine Art Audienz bei einem Vertreter Gottes an seiner Grabstätte. Anlässlich des Arbaʿīn Tages wurde auch eine Ziyārah Name (Ziyārah Text) von Imam aṣ-Ṣādiq (a.) angeführt. Šaiḫ 'Abbās al-Qumī zitierte diesen Text in seinem Buch Mafātiḥ al-Ğinān im dritten Kapitel nach der Ziyārah von ʿAšūrā unter dem Titel “Ziyārah Arbaʿīn”. Qāḍī Ṭabāṭabāʾī sagte, daß die Ziyārah von Arbaʿīn bei den Schiiten auch mit Marad al Ra's (Rückkehr des Hauptes) bezeicnet wird. Damit ist gemeint, daß die Gefangenen an Arbaʿīn auf dem Rückweg als sie Karbalā erreichten, das Haupt Imam al-Huseins (a.), das sie mitgebracht hatten, dort begruben.

Prozession von Arbaʿīn

Die Empfehlung der Pilgerreise zum Grabmal Imam al-Ḥusein (a.) an Arbaʿīn veranlasste, daß die Schiiten aus aller Welt, insbesondere die Schiiten aus allen Landesteilen des Irak in den letzten Jahren, vorallem nach dem Sturz des vorherigen irakischen Regimes sich auf den Weg nach Karbalā machen. Diese Prozession, die zumeist aus Fußgängern besteht, gilt als die personenreichste der Welt. In 2013 kamen 15 Millionen, laut einiger Berichte, zum Arbaʿīn nach Karbalā. Qāḍī Ṭabāṭabāʾī schrieb in seinem Buch, die Prozession nach Karbalā am Arbaʿīn sei unter den Schiiten üblich gewesen und sie fühlten sich schon seit der Zeit der Imame und der Zeit der Umayyaden und Abbasiden fest daran gebunden

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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