Imam Muḥammad al-Bāqir (a.)

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Muḥammad Ibn ʿAlī Ibn Ḥusain Ibn ʿAlī Ibn Abī Ṭālib (57/677-114/733) wurde auch Imam Bāqir (a.) und Bāqir al-ʿUlūm (Spalter des Wissens) genannt. Er ist der fünfte Imam der Zwölf Imame der Schiiten. Sein Führungsauftrag (Imāmat) dauerte 19 Jahre. Zeitgleich mit seinem Imāmat wurde die Macht der Umayyaden geschwächt, da Auseinandersetzungen mit den Abbasiden um die Herrschaft entstanden waren. In dieser Zeit kam es zu einer großen wissenschaftlichen Bewegung durch den Imam (a.), die ihren Höhepunkt zur Zeit des Führungsauftrages seines Sohnes, Imam al-Ṣādiq (a.), erreichte. Es heißt, dass Imam Bāqir (a.) den anderen Menschen in seinem Wissen, seiner Frömmigkeit, Erhabenheit und in seinen Tugenden weit überlegen war. Zahlreiche Überlieferungen in den Themenbereichen Rechtswissenschaft, Gottes Einheit, Verfahrensweise bzw. Vorbild des Propheten (s.) (Sunna), Qurʾān und Islamische Ethik wurden von ihm weitergegeben. Zu seiner Zeit wurden viele nötige Schritte zur Begründung und intensiven Verbreitung des schiitischen Denkens in den unterschiedlichsten Bereichen wie Islamische Ethik, Rechtswissenschaft (Fiqh), Theologie, Exegese etc. unternommen.

Die sunnitischen Größen gaben seine wissenschaftliche und religiöse Vorherrschaft zu.

Herkunft, Titel und Beiname

Imam Baqir (a.) ist der Sohn von Imam as-Sağğād (a.) und der Enkel von Imam al-Ḥusain (a.). Seine Mutter, welche eine Tochter von Imam Hasan (a.) war, hieß Umm ʿAbdullah.[1] Da er der erste Imam war, dessen Abstammung den Propheten (s.) väterlicherseits und mütterlicherseits erreichte, wurden ihm deswegen folgende Titel verliehen: Haschimi zwischen zwei Haschimiten, ʿAlawi zwischen zwei ʿAlawiten und Fatimi zwischen zwei Fatimiden.[2] Er wurde auch mit Šākir (dankbar), Hādī (der Leiter) und größtenteils mit Bāqir (der Spalter) betitelt. Der letzte Titel, der sein am häufigst vorkommender Titel war, wurde ihm zuerkannt, weil er das Wissen spaltete (öffnete)[3] und die Geheimnisse der Wissenschaften enthüllte. Sein bekannter Beiname ist Abū Ğaʿfar.[4] In den Überlieferungssammlungen wird er mit dem bekannten Beinamen Abū Ğaʿfar al-Awwal (der Erste) bezeichnet.[5]

Geburt und Märtyrertod

Geburt

Imam Baqir (a.) wurde am ersten Rağab 57/677 an einem Dienstag[6] oder Freitag in Medina geboren. [7] Andere Berichte besagen, dass er am dritten Ṣafar desselben Jahres zur Welt kam. [8] Er war in der Schlacht von Kerbela noch ein kleines Kind. [9]

Die Benennung

Schon Jahrzehnte vor seiner Geburt nannte ihn der Prophet (s.) "Muḥammad" und verlieh ihm den Titel "Baqir" (der Spalter). Die Ḥadīṯe von Ğābir und andere Überlieferungen bestätigen diese Namensgebung. [10]

Märtyrertod

Man berichtet von seinem Ableben am 7. Ḏu al-Ḥiğğa 114/733. [11] Allerdings könnte es auch sein, dass er im Rabī al-Awwal oder Rabī aṯ-Ṯānī den Märtyrertod erlitt. [12] Obwohl man sich in den meisten Berichten darüber einig ist, dass er im Jahre 114/733 verstarb, gibt es auch Angaben über seinen Tod die die Jahre 115/734, 116/735 und 118/737 betreffen. [13]

Sein Tod wird in den islamischen Geschichtsbüchern und Überlieferungsquellen unterschiedlich wiedergegeben. Manche erwähnen Hišām Ibn ʿAbd al-Malik als Verursacher seines Ablebens,[14] weil der Tod des Imams zur Zeit von Hišām Ibn ʿAbd al-Maliks Regierung eintrat.[15] Seine Herrschaft dauerte von 105/723 bis 125/742-743.[16] Weitere glauben, dass Ibrāhīm Ibn Walīd den Imam vergiftete.[17]

Imam Baqir (a.) bestimmte in seinem Testament, in den Kleidern beigesetzt zu werden, in denen er das Gebet verrichtete.[18] Er wurde auf dem Friedhof Al-Baqi neben dem Grab seines Vaters Imam as-Sağğād (a.) und dem Onkel seines Vaters, Imam Hasan (a.) bestattet.[19] Der Imam (a.) bestimmte außerdem in seinem Testament, dass die Schiiten bis zu zehn Jahre nach seinem Ableben an dem Ort Mina aus seinem Vermögen um ihn trauern sollen.[20]

Ehefrauen und Kinder

Laut historischer Quellen hatte Imam Baqir (a.) vier Ehefrauen: Umm Farwa, Tochter von Qāsim Ibn Muḥammad, welche die Mutter von Imam Ṣādiq (a.) ist. Umm Ḥakīm, Tochter von Usaid al-Ṯaqafī, Mutter von zwei Söhnen des Imams. Und zwei ehemalige Sklavinnen, von denen der Imam (a.) drei Kinder bekam.[21]

Der Imam (a.) hatte sieben Kinder, fünf Söhne und zwei Töchter: ((Ğaʿfar]], Sohn von Umm Farwa ))Abdullah, Sohn von Umm Farwa ))Ibrāhīm, Sohn von Umm Ḥakīm ))Ubaidallah, Sohn von Umm Ḥakīm ))Alī, dessen Mutter eine ehemalige Sklavin war. ))Zainab, deren Mutter eine ehemalige Sklavin war. ))Umm Salama, deren Mutter eine ehemalige Sklavin war.[22]


Imāmat

Nach dem Tod von Imam as-Sağğād (a.) wurde sein Sohn Imam Baqir (a.) im Jahr 95/ 714 von Allah zum neuen Imam bestimmt.[23] Er übernahm die Aufgabe des Imāmats und die Führung der Schiiten bis zu seinem Lebensende im Jahre 114/733 oder 117/736.[24]

Stichhaltige Argumente für sein Imāmat

Ein hinreichender Grund für sein Imāmat ist die hinterlassene Überlieferungen des Propheten (s.). Ğābir Ibn ʿAbdullah Anṣārī erzählte: "Auf meine Frage nach den Imamen und Nachfolgern nach ʿAlī (a.) erwiderte der Prophet (s.): Ḥasan und Ḥusain sind die "Fürsten der Jugend im Paradies", ʿAlī Ibn al-Ḥusain ist die "Zier der Diener" und Baqir, den du als Ğābir im hohen Alter miterlebst."[25]

Imam as-Sağğād (a.) machte ständig die Schiiten auf seinen Sohn Baqir (a.) aufmerksam. Als er nach dem Grund gefragt wurde, antwortete er, er tue es aus dem Grund, weil das Imāmat durch seine Nachkommen bestehen bleiben wird, bis zu dem Tage, an dem „der Aufstehende“ (ein anderer Name für Imam Mahdī (a.)) kommt und die Welt mit Gerechtigkeit und Gleichheit erfüllt. Also ist er sowohl Imam als auch der Vater der Imame (a.).[26]

Ein anderer stichhaltiger Grund für sein Imāmat liegt darin, dass er seinen anderen gelehrten Zeitgenossen überlegen war. Scheich Mufīd schrieb: "Imam Baqir (a.) war all seinen Brüdern in Wissen, Frömmigkeit und Großmut überlegen. Er besaß einen höheren Stellenwert im Vergleich zu ihnen. Jeder äußerte sich lobend über ihn und hatte Ehrfurcht vor seiner Würde. Er verfasste viele Werke in verschiedenen Bereichen wie Religionswissenschaft, Vorbild des Propheten (s.), Quranwissenschaften und Wissenschaft vom sittlichen Bewußtsein, bzw. Ethik und Manieren, die niemand von den Nachkommen Imam Hasans (a.) und Imam Husains (a.) je geschaffen hatte. Seine Überlieferungen wurden von einigen Gefährten des Propheten (s.), welche die Zeit von Imam Baqir (a.) erlebt hatten, wiedergegeben, auch von den Großen der Tābiʿūn und den Führern der muslimischen Gelehrten. Er hatte ein so hohes Maß an Herrlichkeit und Großzügigkeit erreicht, dass er zum Vorbild für die Gelehrten wurde und sie gedachten seinen Charaktereigenschaften in ihren Werken und verfassten sogar Verse darüber."[27]

Zeitgenössische Herrscher

Der Imam (a.) erlebte fünf umayyadische Kalifen:

In dem Buch Aʿyān aš-šīʿa steht geschrieben: ʿAbd al-Malik Ibn Marwān prägte auf Vorschlag von Imam Baqir (a.) Münzen mit islamischem Gepräge und setzte sie in Umlauf.[28] Vorher wurden alle Geschäfte mit römischen Münzen durchgeführt. Da dieses Ereignis zur Zeit von Imam as-Sağğād (a.) geschah, wird der Vorschlag ihm zugeschrieben. Allerdings besagen manche Berichte, dass Imam Baqir (a.) auf Befehl seines Vaters den Vorschlag unterbreitete.

Wissenschaftliche Bewegung

Aufgrund der Schwäche der umayyadischen Regierung und des politischen Konfliktes zwischen deren Staatsmännern um die Regierungsgewalt entstanden von 94/712-713 bis 114/732-732 verschiedene Rechtswissenschaftsschulen. In dieser Zeit erreichte die Weitergabe von Hadithen über Qurʾan-Exegese ihren Höhepunkt.[29] Auch strebten kleinere Gemeinschaften wie die Ḫawāriğ, Murğiʾa, Kaisānīyya und Ġālīyān nach der Veröffentlichung ihrer Denkweise.

Vor dieser Zeit gab es nur wenige Meinungen über die schiitische Rechtswissenschaft. Jedoch wurde mit der Erscheinung von Imam Baqir (a.) ein bedeutsamer Schritt zu ihrer Entwicklung in die richtige Richtung unternommen.[30] In dieser Zeit etablierte sich die schiitische Kultur, in die die Rechtswissenschaft, Quranexegese und Islamische Ethik mit einbezogen wurde.[31]

Imam Baqir (a.) verwarf die Argumente der Anhänger der Aṣḥāb Qīyās (Gefährten der Analogie)[32] und entwickelte eine heftige Strategie gegen islamische Sekten, die in die Irre gegangen waren. Er bemühte sich, die Lehren der Ahl al-Bait (a.) in den verschiedensten Feldern von den anderen Sekten abzugrenzen. Er sagte über die Ḫawāriğ: Die "Ḫawāriğ machen sich das Leben aus Unwissenheit schwer, während die Religion (Islam) nachsichtiger und flexibler ist, als sie sie kennen."[33]

Der Imam (a.) genoss ein weitreichendes hohes Ansehen aufgrund seiner herausragenden Leistungen und Eigenschaften bei der Allgemeinheit. Nicht nur in Hiğāz sondern auch im Irak und in Churasan (Ḫurāsān) brachten ihm seine wissenschaftlichen Arbeiten Ruhm ein. Ein Überlieferer erzählt: "Ich sah Muhammad al-Baqir (a.) von den Leuten aus Churasan umringt, welche ihm wissenschaftliche Fragen stellten und seinen Antworten interessiert folgten."[34]

Im Folgenden wird auf das wissenschaftliche Erbe des Imams (a.) in unterschiedlichen Fächern in einer knappen Kurzfassung hingewiesen.

Qurʾān-Exegese

Der Imam (a.) opferte einen Teil seiner Zeit den exegetischen Themen. Wobei er in den von ihm veranstalteten Sitzungen die Fragen der Gelehrten und anderer Leute beantwortete. Es heißt, dass er ein Buch über die Exegese des Qurʾān verfasste, das von Muḥammad Ibn Isḥāq Nadīm im Buch al-Fihrist erwähnt wird.[35]

Nach Ansicht Imam Baqirs (a.) haben ausschließlich die Ahl al-Bait (a.) Zugriff auf den Qurʾan. Er meinte, dass die Erkenntnis des Qurʾan und dessen Deutung und die Fähigkeit des Erfassens des Kerns des Buches ausschließlich der Ahl al-Bait (a.) vorbehalten ist, weil sie die einzigen Personen sind, welche eindeutig klare Verse (Muḥkamāt) von anderen, die mehrfach deutbar sind (Mutašābihāt) unterscheiden können. Diesbezüglich sagte der Imam (a.): "Nichts ist ferner vom Verstand der Menschen, als die Exegese des Qurʾan, da der Anfangsteil eines Verses, der aus zusammengehörenden Wörtern besteht, eine Angelegenheit behandelt und dessen Ende eine andere und der zusammengehörende Sinn wird aus verschiedenen Aspekten heraus interpretiert."[36]

Überlieferungen von Imam Baqir (a.)

Die Überlieferungen des Propheten (s.) waren Imam Baqir (a.) so wertvoll, dass er Ğābir Ibn Yazīd Ğuʿfī, ein Gefährte des Imams, 70 000 vom ihm wiedergegebene Überlieferungen des Propheten (s.) sammeln liess. Abān Ibn Taġlib und andere Schüler des Imams (a.) gaben auch eine große Anzahl der Überlieferungen des Propheten (s.), die von Imam Baqir (a.) erzählt wurden, wieder.

Der Imam (a.) begnügte sich nicht nur mit der Erzählung und Veröffentlichung der Überlieferungen, sondern begeisterte seine Gefährten dafür, sich Kenntnisse und ein tiefgründiges Wissen über das Verstehen und Lernen der Überlieferungen anzueignen. Der Imam (a.) sagte:

"Erkennt den Rang unserer Schiiten an der Anzahl der Überlieferungen, die sie von (uns) der Ahl al-Bait (a.) erhielten und wiedergegeben haben sowie an der Erkenntnis der Überlieferungen. Denn ein Gläubiger erreicht das höchste Glaubensniveau nur durch das Verständnis und Erfassen unserer Überlieferungen."[37]

Theologie

Aufgrund der Reduzierung des Drucks und der Aufsicht der Herrscher zur Zeit von Imam Baqir (a.) entstanden geeignete Umstände für das in Erscheinen treten und die Entwicklung verschiedener Überzeugungen. Das verursachte aber auch die Entstehung und Verbreitung falscher Glaubensvorstellungen in der Gesellschaft. Zusätzlich zur Bekanntgabe und Klarlegung des authentischen schiitischen Denkens und der Ablehnung gegenüber falschen Überzeugungen musste der Imam (a.) ebenso auf die entstandene Ungewissheit reagieren. So versuchte er stets die theologischen Diskussionen in diese Richtung zu leiten. Darunter gab es auch Themen, wie: Die Unfähigkeit des Menschen, Gott mit dem Verstand zu erfassen[38], die Ewigkeit von Wāğib-ul-Wuğūd (zwingend aus sich selbst bestehend)[39] und die Notwendigkeit des unbedingten Gehorsams gegenüber dem Imam.[40]

Von dem Imam (a.) ist rechtswissenschaftliches[41] und historisches Erbe[42] hinterlassen worden.

Die Debatten

Zu den wissenschaftlichen Arbeiten von Imam Baqir (a.) zählen vorallem seine Debatten mit zahlreichen Personen in den unterschiedlichsten Bereichen. Zu nennen sind vor allem:

Auseinandersetzung mit den Israeliten

Die Juden gehörten zu den Religionsgemeinschaften, die zur Zeit von Imam Baqir (a.) in der muslimischen Gemeinde einen tiefen Einfluss auf die Kultur dieser Zeit ausübten. Eine Anzahl der jüdischen Gelehrten, welche nur mit ihrem Munde sagten "wir glauben", deren Herzen jedoch nicht glaubten und eine andere Anzahl, die in Wahrheit garnicht zum Islam konvertiert waren, hatten sich in der islamischen Gemeinde verteilt und über eine Gruppe leichtgläubiger Menschen die wissenschaftliche Führung übernommen. Der Imam (a.) beschäftigte sich sehr intensiv und kritisch mit den Juden. Er kämpfte gegen die Manipulation der islamischen Kultur durch deren Suggestion und gegen ihre erfundenen und gefälschten Überlieferungen über die göttlichen Propheten und gegen alles, was das Ansehen der Propheten herabsetzen ließ.

Zurāra Ibn Aʿyān erzählte: Als ich mich einst bei Imam Baqir (a.) aufhielt, sagte er, während er vor dem Haus Gottes saß: "Das Anschauen des Haus Gottes gleicht der Gottesanbetung." Inzwischen kam ein Mann namens ʿĀṣim Ibn ʿUmar zu uns und gab von Kaʿb al-Aḥbār (einem jüdischen Gelehrten, der zur Zeit der Kalifen Abū Bakr und ʿUmar zum Islam konvertiert war) folgende Aussage wieder: "Jeden Morgen fällt die Kaʿba (das Haus Gottes) der al-Aqṣā-Moschee (in Jerusalem) gegenüber nieder." Der Imam (a.) fragte den Mann, was seine Meinung über diese Aussage war. Dieser fand die Aussage richtig. Der Imam (a.) sagte: "Du und Kaʿb al-Aḥbār lügt beide. Liebenswerter als die Kaʿba hat Gott keine Stätte erschaffen."[43]

Gefährten und Studenten

Zur Zeit von Imam Baqir (a.) und Imam Ṣādiq (a.) hatten die Herrscher im Gegensatz zu den vorherigen, aufgrund der inneren Auseinandersetzung des politischen Systems, wenig Zeit diese beiden Imame ständig unter Druck zu setzen. Diese günstigen Umstände, die sich aus der Schwäche der umayyadischen Regierung ergaben, veranlassten Imam Baqir (a.) und seinen Sohn Imam Ṣādiq (a.), eine sehr hohe Anzahl von Werken in Rechtswissenschaft, Exegese und Islamischer Ethik zu hinterlassen. Demzufolge übermittelten Persönlichkeiten wie Muḥammad Ibn Muslim 30 000[44] und Ğābir Ibn Yazīd al-Ğuʿfī 70 000 Überlieferungen von Imam Baqir (a.).[45]

Aus Sicht der schiitischen Gelehrten gelten folgende sechs Figuren als die prominentesten Gelehrten in der Anfangszeit des Islam, welche alle zu den Schülern von Imam Baqir (a.) und Imam Ṣādiq (a.) gehörten: Zurāra Ibn Aʿyān, Maʿrūf Ibn Ḫarrabūḏ al-Makkī, Abū Baṣīr al-Asadī, Fuḍail Ibn Yasār, Muḥammad Ibn Muslim Ṭāʾifī und Buraid Ibn Muʿāwīya al-ʿIğlī.[46]

Scheich Ṭusī führte in seinem Buch "Riğāl" die Zahl der Gefährten und der Schüler von Imam Baqir (a.) an, welche seine Überlieferungen weitergaben, es waren 462 Männer und 2 Frauen .

Die Sunniten und Imamiten akzeptieren manche Gefährten und Schüler von Imam Baqir (a.), jedoch erkennen die Sunniten eine Anzahl seiner Gefährten und Schüler aufgrund der steigenden Tendenz zu den Zwölf Imamen nicht an.

Allerdings ist es falsch anzunehmen, dass der Imam (a.) ganz sicher vor den Einschränkungen und Verboten war, welche die Regierungen den Ahl al-Bait (a.) immer in den Weg gestellt hatten. Zweifellos musste er Taqīyya (Verheimlichung des eigenen Glaubens in Gefahrensituationen) betreiben, sonst hätte er wegen der herrschenden Kultur in der Gesellschaft, die sich durch die unrechtmäßige Herrschaft ergab, mit seinen wissenschaftlichen Arbeiten und der Veröffentlichung der schiitischen Lehren aufhören müssen.

Der Imam aus der Sicht der Wissenschaftler

Der Imam (a.) besaß einen hervorragenden Charakter, für den er nicht nur bei den Schiiten sondern auch bei den sunnitischen Wissenschaftlern bekannt war.

Ibn Ḥağar al-Haitamī schrieb: In "Abū Ğaʿfar Muḥammad al-Bāqir (a.) gab es sehr viele versteckte Schätze der Wissenschaft, die Wahrheit von Aḥkām, sowie Aspekte der Weisheit, die lediglich den Ignoranten und Missgünstigen verborgen blieben. Deshalb nannte er sich "Bāqir al-ʿIlm", (Spalter des Wissens). Er ist eine großartige Quelle und derjenige, der das Wissen schafft. Er verbrachte sein Leben mit der Anbetung Gottes und der Einordnung der Mystik. Er erreichte ein Ansehen über jede Beschreibung hinaus und hinterliess viele Worte über die Reise in Richtung Gott und die islamischen Lehren."[47]

ʿAbdullah Ibn ʿAṭā, welcher ein ausgezeichneter Gelehrter zur Zeit von Imam Baqir (a.) war, sagte: "Ich sah Gelehrte vor niemanden bescheidener als ich sie vor Abū Ğaʿfar sah."[48]

Fußnoten

  1. Al-Mufīd, al-Iršād, B. 2, S. 155.
  2. Al-Mufīd, al-Iršād, B. 2, S. 158; Amīn, Aʿyān aš-šīʿa, B. 8, S. 390.
  3. Yaʿqūbī, Tārīḫ Yaʿqūbī, B. 2, S. 289.
  4. Ṭabarī, Dalāʾil al-imāma, S. 216.
  5. Ṭabarsī, Aʿlām al-warā, 1417 n. H., B. 1, S. 497.
  6. Ibn Ṭūlūn, Al-Aʾimma al-iṯnā ʿašar, S. 81; Mağlisī, Biḥār al-anwār, B. 46, S. 212.
  7. Ṭabarī, Dalāʾil al-imāma, S. 215; Ṭabarsī, Aʿlām al-warā, 1417 n. H., B. 1, S. 498.
  8. Mağlisī, Biḥār al-anwār, B. 46, S. 212.
  9. Yaʿqūbī, Tārīḫ Yaʿqūbī, B. 2, S. 289.
  10. Qummī Rāzī, Kifāyat al-aṯar, S. 144-145.
  11. Al-Naubaḫtī, Firaq aš-šīʿa, S. 61.
  12. Ğaʿfarīyān, Ḥayāt fekrī wa sīyāsī Imāmān šīʿa, 1383 nach dem Sonnenkalender, S. 286.
  13. Ğaʿfarīyān, Ḥayāt fekrī wa sīyāsī Imāmān šīʿa, 1383 nach Sonnenkalender, S. 286.
  14. Kafʿamī, al-Miṣbāḥ, S. 691.
  15. Yaʿqūbī, Tārīḫ Yaʿqūbī, B. 2, S. 289.
  16. Aḫbār ad-daula ʿabbāsīya, 1391 n. H. S. 412.
  17. Ṭabarī, Dalāʾil al-imāma, S. 216; Ibn Šahr Āšūb, Manāqib, B. 4, S. 228.
  18. Al-Šabrāwī, al-Itḥāf bi ḥub al-ašrāf, S. 287.
  19. Al-Naubaḫtī, Firaq aš-šīʿa, S. 61; Kulainī, Uṣūl Kāfī, B. 2, S. 372; al-Mufīd, al-Iršād, B. 2, S. 158; Ṭabarī, Dalāʾil al-imāma, S. 216; Sibṭ Ibn al-Ğauzī, Taḏkirat al-ḫawāṣ, S. 306; Kafʿamī, al-Miṣbāḥ, S. 691.
  20. Šaiḫ Ṣadūq, man lā yaḥḍuruhu al-faqīh, B. 1, S. 182.
  21. Al-Mufīd, al-Iršād, B. 2, S. 524.
  22. Ṭabarsī, Aʿlām al-warā b aʿlām al-hudā, 1377 nach dem Sonnenkalender, S. 375.
  23. Ṭabarsī, Aʿlām al-warā b aʿlām al-hudā, 1417 n. H. S. 481.
  24. Ṭabarsī, Aʿlām al-warā b aʿlām al-hudā, 1417 n. H. S. 498.
  25. Qummī Rāzī, Kifāyat al-aṯar, S. 144-145.
  26. Qummī Rāzī, Kifāyat al-aṯar, S. 237.
  27. Al-Mufīd, al-Iršād, B. 2, S. 157.
  28. Amīn, Aʿyān aš-šīʿa, B. 1, S. 654.
  29. Ğaʿfarīyān, Ḥayāt fekrī wa sīyāsī Imāmān šīʿa, 1383 nach dem Sonnenkalender, S. 292.
  30. Ğaʿfarīyān, Ḥayāt fekrī wa sīyāsī Imāmān šīʿa, S. 293.
  31. Ğaʿfarīyān, Ḥayāt fekrī wa sīyāsī Imāmān šīʿa, S. 293.
  32. Šaiḫ Ḥur ʿĀmilī, Wasāʾil aš-šīʿa, B. 18, S. 39.
  33. Ğaʿfarīyān, Ḥayāt fekrī wa sīyāsī Imāmān šīʿa, S. 299.
  34. Kulainī, Uṣūl Kāfī, B. 6, S. 266; Mağlisī, Biḥār al-anwār, B. 46, S. 357.
  35. Ibn Nadīm, al-Fihrist, S. 59; Šarīf al-Qurašī, Ḥayāt al-Imām Muḥammad al-Bāqir, B. 1, S. 174.
  36. Gurūh Muʾallifān (Verfassergemeinde), Pīšwāyān hidāyat, S. 320.
  37. Šarīf al-Qurašī, Ḥayāt al-Imām Muḥammad al-Bāqir, B. 1, S. 140-141.
  38. Kulainī, Uṣūl Kāfī, B. 1, S. 82.
  39. Kulainī, Uṣūl Kāfī, B. 1, S. 88-89.
  40. Kulainī, Uṣūl Kāfī, B. 1, S. 185.
  41. Gurūh Muʾallifān (Verfassergemeinde), Pīšwāyān hidāyat, S. 341-347.
  42. Gurūh Muʾallifān (Verfassergemeinde), Pīšwāyān hidāyat, S. 330-334.
  43. Mağlisī, Biḥār al-anwār, B. 46, S. 354.
  44. Mağlisī, Biḥār al-anwār, B. 11, S. 83.
  45. ʿAlī Muḥammad ʿAlī Daḫīl, Aʾimatinā, B. 1, S. 347.
  46. Ibn Šahr Āšūb, Manāqib, B. 4, S. 211.
  47. Ibn Ḥuğr, al-Ṣawāʿiq al-muḥarriqa, S. 201.
  48. Sibṭ Ibn al-Ğauzī, Taḏkirat al-ḫawāṣ, S. 337.