Ramaḍān

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Ramaḍān oder Ramaḍān al-Mubārak (arabisch: رمضان/ رمضان المبارک) ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders (Mondjahres). Das Fasten ist Muslimen in diesem Monat vorgeschrieben. Gemäß einigen Versen wurde der Koran in diesem Monat, in der Lailat al-Qadr (Nacht der Bestimmung oder Nacht des Schicksals) hinab gesandt. Das ist der einzige Monat, dessen Namen offenbar im Koran erwähnt und verehrt wurde. Dieser Monat ist für jeden Muslim von großer Bedeutung. Zu den empfohlenen Praktiken zählen Rezitieren des Koran, sich in den Nächten von Al-Qadr wach halten, Allah um Vergebung bitten (Istiġfār), Einladung zum Ifṭār (das festliche Abendessen, mit dem nach Sonnenuntergang das Fasten gebrochen wird) und Hilfeleistung an Bedürftige. Imam 'Alī (a.), der erste Imam der Schiiten, wurde am 21. Tag dieses Monats zum Märtyrer.

Die Benennung

Das Wort stammt aus "r, m, d" . Das bedeutet "heißes Wetter", "heißer Sand", "das Brennen der Füße wegen der Hitze des Sandbodens".(1)

Einige Philologen glauben, die Namensgebung war von dem heißen Wetter der Jahreszeit beeinflusst, in der der Monat Ramaḍān war und nichts mit dem Fasten zu tun hatte, weil das Fasten den Muslimen nach der Erscheinung des Islam vorgeschrieben wurde und der Monat sich vor dem Islam auch "Ramaḍān"“ nannte.(2) Da der Ramaḍān einer der Allahs Namen ist, sollte man ihn verehren und "den Monat"“als höfliche Bezeichnung für den Namen verwenden, also "der Monat Ramaḍān"“.(3)

Der Monat Ramaḍān im Koran

Das Wort "Ramaḍān" wurde nur einmal im Koran erwähnt (4) und wie schon gesagt, ist er der einzige Monat, dessen Namen im Koran angeführt wurde. Sura Al-Baqara, Vers 185: „Der Monat Ramaḍān ist es, dem der Koran als Rechtleitung für die Menschen herab gesandt worden ist und als klarer Beweis der Rechtleitung und der Unterscheidung. Wer also von euch in dem Monat zugegen ist, der soll in ihm fasten. Und wer krank ist oder sich auf einer Reise befindet, soll eine Anzahl anderer Tage (in anderen Monaten fasten) Allah will es euch leicht, Er will es euch nicht schwer machen damit ihr die Frist vollendet und Allah rühmt, dass Er euch geleitet hat. Vielleicht werdet ihr dankbar sein.““

Der Monat Ramaḍān in Hadithen

In Überlieferungen wird dieser Monat auf verschiedene Arten, wie im folgenden, bezeichnet.

  • Gemäß der Ša'bāniyya-Predigt, die der Prophet (s.) am letzten Freitag des Monats Ša'bān hielt, sind die Menschen im Ramaḍān zum Besuch Allahs eingeladen. Die Nächte von Al-Qadr sind innerhalb des Monats. Sie sind besser als tausend Monate. Wer sich in einer dieser Nächte wach hält und das Gebet verrichtet, entspricht es dem Gebet der 70 Nächte in anderen Monaten. Ramaḍān ist der Monat der Geduld. Man betritt das Paradies als Belohnung für diese Geduld. Das ist der Monat des Mitleides. Der Monat, in dem sich die Versorgungen (die Mittel zum Unterhalt) für die Gläubigen erhöhen. Der Monat, in dem die Belohnung für die Einladung zum Ifṭār der Freilassung eines Gefangenen entspricht.(5)
  • Das ist einer der Allahs Namen.(6) Wenn sein Wert von Menschen erkannt würde, würden sie sich wünschen, dass das ganze Jahr Ramaḍān wäre.(7)
  • Das ist der Monat der Vergebung. Wem seine Sünden von Allah nicht vergeben werden, für den gibt es nicht viel Hoffnung auf die Vergebung in den anderen Monaten.(8)
  • Der Monat, in dem die heiligen Schriften hernieder gesandt wurden.(9)
  • Das ist Allahs Monat.(10) Der Monat von Allahs Barmherzigkeit und Seine Vergebung.(11)
  • Der Monat, in dem die Sünden brennen, das heißt, vergeben werden.(12)
  • Der Monat, in dem sich die Tore des Himmels öffnen (13) und die Löhne sich vermehrfachen.(14)
  • Der Monat, der als Frühling des Korans bezeichnet wird.(15)
  • Der Monat, in dem sich die Tore der Hölle schließen und sich die Tore des Paradieses öffnen.
  • Der Monat, in dem Satane in Ketten gefesselt werden.
  • Gemäß einer Hadithe von Imam al-Ṣādiq (a.) heißt es, dass die Freundlichkeit in diesem Monat die Schritte bei der Überquerung der Ṣirāt-Brücke verfestigt.(17)

Der große himmlische Schrei

Das ist der Monat, in dem der große Schrei als Zeichen des Erscheinens des Imam al-Mahdī (a.) nach Hadithen zu hören ist. Einige Hadithe berichteten von einer Sonnenfinsternis am 13. oder 14. Tag dieses Monats und einer Mondfinsternis am 25. desselben Monats unerwartet zu geschehen.

Der Monat des Hinabsendens der heiligen Schriften

Nach manchen Überlieferungen sind der Heilige Koran, die Bibel, die Tora, die Schriftblätter und die Psalmen in diesem Monat hinabgesandt worden.(18)

Das Bestimmen des Anfangs und Endes des Monats

Sichtung des Neumondes

Wie andere Monate beginnt der Ramaḍān im Islamischen Kalender in dem Moment, wo der Neumond zum ersten Mal gesehen wird. Das Ende des Monats wird eingeläutet, wenn der abnehmende Mond nicht mehr zu sehen ist. Höhepunkt des Festes ist der erste Tag, der mit der Sichtung des Neumondes beginnt.(19) Gemäß einigen Hadithen hat der Monat immer 30 Tage (20) und es wird nie weniger sein. Einige frühere Gelehrte nahmen jene Hadithe an (21). Jedoch gibt es einige andere Hadithe, die sagen, dass sich wie in anderen Monaten, Ramaḍāns Länge ändert und es 29 oder 30 Tage sein können.(22) Die meisten islamischen Gelehrten glauben an diese Hadithe.(23)

Empfohlene Praktiken

Es gibt gemeinsame Praktiken, die für alle Tage des Monats empfohlen sind; es gibt auch einige Praktiken, die den bestimmten Tagen des Monats zugewiesen sind. Zu den Praktiken des Monats zählen Rezitieren des Koran, das Verrichten des Gebets während der Nacht, Almosengeben, das Stattfinden der Zeremonie von I'tikāf an den letzten 10 Tagen des Monats (sich zur Klausur in eine Moschee zurückziehen) usw.

Wichtige Ereignisse

Al-Quds-Tag

Imam Ḫumeinī nannte den letzten Freitag des Monats Ramaḍān Al-Quds-Tag, um Palästina in Erinnerung zu behalten und nicht zu vergessen. Jedes Jahr prozessieren und protestieren Muslime verschiedener Länder gegen Unterdrücker, um die Muslime in Palästina zu unterstützen.(24)

Fußnoten

Quellenverzeichnis