Sure aṣ-Ṣaff

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Die Sure aṣ-Ṣaff (die Reihe) (arabisch: سورة الصَّف) ist die 61. Sure des Qurʾāns. Sie bedindet sich im Teil (Ğuzʾ) 28 und gehört zu den medinensischen Suren. Ihre Namensgebung ist darauf zurückzuführen, dass ihr vierter Vers von denjenigen spricht, die auf dem Wege Gottes in einer Reihe kämpfen. Zu den in dieser Sure erwähnten Themen gehören:

Lobpreis und Verehrung Gottes, Tadel an Menschen, deren Verhalten nicht ihren Reden entsprechen, der endgültige Sieg der Religion Gottes, ihre Verbreitung auf der ganzen Welt und das Scheitern der Gegenmaßnahmen ihrer Feinde, die Ermutigung der Menschen für Gottes Sache ihr Gut und Blut im Kampf einzusetzen (Dschihad).

Zu den bekanntesten Versen dieser Sure gehört der Vers 13, der den Gläubigen die frohe Botschaft verkündet. Laut Exegeten bezieht sich der Sieg in diesem Vers auf verschiedene Eroberungen durch Muslime, darunter die Eroberung Mekkas. Auch die "bevorstehende Eroberung" wird als der endgültige Sieg von Imam al-Mahdi (a.) interpretiert. Was die Vorzüglichkeit der Rezitation dieser Sure betrifft, spricht Jesus gemäß einer Überlieferung, den Segen und den Friedensgruß über denjenigen aus, der die Sure "aṣ-Ṣaff" rezitiert, solange er auf dieser Welt lebt. Des Weiteren bittet Jesus Gott um Vergebung für ihn und er wird am Tag der Auferstehung ein Gefährte Jesus sein.

Vorstellung

Benennung

Der Titel der Sure bezieht sich auf den vierten Vers, in dem auf die Reihe der Kämpfer (Mudschahidin) hinweist. Sie trägt auch die Namen "Sure Ḥawāriyyūn" (Jünger) (arabisch: سورة حواریّون ), und "Sure ʿIsā" (Jesus) (arabisch: سورة عیسی), weil ihr letzter Vers sich mit Jesus (a.) und seinen Jüngern (seinen engsten Gefährten) befasst.[1]

Reihenfolge und Offenbarungsort

Die Sure "aṣ-Ṣaff" gehört zu den medinensischen Suren des Qurʾāns und ist in der Reihenfolge ihrer Offenbarung die 111. Sure, die dem Propheten (s.) herabgesandt wurde. Sie ist jedoch in der heutigen Muṣḥaf gebräuchlichen Sammlung die 61. Sure[2] und befindet sich im Teil (Ğuzʾ) 28.

Anzahl der Verse und weitere Eigenschaften

Die Sure aṣ-Ṣaff hat 14 Verse, 226 Wörter und 966 Buchstaben. Sie gehört zu den Mufaṣṣalāt Suren (Suren mit mehreren kurzen Versen). Da sie mit dem Lobpreis Gottes beginnt, wird sie auch als eine der Musabbiḥāt Suren des Qurʾāns angesehen.[3]

Inhalt

Die Sure ruft die Gläubigen auf und ermutigt sie, auf dem Wege Gottes zu kämpfen, und stellt den Islam als ein strahlendes Licht dar, das die Ungläubigen und diejenigen, denen das Buch gegeben wurde (Ahl al-kitāb) (arabisch:اهل الکتاب ) auszulöschen versuchen. Doch Gott macht Sein Licht, nämlich Seine Religion, vollkommen und stellt sie um eine Stufe über alle Religionen, auch wenn es den Ungläubigen und Polytheisten zuwider ist. Die Sure fährt fort, dass Muhammad (s.) ein Gesandter von Gott ist, der mit der rechten Leitung und mit der Religion der Wahrheit zu den Menschen entsandt wurde und dass Jesus (a.), der Sohn Marias, die frohe Botschaft dieses Gesandten, der nach ihm kam, ankündigte. Also sollten die Gläubigen Muhammad (s.) folgen und Gott mit Dschihad unterstützen. Sie sollten nicht sagen, was sie nicht tun, und wenn sie versprechen, sollten sie es halten, weil solche Sünden zu Gottes Zorn und dem Unglück des Propheten (s.) führen.[4]

Bekannte Verse

Rede ohne Aktion

  • «يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا لِمَ تَقُولُونَ مَا لَا تَفْعَلُونونَ كَبُرَ‌ مَقْتًا عِندَ اللَّـهِ أَن تَقُولُوا مَا لَا تَفْعَلُونَ» (آیه ۲ و ۳)

“O ihr, die ihr glaubt! Warum sagt ihr, was ihr nicht tut? Große Abscheu ruft es bei Gott hervor, dass ihr sagt, was ihr nicht tut.“ (Verse 2-3)

Über den Herabsendungsanlass dieses Verses behaupteten einige Muslime, dass wenn sie wüssten, was die Lieblingshandlung Gottes wäre, sie ihr Leben und ihr Gut dafür opfern würden. Gott stellte sie mit dem Dschihad nämlich mit der Schlacht von Uḥud auf die Probe, doch sie flohen aus der Schlacht.[5] Laut Tafsir al-Qummi sind mit denjenigen in diesem Vers, deren Taten nicht mit ihren Reden übereinstimmten, tatsächlich diejenigen der Gefährten des Propheten (s.) gemeint, die versprachen, ihm zu helfen und sich seinen Anordnungen nicht zu widersetzen und den Bund mit ihm über Amīr al-Muʾminīn (Imam Ali) (a.), nachdem sie ihn geschlossen haben, nicht zu brechen. Doch Gott kündigte an, dass sie ihr Versprechen nicht einhalten.[6]

Der Vers "Sieg von Gott"

  • «نَصْرٌ‌ مِّنَ اللَّهِ وَفَتْحٌ قَرِ‌یبٌ وَبَشِّرِ‌ الْمُؤْمِنِینَ» (آیه ۱۳)

“Hilfe von Gott und naher Sieg. So verkünde den Gläubigen die frohe Botschaft.“ (Vers Nr. 13)

Es gibt verschiedene exegetische Berichte darüber, was mit "bevorstehender Eroberung" bzw. "nahem Sieg" gemeint ist. Viele Exegeten haben es als Verweis auf die Eroberung Mekkas gedeutet und einige haben es als Verweis auf die Eroberung Persiens und die Eroberung des Byzantinischen Reiches angesehen und andere behaupten, dass es sich auf alle islamischen Eroberungen bezieht, die in zeitlich (relativ) kurzen Abständen erreicht wurden[7] Laut Tafsir al-Qummi bezieht sich die "bevorstehende Eroberung" auf den Sieg Imam al-Mahdis (a.).[8] Der Vers ist zu einem Slogan oder Motto unter den Schiiten und insbesondere den Iranern geworden.

Vorzüglichkeiten und Vorteile

Was die Vorzüglichkeit der Rezitation dieser Sure betrifft, spricht Jesus gemäß einer Überlieferung, den Segen und den Friedensgruß über denjenigen aus, der die Sure aṣ-Ṣaff rezitiert, solange er auf dieser Welt lebt. Des Weiteren bittet Jesus Gott um Vergebung für ihn und er wird am Tag der Auferstehung ein Gefährte Jesus sein.[9] Eine Überlieferung von Imam al-Baqir (a.) besagt, wenn man diese Sure rezitiert und auf seiner Rezitation in seinen fünf Pflichtgebeten und empfohlenen Gebeten beharrt, dann wird Gott ihn in die gleiche "Reihe" (Ṣaff) der Engel und Propheten setzen.[10]

Historische Berichte

  • Moses (a.) Beschwerde über die Kränkung seitens seines Volkes (Vers 5).
  • Ankündigung der frohen Botschaft durch Jesus (a.) für Kinder Israel über das Prophetentum Muhammads (s.), und als der Prophet Muhammad (s.) zu ihnen mit den Beweisen kam, haben sie ihn der Zauberei beschuldigt (Vers 6).
  • Jesus Gespräche mit seinen Jüngern, als er sprach: “Wer sind meine Helfer hin zu Gott?“. Die Jünger sprachen: “Wir sind die Helfer Gottes“. So glaubte eine Gruppe von den Kindern Israel, während eine andere ungläubig blieb. (Vers 14).

Fußnoten

  1. Ḫurram Šāhī, Dānešnāmeh Qurʾān wa Qurʾān pažūhī, 1377 nach dem Iranischen Kalender, B. 2, S. 1255.
  2. Maʿrifat, Āmūzeš-e ʿulūm-e Qurʾān, 1371 nach dem Iranischen Kalender, B. 1, S. 166.
  3. Ḫurram Šāhī, Dānešnāmeh Qurʾān wa Qurʾān pažūhī, 1377 nach dem Iranischen Kalender, B. 2, S. 1255.
  4. Ṭabāṭabāʾī, al-Mīzān, 1417 n.H., B. 19, S. 248.
  5. Wāḥidī, Asbāb al-nuzūl, 1411 n.H., S. 448.
  6. Al-Qummī, Tafsīr al-Qummī, 1367 nach dem Iranischen Kalender, B. 2, S. 365.
  7. Makārim Šīrāzī, Tafsīr-e nimūne, B. 24, S. 91.
  8. Al-Qummī, Tafsīr al-Qummī, 1367 nach dem Iranischen Kalender, B. 2, S. 366.
  9. Ṭabarsī, Faḍl ibn Ḥasan, Mağmaʿ al-bayān fī tafsīr al-Qurʾān, B. 9, S. 459.
  10. Scheich Ṣadūq, Muḥammad ibn ʿAlī, Ṯawāb al-aʿmāl wa ʿiqāb al-aʿmāl, 1406 n.H., S. 118.

Quellen

  • Ḫurram Šāhī, Bahāʾ ad-dīn, Dānešnāmeh Qurʾān wa Qurʾān pažūhī, B. 2, Teheran, 1377 nach Sonnenkalender.
  • Scheich Ṣadūq, Muḥammad ibn ʿAlī, Ṯawāb al-aʿmāl wa ʿiqāb al-aʿmāl, Qum, Dār al-šarīf al-raḍī, 2. Aufl., 1406 n.H.
  • Ṭabāṭabāʾī, Sayyid Muḥammad Ḥusain, al-Mīzān fī tafsīr al-Qurʾān, Qum, 5. Aufl., 1417 n.H.
  • Ṭabarsī, Faḍl ibn al-Ḥasan, Mağmaʿ al-bayān fī tafsīr al-Qurʾān, korrigiert von Faḍl Allāh Yazdī Ṭabāṭabāʾī und Hāšim Rasūlī, Teheran, Nāṣir ḫusru-Verlag, 3. Aufl., 1372 nach dem Iranischen Kalender.
  • Al-Qummī, ʿAlī ibn Ibrāhīm,Tafsīr al-Qummī, Qum, Dār al-kitāb-Verlag, 4. Aufl., 1367 nach dem Iranischen Kalender.
  • Maʿrifat, Muḥammad Hādī, Āmūzeš-e ʿulūm-e Qurʾānī, 1. Aufl., 1371 nach dem Iranischen Kalender.
  • Makārim Šīrāzī, Nāṣir, Tafsīr-e nimūne, Teheran, Dār al-kutub al-Islāmiyya, 1. Aufl., 1374 nach dem Iranischen Kalender.
  • Wāḥidī Neišābūrī, ʿAlī ibn Aḥmad, Asbāb al-nuzūl al-Qurʾān, Beirut, Dār al-kutub al-ʿilmiyya, 1. Aufl., 1411 n.H.