Ziyārat al-Arba᾽īn

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Ziyārat al-Arba᾽īn (arabisch: زيارة الأربعين) ist der Besuch des Heiligtums von Imam al-Ḥusain (a.) am Arba᾽īn Tag bzw. am vierzigstenTag nach dem Märtyrertod Imam al-Ḥusains (a.) und dem Ereignis von Karbalā. Imam Ḥasan al-᾽Askari (a.) bezeichnet die Ziyārat al-Arba᾽īn als eines der Zeichen des Gläubigen, weshalb die Schiiten diesem besondere Aufmerksamkeit schenken. Im Irak angekommen begeben sich die Schiiten für gewöhnlich am Tage Arba᾽īn nach Karbalā, um das Grabmal von Imam al-Ḥusain (a.) zu besuchen. Barfuß legen sie den Weg, egal von woher sie kommen, nach Karbalā zurück, um sich dann den Pilgern aus aller Welt anschließen. Der Arba᾽īn Marsch ist weltweit eine der grössten Versammlungen.

Datei:عزاداری اربعین در بین الحرمین.jpg
Heiligtum von Imam al-Ḥusain (a.) am Arba᾽īn-Tag


Empfehlung

Arba'in von Imam al-Ḥusain (a.) ist am 20. Ṣafar. Scheich Ṭūsī überliefert in seinen Büchern Tahḏīb und Miṣbāḥ von Imam Ḥasan al-᾽Askarī (a.), dass die Zeichen des Gläubigen folgende seien:

  • Das tägliche Verrichten von 51 Rak'as (die Pflichtgebete betragen 17 Rak'as und die Nafila-Gebete 34)
  • Die Ziyārat al-Arba᾽īn
  • Das Tragen eines Ringes an der rechten Hand
  • Suǧūd (das sich Niederwerfen mit Bism Allah ar-Raḥmān ar-Raḥīm (im Namen Gottes, des Gnädigen, des Allbarmherzigen) und es laut im Gebet aussprechen.[1]

Methoden der Ziyārat al-Arba᾽īn

Der Besuch des Heiligtums von Imam al-Ḥusain (a.) am Arba᾽īn Tag hat, laut Überlieferungen, zwei verschiedene Verfahrensweisen.

1. Verfahrensweise

Eine Ziyārat, welche Scheich Ṭūsī in seinem Buch Tahḏīb[2], überliefert von Safwān Ǧamāl, anführt ist:

"Über die Siyara al-Arba᾽īn sagte mir mein Meister Imam aṣ-Ṣādiq (a.): Wenn ein Teil des Tages vergangen ist, rezitiere diese Ziyārat, verrichte dann zwei Rakat und äußere dein Bittgebet."

Inhalt der Ziyārat

Die ersten Sätze beinhalten die Begrüßung Imam al-Ḥusains (a.) und die Erwähnung seines Märtyrertodes und seiner Nöte.

In den nächsten Sätzen legt der Rezitator Zeugnis über einige schiitische Überzeugungen ab, wie die Wilāya (Vormundschaft) der Imame (a.), dass das Erbe des Prophetentum bei Imam al-Ḥusain (a.) ist und dass er der Beweis Gottes unter den Menschen ist.

Diese Ziyārat erwähnt die Rettung der Diener Gottes vor der Unwissenheit und vor der Abweichung der Philosophie des Märtyrertodes Imam al-Ḥusains (a.).

In den weiteren Sätzen werden die Eigenschaften derer erwähnt, die Imam al-Ḥusain (a.) töteten und dass sie verflucht sind.

Dann geht es weiter mit den Merkmalen Imam al-Ḥusains (a.), die Abkehr vom Polytheismus und seine reine Geburt. Auch wird betont, dass er den Jihad auf dem Wege Gottes ausführte und dass seine Nachkommen die Beweise Gottes auf Erden sind.

In dieser Ziyārat ergibt sich der Rezitator den Befehlen der schiitischen Imame (a.) und erklärt sich bereit ihnen zu helfen und sich ihren Feinden zu widersetzen.

2. Verfahrensweise

Es ist eine Ziyārat, die von ᾽Aṭā, möglicherweise ᾽Aṭṭiya al-᾽Awfī, der Gefährte von Ǧābir b. ᾽Abdullah al-Anṣārī, überliefert wurde:

"Am 20. Ṣafar war ich mit Ǧābir b. ᾽Abdullah al-Anṣārī zusammen. Als wir in Ġāḍiriya ankamen, führte er im Euphrat eine Ġusl (rituelle Waschung) durch und zog sich das saubere Hemd, das er mit sich trug, an. Dann fragte er mich: Hast du Parfüm dabei? Ich sagte: Ich habe etwas Su᾽d. Er nahm etwas davon in seine Hand und schüttete es sich auf seinen Kopf und Körper. Er ging solange barfuß weiter bis er am reinen Grab von Imam al-Ḥusain (a.) stand. Er rezitierte dreimal Allah Akbar und fiel dann bewusstlos zu Boden. Als er wieder zu Bewusstsein kam, hörte ich wie er sagte: Friede sei mit dir, O Volk Gottes..., dies ist die Mitte-Monat-Raǧab-Ziyārat."[3]

Prozession von Arba'in

Die Schiiten, besonders in Irak, ziehen jedes Jahr nach Karbalā, weil dies zu der Ziyārat al-Arba'in empfohlen wird. Diese Bewegung wird normalerweise zu Fuß ausgeführt und ist eine der größten Menschenansammlung der Welt. Berichten zufolge bestand die Prozession von Arba᾽īn 2013 aus 15 Millionen Menschen.[4] Diese Zahl stieg in Arba᾽īn 2014 noch an und zwar auf 20 Millionen Menschen[5] fünf Millionen davon waren aus anderen Ländern.[6]

Laut Qāḍī Ṭabāṭabā᾽ī war unter den Schiiten die Bewegung Richtung Karbalā in Arba᾽īn schon in der Zeit der Umayaden und Abbasiden üblich.[7]

Quellenverzeichnis

  • Scheich Ṭūsī, Muḥammad b. Ḥasan, Tahḏīb al-Aḥkām, Dār al-Kutub al-Islāmiya, Teheran, 1407 n.H.
  • Qāṣī Ṭabāṭabā᾽ī, Sayyid Muḥammad ᾽Alī, Taḥqīq darbāre-ie Awwal Arba᾽īn Ḥaḍrat-e Sayyid aš-Šuhadā, Buniyād ᾽Elmī wa Farhangī Šahīd Ayatullah Qāḍī Ṭabāṭabā, Qum, 1368 n.i.S.
  • Qumī, ᾽Abbās, Mafātīḥ al-Ǧinān.
  • Farhang Ziyārat, Faṣlnāme-ie Farhangī, Eǧtemā᾽ī, Siyāsī wa Ḫabarī, 5. Jahrgang, Ausgabe 19 und 20

Fußnoten

  1. Aṭ-Ṭūsī, Tahḏīb al-Aḥkām, 1407 n.H., 6:52.
  2. Aṭ-Ṭūsī, Tahḏīb al-Aḥkām, 1407 n.H., 6:113
  3. Scheich ᾽Abbās Qumī, Mafātiḥ al-Ǧinān, Bāb-e 3, Ziyārat-e Imam Ḥusain dar Rūz Arba᾽īn
  4. Nachrichtenportal Fardā
  5. Nachrichtenagentur ABNA
  6. Nachrichtenagentur Fars
  7. Qāḍī Ṭabāṭabā᾽ī, Taḥqīq darbāre-ie Awwal Arba᾽īn, 1368 n.i.S., S.2.