Arbaʿin von Imam al-Husain (a.)

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Arbaʿīn von Imam al-Ḥusain (a.) (arabisch: أربعین الحسیني) beschreibt den 20. Ṣafar des Hijri-Mondkalenders und damit den 40. Tag nach der Schlacht von Karbalā, in der Imam al-Ḥusain (a) und seine Gefährten am 10. Muharram 61 n.H (13. Oktober 680), dem Tag von Aschura, zu Märtyrern wurden. Es wird berichtet, dass die Gefangenen der Schlacht von Karbalā am 20. Ṣafar auf dem Weg von Syrien nach Medina nach Karbalā zurückkehrten und den Ort des Martyriums besuchten.

In einer Überlieferung von Imam Ḥasan al-ʿAskarī (a.) wird berichtet, dass der Besuch am Tag Arbaʿīn das Lied der Gläubigen ist.

Dieser Tag ist ein nationaler Feiertag im Iran. Schiiten trauern an diesem Tag und haben Trauerzeremonien in den Straßen. Die Prozession der Schiiten, die an diesem Tag in Karbalā ankommen, ist einer der wichtigsten Trauerzeremonien für Schiiten in aller Welt. Die Arbaʿīnprozession basiert auf der genannten Überlieferung.

Historischer Hintergrund

Auf Arabisch heißt Arbaʿīn "40" und meint den vierzigsten Tag nach dem Martyrium von Imam al-Ḥusain (a) und seinen Gefährten in der Schlacht von Karbalā am 20. Ṣafar 61 nach der Hijra. Die Wichtigkeit dieses Tages basiert auf hinstorischen Hinweisen, denen nach Ǧābir ibn ᾽Abdulllah al-Anṣārī an diesem Tag das Grab von Imam al-Ḥusain (a.) besuchte und somit als erste Pilger gilt, der jemals diese Pilgerung unternahm. In einigen Quellen wird ebenfalls berichtet, dass neben Jabir auch die übrigen Familienmitglieder Imam al-Ḥusains (a.) nach Karbalā zurückkehrten und das Grab Imam al-Ḥusains (a.) und die Gräber seiner Gefährten in Karbalā besuchten.

Der Besuch von Jabir ibn Abd Allah al-Ansari

Jabir ibn Abd Allah al-Ansari war einer der Gefährten des Propheten (s) gilt als erster Pilger und Besucher des Grabes von Imam al-Ḥusain (a) nach dessen Martyrium. Zusammen mit ʿAtiyya al-ʿAwfi kam er am Tag des ersten Arbaʿīn in Karbalā an (61 n.H.) und besuchte Imam al-Ḥusain (a)

Die Rückkehr der Gefangenen nach Karbalā

Unter schiitischen Gelehrten gibt es drei Meinungen zu der Rückkehr der Gefangenen von der Schlacht von Karbalā nach Medina.

  • Einige Gelehrte, wie al-Muhaddith al-Nuri in seinem Buch al-Lu’luÄ wal-marjan und sein Schüler Sheikh 'Abbas Qummi in seinem Buch Muntahal-ʿamal, glauben daran, dass es im ersten Jahr nach der Schlacht von Karbalā nicht zu dem genannten Besuch kam und dass es nicht einmal möglich war, dass es zu diesem Besuch hätte kommen können. Sayyid ibn Tawus äußerte bereits vor al-Muhaddith al-Nuri seine Zweifel über diesen Besuch in seinem Buch Iqbal al-aʿmāl.
  • Andere Gelehrte bestätigen, dass die Gefangenen der Schlacht von Karbalā im ersten Jahr den Ort der Schlacht besuchten. Dazu nennen sie entweder das Ende des Monats Ṣafar, den ersten von Rabi‘ Awwal oder einen späteren Zeitpunkt.
  • Wieder andere Gelehrte glauben, dass die Karawane der Gefangenen von Karbalā am Tag von Arbaʿīn auf ihrer Rückreise von Syrien nach Medina im Irak in Karbalā ankamen und Imam al-Ḥusain (a) und den Ort der Schlacht besuchten und nach dem Besuch nach Medina weiterzogen. Sie glauben ebenfalls daran, dass sie Jabir ibn Abd Allah al-Ansari und einige Familienmitglieder Banu Hashims besuchten. Diese Meinung schilderte Sayyid ibn Tawus in seinem Buch al-Luhuf.

Sayyid Muhammad Ali Qadi Tabataba’i schrieb ein umfangreiches Buch mit dem Namen Tahqiq darbaraya awwal Arba’ine Sayyid al-Shuhada (Forschung über das erste Arbaʿin von Imam al-Ḥusain (a)), in dem er die Meinungen von al-Muhaddith al-Nuri und Sheikh 'Abbas Qummi zurückweist.

Ziyarah von Arbaʿīn

In einer Überlieferung von Imam Hassan al-Askari (a) werden die Gläubigen mit fünf Zeichen beschrieben. Eines dieser Zeichen ist der Besuch am Tag von Arbaʿīn.

Ein weiterer Ziyarahtext für den Tag von Arbaʿīn wird von Imam al-Sadiq (a) überliefert und Sheikh 'Abbas Qummi hat diesen Ziyarahtext im dritten Kapitel „Ziyarah Arbaʿīn“ in seinem Buch Mafatih al-Jinan aufgenommen.

Sayyid Muhammad Ali Qadi Tabataba’i sagt, dass Schiiten das Ziyarah von Arbaʿin auch “Maradd ar-Ra’s” (Die Rückkehr des Kopfes) nennen. Damit ist gemeint, dass die Gefangenen von Karbalā bei ihrer Rückker nach Karbalā am Tag von Aschura den Kopf Imam al-Ḥusains (a) zurückbrachten und ihn mit seinem Körper begruben.

Die Arbaʿīnprozession

Die Empfehlung des Ziyarah von Arbaʿīn ist der Grund dafür, dass jährlich viele irakische Schiiten am Tag von Arbaʿīn nach Karbalā pilgern. Diese Prozession wird gewöhnlich zu Fuß zurückgelegt und ist eine der größten Menschenansammlungen der Welt. Im Jahr 2013 gab es Berichte von 15 Millionen Pilgern in Karbalā am Tag von Aschura.

Sayyid Muhammad Ali Qadi Tabataba’i schrieb, dass die Arbaʿīnprozession nach Karbalā eine Tradition der Schiiten ist, die es seit der Zeit der Imame (a) gab und auch zu Zeiten der Umayyaden und Abbasiden vollzogen wurde.