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Entwurf:Annahme von Taten

Aus wikishia

Die Annahme von Taten bedeutet, dass eine Handlung von Gott anerkannt oder als vollkommen angesehen wird. In den Überlieferungen wird die Annahme einer Tat als wichtiger eingestuft als die Tat selbst, da nur angenommene Handlungen zur Erlösung des Menschen führen.

In den religiösen Texten wird zwischen der Rechtsgültigkeit und der Annahme einer Tat unterschieden. Eine Handlung muss aus juristischer Sicht korrekt sein, um angenommen werden zu können, doch nicht jede korrekte Tat ist per se auch angenommen. Es wird erklärt, dass eine korrekte Tat nur die Verpflichtung erfüllt, während die vollständige Belohnung der angenommenen Tat zukommt.

Obwohl eine Tat aus juristischer Sicht richtig sein muss, um angenommen werden zu können, ist nicht jede richtige Handlung auch akzeptiert. Es heißt, eine korrekte Tat erfüllt lediglich die Pflicht, aber die Belohnung ist der angenommenen Tat vorbehalten. Einige vertreten zudem die Ansicht, dass korrekte Taten zwar belohnt werden, die angenommene Tat jedoch eine höhere Stufe derselben Handlung darstellt.

Glauben, die Wilaya (Anerkennung des Führungsauftrages der zwölf Imame), Gottesfurcht, Aufrichtigkeit (eine Tat nur um die Erlangung der Zufriedenheit Gottes zu tun) und gutes Verhalten werden als Voraussetzungen für die Annahme von Handlungen betrachtet, während Polytheismus, Heuchelei, Prahlerei und die Leugnung von Wahrheit als Ursachen für die Ablehnung oder Vernichtung von Taten gelten. Die Nichtigkeit einer Tat (Persisch: حبط عمل) bedeutet, dass die Belohnung einer guten Handlung durch bestimmte Sünden aufgehoben wird.

Bedeutung und Stellung

Die Annahme einer Tat bedeutet, dass die Handlung bei Gott erhöht und als angenommen wird.[1][2] Nach den Überlieferungen[3] ist die Annahme einer Tat wichtiger als die Handlung selbst[4], denn nur angenommene Taten führen zur Erlösung.[5] Die Bitte um Annahme der Taten zählt zu den Gebeten der Propheten[6] und gilt als das höchste Anliegen der Gläubigen.[7]

Unterschied zwischen korrekter und angenommener Tat

Obwohl eine juristisch korrekte Tat, die alle Voraussetzungen erfüllt, grundsätzlich angenommen werden könnte, ist nicht jede korrekte Handlung automatisch akzeptiert; die Annahme hängt von weiteren Bedingungen ab.[8] Zur Erläuterung der Differenz zwischen korrekter und angenommener Tat existieren verschiedene Sichtweisen:

  1. Eine korrekte Tat erfüllt die Pflicht und entbindet von dieser, doch der Anspruch auf Belohnung gilt nur für angenommene Taten.[9]
  2. Korrekten Taten wird eine Belohnung zuteil, angenommene Taten jedoch erreichen eine höhere Stufe derselben Handlung.[10]
  3. Ist eine Tat nicht korrekt, verdient die Person dafür Bestrafung; ist sie korrekt, aber nicht angenommen, führt sie zwar nicht zur Bestrafung, bringt aber keine Annäherung an Gott – diese Entbehrung gilt als eine Form der Bestrafung.[11]

Bedingungen für die Annahme von Werken

Basierend auf Koranversen und Überlieferungen werden bestimmte Überzeugungen und Verhaltensweisen[12] als Voraussetzung für die Annahme von Taten betrachtet;[13] dazu zählen unter anderem der Glaube[14], die Anerkennung des Führungsauftrages der Ahl al-Bait (a.)[15], Gottesfurcht[16], Aufrichtigkeit[17], das Nachtgebet,[18] das Einhalten ehrlicher Einkünfte[19] sowie ein respektvoller Umgang innerhalb der Familie.[20]

Im Gegensatz dazu gelten Handlungen wie der Abfall vom Glauben[21], Polytheismus,[22] die Tötung derer, die zu Rechtschaffenheit aufrufen,[23] die Leugnung des Jenseits und göttlicher Zeichen[24], Heuchelei,[25] das Verwerfen der Führung Imam Alis (a.)[26], Ungeduld im Leid[27], falsche Anschuldigungen wegen Unzucht[28], Missgunst,[29] Heuchelei[30] sowie Streitigkeiten[31] als Gründe für die Ungültigkeit oder Zurückweisung von Werken.[32]

Unterscheidung zwischen Nichtannahme und Verfall von Werken

Der Verfall von Werken bedeutet den Verlust der Wirkung und des Lohns einer Handlung;[33] gewisse Sünden lassen somit gute Taten ihre Wirkung verlieren.[34] Beispielsweise wird der Glaube bei Lebensende als grundlegende Bedingung für die Annahme betrachtet, sodass diejenigen, die im Unglauben oder Polytheismus sterben, keine Bewertung für ihre Werke erhalten.[35]

Der Gelehrte Allama Majlisi interpretiert den Verfall der Handlungen in Überlieferungen nicht als tatsächliche Vernichtung des Verdienstes, sondern als Hinweis auf das Fehlen der Voraussetzungen für die Annahme. Das heißt, die Begehung einer weiteren Sünde zeigt, dass die gute Tat von Anfang an nicht unter vollständigen Bedingungen erfolgt ist und die Person daher grundsätzlich nicht des Lohns würdig war. Diese Auffassung gilt als die vorherrschende Sichtweise innerhalb der schiitischen Gemeinschaft.[37]