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Entwurf:Beschleunigung der Wiederkunft

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Ta’jīl Faraj (arabisch: تَعجیل الفَرَج), sinngemäß die „Beschleunigung des Heils“, bezeichnet das zeitnahe Eintreten von Erleichterungen und die Lösung von Bedrängnissen. Im spezifischen theologischen Kontext des schiitischen Islams impliziert „Heil“ primär die bevorstehende Wiederkunft (Wiedererscheinen) des Imam Mahdi (a.).[1]

Gemäß dem schiitischen Hadithforscher Mohammadi Reyschahri (veröffentlicht 1401 n.i.S.) wird Gläubigen in den Überlieferungen des Propheten (s.) sowie der Imame (a.) eindringlich empfohlen, sich häufig um das baldige Eintreten dieses Heils zu bemühen. Darüber hinaus wird in diesen Überlieferungen das Gebet um die Beschleunigung der Wiederkunft als eine zentrale Obligation der erwartungsvoll harrenden Gläubigen hervorgehoben.[2] Zu diesem Zweck sind in der Tradition auch spezifische Bittgebete überliefert.[3]

Seyyed Mohammad Taghi Esfahani (geb. 1929.), ein renommierter Gelehrter auf dem Gebiet der Mahdi-Lehre, listet in einem dedizierten Kapitel seines Werkes „Mekyal al-Makarem fi Fawaid Du‘a lil-Qa’im“ achtzehn verschiedene Formen des Gebets zur Beschleunigung der Wiederkunft auf, die er sämtlich aus den authentischen Überlieferungen extrahiert hat.[4] Es wird hierbei argumentiert, dass das Flehen um die Beschleunigung der Wiedererscheinung nicht nur potenziell kausal auf das tatsächliche Erscheinen des Imam Mahdi (a.) einwirken kann, sondern auch eine beständige, innere und seelische Verbindung zum Imam stiftet und somit in Zeiten der Verborgenheit der Hoffnungslosigkeit entgegenwirkt.[5]

Demgegenüber mahnen einige Überlieferungen zur Vorsicht, die Beschleunigung von Dingen zu fordern, deren Eintreten von Gott bereits zeitlich determiniert wurde. Übereilung in göttlich sanktionierten Angelegenheiten wird als unstatthaft erachtet.[6] Gleichermaßen existieren bestimmte Hadithe, die vor einer vorzeitigen oder übereilten Erwartungshaltung bezüglich der Erscheinung warnen.[7] So wird in einer Überlieferung Imam Sadiq (a.) zitiert, der diejenigen, die einen exakten Zeitpunkt für das Erscheinen des Imam Mahdi (aj.) festlegen, als Lügner bezeichnet; jene, die übermäßig eilig sind, als dem Verderben geweiht; und diejenigen als die Erlösten ansieht, die sich bedingungslos dem göttlichen Willen fügen.[8]

Der Verfasser von „Mekyal al-Makarem“ umreißt sodann charakteristische Merkmale einer verwerflichen Ungeduld. Hierzu zählen unter anderem: dem Glauben an falsche Mahdi-Ansprüche folgen, die Hoffnungslosigkeit hinsichtlich der Wiedererscheinung, die Leugnung der Existenz des Imam Mahdi (aj.), die Bezichtigung Gottes und des Imams der Verzögerung, die Ablehnung der Weisheit hinter der Verborgenheit, die Herabwürdigung der Hadithe über die Erwartung der Wiederkunft, das Verwerfen einschlägiger Überlieferungen, die fehlgeleitete oder trügerische Interpretation der Mahdi-Prophezeiungen, das Verspotten wahrhaftig Wartender sowie das Aufgeben des Gebets um die Beschleunigung des Heils nach einer Phase der Resignation.[9]

Nach seiner Auffassung besteht kein inhärenter Widerspruch zwischen der Abwesenheit dieser verwerflichen Ungeduld und dem Gebet um die baldige Vollendung des Heils. Dieses Gebet unterliegt – wie alle anderen Bittgebete auch – bestimmten Wirksamkeitsvoraussetzungen, ohne deren Erfüllung es nicht fruchtbar wird. Ungeachtet dessen bleibt das fundamentale Anliegen, um das baldige Erscheinen zu bitten, ein lobenswertes und erstrebenswertes Streben, allerdings nur unter der Prämisse, dass die dafür notwendigen Bedingungen erfüllt sind. Dies ist analog zur allgemeinen Natur des Gebets, das Gott grundsätzlich wohlgefällig ist, seine volle positive Wirkung jedoch nur entfaltet, wenn seine Bedingungen beachtet werden..[10]

Ebenso vertritt Ali-Asghar Rezvani (geb. 1962), ein Forscher zur Mahdi-Thematik, die Ansicht, dass das Fürbitten um die Beschleunigung der Wiederkunft nicht im Gegensatz zu den Überlieferungen steht, welche vor überstürzter Erwartung warnen. Schließlich ist das Gebet um Beschleunigung stets im Kontext der Berücksichtigung aller notwendigen Voraussetzungen zu sehen; zudem vermag dieses Gebet selbst als ein substanzieller Faktor bei der Herbeiführung der Wiederkunft des Imam Mahdi (aj.) fungieren.[12]