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Entwurf:Tafsir Riwa'i

Aus wikishia

Tafsir al-Riwayi, auch bekannt als Ma'thur (arabisch: مَأثور/deutsch: "bewirktes" mit Bedeutung Überlieferung) oder Naqli (arabisch: نَقلی/deutsch:übertragen im Sinne von gesprochen/geschrieben), ist eine Form der Koranauslegung, die auf Überlieferungen basiert. Schiiten verwenden Überlieferungen des Propheten (Friede sei mit ihm) und der unfehlbaren Imame für ihre narrativen Auslegungen des Korans. Laut schiitischen Kommentatoren zählen die dem Propheten Gottes und den unfehlbaren Imamen zugeschriebenen Überlieferungen zur Interpretation und Erklärung des Korans zu den besten und solidesten Auslegungsmethoden. Allerdings sind auch gefälschte Überlieferungen unter den interpretierenden Überlieferungen zu finden.

Tafsir al-Ayyashi, Tafsir Ali ibn Ibrahim Qummi, Tafsir Nur al-Thaqlain und Al-Burhan fi Tafsir al-Quran sind Beispiele schiitischer narrativer Interpretationen, während Tafsir Jame' al-Bayan ein Beispiel sunnitischer narrativer Interpretation darstellt. Laut Muhammad Hadi Muarafat basierten die wichtigsten Interpretationswerke der islamischen Welt ursprünglich auf den Koran interpretativen Überlieferungen.

Begriffs-Erklärung

Tafsir al-Riwa’i, auch bekannt als Tafsir Naqli[1] ist laut Die Schia eine Form der Koranauslegung, die auf Überlieferungen basiert, welche vom Propheten Gottes (Friede sei mit ihm) und den zwölf Imamen überliefert wurden.[2] Sunniten betrachten auch die Worte der Gefährten des Propheten Muhammad (s.) und der Tabi’in (persisch: تابعین) als Grundlage für die narrative Interpretation.[3]

Bedeutung und Glaubwürdigkeit den Koran interpretierenden Überlieferungen

Laut muslimischen Kommentatoren war der Prophet Gottes neben der Übermittlung der Offenbarung auch für die Auslegung und Erklärung des Wort Gottes verantwortlich.[4] Sie stützen diese Auffassung auf die Verse 44 und 64 der Sure An-Nahl.[5] Dementsprechend sind schiitische und sunnitische Kommentatoren der Ansicht, dass die dem Propheten (Friede sei mit ihm) zugeschriebenen Worte oder Überlieferungen, sofern authentisch, zu den besten und verlässlichsten Formen der Auslegung des Korans gehören.[6] Schiiten betrachten unter Berufung auf die Al-Thaqalayn-Überlieferung auch Überlieferungen der schiitischen Imame als Quellen der narrativen Koran-Auslegung.[7] Trotz der Bedeutung der den Koran interpretierenden Überlieferungen gehen Koran-Kommentatoren davon aus, dass sich unter den genannten Überlieferungen auch gefälschte befinden, die mit dem Ziel den Status eines Gefährten des Propheten Muhammad (s.) zu erhöhen oder ihn zu diskreditieren erfunden wurden.[8] Eine erfundene Geschichte zur Offenbarung von Vers 113 der Sure at-Tauba ist ein solcher Fall, der von den sunnitischen Kommentatoren Tabari und Bukhari als Fälschung angesehen wird.[9] Aufgrund des zuvor genannten Offenbarungsstatus wird Vers 113 der Sure at-Tauba als über den Vater von Imam Ali (a.) Abu Talib offenbart angesehen und soll zum Zeitpunkt seines Todes offenbart worden sein. Er soll auf seinen Polytheismus bis zu seinem Lebensende hinweisen. Tabari und Bukhari hingegen sind der Ansicht, dass Abu Talib drei Jahre vor der Hidschra starb und dieser Vers im neunten Jahr der Hidschra offenbart wurde.[10] Solche erfundenen Überlieferungen, die nach Ansicht von Gelehrten häufig von zum Islam konvertierten Juden verfasst wurden, werden als „Israeliyat“ bezeichnet.[11]

Beispiele von Tafsir-Riwa’i

Band des Buches Tafsir، verfasst Muhammad Bin Masud Ayaschi.

Der zeitgenössische Koran-Gelehrte und Kommentator Mohammad Hadi Muarefat vertritt die Ansicht, dass die wichtigsten Koran-Interpreationen der Vergangenheit auf interpretativen Überlieferungen beruhen und dass die Berücksichtigung der islamischen Philosophie, Theologie und literarischen Bedeutung des Korans nur in wenigen dieser frühen Interpretationen erkennbar ist.[12] Zu den wichtigsten narrativen Interpretationen aus Marefats Sicht gehören:

  • Tafsir al-Ayyashi, verfasst vom schiitischen Rechtsgelehrten und Lehrer von Muhammad ibn Umar al-Kashi des 4. islamischen Jahrhunderts Muhammad ibn Mas'ud al-Ayyashi.[13] In seinem Werk überliefert al-Ayyashi Koran interpretierende Aussagen schiitischer Imame mit ihren jeweiligen Überlieferungsketten.[14] Allerdings sind nur wenige Teile von al-Ayyashis Werk erhalten.[15]

Der Tafsir Qummi wird Ali ibn Ibrahim Qummi zugeschrieben. Dessen Schüler Abu al-Fadl al-Abbas ibn Muhammad, Nachkomme von Imam Musa al-Kazim (a.s.), verfasste ihn unter Nutzung von Überlieferungen, die sowohl von Ali ibn Ibrahim als auch vom Tafsir Abu Jarud stammen.[16] Über Abu al-Fadl al-Abbas ibn Muhammad, Autor des Werkes, ist außer seiner Zugehörigkeit zur alawitischen Konfession und seiner Rolle als Schüler von Ali ibn Ibrahim nichts bekannt.[17] Obwohl dieses Werk im allgemeinen als fehlerfrei gilt, enthält er auch einige schwache Überlieferungen[Anmerkung 1].[18]

  • Jami' al-Bayan, verfasst vom sunnitischen Koran-Exeget Muhammad ibn Jarir ibn Yazid al-Tabari, , der als Begründer der narrativen Koran-Iterpretation gilt. Aufgrund der umfassenden und weitreichenden Natur seines Werkes wird Tabari als Vater der narrativen Koran-Interpretation angesehen.[19] Allerdings wurde ihm vorgeworfen auch schwache und erfundene Überlieferungen zu zitieren und sich auf unbekannte Überlieferer gestützt zu haben.[20]
  • Al-Burhan fi Tafsir al-Quran von Sayyid Hashim Bahrani (um 1050 n.H.-1107 n.H. oder 1109 n. H.) beschreibt dieses Werk in der Einleitung zu seinem Kommentar als ein Buch, das den Leser über viele Geheimnisse der Wissenschaften des Korans, Fragen der Religionswissenschaften, Geschichten und Neuigkeiten der Propheten sowie die Tugenden der Ahl al-Bayt (a.) zu informieren, da es auf Überlieferungen der Ahl al-Bayt (a.) basiert deren Haus die Offenbarung zuteil wurde. Er wählte Überlieferungen von al-Burhan aus zuverlässigen und vertrauenswürdigen Büchern, deren Autoren anerkannte Gelehrte sind und überlieferte sie größtenteils aus Überlieferungen der Imamiya. In Fällen in denen sunnitische Überlieferungen mit denen der Ahl al-Bayt (a.s.) übereinstimmen oder Tugenden der Ahl al-Bayt (a.) beschrieben werden, überlieferte er auch von ihnen. Zudem überlieferte er in geringem Umfang von Abdullah ibn Abbas (da dieser ein Schüler von Imam Ali (a.s.) war) zur Auslegung der Verse. [21]

Themenbezogene Abfragen

Anmerkungen

  1. Unter schwachen Überleiefrungen versteht man Überlieferung, deren Kette der Berichterstatter Mängel aufweist und aus diesem Grund nicht eindeutig den Ahl Bait (a.) zugeschrieben werden können.

Fußnoten