Halal

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halal ist das Gegenteil von haram und bedeutet, was gemäß des Religionsgesetzes und des Verstandes erlaubt ist. In einigen islamischen Rechtsquellen findet das Wort „halal“ synonym zu mubah Anwendung, während diese jedoch grundsätzlich nicht gleichzusetzen sind, „halal“ betrifft diejenigen Urteile, welche die Handlungen der religiös Erwachsenen nicht direkt betreffen, wobei mubah als Begriff allgemeiner gehalten ist, so ist alles was mubah ist halal, aber nicht alles was halal ist, ist mubah.

Wenn man Zweifel hegt, ob etwas haram (also verboten) ist oder halal (erlaubt), sollte man nach der Hilliyat-Regel handeln, wonach man davon ausgehen sollte, das es halal ist. Ausdrücklich empfohlen wird, die Regeln bezüglich des Erlaubten und Verbotenen zu lernen. Hervorgehoben wird auch die Wichtigkeit des Erwerbs eines halalen Lebensunterhaltes, d.h. ein auf islamisch erlaubtem Weg verdienter Lebensunterhalt.

Begrifflichkeit

'halal' ist das Gegenteil von 'haram' und belangt Dinge an, die laut Religionsgesetz und dem Verstand zulässig sind.[1] Mit anderen Worten, dieser Begriff besagt, dass eine Sache zu tun oder zu unterlassen keine Strafe nach sich zieht.[2]

'halal' bedeutet wortwörtlich „Öffnen eines Knoten“[3]. Laut Ali Akbar Qaraschi: „hil“ bedeutet halal und ist eine Metapher für das Öffnen und halal ist etwas, das vom Verbot gelöst ist.[4]

In einer Überlieferung von Imam as-Sadiq (a.) heißt es, dass das Lernen eines Hadithes über Dinge die halal und haram sind und das von einer ehrlichen Person, wertvoller als die Welt und all ihr Gold und Silber ist.[5]

Unterschied zu mubah

Manche sind der Meinung, dass das Wort “halal” ein synonym zu „mubah[6] ist. Andere unterscheiden zwischen diesen beiden Begriffen[7] und führten einige Differenzen an:

'halal' wird in der islamischen Rechtslehre im Gegensatz zu 'haram' verwendet und umfasst all die erlaubten Angelegenheiten: haram (alles, was verboten ist), mustahab (alles, was empfohlen wird), makruh (alles, was nicht ratsam ist) und mubah (alles, was erlaubt ist).[8] halal ist allgemeiner als mubah; d.h. alles was mubah ist, ist halal, aber nicht alles, was halal ist, ist mubah.[9]

Regel Hilliyat

Die Hilliyat-Regel ist eine Regel der islamischen Rechtsprechung, sie gilt, wenn es um die Frage geht, ob etwas halal oder haram ist [10] und Zweifel darüber bestehen, gemäß dieser Regel kann die Angelegenheit als halal betrachtet werden, solange es keinen Beweis über das Verbot gibt.[11] Diese Regel wird durch Vers 29 der Sure Al-Baqara gestützt, wo es heißt: Er ist es, Der für euch alles, was auf der Erde ist, erschuf... [12] auch durch den Hadith „Alles ist für dich erlaubt, es sei denn du weisst, es ist verboten.“[13]

'halal' verdienter Lebensunterhalt

Ein 'halal' verdienter Lebensunterhalt ist einer, der im Rahmen der Gesetze der Religion verdient wird, der aber auch die Rechte Gottes wie Khums und Zakat beinhaltet, also sind auch gleichzeitig Rechte von anderen darin enthalten.[14] In den Überlieferungen wird auf die Wichtigkeit des Erwerbs eines halalen Lebensunterhaltes hingewiesen.[15] Beispielsweise wird in einer Überlieferung von Imam as-Sadiq (a.) jemand der sich für einen halal Lebensunterhalt bemüht mit jemanden verglichen, der auf dem Wege Gottes kämpft.[16] Des Weiteren heißt es in einer Überlieferung vom Propheten (s.), dass der Gottesdienst siebzig Teile hat und der höchste davon betrifft das Verdienen eines halalen Lebensunterhalts.[17]

Fußnoten

  1. Meškīnī, Muṣṭalaāāt al-Fiqh, 1419 n.H., S.216.
  2. ʼAbd al-Munʼim, Muʼğam al-Muṣṭalaḥāt wa al-Fāẓ al-Fiqhiya, Dār al-Faḍīlah, B.1, S.585.
  3. Rāġib Iṣfahānī, al-Mufradāt, unter „ḥil“.
  4. Qarašī, Qāmūs-e Qurʼān, unter „ḥil“.
  5. Ḥafnāwī, Ganğīne-ie Iṣṭiliḥāt fiqhī wa uṣūlī, 1395 n.i.S., S.89.
  6. Muʼasisah Dāyirat al-Maʼārif al-Fiqh al-Islāmī, Mawsūʼah al-Fiqh al-Islāmī, 1424 n.H., B.2, S.83.
  7. Muʼasisah Dāyirat al-Maʼārif al-Fiqh al-Islāmī, Mawsūʼah al-Fiqh al-Islāmī, 1424 n.H., B.2, S.84.
  8. Saʼdī, al-Qāmūs al-Fuqahā luġat wa iṣṭilāḥan, 1408 n.H., S.99.
  9. Saʼdī, al-Qāmūs al-Fuqahā luġat wa iṣṭilāḥan, 1408 n.H., S.99.
  10. Siehe: Wilā, Farhang-e Tašrīʼī Iṣṭilāḥāt Uṣūl, 1387 n.i.S., B.1, S.85.
  11. Muʼasisah Dāyirat al-Maʼārif al-Fiqh al-Islāmī, Mawsūʼah al-Fiqh al-Islāmī, 1423 n.H., B.13, S.320.
  12. Fāḍil Tūnī, al-Wāfiya, 1412 n.H., S.185.
  13. al-Kulainī, al-Kāfī, 1430 n.H., B.10, S.542; Fāḍil Lankarānī, Taḍīl aš-Šarīʼa, 1426 n.H., S.193.
  14. ʼIsāzādeh, „Naqš-e Rizq ḥalāl dar Salāmat maʼnawī-ie Insān az Dīdgāh Āyāt wa Rewāyāt“, S.3.
  15. Nūrī, Mustadrak al-Wasāʼil, 1408 n.H., B.13, S.12.
  16. Qāḍī Nuʼmān Maġribī, Daʼāʼim al-Islām, 1385 n.H., B.2, S.15.
  17. Nūrī, Mustadrak al-Wasāʼil, 1408 n.H., B.13, S.12.

Quellenverzeichnis

Das Material für diesen Artikel wurde vom gleichnamigen persischen Artikel entnommen.