Opferung von Ismail

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„Azmun-i buzurg“ (der große Test) von Mahmud Farshchiyan

Opferung von Ismail (Arabisch: ذبح اسماعیل ) war ein Befehl und eine Prüfung Gottes für Abraham (a.), welcher einen Traum sah, wonach er seinen Sohn Ismail opfern sollte. Abraham und sein Sohn Ismail akzeptierten diese Anordnung von Gott; Aber der Erzengel Gabriel verhinderte auf Gottes Befehl, dass das Messer schnitt, woraufhin Abraham nicht Ismail, sondern einen himmlischen Widder schlachtete. Laut einigen Berichten erfolgte die Steinigung des Teufels (Ramyi Jamarat), durchgeführt von Abraham, während dieses Ereignisses und die Opfertradition am Eid al-Adha-Tag erinnert an das Ereignis mit Ismail.

Basierend auf Überlieferungen und auf dem Kontext der Verse des Korans halten die Schiiten Ismail für den Zabihullah bzw. für denjenigen, dessen Opferung von Gott befohlen wurde; Juden jedoch halten Ishaq (Isaak) für den Zabihullah, wobei die Sunniten

sich darüber nicht einig sind.

Abrahams Traum

Den Versen des Korans zufolge träumte Abraham, dass er seinen Sohn schlachtete.[1] In den Überlieferungen heißt es, dass sich Abrahams Traum dreimal wiederholte.[2] Einige Exegeten sind der Ansicht, dass es nicht unwahrscheinlich gewesen wäre, wenn beim ersten Traum Zweifel in Abraham vorhanden waren und diese Gott durch eine explizitere Offenbarung beseitigte.[3]

Die Opferung des Sohnes

Abraham (a.) erzählte Ismail von seinem Traum und dem Befehl Gottes und fragte ihn nach seiner Meinung. Der Koran berichtet von dieser Beratung wie folgt: „Er (Abraham) sagte: „O mein lieber Sohn, ich sehe im Schlaf, daß ich dich schlachte. Schau jetzt, was du (dazu) meinst.“ Er sagte: „O mein lieber Vater, tu, was dir befohlen wird. Du wirst mich, wenn Allah will, als einen der Standhaften finden.“[4]

Gemäß der in al-Kafi tradierten Überlieferung sagte Ismail, nachdem er beschlossen hatte dem Befehl Gottes zu entsprechen: „O Vater, bedecke mein Gesicht und fessle meine Füße.“ Abraham bedeckte das Gesicht seines Sohnes; Aber er schwor seine Füße während des Schlachtens nicht zu fesseln.[5] Als Ismails Stirn [Anmerkung 1] den Boden berührte[6] zog Ibrahim seinen Kopf gen Himmel, führte das Messer an die Kehle seines Sohnes und wollte schneiden, doch Gabriel verhinderte, dass das Messer schnitt. Mehrere Male versuchte es Abraham.[7] Dann wurde eine Offenbarung herabgesandt: „Du hast das Traumgesicht bereits wahr gemacht.“[8] Schliesslich wurde ein Widder aus dem Paradies durch Abraham (a.) geopfert.[9]

Der Koran formuliert diesen Test wie folgt: „Das ist wahrlich die deutliche Prüfung.“[10] Einigen Überlieferungen zufolge unternahm der Satan (Iblis) vieles, um die Ausführung des Befehl Gottes zu verhindern. Um sein Ziel zu erreichen versuchte er nicht nur den Propheten Abraham (a.) in die Irre zu führen, sondern auch seine Frau und sein Kind, was jedoch erfolglos blieb.[11] Laut einigen Berichten erfolgte die Steinigung des Teufels (Ramy Jamarat) durch den Propheten Abraham beim Ereignis der Opferung Ismails.[12]

Abrahams Gespräch mit einem alten Mann

In einigen schiitischen Überlieferungsquellen wird von einem Gespräch zwischen Abraham (a.) und einem alten Mann berichtet,

Ein alter Mann sagte zu Abraham:"Was willst du von diesem Kind?“ Abraham: "Ich möchte ihn schlachten." Alter Mann: "Gepriesen sei Gott, du willst deinen Sohn töten, der sich nicht einmal auch nur für einen Augenblick gegen Gott versündigt hat." Abraham: "Gott hat mir befohlen dieses Kind zu schlachten." Alter Mann: "Nein, dein Herr hat dir so etwas verboten, der Teufel hat dir im Traum befohlen, so etwas zu tun." Abraham: "Wehe dir, dieser Befehl kam von Gott. Ich schwöre bei Gott, ich werde nie wieder mit dir reden." Alter Mann: "Abraham, du bist ein Anführer, jemand, dem andere folgen. Wenn du deinen Sohn opferst, werden die Menschen auch ihre Kinder opfern. Abraham sprach nicht mehr mit ihm.“ [13]

Die Opferung von Ismail oder Isaak

Hauptartikel: Zabihullah Im Hinblick auf das Ereignis der Opferung verweist der Koran nur auf einen Sohn Abrahams, wie Abraham sagte: „O mein lieber Sohn",[14] aber wer mit Sohn gemeint war darüber gibt es Unstimmigkeit. Schiiten betrachten Ismail als Opfer.[15] Sie beziehen sich auf Vers 112 der Sure as-Safat um ihre Ansicht zu beweisen, wo die gute Nachricht über die Geburt Ishaqs nach der Geburt Ismails und dem Ereignis des Opferns verbreitet wurde.(Verse 100-107 der Sure as-Saffat) Darüber hinaus wurde bezüglich Isaak sein Prophetentum verkündet, d.h. er musste am Leben bleiben und die Pflichten des Prophetentums erfüllen, was entgegen einer Opferung[16] stand. Es gibt auch Überlieferungen von den Unfehlbaren, in denen Ismail als Opfer erwähnt wird.[17]

Sunniten sind sich über das Opfer nicht einig. [18] Einige von ihnen halten unter Bezugnahme auf manche Überlieferungen[19] Ishaq für das Opfer.[20] Im Tafsir Nemuneh (Exegese) werden die Überlieferungen dieser Gruppe als israelitisch beeinflusst angesehen und es sei sogar möglich, dass diese Hadithe von Juden verfasst wurden.[21] Es gibt aber auch Sunniten, die Ismail für das Opfer halten und führen eine andere Gruppe von Überlieferungen an.[22] Fakhr ar-Razi und Ibn Aschur vermuten, dass Ismail das Opfer war.[23]

Die Opfertradition

Hauptartikel: Eid al-Adha Eid Qorban oder Eid al-Adha ist einer der größten muslimischen Feiertage. Die Opfertradition am Tag von Eid al-Adha erinnert an das Ereignis des Opferns von Ismail.[24] Einigen Überlieferungen zufolge sind alle Tiere, die am Tag von Eid al-Adha im Land Mina geschlachtet werden das Lösegeld für Ismail.[25]

Morteza Motahari, ein schiitischer Autor, glaubt, dass Gott nicht wirklich wollte, dass Ismail geschlachtet wird, weil es keinen Nutzen hat, dass ein Vater seinen Sohn eigenhändig tötet, es aber damals eine Tradition war, wonach Menschen geopfert wurden und Abraham sollte dieser Tradition ein Ende setzen. Und wenn Abraham vor der Mission Ismail zu schlachten dagegen gewesen wäre, hätten die Menschen gesagt, Abraham habe Angst davor, aber als Abraham seine Ergebenheit (gegenüber Gott) aufs beste zeigte, in dem er bereit war mit seinen eigenen Händen zu opfern, erhielt er von Gott den Befehl dazu. Das Opfern von Menschen wurde dadurch aufgehoben und für immer zerstört und statt Menschen zu opfern werden jetzt Schafe geopfert.[26]

Das Opfern des Sohnes in der Tora

Die Tora erzählt die Geschichte des Opferns wie folgt: „Nach diesen Ereignissen stellte Gott Abraham auf die Probe und sagte zu ihm:" Nimm nun deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, Isaak (Ishaq), und“ Geh in das Land Moria". Dort, auf einem der Berge, die ich dir nennen werde, bringe ihn als Brandopfer dar.“[27] Aber als Abraham beschloss seinen Sohn zu opfern und das durch ein Messer, das er auf den Hals seines Sohnes zuführte, um ihm den Kopf abzuschneiden, rief ihm der Engel Gottes vom Himmel zu: „Strecke deine Hand nicht nach diesem jungen Mann aus, lass ihn, denn jetzt weiß ich, dass du Gott fürchtest, weil du mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten hast.“[28] Schließlich schickte Gott einen Widder und Abraham opferte ihn anstelle seines Sohnes.[29]

Fußnoten

  1. Sure as-Safat, Vers 102.
  2. Qurtubi, al-Jami’ li Ahkam al-Quran, 1364 n.i.S., B.16, S.101.
  3. Fakhr Razi, Mafatih al-Ghaib, 1420 n.H., B.26, S.346.
  4. Sure as-Safat, Vers 102.
  5. al-Kulaini, al-Kafi, 1407 n.H., B.4, S.208
  6. Sure as-Safat, Vers 103.
  7. al-Kulaini, al-Kafi, 1407 n.H., B.4, S.208.
  8. Sure as-Safat, Vers 104-105.
  9. al-Kulaini, al-Kafi, 1407 n.H., B.4, S.208.
  10. Sure as-Safat, Vers 106.
  11. Ibn Abi Hatim, Tafsir al-Quran al-Azim, 1419 n.H., B.10, S.3222.
  12. Kaschani, Tafsir Manhaj as-Sadiqin, 1336 n.i.S., B.8, S.5.
  13. al-Kulaini, al-Kafi, 1407 n.H., B.4, S.208.
  14. Sure as-Safat, Vers 102.
  15. Mazandarani, Scharh Furu’ al-Kafi, 1429 n.H., B.4, S.402.
  16. Makarem Schirazi, Tafsir Nemuneh, 1374 n.i.S., B.19, S.129.
  17. Siehe: Qummi, Tafsir al-Qummi, 1404 n.H., B.2, S.226; Scheich saduq, Uyun Akhbar ar-Riza, 1378 n.H., B.1, S.210.
  18. Qurtubi, al-Jami’ li Ahkam al-Quran, 1364 n.i.S., B.16, S.100.
  19. Suyuti, ad-Durr al-Manthur, 1404 n.H., B.5, S.281-285.
  20. Qurtubi, al-Jami’ li Ahkam al-Quran, 1364 n.i.S., B.16, S.100.
  21. Makarem Schirazi, Tafsir Nemuneh, 1374 n.i.S., B.19, S.119-120.
  22. Qurtubi, al-Jami’ li Ahkam al-Quran, 1364 n.i.S., B.16, S.100.
  23. Fakhr Razi, Mafatih al-Ghaib, 1420 n.H., B.26, S.351; Ibn Aschur, at-Tahrir wa at-Tanwir, o.D., B.23, S.69-70.
  24. Sadeghi Tehrani, al-Balagh, 1419 n.H., S.450; Seyyed Qutbm, Fi Zalal al-Quran, 1412 n.H., B.5, S.299.
  25. Saduq, Uyun Akhbar ar-Riza, 1378 n.H., B.1, S.211.
  26. Motahhari, Majmu’e Athar, B.25, S.115-116.
  27. Bibel, Genesis, 22:1-2.
  28. Bibel, Genesis, 22:10-12.
  29. Bibel, Genesis, 22:13.

Quellenverzeichnis

  • Der Koran.
  • Die Bibel.
  • Fakhr al-Razi, Muhammad b. ʿUmar. Mafatih al-ghayb. 3. Auflg. Beirut: Dar Ihyaʾ al-Turath al-ʿArabi, 1420 n.H.
  • Ibn Abi l-Hatam, ʿAbd al-Rahman b. Muhammad. Tafsir al-Qurʾan al-ʿazim. Editiert von Asʿad Muhammad al-Ṭayyib. 3. Auflg. Riyadh: Maktabat Nazar Musṭafa al-Baz, 1419 n.H.
  • Ibn 'Ashur, Muhammad b. Tahir. Al-Tahrir wa al-tanwir. n.p., n.p., n.d.
  • Kulayni, Muahammad b. Yaʿqub al-. Al-Kafi. Editiert von ʿAli Akbar Ghaffari. 4. Auflg. Teheran: Dar al-Kutub al-Islamiyya, 1407 n.H.
  • Makarim Shirazi, Nasir. Tafsir Nemuneh. Teheran: Dar al-Kutub al-Islamiyya, 1374 n.i.S.
  • Mazandarani, Muhammad Hadi b. Muhammad Salih al-. Sharh furuʿ al-Kafi. Editiert von Muhammad Jawad Mahmudi. Qom: Dar al-Hadith li-l-Ṭibaʿa wa l-Nashr, 1429 n.H.
  • Qummi, ʿAli b. Ibrahim al-. Tafsir al-Qummi. Editiert von Ṭayyib Musawi Jazaʾri. Qom: Dar al-Kitab, 1404 n.H.
  • Qurtubi, Muhammad b. Ahmad al-. Al-Jamiʿ li-ahkam al-Qurʾan. Teheran: Intisharat-i Nasir Khusraw, 1364 n.i.S.
  • Sayyid Quṭb. Fi zilal al-Qurʾan. Beirut & Kairo: Dar al-Shuruq, 1412 n.H.