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Widerstandsfähige Wirtschaft

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Widerstandsfähige Wirtschaft (persisch: اقتصاد مقاومتی, Eqtesad-e Moqavemati) ist ein wirtschaftliches Konzept, das in direktem Zusammenhang mit der islamischen Wirtschaft steht. Gemäß dieser Ansicht sollen wirtschaftliche Belastungen eines Landes während Krisenzeiten bewältigt werden. Darüber hinaus soll sie positive Auswirkungen auf die Volkswirtschaft haben, die zu Unternehmertum, wirtschaftlichem Wachstum sowie zur Stärkung des sozialen Kapitals führen.

Diese Idee wurde erstmals von ʿAbbas Maʿaref (gest. 2002), einem iranischen Philosophen und Vordenker, im Jahr 1997 vorgestellt. Mit der Betonung durch Seyyed Ali Khamenei, den Oberhaupt der iranischen Republik Iran, wurde sie ab 2010 als wirtschaftliche Strategie zur Neutralisierung der Auswirkungen von Wirtschaftssanktionen internationaler Länder gegen den Iran übernommen. Zahlreiche Werke wurden zu diesem wirtschaftlichen Konzept verfasst.

Bedeutung und Stellenwert

Eine der Hauptfunktionen der widerstandsfähigen Wirtschaft ist die Bewältigung von wirtschaftlichen Schocks. Die ökonomische Flexibilität dieses Plans ermöglicht es, Krisenzeiten zu überstehen. Als langfristiges Wirtschaftsmodell kann er die wirtschaftliche Infrastruktur des Landes fördern.[1] Da einige Kennzahlen der islamischen Ökonomie mit den Definitionen der widerstandsfähigen Wirtschaft übereinstimmen, sind einige der Ansicht, dass die Grundlagen der islamischen Ökonomie auf diesem Konzept basieren. Das Prinzip Nafye- Sabil, das Verbot der Störung des Systems, das Verbot von Verschwendung, übermäßiger Verschwendung (Itraf) und Vergeudung (tabzir) können als solche Grundlagen betrachtet werden.[2]

Seyyed Ali Khamenei, das Oberhaupt der Islamischen Republik Iran, prägte den Begriff der widerstandsfähigen Wirtschaft erstmals am 7. September 2010.[3] Zuvor hatte ʿAbbas Ma‘aref bereits 1997 einen Plan mit dem Titel „Widerstandsfähige Wirtschaft“ der damaligen Regierung der Islamischen Republik vorgelegt.[4] Die Verwendung dieser Terminologie durch das Oberhaupt der Islamischen Republik zog die Aufmerksamkeit verschiedener gesellschaftlicher Schichten auf dieses Thema und führte zur Entstehung zahlreicher Institutionen und Werke. Die Gründung der virtuellen und gemeinschaftlichen Hochschule für widerstandsfähige Wirtschaft[5], die Einrichtung des Zentralstabs zur Überwachung der Umsetzung der Politiken der widerstandsfähigen Wirtschaft in der Justiz[6] sowie die Verfassung zahlreicher Politiken und Werke zu diesem Thema sind Beispiele für die unternommenen Schritte.[7]

Die Senkung der Arbeitslosenquote, hohe Arbeitsproduktivität, die Vermeidung gesellschaftlicher Monokultur, die Steigerung des sozialen Kapitals, eine stabile Wachstumsrate und die Diversifizierung der Exporterlöse werden als Errungenschaften der widerstandsfähigen Wirtschaft genannt.[8] Basierend auf veröffentlichten Bewertungen des Umsetzungsstands der widerstandsfähigen Wirtschaft im Iran – nach der offiziellen Bekanntgabe der Politik seit 2011 und unter Berücksichtigung der Wirtschaftsindikatoren – deuten relative Verbesserungen auf eine positive Wirkung der Politik der widerstandsfähigen Wirtschaft im Iran hin. Die Entwicklung des Finanz- und Bankensystems des Landes, die Popularisierung der Wirtschaft, die Förderung wissensbasierter Unternehmen und die Stärkung der Binnenwirtschaft gehören zu den wichtigsten Fortschritten des Iran in den Jahren nach der Bekanntgabe dieser Politik.[9] Die Bekämpfung der gegen die Islamische Republik Iran verhängten Sanktionen war ein weiterer Grund für die Verabschiedung der Politik der widerstandsfähigen Wirtschaft, die auch hier Erfolge wie die Stärkung der nationalen Kapazitäten und die Reduzierung der Abhängigkeit vom Ausland erzielt hat.[10]

Definition und Beispiele

Der Begriff der widerstandsfähigen Wirtschaft wurde auf vielfältige Weise definiert. Aus der Sicht von Sayyed Ali Khamenei bezieht sich die widerstandsfähige Wirtschaft auf eine Wirtschaft, die neben dem Widerstand gegen die Schikanen des Feindes auch das Wachstum und den Wohlstand des Landes fördert. Die interne Widerstandsfähigkeit, sodass trotz internationaler Veränderungen keinerlei Schaden für die Wirtschaft entsteht, ist ein Merkmal der widerstandsfähigen Wirtschaft.[11] Das Zentrum für strategische Studien zur islamischen Ökonomie der Hawza von Qom definiert die widerstandsfähige Wirtschaft als „eine Wirtschaft, die aus der revolutionären und islamischen Kultur hervorgeht und neben der Stärkung der Wirtschaft gegenüber den Bedrohungen des globalen Systems auch das Wirtschaftswachstum garantiert.“[12] Die Gesamtheit der Wirtschaftspolitiken, die basierend auf einem lokalen, kulturellen und wissenschaftlichen Modell in der Islamischen Republik Iran in dem Land umgesetzt werden, wird ebenfalls als widerstandsfähige Wirtschaft bezeichnet.[13]

Die widerstandsfähige Wirtschaft wird in mehreren Dimensionen definiert und interpretiert. In den Reden von Seyyed Ali Khamenei wurde Unternehmertum als eine der Interpretationen der widerstandsfähigen Wirtschaft verwendet. Die Verkürzung der Umsetzungszeit von Wirtschaftsprogrammen, die Vermeidung von Ad-hoc-Entscheidungen, die Verabschiedung und Umsetzung von Gesetzen zur Verringerung der ausländischen Abhängigkeit, die Reduzierung der Abhängigkeit vom Öl, eine stärkere Konzentration auf langfristige Programme, die Politikgestaltung für wissensbasierte Unternehmen und die verstärkte Nutzung heimischer Produkte werden als Beispiele für die widerstandsfähige Wirtschaft genannt.[14]

Seyyed Ali Khamenei, einer der Begründer der Vision der widerstandsfähigen Wirtschaft, betrachtet dieses Wirtschaftsmodell als ein für den Iran geeignetes wissenschaftliches Modell, das zu den endogenen Wirtschaftstypen gehört, aber nicht introvertiert ist und auf Entwicklung abzielt.[15] Adel Payqhami, Mitglied der Fakultät der Imam Sadiq (a.) Universität, vertritt die Ansicht, dass die widerstandsfähige Wirtschaft nicht zwangsläufig eine Wirtschaft aus einer Position der Schwäche und der Defensive bedeutet. Angesichts der von Ayatollah Khamenei im Rahmen der widerstandsfähigen Wirtschaft vorgenommenen Erläuterung der wissensbasierten Wirtschaft wird deutlich, dass die widerstandsfähige Wirtschaft auch eine offensive Haltung einnehmen kann.[16]

Bibliographie

Nachdem die widerstandsfähige Wirtschaft vom Oberhaupt der Islamischen Republik Iran, Sayyed Ali Khamenei, erläutert worden war, wurden Wirtschaftsprofessoren gebeten, diese Theorie akademisch und universitätsweit zu erklären.[17] Zahlreiche Werke zur islamischen Ökonomie wurden verfasst und dienen als Quelle für die Darstellung von Theorien wie der widerstandsfähigen Wirtschaft.[18] Einige davon sind:

  • Das Buch „Das System der widerstandsfähigen Wirtschaft“ (Nezam-e Eqtesad-e Moqavemati) von Aḥmad ʿAli Yusefi ist eines dieser Werke. Der Autor definiert in diesem Werk die widerstandsfähige Wirtschaft und behandelt ihre islamischen Grundlagen.[19]
  • Das Buch „Verheißungsvoller Horizont (Widerstandsfähige Wirtschaft; Politiken und Erwartungen in den Äußerungen des Oberhaupts der Führung)“ (Ofogh-e Navid-bakhsch (Eqtesad-e Moqavemati; Siyasat-ha va Enteẓarat dar Bayanat-e Maqam-e Moʿazzam-e Rahbari)) von Naser ʿAbedi sammelt die Reden von Sayyed ʿAli KHameneʾi zum Thema widerstandsfähige Wirtschaft.[20]
  • „Die Frontlinie des Handelns und der Tat“ (Khakriz-e Eqdam va ʿAmal) ist ein weiteres Buch, das sich mit demselben Thema befasst.[21]
  • Ein weiteres Buch zum Thema widerstandsfähige Wirtschaft ist „Widerstandsfähige und nachhaltige Wirtschaft“ (Eqtesad-e Moqavem wa Paydar), verfasst von Bahrūz Kišt-zar, das vom Institut zur Bewahrung der Werke und Veröffentlichung der Werte des Heiligen Krieges herausgegeben wurde.[22]
  • Das Buch „Widerstandsfähige Wirtschaft in Amerika“ (Eqtesad-e Moqavemati dar Amrika) ist ein weiteres Werk zu diesem Thema, das sich mit der Geschichte der Wirtschaft in den Vereinigten Staaten beschäftigt.[23]
  • Das Buch „Einführung in die Strategien der widerstandsfähigen Wirtschaft“ (Daramadi bar Rahbordha-ie Eqtesad Moqawemati) von Hadi ʿAbdolmaleki und Settar Sadeqi behandelt das Thema der widerstandsfähigen Wirtschaft von der Theorie bis zur Praxis.[24]
  • Das Buch „Lehrbuch der widerstandsfähigen Wirtschaft“ (Darsname-ye Eqtesad-e Moqavemati), verfasst von Aḥmad ʿAli Yūsefi in wissenschaftlicher Zusammenarbeit mit Moǧtaba Ġaffari und Sajed Samedi Ġorbani, wurde ebenfalls zu diesem Thema geschrieben.[25]

Fußnoten

  1. ↑ Kāviānī und Seyyed-Schokrī, Eqteṣād-e Moqāvematī, S. 1.
  2. ↑ Kāviānī und Seyyed-Schokrī, Eqteṣād-e Moqāvematī, S. 8–9.
  3. ↑ Yūsefī, Neẓām-e Eqteṣād-e Moqāvematī, S. 32.
  4. ↑ «طرح مرحوم عباس معارف به دولت خاتمی درباره اقتصاد مقاومتی», Nachrichtenportal Alef.
  5. ↑ «نخستین دانشگاه مردمی اقتصاد مقاومتی راه‌اندازی شد», Nachrichtenagentur Dānešdžū.
  6. ↑ «برگزاری نهمین نشست ستاد مرکزی پیگیری اجرای سیاست‌های اقتصاد مقاومتی در قوه قضاییه», Nachrichtenagentur Dānešdžū.
  7. ↑ «بررسی گزارش اجرای بند دوم سیاست‌های کلی اقتصاد مقاومتی در هیئت عالی نظارت مجمع», Nachrichtenagentur Dānešdžū.
  8. ↑ Kāviānī and Seyyed-Shokrī, Eqtesād-e Moqāvematī, S. 12–14.
  9. ↑ Šaqāqī Šahrī, Arzyābī-ye Vazʿīyat-e Eʿmāl-e Eqteṣād-e Moqāvematī, S. 79–82.
  10. ↑ Makīān and Zangī-ābādī, Taḥrīm-hā va Ilzāmāt-e Eqteṣād-e Moqāvematī, S. 41 und 55.
  11. ↑ Yūsefī, Neẓām-e Eqteṣād-e Moqāvematī, 2016, S. 32.
  12. ↑ Yūsefī, Neẓām-e Eqteṣād-e Moqāvematī, 2016, S. 32.
  13. ↑ Yūsefī, Neẓām-e Eqteṣād-e Moqāvematī, 2016, S. 32.
  14. ↑ Kāviānī and Seyyed-Shokrī, Eqtesād-e Moqāvematī, S. 3–8.
  15. ↑ Yūsefī, Neẓām-e Eqteṣād-e Moqāvematī, 2016, S. 33.
  16. ↑ Rāhbordī Kolān be Nām-e Eqteṣād-e Moqāvematī, Bānk-dārī-ye Eslāmī.
  17. ↑ Rāhbordī Kolān be Nām-e Eqteṣād-e Moqāvematī, Bānk-dārī-ye Eslāmī.
  18. ↑ Yūsefī, Neẓām-e Eqteṣād-e Moqāvematī, 2016, S. 97.
  19. ↑ Yūsefī, Neẓām-e Eqteṣād-e Moqāvematī, 2016, S. 25.
  20. ↑ Ketāb Sīyāsat-hā-ye Eqteṣād-e Moqāvematī dar Bayān-e Ra’bar-e Enkelāb Čāp Šod, Nachrichtenagentur Mehr.
  21. ↑ Khākrīz-e Eqdām va ʿAmal’ Muntâšer Šod, Nachrichtenagentur Ṣedā va Sīmā.
  22. ↑ Ketāb «Eqteṣād-e Moqāvem va Paydār» Muntâšer Šod, Diyār-e Mīrzā.
  23. ↑ Rāz-e Pīšraft va Ofūl-e Eqteṣād-e Āmīrikā dar Ketāb Eqteṣād-e Moqāvematī dar Āmīrikā, Nachrichtenagentur ISNA.
  24. ↑ Darāmadī bar Rāhbord-hā-ie Eqteṣād Moqāwematī» dar Bāzār, Nachrichtenagentur Donyā-ye Eqteṣād.
  25. ↑ Ketāb Darsnāme-ye Eqteṣād-e Moqāvematī Rūnamāyī Mīšavad, Khabargozārī-ye Mehr.

Quellenverzeichnis