Fāṭima az-Zahrāʾ(s.)

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Fāṭima bt. Muḥammad (arabisch: فاطمة بنت محمد), bekannt als Zahrāʾ, war die Tochter des Propheten (s.) und seiner Frau Khadija (a.). Sie war die Frau von Imam ʿAlī und eine der fünf Mitglieder der Ahl al-Kisaʾ. Nach den Imamiten ist sie eine der 14 Unfehlbaren und die Mutter von Imam al-Ḥasan (a.), Imam al-Ḥusain (a.) und Hazrat Zainab (s.). Sie war die einzige Frau, die den Propheten (s.) beim Mubahala Ereignis (Ritual der gegenseitigen Verfluchung, im Sinne eines Gottesurteils, um die Wahrheit zu erkennen) mit den Christen von Nağrān begleitete.

Anlässlich von Saqīfa verweigerte sie Abū Bakr gegenüber den Treueid (Baiʿa). Nach der Konfiszierung von Fadak und der gewaltsamen Verweigerung von Imam ʿAlīs Recht KʿAlīf zu werden, hielt sie eine Rede in al-Masğid al-Nabī, die als die al-Ḫuṭba al-Fadakīyya (die Predigt von Fadakīyya) bekannt wurde. Bei dem Angriff auf ihr Haus, ausgeführt von den Anhängern Abū-Bakrs wurde sie verwundet und verstarb kurz nach dem Tode des Propheten (s.) am dritten Ğumādi aṯ-Ṯānī, 11 Jahre n.H., in Medina. Sie wurde nachts im Geheimen begraben und ihr Grab wurde nie gefunden. Die Schiiten betrachten Fāṭima (a.) als ihr Vorbild. Sie hat einen besonderen Status unter ihnen. Daher trauern sie um sie an ihrem Todestag (Ayyām Fāṭimīyya). Im Iran wurde der Jahrestag ihrer Geburt zum Muttertag erklärt.

Name und Abstammung

Fāṭima war die Tochter des Propheten (s.) des Islam, Muḥammad b. ʿAbd Allah (s.) und Ḫadīğa bt. Ḫuwailid. Fāṭima (a.) hatte mehrere Titel – rund 30 Titel – wie al-Zahrāʾ, al-Ṣiddīqa, al-Ṭahira, al-Rāḍīyya, al-Marḍīyya, al-Mubāraka, al-Batūl, Sayyidat Nisaʾ al-ʿAlamīn usw. Unter diesen Titeln ist al-Zahrāʾ der berühmteste, der manchmal ihrem Namen (Fāṭima al-Zahrāʾ) beigefügt wird. Wörtlich bedeutet al-Zahrāʾ „leuchtend“, „strahlend“ und „hell“. Sie hatte auch mehrere Beinamen (Kunya). Die berühmtesten davon sind: Umm Abīhā, Umm al-Aʾimma, Umm al-Ḥasan, Umm al-Ḥusain und Umm al-Muḥsin.

Biografie

Frühe Lebensjahre

Fāṭima (a.) war das vierte, oder zufolge anderer Berichte fünfte Kind des Propheten (s.), und ihre Mutter war die erste Frau des Propheten (s.). Historiker sind einhellig der Meinung, dass Fāṭima in Mekka in Ḫadīğas Haus geboren wurde. Nach den schiitischen Quellen war ihre Geburt am 20. Ğumādi aṯ-Ṯānī. In schiitischen und sunnitischen Quellen gibt es verschiedene Berichte über ihren Geburtstag. Nach allgemeiner schiitischer Auffassung wurde sie fünf Jahre nach Biʿṯa (Tag der Auserwählung des Propheten) geboren. Šaiḫ al-Mufīd und al-Kaf ʿamī gehen davon aus, dass sie zweite Jahre nach der Biʿṯa geboren wurde. Die Sunniten jedoch glauben, dass sie fünf Jahre vor der Biʿṯa geboren wurde, im Jahr, in dem die Kaʿba wieder aufgebaut wurde. Der Mangel an detaillierten Berichten über ihre Kindheit und Adoleszenz hat es schwer gemacht, ein klares Bild von ihrem Leben zu bekommen. Den historischen Berichten zufolge war Fāṭima (a.) nach der Verkündung des Islams durch den Propheten (s.) Zeugin der Belästigungen, die der Prophet ( s.) durch seine Feinde erdulden musste. Außerdem verbrachte sie drei Jahre ihres Lebens in Šiʿb Abī Ṭalīb, wo sie unter dem starken sozialen und wirtschaftlichen Druck der Ungläubigen gegen die Banī Hašīm und die Anhänger des Propheten ( s.) des Islam leiden musste. Die wichtigsten Ereignisse in ihrem Leben waren zum einen die Entscheidung der Quraiš, den Propheten ( s.) zu töten und zum anderen seine Flucht in der Nacht aus Mekka nach Medina sowie ihre Flucht zusammen mit ʿʿAlī (a.) und noch anderen Frauen nach Medina.

Heiratsantrag und Heirat

Fāṭima (a.) hatte viele Brautwerber, darunter waren auch sehr bekannte Gefährten des Propheten ( s.) wie Abū Bakr, ʿUmar, und ʿAbd al-Raḥmān b. ʿAwf. Doch der Prophet (s.) lehnte sie alle mit der Begründung ab, sie wäre noch zu jung. Darüber hinaus baten einige der Muhağirūn den Propheten (s.) um ihre Hand, aber er sagte ihnen: „Gott ist verantwortlich für ihre Ehe und sonst niemand. Ich warte auf Gottes Entscheidung für sie.“ Als dann aber ʿʿAlī (a.) einen Heiratsantrag machte, akzeptierte der Prophet diesen sofort. Fāṭima (a.) stimmte zu und so heirateten sie 2 n.H. in Medina. Imam ʿʿAlī (a.) hatte seine Rüstung verkauft und dem Propheten ( s.) 400 Dirham für die Mahr gegeben ( auch Sidaq, ein bestimmter Betrag, den der Mann seiner Frau bei der Heirat offeriert) . Der Prophet ( s.) gab einen kleinen Teil davon Bilāl und bat ihn für Fāṭima (a.) Parfüm zu kaufen. Den Rest davon gab er Abū Bakr , damit er alle für sie notwendigen Dinge kauft. Ihre Hochzeitszeremonie fand in der Moschee statt. Es gibt Meinungsverschiedenheiten über das genaue Datum. In den meisten Quellen soll die Hochzeitszeremonie im zweiten Jahr nach der Hiğra stattgefunden haben, nach der Schlacht von Badr in Šawwāl oder Ḏu al-Ḥağa.

Das Eheleben mit ʿAlī (a.)

In den historischen Quellen wird erwähnt, dass Fāṭima (a.) ʿʿAlī (a.) auch im Beisein des Propheten (s.) mit Zuneigung und Liebe behandelte und ihn als den besten Ehemann und den richtigen Partner betrachtete. Fāṭima (a.) zeichnete sich auch dadurch aus, dass sie ʿʿAlī (a.) respektierte. Es wird berichtet, dass sie ihn zu Hause mit liebevollen Worten anredete. Die erste Periode des Ehelebens vonʿʿAlī (a.) und Fāṭima (a.) war voller wirtschaftlicher Probleme, so sehr, dass sie zuweilen für ihre Kinder kein Essen hatten. Allerdings beschwerte sich Fāṭima nie, sondern arbeitete im Gegenteil, manchmal (als Spinnerin), um ihrem Mann zu helfen den Lebensunterhalt zu verdienen. Fāṭima (a.) zog es vor, die Hausarbeit selbst zu machen und ʿʿAlī (a.) die Arbeiten außerhalb des Hauses zu überzulassen. Während der Zeit, in der sie ein Hausmädchen hatte, geschickt vom Propheten, überließ sie ihr nie die ganze Arbeit, sondern machte vieles selber.

Kinder

Die schiitischen und sunnitischen Quellen stimmen darin überein, dass Fāṭima (a.) vier Kinder hatte: al-Ḥasan, al-Ḥusain, Zainab und Umm Kulṭūm. In einigen Quellen, schiitisch wie sunnitisch, wird aber auch ein Sohn namens Muḥsin erwähnt, welcher tot zur Welt kam. Während der Vorfälle, die ihr nach dem Tode des Propheten ( s.) zustießen, hatte sie eine Fehlgeburt.


Lebensstil

Zufriedenheit und Einfachheit des Lebens

Fāṭima (a.) war zufrieden mit ihrer einfachen Kleidung und Nahrung. Sie lebte ein hartes Leben und verrichtete alle ihre Hausarbeiten selbst, wie das Wasser mit dem Eimer aus dem Brunnen holen, das Haus fegen, Mais oder Weizen mahlen während sie sich auch um ihre Kinder kümmern musste.

Mit ihrem Ehemann

Es wird berichtet, dass der Prophet (s.), als er zum ersten Mal nach der Heirat Fāṭima (a.) und ʿAlīs (a.) in ihrem Haus besuchte, er Fāṭima (a.) fragte: „Wie findest du deinen Mann?“ Fāṭima (a.) antwortete: „Er ist der beste Ehemann.“ ... Dann riet er ʿAlī (a.), sich gut um Fāṭima (a.) zu kümmern und Fāṭima (a.) riet er, gut für ʿAlī (a.) zu sorgen.

Mit ihrem Vater

Nach der Schlacht von Uḥud wurde ihr mitgeteilt, dass ihr Vater verletzt worden war. Sie und eine Gruppe von Frauen nahmen Wasser und Essen und gingen auf das Schlachtfeld. Die Frauen gaben den Verletzten Wasser und verbanden ihre Wunden, während sie zum Propheten ging. Sein Gesicht war von einem Stein getroffen worden, der eine schwere Blutung verursacht hatte. Sie wusch die Wunde, aber die Blutung hörte nicht auf. So verbrannte sie ein Stück Korbweide und legte die Asche auf die Wunde, um diese vor dem Ausbluten zu schützen. In dieser Schlacht wurden Ḥamza, der väterliche Onkel des Propheten (s.), und mehr als 70 Muslime zu Märtyrern. Nach al-Wāqidī, ging Fāṭima (a.) nach der Schlacht alle zwei oder drei Tage zu ihren Gräbern in Uḥud, trauerte an ihren Gräbern und betete für die Verstorbenen.

Aufgrund, dass Fāṭima az Zahra (a.) ihren Vater ständig liebevoll umsorgte erhielt sie den Titel " Umm Abiha" Mutter ihres Vaters.

Ihre Tugenden

Unfehlbarkeit

Nach schiitischer Überzeugung ist Fāṭima al-Zahrāʾ(s.) die einzige unfehlbare Frau unter den großen Persönlichkeiten des Islam. So ist sie ein perfektes Vorbild für andere Muslime. In seinem Musnad zitierte Aḥmad b. Ḥanbal den Propheten (s.), als dieser das Wort "Ahl al-Bait" im Taṭhīr-Vers ansprach ("Gott möchte die Unreinheit von euch nehmen " Ihr Leute des Hauses" und euch ganz und gar reinigen." (33:33)) damit waren Fātima ( s.) und ihre beiden Söhne gemeint. Im Kapitel "Verdienst der Gefährten" (Faḍāʾil al-Saḥāba) erzählt er, dass der Prophet (s.) auf dem Weg zum Morgengebet sechs Monate lang jeden Tag vor dem Haus von Fāṭima (a.) stehenblieb und sagte: "O, Ahl Al-Bait! Gebet! Gebet! [Und dann rezitierte er den Taṭhīr-Vers]. Die Schiiten glauben, dass dieser Vers die Unfehlbarkeit der fünf (Prophet Moḥammad (s.), Imam 'ʿAlī (a.), Fāṭima al-Zahrāʾ(s.), Imam al-Ḥasan (a.) und Imam al-Ḥusain (a.)) beweist.

Anbetung

Imam al-Ṣadiq (a.) berichtete von seinem Vater über folgende Worte des Imam al-Ḥasan al-Muğtaba (a.): „Meine Mutter blieb jeden Abend bis tief in die Nacht in ihrem Miḥrab zur Anbetung Gottes.“ Al- Ḥasan al-Baṣrī, ein sunnitischer Gelehrter sagte: „In dieser Umma betete niemand soviel wie Fāṭima (a.), sie stand beim Salad solange auf ihren Füssen bis sie anschwollen.“ Die Tasbīḥ von Frau Fāṭima (a.) ist eine der berühmtesten Dhikrs, die in einem authentischen Buch von Schiiten und Sunniten verzeichnet ist. Diese Dikhr ist eine der wichtigsten der gemeinsamen Riten nach den täglichen Gebeten. Es besteht aus 34 mʿAlīgem ‚Allah Akbar‘ (Allah ist der Größte), 33 mʿAlīgem ‚al-Hamd li-Allah‘ (alles Lob gehört Gott) und 33 mʿAlīgem ‚Subhan Allah‘ (Erhabener Gott). Darüber hinaus hat Sayyid b. Ṭāwūs einige Bittgebete von ihr zitiert, die nach den täglichen Gebeten gelesen werden sollen. Einige andere Bittgebete, in denen um Hilfe bei Problemen gebetet wird, werden ihr auch zugeschrieben.

Selbstlosigkeit

Imam al-Ḥusain (a.) sagt: „Meine Mutter blieb jeden Freitagabend zur Anbetung Gottes in ihrem Mihrab, sie machte auch Bittgebete für die anderen Muslime aber nicht für sich selbst.“ Einmal fragte ich sie: „O, Mutter! Warum beten Sie nicht für sich selbst, wie Sie es für andere tun?“ Sie sagte: „O, mein Sohn! Der Nachbar zuerst, dann das Haus.“ (der Nachbar ist wichtiger als du selbst). Auch wurde berichtet, dass sie ihre neuen Kleider weggab und ihre alten Kleider trug, als eine arme Frau sie um Hilfe bei ihrer Hochzeit bat.

Sure al-Kawṯar

Vielen schiitischen Exegeten zufolge bezieht sich das Wort "kawṯar" (dh "reichlich gut") im ersten Vers dieser Sure auf Fāṭima (a.). Sie behaupteten, dass diese Sure in Bezug auf Ungläubige offenbart wurde, die Muḥammeds Prophetentum in Frage stellten, weil er keine Nachkommen hatte. Doch die Nachkommenschaft des Propheten (s.) bestand in seiner Tochter und in den 12 Unfehlbaren Imamen.

Mubahala

Bei dem Ereignis von Mubahala (Ritual der gegenseitigen Verfluchung, im Sinne eines Gottesurteils, um die Wahrheit zu erkennen ), dass zwischen dem Propheten und den Christen von Nağrān stattfand, war Fāṭima (a.) die einzige Frau von den vier Personen, die den Propheten (s.) begleiteten. Aufgrund, dass es nur vier Personen gab, wird dieser Tatsache, also ihre Teilnahme an diesem Ereignis, viel Wert beigemessen. Der Vers 160 von Sure Al 'Imran (III) wurde in Bezug auf dieses Ereignis offenbart.

Göttliches Glück und Wut

In verschiedenen schiitischen und sunnitischen Quellen wird zitiert, wie der Prophet (s.) sagte: "In der Tat wird Gott von deinem Zorn erzürnt und durch dein Glück glücklich." Der Prophet (s.) wird auch mit den Worten zitiert: "O, Fāṭima (a.)! Bist du nicht glücklich, die Herrin aller Frauen aller Welten, und die Herrin aller Frauen dieser Nation, und die Herrin aller frommen Frauen zu sein?" Der Titel “Herrin aller Frauen aller Welten” (Sayyidat Nisa al-ʿAlamin) wurde ihr vom Propheten gegeben. Auch Imam ʿʿAlī (a.) verwendete diesen Titel bei ihrer Beerdigung.

Muhaddaṯa

Es gibt mehrere Hadīthe, die besagen, dass Fāṭima (a.) von Engeln angesprochen wurde. Sie wurde als Muhaddaṯa betitelt (das bedeutet “von Engeln angesprochen”), weil die Engel nach dem Tod des Propheten (s.) sie ansprachen, um sie zu trösten und ihr von den zukünftigen Ereignissen zu berichten, die den Nachkommen des Propheten (s.) widerfahren werden. Diese Visionen wurden von Imam 'ʿAlī (a.) unter dem Titel "Muṣḥaf von Fāṭima (a.)" zusammengestellt. Nach Al-Šaiḫ al-Ṣaduq hat Imam al-Ṣadiq (a.) Fāṭima (a.) als Muhaddaṯa betitelt, weil die Engel zu ihr hinabgesandt wurden und mit ihr wie mit Maria sprachen.

Nach dem Tod des Propheten (s.)

Trotz der Liebe des Propheten (s.) für Fāṭima (a.) und seiner Würdingung ihrer Verdienste, musste sie nach dem Tode des Propheten (s.) eine sehr harte Zeit durchleben, die mit dem Märtyrertum endete.


Politische Haltung und politisches Engagement

Konfiszierung von Fadak

Nach dem Tod des Propheten (s.) übernahm Abū Bakr das KʿAlīfat und befahl die Konfiszierung des Erbes des Propheten (einschließlich dessen, was er seinen Kindern während seines Lebens gegeben hatte). Fāṭima (a.) sagte, dass sie die Tochter des Propheten sei und wie jede andere Tochter stehe ihr das Erbe ihres Vaters zu. Abū Bakr erwiderte: "Ich habe den Gesandten Gottes sagen hören, dass die Propheten nicht das Erbe, sondern nur die Nächstenliebe hinterlassen" Fāṭima (a.) war verwirrt und schockiert, als sie das hörte. Sie fragte sich, wie hätte das der Prophet sagen können, während sie als seine Tochter und Erbin oder ʿʿAlī (a.), als sein Schwiegersohn und die Person, die ihm am nächsten stand, nichts davon wussten. Aus diesem Grund leisteteFāṭima (a.) dem KʿAlīfen Widerstand und hielt eine Rede in der al-Masğid al-Nabawī vor Muhağirūn und Anṣar. Anhand von Versen aus dem Koran über Kinder bzw. Nachkommen von Propheten, die gegenüber ihren Vätern erbberechtigt waren, verurteilte sie die Entscheidung von Abū Bakr. Laut ausdrücklichem Zeugnis der Schiiten und einiger sunnitischer Gelehrten gab der Prophet (s.) Fadak schon zu seinen Lebzeiten Fāṭima (s.) genau nach der Offenbarung des Verses"und gib den Verwandten ihr Recht". (Sura al-Israʾ: 26)

Wut auf Abū Bakr und 'Umar

Dem Bericht von Saḥiḥ Buḫrī zufolge war Fāṭima (a.) über Abū Bakr erzürnt, als er ihr berichtet hatte, dass der Prophet (s) ihr nicht das Erbe, sondern nur die Nächstenliebe hinterlassen wollte. Bis zum Ende ihres Lebens hat sie nicht mehr mit ihm gesprochen. Ibn Qutayba schreibt: "Nachdem Fāṭima (a.) auf sie wütend wurde, kamen Abū Bakr und ʿUmar zu ihrem Haus, um sich bei ihr zu entschuldigen. Aber als sie um die Erlaubnis baten, das Haus zu betreten, ließ Fāṭima (a.) sie nicht herein. Also gingen sie zu ʿʿAlī (a.) und baten ihn um Hilfe. ʿʿAlī (a.) brachte sie zum Hause Fāṭimas (a.), aber sie wandte ihr Gesicht von ihnen ab und erwiderte ihren Gruß nicht. Nachdem Abū Bakr gesprochen hatte, fragte sie ihn: "Wenn ich Ihnen einen Hadith des Propheten (s.) zitiere, würden Sie das anerkennen und entsprechend handeln?" Sie antworteten: "Ja." Fāṭima (a.) sagte: "Bei Gott, haben Sie nicht gehört, dass der Prophet sagte: 'Fāṭimas (a.) Glück ist mein Glück und Fāṭimas (a.)Zorn ist mein Zorn. Oder anders gesagt, wenn jemand Fāṭima ( a.), meine Tochter, gerne hat, dann ist es so als wenn er mich glücklich macht, aber wenn jemand Fāṭima (a.) wütend macht, dann ist es so, als ob er mich wütend macht'".Sie antworteten: "Ja, das haben wir vom Gesandten Gottes gehört". Dann sagte Fāṭima (a.): "Ich rufe Gott und seine Engel als Zeugen an, dass Sie beide mich wütend und nicht glücklich gemacht haben. Und wenn ich den Propheten (s.) wiedersehe, werde ich mich über Sie beschweren." Abū Bakr begann zu reden, aber Fāṭima (a.) fuhr fort und sagte: "Bei Gott ich werde Sie nach jedem Gebet verfluchen."

Märtyrertum und Beerdigung

Nach historischen Aufzeichnungen war Fāṭima (a.) vor dem Tod ihres Vaters gesund. Aber durch die Ereignisse, die nach dem Tode ihres Vaters stattfanden und unter denen sie sehr litt wurde sie krank.

Datum des Märtyrertums

Es gibt einen Konsens zwischen den schiitischen und sunnitischen historischen Quellen, dass Fāṭima (a.) im Jahr 11 n.H als Märtyrerin starb. Jedoch gibt es verschiedene Angaben zum Monat und Tag. Die Berichte variieren zwischen 24 Tagen und 8 Monaten nach dem Tod des Propheten. Die Mehrheit der Schi'a glaubt, dass sie noch 95 Tage nach dem Tod des Propheten gelebt hat. Danach wurde sie am Ğumada II 3 / 29. August -95 Tage nach Ṣafar 28 / 28. Mai – also nach dem Tag des Todes des Propheten (s.) zur Märtyrerin.

Nächtliche Beerdigung

Die schiitischen Gelehrten sind einstimmig der Meinung, dass Fāṭimas (a.) Körper in der Nacht begraben wurde. Auch Al-Ya'qubī erwähnt in seinem Geschichtsbuch, dass Fāṭima (s.) nachts begraben wurde und dazu, dass außer Salmān, Abū Ḏar und (einem anderen Bericht zufolge) ʿAmmār an ihrer Beerdigung teilnahmen. Ibn Saʿd, ein sunnitischer Gelehrter und Historiker, zitierte einige Hadithe, worauf Fāṭima (a.) nachts von ʿʿAlī begraben wurde. Auch Balaḏurī berichtet dies anhand von zwei Hadithen über das Ereignis. Buḫārī schreibt: "Ihr Mann begrub sie nachts und ließ Abū Bakr nicht an ihrer Beerdigung teilnehmen."

Grabstätte

Als Folge ihrer Entscheidung, in der Nacht begraben zu werden, ist der Ort ihres Grabes unbekannt. In historischen wie auch Hadith-Büchern wurden einige Orte als ihre Grabesstätte erwähnt, aber niemand weiß genau, wo ihr Grab ist. Einige der wahrscheinlichen Orte sind:

  • Ihr eigenes Haus;
  • Ein Platz zwischen der Kanzel und dem Grab des Propheten;
  • Eine Ecke vonʿAqīls Grabkammer auf dem Friedhof Al-Baqi;
  • Ein unbekannter Ort auf dem Friedhof Al-Baqi.