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Entwurf:Alastu-Abkommen

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ʿAhd alast ist ein koranisches Konzept, das vom [[|Alastu-Vers|Vers 172 der Sure al-Aʿrāf]] abgeleitet ist und auf Existenz eines Bundes zwischen Gott und der Nachkommenschaft Adams bezüglich der Lordschaft Gottes (persisch: ربوبیت الهی) hinweist. In diesem Bund bekennen sich die Menschen der Lordschaft Gottes. Dieser Bund, der außer im Koran auch in Überlieferungs-Quellen der Schia und Sunna überliefert wird ist eines der umstrittenen Themen in der Koranexegese (persisch: تفسیر) und der islamischen Theologie. Muslimische Gelehrte betrachten diesen Bund als notwendig, halten ihn für erforderlich für die Erkenntnis Gottes und geben als Zweck die endgültige Beweisführung (persisch: اتمام حجت) gegenüber dem Menschen am Auferstehungstag (persisch: قیامت) an. Einige muslimische Gelehrte betrachten gestützt auf Verse und Überlieferungen den Bund von „Alastu-Bund“ als allgemeinen, vordiesseitigen, erinnerbaren Bund, der auf die innere Bezeugung des Menschen bezüglich der Lordschaft Gottes hinweist. Auch bezüglich des Inhalts des Bundes gab es Diskussionen: Einige sagten der Bund sei auf die Lordschaft Gottes beschränkt, andere schlessen den Tauhid mit ein. Hinsichtlich der Art und Weise des Bundesschlusses gibt es ebenfalls unterschiedliche Ansichten: Einige sagten, Gott habe vor dem Eintritt des Menschen in die Welt, in einer ʿĀlam adh-Dharr (persisch: عالَم ذر) genannten Welt, von ihm das Bekenntnis zu seiner Lordschaft entgegengenommen. Eine Gruppe ist der Ansicht, Gott habe dem Menschen durch die Verleihung des Verstandes die Fähigkeit gegeben, den Herrn der Welt zu erkennen und zu bestätigen. Nach Ansicht einiger anderer hat Gott die Menschen durch die Entsendung von Propheten und mittels Offenbarung (persisch: وحی) mit sich bekannt gemacht und von ihnen das Bekenntnis entgegengenommen. Es gibt weitere Ansichten hierzu, und jede dieser Ansichten ist mit Kritik konfrontiert worden.

Stellung und Bedeutung

„ʿAhd alast“, ein Begriff, der vom Vers 172 der Sure al-Aʿrāf abgeleitet ist, sich sich auf einen Bund bezüglich der Lordschaft Gottes von der Nachkommenschaft Adams.[1] Neben diesem Vers[2] wurden auch Überlieferungen über diesen Bund überliefert. Schiitische[3] und sunnitische[4] Gelehrte der Überlieferungen reservierten in ihren Werken eigene Kapitel für Überlieferungen über diesen Bund. Der Alastu-Bund und seine Einzelheiten, einschließlich ʿĀlam adh-Dharr (persisch: عالم ذر), gehören zu den unter islamischen Gelehrten seit den ersten Jahrhunderten des Islam umstrittenen Fragen.[5] Der schiitischer Überlierungs-Gelehrte Allama al-Majlisi (gest. 1110 n. H. [1698/99 n.C.]) ist angesichts dieser Meinungsverschiedenheiten der Ansicht, dass der menschliche Verstand nicht in der Lage ist die Wahrheit dieses Bundes und seine Einzelheiten zu erfassen. Daher sei es besser das Nachdenken darüber sein zu lassen.[6]

Notwendigkeit des Schluss des Bundes

Der schiitische Exeget Jawadi Amoli (geb. Jahr 1312 (1933/34) hält diesen Nund mit Gott und Vertrag auf Grundlage seines Verständnisses des Alast-Verses für eine notwendige Angelegenheit. Gott erachtet in diesem Vers die Existenz dieses Bundes als erforderlich, damit eine Gruppe am Jüngsten Gericht keinen keinen Entschuldigungsgrund vorbringen können sie seien dieser Angelegenheit gegenüber unachtsam gewesen.[7] Allama Amini (gest. 1390 n. H. [1970/71]) vertritt in seinem Buch al-Maqāṣid al-ʿaliyya fī l-maṭālib as-sunniyya die Auffassung dass, wenn der Mensch in der Welt der Stäubchen und der Seelen den Bund Gottes nicht erfahren hätte ihm aufgrund der materiellen Schleier der Welt die Gotteserkenntnis nicht möglich gewesen wäre. Daher ist die Existenz dieses Bundes für die Erkenntnis Gottes notwendig.[8] Er berichtet neun belegte Überlieferungen, die den Schluss des Bundes als notwendig für die Erkenntnis des Herrn, Schöpfers und des Versorgers ansehen.[9]

Merkmale des Bundes

Religiöse Gelehrte sind sich uneinig darüber, wie der Alastu-Bund beschaffen war: Eine Gruppe schiitischer Gelehrter wie Mulla Sadra, Allama Amini und Jawadi Amoli betrachtet ihn gestützt auf religiöse Quellen zum Bund als einen allgemeinen Bund, der von jedem einzelnen Menschen gefordert wurde und alle ohne Ausnahme positiv antworteten.[10] Hingegen sah Scheich at-Tusi (gest. 460 n. H. [1067/68]) diesen Bund nicht für alle, sondern für eine bestimmte Gruppe die über einen vollkommenen Verstand verfügen.[11] Ferner gibt es die Ansicht der Anwesenheit des Menschen beim Alastu-Bund körperlich und materiell,[12] aber auch dass dieser Bund vor der materiellen Existenz des Menschen stattfand und nicht an einem Ort ohne Zeit und Veränderungen.[13]

Inhalt des Bundes

Hinsichtlich der Frage, welchen Inhalt der Alastu-Bund hatte wurden auf Grundlage von Versen und Überlieferungen Antworten formuliert: Einige sagten unter Bezugnahme auf den Alastu-Vers Gott forderte von den Menschen ein Bekenntnis bezüglich seiner Lordschaft .[14] Muhyi ad-Din Ibn Arabi (gest. 638 n. H. [1240/41]) ist der Ansicht, dass dieser Bund ausschließlich bezüglich der Lordschaft Gottes war, nicht bezüglich des Monitheismus. Denn Gott wusste, dass eine Gruppe Götzendiener werden wird.[15] Eine Gruppe von Exegeten sieht den Alastu-Vers auch als Hinweis auf den Bund bezüglich des Monotheismus.[16] Es gibt Überlieferungen, denen zufolge der Bund auch das Prophetentum und die Wilaya umfasst.[17] In einigen Überlieferungen wird diese Angelegenheit als „Darlegung der Wilāya gegenüber den Geschöpfen“ bezeichnet.[18] Der Exeget ʿAyyāschī (4. Jahrhundert n. H.) überliefert in seinem Tafsir zu Vers 138 der Sure al-Baqara eine Überlieferung von Imam Sadiq (a.), wonach mit der „Färbung Gottes“ (ṣibghat Allāh) in diesem Vers die Erkenntnis der Wilāya des Fürsten der Gläubigen (a.) gemeint sei, die dem Menschen im Bund gegeben wurde.[19]

Wie nahm Gott den Bund von den Menschen?

Unter islamischen Theologen und Exegeten (persisch: مفسران) gibt es mehrere Ansichten und Interpretationen darüber, wie der Bund Gottes geschlossen wurde:

Atomwelt (ʿĀlam adh-Dharr)

Hauptartikel: Atomwelt Dieser Theorie zufolge erschuf Gott, bevor der Mensch in die Welt kam, in der Atomwelt (ʿĀlam adh-Dharr) für jeden Menschen einen sehr kleinen, staubähnlichen Körper und verband seine Seele damit. Diese irdischen Körper, die für jeden Einzelnen vorherbestimmt waren, entstanden in jener Welt real und durch Verbindung der Seele mit diesen kleinen Körpern, die aus dem Rücken Adams hervorgezogen wurden, wurde die Erschaffung des Menschen vollendet.[20] Dieser Ansicht zufolge bekundete jeder Mensch in jener Welt durch Annahme der Lordschaft Gottes seinen Monotheismus und antwortete auf die Frage: „Bin ich nicht euer Herr?“ mit: „Ja, Du bist unser Herr.“ Dann wurden alle wieder in die Existenz Adams zurückgeführt.[21] Einige schiitische Gelehrte, die dieser Theorie zustimmen, sind: Scheich as-Saduq (gest. 381 n. H. [991/92]),[22] Scheich Hurr al-ʿAmili (gest. 1104 n. H. [1692/93]),[23] Allama al-Majlisi (gest. 1110 n. H. [1698/99]),[24] und Allama Amini (persisch: علامه امینی) (gest. 1390 n. H. [1970/71]).[25] Einige Gegner sind: Scheich al-Mufid (gest. 413 n. H. [1022/23]),[26] Scharif al-Murtaḍā (gest. 436 n. H. [1044/45]),[27] Scheich at-Tusi (gest. 460 n. H. [1067/68]),[28] Fayd al-Kaschani (gest. 1091 n. H. [1680/81]),[29] Sayyid Muḥammad Ḥusayn Ṭabāṭabāʾī (gest. 1402 n. H. [1981/82]).[30]

Verstand

Gelehrte wie Scheich al-Mufid (gest. 413 n. H. [1022/23]) beziehen diesen Bund Gottes auf den Verstand. Wenn der Mensch seinen Fuß in diese Welt setzt, legt Gott die Kraft der Vernunft in sein Inneres und sendet Botschafter, um diese innere Kraft zu erwecken. Es ist der Verstand, der den Menschen zur Erkenntnis Gottes führt und ihn vor der Wahrheit des Seins verantwortlich macht. Somit ist das, was im Aslastu-Vers als Pakt Gottes erwähnt wird eigentlich ein Hinweis auf dieses innere Bewusstsein, durch das sich der Mensch im Vertrauen auf seinen Verstand seinem Herrn gegenüber verpflichtet sieht.[31] An dieser Theorie wurden Einwände geäußert. Unter anderem wurde gesagt diese Theorie sei nicht mit der Bedeutung des Bundessverses vereinbar, der vom Alastu-Bund mit einem Verb in der Vergangenheitsform spricht. Auch heißt es im Vers, dass wir den Bund schlossen damit am Tag der Auferstehung niemand sagen kann, man hätte nichts gewusst. Während nach der Verstandestheorie eine Gruppe sagen könnte die Bedingungen für das Aufblühen unseres Verstandes sei in der Welt nicht gegeben wesen.[32]

Offenbarung

Nach der Offenbarungstheorie ist der Bund dem der Mensch gegenübersteht durch Propheten und Offenbarung übermittelt worden. Somit ist der Beweis gegen ihn erbracht und er kann am Jüngsten Gericht nicht behaupten die Wahrheit nicht gekannt zu haben.[33] Einer der Einwände gegen diese Theorie ist, dass nicht alle Menschen positiv auf die Einladung der Propheten reagierten, um am Jüngsten Gericht zuzugeben den geschlossenen Bund nicht erfüllt zu haben.[34]

Gleichnis

Einige Exegeten sind der Ansicht, dass der Ausdruck „Bin ich nicht euer Herr? Sie sagten: Doch, (du bist unser Herr)“ allegorisch (tamthīl/Gleichnis) zu verstehen sei. In Wirklichkeit zeigte Gott durch die Veranlagung von Verstand und klaren Beweisen im Inneren des Menschen seine Lordschaft auf und nahm gleichsam ihr Bekenntnis entgegen. Die Vernunft der Menschen bezeugt durch Erfassen dieser Beweise gleichsam: „Doch! Du bist unser Herr.“[35] Diese Ansicht wurde unter anderem wie folgt kritisiert: Erstens gibt es keinen Grund von der wörtlichen Bedeutung des Verses abzuweichen und zu sagen er sei allegorisch. Zweitens bezeugten nicht alle Menschen mit ihrem Verstand die Lordschaft Gottes, um am Jüngsten Gericht dies einzugestehen.[36]

Seelenwelt (ʿĀlam al-arwāḥ)

Hauptartikel: Ālam al-arwāḥ (persisch: عالم ارواح) Eine Gruppe stützt sich auf Überlieferungen wonach Gott die Seelen der Menschen 2000 Jahre vor ihren Körpern erschuf[37] und sind der Ansicht der den Menschen abgenommene Bund sei in der Seelenwelt (ʿĀlam al-arwāḥ) gewesen.[38] Jawadi Amoli vertritt die Auffassung, dass, obwohl die Existenz des Bundes auf Ebene der Seelen ebenfalls nachweisbar ist, kann der Alastu-Vers nicht mit der Seelenwelt in Bezug gebracht werden.[39]

Welt der Macht (ʿĀlam al-Dschabarūt) oder Platonische Ideen

Hauptartikel: ʿĀlam al-Dschabarūt Der schiitische Philosoph Mulla Sadra (gest. 1050 n. H. [1640/41]) betrachtet die Anrede des Verses „Bin ich nicht euer Herr?“ als auf die rationale Wesenheit des Menschen bezogen, deren lichtvolle und abstrakte Gestalt im Wissen Gottes und Reich der Urbilder Gottes anwesend ist. Die göttlichen Weisen betrachten diese Gestalten als Herren der Gattung, die wie Engel die Vormundschaft und Leitung der Individuen dieser Gattung innehaben.[40] Gegen diese Interpretation wurde eingewandt, dass es für die Existenz der Platonischen Ideen keinen zwingenden Beweis gebe. Zudem gebe es falls solche Wesenheiten existierten keinen Grund den Bund auf sie zu beziehen.[41]

Welt der Engel (ʿĀlam al-Malakūt)

Hauptartikel: Welt der Engel (ʿĀlam al-Malakūt/persisch: عالم ملکوت) Allama Tabatabai ist der Ansicht, dass der Mensch vor seinem Eintritt in die Welt eine Existenz in einer anderen Welt bei Gott hatte. Jedes Seiende hatte zwei Aspekte: einen der Welt zugewandten, der allmählich zur Verwirklichung gelangt und einen Gott zugewandten, der alle Vollkommenheiten auf einmal besitzt. In der Seinsstufe des Malakūt (verborgene Welt der Engel) wird der Mensch unmittelbar Zeuge Gottes und ohne Schleier und bekennt sich zu seiner Einheit. Diese Erkenntnis ist in jener Welt eine gegenwärtige und unmittelbare, nicht durch Beweisführung erlangte.[42] Jawadi Amoli sieht diese Ansicht zwar gegenüber anderen Ansichten gestärkt, jedoch mit Mängeln behaftet und akzeptiert diese nicht.[43]

Urveranlagung (Fiṭra)

Hauptartikel: Fitra (Fiṭra (persisch: فطرت)) Nach Scharif al-Murtaḍā (gest. 436 n. H. [1044/45 n.C.]) erschuf Gott uns so, dass unsere bloße Existenz voller Zeichen seiner selbst ist. Diese Zeichen sind so deutlich, dass wir ohne etwas zu sagen mit ganzem Herzen und ganzer Seele seine Lordschaft bekannten.[44]

Fußnoten

ir:عهد الست