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Entwurf:Berufung des Propheten

Aus wikishia

Die Berufung des Propheten (s.) (arabisch: بعثة نبي(ص)) bezeichnet die Berufung des Propheten Muhammad durch Gott zum Prophetentum, um die Menschen zum Islam aufzurufen. Der Prophet wurde im Alter von vierzig Jahren in der Höhle Hira zum Prophetentum berufen. Dieses Ereignis gilt als Beginn der islamischen Religion und als Auftakt zum Ende des Götzendienstes auf der arabischen Halbinsel. Die ersten dem Propheten offenbarten Verse waren die ersten Verse der Sure al-ʿAlaq. Anschließend wurden die ersten Verse der Sure al-Muddaththir offenbart, in denen der Prophet aufgefordert wurde, sich zu erheben und seine Mission zu beginnen.

Nach schiitischer Auffassung fand die Berufung zum Prophetentum am 27. Rajab statt. Daher ist dieser Tag in der schiitischen Kultur als Eid Mab'ath (deutsch: Feiertag der Berufung) bekannt und wird entsprechend gefeiert.

Begriffsbestimmung und Bedeutung

Die Berufung des Propheten (s.) bezeichnet die Erwählung des Propheten durch Gott zum Propheten und seine Entsendung durch Gott mit dem Auftrag, die Menschen zur Religion des Islam einzuladen.[1] Die Entsendung des Gesandten Gottes (s.) gilt als eine der größten Gnadenerweise Gottes gegenüber den Gläubigen. Nach Auffassung von Korankommentatoren wird dieses Ereignis auch in mehreren Versen des Korans erwähnt, darunter in Vers 164 der Sure Al ʿImran.[2] In diesem Vers heißt es: „Wahrlich, Gott erwies den Gläubigen Gunst, als Er unter ihnen einen Gesandten aus ihrer Mitte erweckte, der ihnen Seine Verse vortrug, sie läuterte und sie das Buch und die Weisheit lehrte.“ Weitere Koranverse, die sich mit der Berufung und der Sendung des Propheten befassen, sind Vers 19 der Sure al-Maʾida, und Vers 2 der Sure al-Jumʿa.[3]Vers 28 der Sure al-Fath.

Die Arabische Halbinsel zur Zeit der Berufung des Propheten

Laut Ja'far Sobhani war der Götzendienst zur Zeit der Berufung des Propheten die vorherrschende Religion unter den Bewohnern der arabischen Halbinsel, insbesondere in Hijas. Nur eine kleine Anzahl von Juden lebte in Medina und von Christen in Najran.[4] Daneben gab es eine kleine Gruppe von Menschen, die den Monotheismus praktizierten und als Hanifen bezeichnet wurden.[5] Auch der Prophet gehörte zu diesen Monotheisten.[6] Nasir Makarim Schirazi schätzt in seinem Kommentar zur Predigt 89 von Nahj al-Balagha, dass zwischen dem Beginn der Mission des Propheten und dem Wirken der vorherigen Propheten etwa 500 bis 600 Jahre lagen.[7] Unter Berufung auf diese Predigt beschreibt er die damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse folgendermaßen: Die Gesellschaft befand sich in einem Zustand der Unordnung. Sinnlose Kriege waren weit verbreitet, viele Menschen litten unter extremer Armut, und Unsicherheit sowie unerwünschte Verhaltensweisen wie das Töten von Kindern und der Verzehr verbotener Nahrungsmittel waren verbreitet.[8]

Beginn der Mission

Laut dem Historiker Mahdi Pischvai wurden dem Propheten Muhammad (s.) bereits vor seiner Berufung zum Propheten Geheimnisse aus der verborgenen Welt offenbart, und Botschaften aus dieser Welt erreichten ihn schon zu dieser Zeit.[9] Der Historiker Muhammad Hossein Rajabi beruft sich auf eine Überlieferung von Imam Hadi (a.) und berichtet, dass der Prophet bereits vor seiner Berufung die Höhle Hira aufsuchte. Wenn er dort die Zeichen der Macht und Barmherzigkeit Gottes am Himmel betrachtete, dachte er über Gottes Größe nach und widmete sich anschließend dem Gottesdienst.[10] Historischen Berichten zufolge stieg Erzengel Gabriel in der Höhle Hira zu ihm herab und offenbarte ihm die ersten Verse der Sure al-ʿAlaq, womit die prophetische Mission begann.[11] Auf diese Weise wurde Muhammad zum Propheten berufen.[12] Anschließend wurden die ersten Verse der Sure al-Muddaththir offenbart. Von seinem Haus aus begann der Prophet, die Menschen zum Islam aufzurufen. Zu den ersten Menschen, die an ihn glaubten, gehörten Khadija, Imam Ali (a.) und Zayd ibn Haritha.[13]

Erstes Gespräch des Propheten mit dem Engel der Offenbarung

Einige Historiker überlieferten das erste Gespräch des Propheten mit Erzengel Gabriel anhand seiner eigenen Worte. Nach Darstellung von Muhammad Ibrahim Ayati berichtete Ibn Ishaq, ein Historiker des 8. Jahrhunderts n. Chr., Folgendes:

Der Gesandte Gottes sagte: Während ich schlief kam Gabriel mit einem Schreiben von Diba zu mir und sagte: „Lies!“ Ich sagte: „Ich kann nicht lesen!“ Da drückte er mich so fest, dass ich dachte ich würde sterben. Dann ließ er mich los und sagte: „Lies!“ Ich sagte: „Ich kann nicht lesen!“ Er drückte mich wieder so fest, dass ich dachte ich würde sterben. Dann ließ er mich los und sagte: „Lies!“ Ich sagte: „Was soll ich lesen?“ Und ich würde das nicht sagen, es sei denn ich wäre frei von ihm und er würde mir das nicht noch einmal antun. Er sagte:
Lies im Namen deines Herrn, der erschuf. Erschuf den Menschen aus einem Anhängsel. Lies! Denn dein Herr ist der Großzügigste! Der mit der Feder lehrte! Lehrte den Menschen was er nicht wusste.[Koran 1]
So rezitierte ich es. Dann verließ er mich und kehrte von mir zurück und ich erwachte als ob diese Verse, wie er sie schrieb mit Wahrheit in mein Herz eingraviert wären. So ging ich hinaus und als ich die Mitte des Berges erreichte, hörte ich eine Stimme vom Himmel sagen: „Muhammad! Du bist der Gesandte Gottes und ich Gabriel.“[14]

Datum und Jahr des Beginns der Mission des Propheten (s.)

Höhle Hira, Ort der Berufung des Propheten (s.) im Berg Nur nahe Mekka
Höhle Hira, Ort der Berufung des Propheten (s.) im Berg Nur nahe Mekka

Laut Sayyid Ja'far Murtaza Amili, einem Spezialisten für die Geschichte des Islam und des Schiitentums, sind die meisten Historiker der Ansicht, dass der Prophet im Alter von 40 Jahren zum Propheten berufen wurde.[15] Zu diesen Historikern zählt Ya'qubi, der im 9. Jahrhundert n. Chr. lebte und berichtet, dass der Prophet im Alter von 40 Jahren zum Propheten berufen wurde.[16] Es gibt jedoch auch abweichende Angaben. So wird im Werk „Sira Ibn Ishaq“, dessen Verfasser im 8. Jahrhundert n. Chr. lebte, neben dem Alter von 40 Jahren auch eine Überlieferung angeführt, der zufolge der Prophet erst im Alter von 43 Jahren berufen wurde.[17] Einer weiteren Auffassung zufolge begann seine prophetische Mission erst im Alter von 45 Jahren.[18]

Nach der verbreiteten schiitischen Auffassung fand die Berufung des Propheten am 27. Rajab statt.[19] Die verbreitete sunnitische Auffassung setzt den Beginn der prophetischen Mission dagegen in den Monat Ramadan.[20] Laut dem Werk Tarikh Tabari besteht unter den Sunniten keine Einigkeit darüber, an welchem Tag des Monats die Berufung stattgefunden habe.[21] Al-Ya'qubi und Mas'udi, ein Historiker des 10. Jahrhunderts n.Chr., vertreten eine abweichende Auffassung und datieren die Berufung des Propheten in den Monat Rabi' al-Awwal.[22]

Koranverse

  1. ↑ اقْرَأْ بِاسْمِ رَبِّكَ الَّذِي خَلَقَ. خَلَقَ الْإِنْسَانَ مِنْ عَلَقٍ. اقْرَأْ وَرَبُّكَ الْأَكْرَمُ. الَّذِي عَلَّمَ بِالْقَلَمِ. عَلَّمَ الْإِنْسَانَ مَا لَمْ يَعْلَمْ Sure al-Alaq, Verse 1-5

Fußnoten

  1. ↑ Ḥāʾirī, Biʿṯat, S. 275.
  2. ↑ Makārim Šīrāzī, Tafsīr-i Namūna, B. 3, S. 157–158; Ṭabrisī, Maǧmaʿ al-bayān, B. 2, S. 875; Faḍlallāh, Min waḥy al-Qurʾān, B. 3, S. 461.
  3. ↑ «برخى آيات مربوط به رسالت و بعثت پيامبر(ص)», Spezialisierte Koran-Datenbank.
  4. ↑ Subḥānī, Furūġ-i abadīyat, S. 63.
  5. ↑ Subḥānī, Furūġ-i abadīyat, S. 64.
  6. ↑ Subḥānī, Furūġ-i abadīyat, S. 205.
  7. ↑ Makārim Šīrāzī, Payām-i Imām Amīr al-Muʾminīn, B. 3, S. 618.
  8. ↑ Makārim Šīrāzī, Payām-i Imām Amīr al-Muʾminīn, B. 3, S. 618–624.
  9. ↑ Pišvāʾī, Tārīḫ-i Islām az ǧāhilīyat tā riḥlat-i Payāmbar, S. 127–128.
  10. ↑ Raǧabī, Tārīḫ-i ʿaṣr-i Payāmbar, S. 68.
  11. ↑ Subḥānī, Furūġ-i abadīyat, S. 215.
  12. ↑ Āyatī, Tārīḫ-i Payāmbar-i Islām, S. 85–86.
  13. ↑ Āyatī, Tārīḫ-i Payāmbar-i Islām, S. 89.
  14. ↑ Ayati, Tarikh Payambar Islam, S.85-86
  15. ↑ ʿĀmilī, aṣ-Ṣaḥīḥ min sīrat an-Nabī al-aʿẓam, B. 2, S. 289.
  16. ↑ Yaʿqūbī, Tārīḫ al-Yaʿqūbī, B. 2, S. 22.
  17. ↑ Ibn Isḥāq, Sīrat Ibn Isḥāq, B. 1, S. 134.
  18. ↑ ʿĀmilī, aṣ-Ṣaḥīḥ min sīrat an-Nabī al-aʿẓam, B. 2, S. 289.
  19. ↑ Āyatī, Tārīḫ-i Payāmbar-i Islām, S. 83; ʿĀmilī, aṣ-Ṣaḥīḥ min sīrat an-Nabī al-aʿẓam, B. 2, S. 290.
  20. ↑ Āyatī, Tārīḫ-i Payāmbar-i Islām, S. 84.
  21. ↑ Ṭabarī, Tārīḫ aṭ-Ṭabarī, B. 2, S. 44.
  22. ↑ Āyatī, Tārīḫ-i Payāmbar-i Islām, S. 83; Yaʿqūbī, Tārīḫ al-Yaʿqūbī, B. 2, S. 22.

Quellenverzeichnis

  • ʿĀmilī, Sayyid Ǧaʿfar Murtaḍā, aṣ-Ṣaḥīḥ min sīrat an-Nabī al-aʿẓam, Qom, Dār al-Ḥadīṯ, 1426 n.H.
  • Āyatī, Muḥammad Ibrāhīm, Tārīḫ-i Payāmbar-i Islām, Teheran, Universität Teheran, 1369 n.i.S.
  • Faḍlallāh, Muḥammad Ḥusain, Min waḥy al-Qurʾān, Beirut, Dār al-Milāk, 3. Auflage, 1439 n.H.
  • Ḥāʾirī, Sayyid Mahdī, „Biʿṯat“, in: Dāʾirat al-maʿārif-i tašayyuʿ, B. 3, Qom, Saʿīd Muḥibbī, 1380 n.i.S.
  • Ibn Isḥāq, Muḥammad b. Isḥāq, Sīrat Ibn Isḥāq, Beirut, 1398 n.H.
  • Makārim Šīrāzī, Nāṣir, Payām-i Imām Amīr al-Muʾminīn, Teheran, Dār al-Kutub al-Islāmīya, 1. Auflage, 1386 n.i.S.
  • Makārim Šīrāzī, Nāṣir, Tafsīr-i Namūna, Teheran, Dār al-Kutub al-Islāmīya, 10. Auflage, 1371 n.i.S.
  • Pišvāʾī, Mahdī, Tārīḫ-i Islām az ǧāhilīyat tā riḥlat-i Payāmbar, Qom, Daftar-i Našr-i Maʿārif, 1382 n.i.S.
  • Qummī, ʿAbbās, Mafātīḥ al-ǧinān, übersetzt von Ḥusain Anṣāriyān, Qom, Dār al-ʿIrfān, 1388 n.i.S.
  • Raǧabī, Muḥammad Ḥusain, Tārīḫ-i ʿaṣr-i Payāmbar, Qom, Markaz-i Āmūziš-i Elektronīk-i Dānišgāh-i Qorʾān wa Ḥadīṯ, 1384 n.i.S.
  • Subḥānī, Ǧaʿfar, Furūġ-i abadīyat, Qom, Bustān-i Kitāb, 21. Auflage, 1385 n.i.S.
  • Ṭabarī, Muḥammad b. Ǧarīr, Tārīḫ aṭ-Ṭabarī, Beirut, 1879.
  • Ṭabrisī, Faḍl b. Ḥasan, Maǧmaʿ al-bayān fī tafsīr al-Qurʾān, Teheran, Nāṣir Ḫusrau, 3. Auflage, 1372 n.i.S.
  • Yaʿqūbī, Aḥmad b. Abī Yaʿqūb, Tārīḫ al-Yaʿqūbī, Beirut, Dār Ṣādir.
  • «برخی آيات مربوط به رسالت و بعثت پيامبرص», Spezialisierte Koran-Datenbank, abgerufen am October 16, 2026.