Entwurf:Die drei Kalifen
Die drei Kalifen bezieht sich auf die ersten drei Abu Bakr, Umar Bin Khatabund Uthman bin Affan, die nach dem Ableben des Propheten das muslimische Kalifat übernahmen. Die Schia betrachtet das Kalifat dieser drei Kalifen als Verstoß gegen die Order des Propheten (s.) und als Usurpation des Kalifats, die zu Ereignissen wie dem Märtyrertod von Sayyida Fatima (s.) führte. Das Kalifat der drei Kalifen gilt als Grundlage für die Bildung des politischen Denkens der Sunniten in Bezug auf die Regierung. Imam Ali (a.) betrachtete das Kalifat der drei Kalifen als illegitim und Usurpation seines Rechts. Er agierte jedoch im Interesse der islamischen Gemeinschaft mit ihnen zusammen.
Zur Legitimierung des Kalifats der drei Kalifen wurden Gründe angeführt wie Konsens des Volkes über den Bund (persisch: اجماع اهل حل و عقد), Ernennung durch den vorherigen Kalifen und Wahl durch eine Wahl[Anmerkung 1]. Auch Eigenschaften wie Alter, Abstammung vom Stamm der Quraisch (persisch: قبیله قریش), Auswanderer wurden erwähnt, um die Zustimmung des Volkes zu gewinnen und dass das Kalifat und Prophezeiung (persisch: نبوت) nicht in einer einzigen Familie vereint sein sollte.
Begriffsbestimmung und Stellenwert
„Die drei Kalifen“ ist ein Titel, der in einer Reihe schiitischer Bücher verwendet wird und bezieht sich auf die ersten drei Kalifen, nämlich Abu Bakr ibn Abi Quhafah, Umar ibn Khattab und Uthman ibn Affan, die nach dem Tot des Propheten (s.) die Position des Kalifen (persisch: خلافت) einnahmen.[1]
Die Schiiten betrachten das Kalifat dieser drei Kalifen als im Widerspruch zu den Anweisungen des Propheten. Sie sind der Ansicht, dass der Prophet (Friede sei mit ihm) Imam Ali (a.) vor seinem Tod zu seinen Kalifen ernannte,[2] diese drei jedoch das Kalifat usurpierten.[3]
Die Schiiten begründen diese Behauptung mit den Bemühungen des Propheten (Friede sei mit ihm) in seinen letzten Lebenstagen, darunter die Erklärung von Alis Imamat im Ereignis von Ghadir,[4] Wiederholung des Hadith al-Thaqalain[5] und Entsendung einiger Gefährten mit Usamas Armee aus Medina.[6]
Schiiten betrachten das Kalifat dieser drei Männer auch als Auslöser für Ereignisse wie das Martyrium von Sayyida Fatima (s.),[7] Usurpation Fadak,[8] und das Ereignis von Kerbela.[9]
Das Kalifat der drei Kalifen und die politischen und sozialen Entwicklungen ihrer Ära gelten als Grundlage für die Entstehung der sunnitischen politischen Regierungstheorie im Islam. Diese Theorie wird in sunnitischen Büchern als Kalifat-Theorie oder Imamat-Theorie bezeichnet. Dieser Theorie zufolge galt das Kalifat zu Beginn der Ära der drei Kalifen nur als Aufsichtsbehörde für die religiösen Angelegenheiten des Volkes. Nach und nach wurden jedoch auch Regierungs- und Exekutivaufgaben zu den Aufgaben des Kalifen hinzugefügt und das Kalifat wurde dem Emirat gleichgestellt.[10]
| Die drei Kalifen | |||
|---|---|---|---|
| Name | Amtszeit | Wahlmethode | wichtige Ereignisse |
| Abu Bakr | 11-13 n.H | Treueeid bei Saqifa | Kriege gegen Abtrünnige (persisch: جنگهای رده), Märtyrertod von Sayyida Fatima (s.) |
| Umar Ibn al-Khattab | 13-23 n.H. | Vererberung von Abu Bakr | Eroberung Iran, Eroberung Scham, Eroberung Ägypten |
| Uthman Bin Affan | 23-35 n.H | Wahl im sechsköpfigen Rat | Vereinheitlichung Koran, Verbannung Abu Dharr, Aufstand gegen den Kalifen |
Imam Alis (a.s.) Position gegenüber den drei Kalifen
Es wird gesagt, dass Imam Ali (a.) das Kalifat der drei Kalifen nie als legitim betrachtete und es als Usurpation seines Rechts bezeichnete[11] wie er in seiner Schiqschiqiyya-Predigt[12] betonte. Es wurden Belege für Imam Alis Unzufriedenheit mit dem Kalifat der drei Kalifen vorgelegt, einschließlich seiner Unzufriedenheit mit der Wahl des Kalifen in Saqifa Bani Sa'ida und seiner Verhinderung an dessen Teilnahme,[13] sein Ablehnen in den ersten Tagen oder Monaten nach dem Kalifat von Abu Bakr ihm die Treue zu schwören, Treieeid Imam Ali (a) den Kalifen unter Zwang[14] und seine Unzufriedenheit mit dem Prozess der Wahl des Kalifen im Sechs-Mitglieder-Rat (persisch: شورای ششنفره).[15]
Ein Teil von Imam Alis Leben, der mit dem Kalifat der drei Kalifen zusammenfiel, verging im 25 järigen Schweigen,[16] das für ihn mit großer Not und Bitterkeit verbunden war und als Taqiyya zum höheren Zweck bezeichnet wird.[17] Es wird jedoch gesagt, dass Ali ibn Abi Talib auf seine Rechte verzichtete, um die Interessen der Muslime zu schützen[18] und wann immer Einheit[19] und Identität der islamischen Gemeinschaft oder Interessen des Islam auf dem Spiel standen arbeitete er militärisch[20] und rechtswissenschaftlich[21] mit den Kalifen zusammen.[22]
Sunnitische Grundlage der Legitimität der drei Kalifen
Die drei Kalifen legitimierten ihr Kalifat auf Grundlage zweier allgemeiner Prinzipien: Auswahlmethode und Eigenschaften des Kalifen sowie Betonung, dass Prophetie und Kalifat nicht in einer einzigen Familie sein könne.
Art der Wahl
Die drei Kalifen wurden auf Grundlage von drei Wahlmethoden durch eine Gruppe von in das Kalifat gewählt: Konsens des Volkes des Bundes, Ernennung durch vorherigen Kalifen und Wahl aus den Reihen des Sechs-Mitglieder-Rates.[23]
Laut Dinwaris Überlieferung im Buch Al-Imamah Wal-Siyasa sagte Abu Bakr nach dem Vorfall von Saqifa zu Abbas ibn Abdul Muttalib um das Volk für sich zu gewinnen, dass der Prophet die Angelegenheiten des Volkes sich selbst überlassen und es ihn zum ersten Kalifen gewählt habe. Daher habe niemand das Recht sich ihm zu widersetzen. Abu Bakr benutzte dieses Argument, um Abbas zu bitten ihm Treue zu schwören. [24] Die Ahl as-Sunna wa al-Jama'a:Sunniten glauben laut Abu Bakr, dass der Prophet Gottes starb ohne einen Nachfolger zu ernennen und dass seine Anhänger einen Kalifen nach der Methode des Konsenz[Anmerkung 2] wählten.[25] Die Ernennung zum Kalifen durch den vorherigen Kalifen gilt als Grundlage für die Legitimität des zweiten Kalifen. Historischen Quellen zufolge hinterließ Abu Bakr nach seinem Tod das Kalifat in einem Testament Umar ibn al-Khattab und betrachtete es als seine Pflicht den nächsten Kalifen zu ernennen, damit die Nation nicht ohne Regent bliebe.[26] Schiitische Gelehrte sagten, dass diese Auswahlmethode die Methode der Thronbesteigung des ersten Kalifen ignorierte, die dieser jedoch betont hatte.[27]
Die endgültige Grundlage für die Legitimierung des Kalifats der drei Kalifen war die Wahl durch einen 6-köpfigen Rat, den der zweite Kalif zur Bestimmung des dritten Kalifen einsetzte. Als Umar auf seinem Sterbebett gebeten wurde den nächsten Kalifen zu ernennen sagte er, wenn er den nächsten Kalifen nicht gewählt hätte, wäre er der Methode des besten Menschen, des Propheten (Friede sei mit ihm), gefolgt. Wenn er es getan hätte, wäre er der Methode des besten Menschen, Abu Bakr, gefolgt.[28] Er entwickelte daher eine neue Methode zur Ernennung des Kalifen, die er sechs seiner Gefährten zuwies. Das Ergebnis dieses Rates war die Ernennung von Uthman ibn Affan zum dritten Kalifen.[29]
Eigenschaften des Kalifen
Zu den Gründen, die zur Legitimierung der drei Kalifen angeführt wurden, zählen Eigenschaften wie ein Quraisch, Auswanderer und das Alter.[30]
Historischen Berichten zufolge betonte Abu Bakr nach dem Streit zwischen den Helfern und den Auswanderern über die Position des Kalifen im Saqifa-Vorfall unter Berufung auf einer Überlieferung und dem Satz „Die Imame sind von den Quraisch“ die Notwendigkeit, einen Kalifen aus den Reihen der Quraisch zu wählen und der Streit endete damit, dass Umar seine Worte bestätigte.[31]
Sein Alter war ein weiterer Grund, den die drei Kalifen und einige der ihnen nahestehenden Gefährten des Propheten Muhammad (s.) in ihrem Widerstand gegen das Kalifat Imam Alis (a.) anführten. Es wird berichtet, dass Abu Ubaydah al-Jarrah Imam Ali (a.) ansprach, ihn als jung beschrieb und ihn deshalb bat das Kalifat den Älteren zu überlassen und Abu Bakr die Treue zu schwören.[32] Dieses Argument wurde auch von Umar und Uthman überliefert.[33]
Kalifat und Prophetie nicht in einer einzigen Familie
Nach dem Tod des Propheten (s.) in einer Debatte zwischen Imam Ali (a.) und Abu Bakr, akzeptierte der erste Kalif die Eignung Imam Alis {a.) in der Position als Kalif, widersetztze sich jedoch und verwies auf die Tatsache, dass er vom Propheten (s.) gehört haben will, dass Gott das Kalifat und Prophezeiung für die Ahl al-Bait (a.) nicht kombiniert hätte. Er erhielt auch Bestätigungen von Umar, Abu Ubaydah al-Jarrah, Salim, dem Adoptivsohn von Hudhayfah, und Mu'adh ibn Jabal, um seine Behauptung zu belegen.[34] Es wird gesagt, dass Imam Ali (a.) auf dessen Behauptungen auch mit dem Hinweis reagierte, dass sie gemäß ihrem ihrem Pakt an der Kaaba handelten, in dem sie versprachen, das Kalifat nicht an die Ahl al-Bait (a.s.) zu übertragen.[35]
Themenbezogene Anfragen
- Rechtgeleitete Kalifen (persisch: خلفای راشدین)
Anmerkungen
- ↑ Ein Rat aus sechs Gefährten bestehend, der von Umar ibn al-Khattab vor seinem Tod (23 n.H./644 n.Chr.) ernannt wurde um den nächsten Kalifen zu wählen. Er verlangte von den Ratsmitgliedern an der Wahl teilzunehmen und getötet zu werden, wenn sie mit der Entscheidung des Rates nicht einverstanden waren. Angesichts der Orientierung der gewählten Mitglieder und der großen Zahl seiner Gegner in der Zusammensetzung des Konzils hatte Imam Ali (a.) vorhergesagt, dass das Konzil zur Wahl von Uthman führen würde.
- ↑ In der islamischen Jurisprudenz gibt es eine Art der Gesetzesfindung durch Konsenz. Wenn alle Juristen sich einig sind, so wird dieses zum Gesetz. Bei den Schiiten wird diese Art Konsenz abgelehnt, denn nur wenn authentische Belege und Gründe vorliegen, darf eine Entscheidung getroffen werden.