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Entwurf:Hadith al-Tayr al-Maschwi

Aus wikishia
al-Tayr al-Maschwi
Informationen zur Überlieferung
ThemaNachweis, dass Imam Ali (a.) das beliebteste und höchste Geschöpf ist
überliefert vonProphet Muhammad (s.)
HauptüberliefererAnas ibn Malik
ÜberliefererAbdullah ibn Abbas
Authentizität des Sanadauthentisch und mutawatir
Schiitische Quellenal-Amali (Scheich Saduq), al-Ifsah fi al-Imama
Sunnitische QuellenKhasa'is Amir al-Mu'minin (Nasaʾi), Musnad Abi Ya'la, al-Muʿǧam al-Kabir (Tabarani), al-Bidaya wa-n-Nihaya (Ibn Kathir)
Bekannte Überlieferungen
Hadith Silsilat adh-DhahabHadith al-ThaqalainHadith al-KisaMaqbula Umar b. HanzalahHadith Qurb NawafilHadith al-Mi‘rajHadith al-WilayaÜberlieferung Testamentsvollstrecker Ali (a.)Hadith Junud al-Aql wa al-JahlHadith asch-Schajarah


Der Hadith Ṭair Maṣwī (Arabisch: حدیث طَیر مَشوِی) (Hadith vom gegrillten Vogel) ist eine Überlieferung über die Vorzüglichkeit Imam Alis (a.), die mit unterschiedlichen Überlieferungsketten sowohl in den Quellen der Schia als auch der Sunniten berichtet wird.

Dieser Überlieferung zufolge bat der Prophet (s.) beim Verzehr eines gegrillten Vogels Gott, den von Ihm am meisten geliebten Diener zu ihm zu senden; in diesem Augenblick trat Imam Ali (a.) herzu und speiste mit ihm. Der Hadith vom gegrillten Vogel zählt zu den Belegen für die unmittelbare Imamatsnachfolge Imam Alis.

Der Aussagegehalt des Hadith hinsichtlich der Vorzüglichkeit Imam Alis

Der Hadith vom gegrillten Vogel wird zu den Tugenden Imam Alis gerechnet.[1] Dieser Überlieferung zufolge ist Imam Ali (a.) nach dem Propheten (s.) das von Gott am meisten geliebte Geschöpf.[2]

Von den Theologen der Schia ist dieser Hadith als einer der Belege für die Vorzüglichkeit Imam Alis in Bezug auf das Kalifat angeführt worden.[3] Scheich Mufid stützt sich darauf mit dem Argument, dass die göttliche Liebe auf der Wahrheit gründe und nicht auf bloßer Neigung; und da es nicht zulässig sei, den Minderwertigeren dem Vortrefflichen vorzuziehen, müsse Imam Ali — als das nach dem Propheten meistgeliebte Geschöpf — der Vorzüglichste im Amt des Imamats sein.[4] Auch Sayyid Murtaza erblickt in der göttlichen Liebe die Folge von Imam Alis Werk und Gottesverehrung, die alles übertreffen (ausgenommen den Propheten), und macht daraus einen Beleg für dessen Vorzüglichkeit.[5]

Text und Inhalt des Hadith

Es wird berichtet, dass der Prophet (s.) einen gegrillten Vogel vor sich hatte und sprach: „O Gott, sende mir den von Dir am meisten geliebten Diener, damit er mit mir von diesem Vogel esse." Daraufhin kam Abu Bakr, doch der Prophet wies ihn zurück; dann kam ʿUmar, und auch ihn wies er zurück; schließlich kam Ali, und er gewährte ihm Einlass.[6]

Dieser Überlieferung zufolge bat der Prophet (s.) beim Verzehr des gegrillten Vogels Gott, mit dem von Ihm am meisten geliebten Diener zu speisen, und Ali (a.) kam und aß mit ihm.[7] Vor Imam Ali (a.) waren bereits Abu Bakr und Umar zum Propheten gekommen, doch der Gesandte Gottes hatte beide zurückgewiesen.[8] Einigen Überlieferungen zufolge bemühten sich auch Aʾischa und Hafsa, ihren Vätern diese Ehre zu verschaffen.[9] Ferner wird von Anas b. Malik berichtet, dass er sich gewünscht habe, Saʿd b. ʿUbada möge diese Stellung erlangen, weshalb er zunächst den Eintritt Imam Alis verhinderte.[10]

Dieser Hadith wird in verschiedenen Quellen (mit Unterschieden in den Einzelheiten) überliefert.[11] Einigen Überlieferungen zufolge hatte Gabriel den gegrillten Vogel aus dem Paradies gebracht.[12]

Authentizität

Der Hadith vom gegrillten Vogel gilt bei den Schiiten als mutawatir (allgemein bekannt und durch zahlreiche Überlieferungswege gesichert)[13], und auch eine Gruppe sunnitischer Gelehrter stuft ihn als authentisch ein.[14] Die Überlieferung wird von zahlreichen Gefährten des Propheten mit inhaltlich übereinstimmenden Wortlauten berichtet, darunter Anas b. Malik[15], Safina, der Diener des Propheten[16], sowie Ibn Abbas.[17] Obwohl Ibn Kathir ad-Dimaschqi einräumt, dass der Hadith über neunzig Überlieferungswege von Anas b. Malik tradiert wurde, erkennt er ihn dennoch nicht an[18] – eine Ablehnung, die von Allama Amini als entbehrlich und grundlos zurückgewiesen wurde.[19] Nach Angaben von Ibn Schahraschub hat Sayyid Himyari, ein Dichter des zweiten Jahrhunderts der Hidschra, diesen Hadith in Versform gefasst. Er beginnt wie folgt:

Mir wurde berichtet, dass unser Vater von Anas eine erstaunliche und bewundernswerte Überlieferung tradiert, über einen gegrillten Vogel, der einst gebracht wurde, während der Gesandte Gottes sich (vor den Menschen) zurückgezogen hatte. Man brachte ihm den Vogel, und als sein Blick darauf fiel, rief er seinen Herrn an, der jedem nahe ist und die Rechtschaffenen erwählt, und sprach: ‚Lasse zu mir denjenigen kommen, der von allen Geschöpfen Dir am meisten geliebt ist.‘ Und Gott gewährte ihm, worum er bat.[20]

Auch in einer Qasida von Fayyaz Lahidschi findet sich ein Hinweis auf dieses Ereignis:

Wer, außer ihm, besaß den Vorzug der Bruderschaft mit dem Propheten? Wer, außer ihm, erreichte die Stufe der Gleichheit mit den Entschlossenen unter den Gesandten? Für wen, wenn nicht für ihn, rief Gabriel: ‚Es gibt keinen Jüngling wie ihn‘ (La fata)? Für wen sprach der Prophet: ‚Du bist von mir‘ (Anta minni)? An jenem Tag von Ghadir, für wen sprach er [der Prophet] Für wen verkündete der Prophet, während er auf dem Minbar stand: ‚Bin ich nicht (euch) näher als ihr euch selbst?‘ Und für wen erging jener Ausspruch, der als der Hadith vom gegrillten Vogel bekannt ist?“[21]

Weiterführende Literatur und Studien

Nach Aussage des sunnitischen Gelehrten Ibn Kathir ad-Dimaschqi wurden eigenständige Werke verfasst, die sich ausschließlich mit dem Hadith vom gegrillten Vogel und der Zusammenstellung seiner Wortlaute befassen: So verfassten etwa Abu Bakr b. Mirdawaih, Muhammad ibn Ahmad ibn Hamdan und MuHammad ibn Dscharir aṭ-Ṭabari diesbezügliche Abhandlungen. Der sunnitische Theologe (Mutakallim) Abu Bakr al-Baqillani verfasste hingegen ein Werk zur Widerlegung dieses Hadith.[22]

Des Weiteren widmete Mir Hamid Husain den dreizehnten Band (das vierte Buch des zweiten Teils) seines Werkes ʿAbaqat al-Anwar diesem Hadith. Er legte darin die Überlieferungsketten anhand sunnitischer Quellen detailliert dar, nannte die Namen der Überlieferer und unterzog jeden Hadith einer eingehenden wissenschaftlichen Kritik.[23] Dieser Teil seines Werkes umfasst 736 Seiten, wurde in zwei Bänden im Jahr 1306 n.H. in Lucknow gedruckt.[24]

Themenbezogene Anfragen

(„Wird die Überlieferung vom ,gebratenen Vogel‘ mit einer zuverlässigen Überlieferungskette in den sunnitischen Quellen überliefert?“)

Fußnoten

  1. Sayyid Murtadā, al-Fuṣūl al-Muḫtāra, S. 96.
  2. Mufīd, al-Ifṣāḥ, S. 33; Ganǧī aš-Šāfiʿī, Kifāyat aṭ-Ṭālib, S. 151.
  3. Vgl. beispielsweise Mufīd, al-Ifṣāḥ, S. 33; Sayyid Murtadā, al-Fuṣūl al-Muḫtāra, S. 96.
  4. Mufīd, al-Ifṣāḥ, S. 33.
  5. Sayyid Murtadā, al-Fuṣūl al-Muḫtāra, S. 96.
  6. Nasāʾī, Ḫaṣāʾiṣ Amīr al-Muʾminīn, B. 1, S. 29, Ḥadīṯ Nr. 10; Tamīmī al-Mauṣilī, Musnad Abī Yaʿlā, B. 7, S. 105.
  7. Tamīmī al-Mauṣilī, Musnad Abī Yaʿlā, B. 7, S. 105.
  8. Tamīmī al-Mauṣilī, Musnad Abī Yaʿlā, B. 7, S. 105.
  9. Ibn Kaṯīr, al-Bidāya wa-n-Nihāya, B. 7, S. 350.
  10. Ibn Kaṯīr, al-Bidāya wa-n-Nihāya, B. 7, S. 350.
  11. Vgl. beispielsweise Ṣadūq, al-Amālī, S. 655; Ibn ʿUqda al-Kūfī, Faḍāʾil Amīr al-Muʾminīn, S. 73–74; Ṭūsī, al-Amālī, S. 253 und 558.
  12. Ṭabrisī, al-Iḥtiǧāǧ, S. 197; Maǧlisī, Biḥār al-Anwār, B. 38, S. 348.
  13. Mīr Ḥāmid Ḥusain, ʿAbaqāt al-Anwār, B. 13, Teil 1, S. 107–110, 115; B. 13, Teil 2, S. 56.
  14. Ḥasanī al-Maġribī, Fatḥ al-Malik al-ʿAlī, S. 20.
  15. Tamīmī al-Mauṣilī, Musnad Abī Yaʿlā, B. 7, S. 105; Nasāʾī, Ḫaṣāʾiṣ Amīr al-Muʾminīn, B. 1, S. 29, Ḥadīṯ Nr. 10.
  16. Ṭabarānī, al-Muʿǧam al-Kabīr, B. 7, S. 82, Ḥadīṯ Nr. 6437.
  17. Ḏahabī, Mīzān al-Iʿtidāl, B. 3, S. 232.
  18. Ibn Kaṯīr, al-Bidāya wa-n-Nihāya, B. 7, S. 353.
  19. Amīnī, al-Ġadīr, B. 3, S. 308–309.
  20. Ibn Šahrāšūb, Verlag: al-Maktaba al-Ḥaidariyya – Nadschaf al-Aschraf, B. 2, S. 116.
  21. «فیاض لاهیجی، دیوان اشعار، قصاید», Qaṣāʾid (Lobgedichte))„Fayyāḍ Lāhīǧī, Dīwān-e Ašʿār, Qaṣāʾid“.
  22. Ibn Kaṯīr, al-Bidāya wa-n-Nihāya, B. 7, S. 353.
  23. Vgl. Mīr Ḥāmid Ḥusain, ʿAbaqāt al-Anwār, B. 13.
  24. «عبقات الانوار فی امامة الائمة الاطهار علیهم‌السلام», Kulturstiftung des Imamat.

Quellenverzeichnis

  • «عبقات الانوار فی امامة الائمة الاطهار علیهم‌السلام» (ʿAbaqāt al-Anwār über die Imāmat der reinen Imame (a.)), Kulturstiftung des Imamat, Datum der Veröffentlichung: 26. Dezember 2015, abgerufen am September 07, 2026.
  • «فیاض لاهیجی، دیوان اشعار، قصاید» (Fayyāḍ Lāhīǧī, Gedichtsammlung, Qaṣāʾid (Lobgedichte))„Fayyāḍ Lāhīǧī, Dīwān-e Ašʿār, Qaṣāʾid“.
  • Amīnī, ʿAbd al-Ḥusain, Mawsūʿat al-Ġadīr fī l-Kitāb wa-s-Sunna wa-l-Adab, bearbeitet vom Ġadīr-Zentrum für islamische Studien, unter der Leitung von Maḥmūd Hāšimī Šāhrūdī, Qom, Institut der Enzyklopädie der islamischen Rechtswissenschaft, 1388 n.i.S./1430 n.H./2009 n. Chr.
  • Buḫārī, Muḥammad ibn Ismāʿīl, at-Tārīḫ al-Kabīr, bearbeitet von Sayyid Hāšim Nadwī, Dār al-Fikr, o. J.
  • Ḏahabī, Muḥammad ibn Aḥmad, Mīzān al-Iʿtidāl, bearbeitet von Šaiḫ ʿAlī Muḥammad Muʿawwaḍ und Šaiḫ ʿĀdil Aḥmad ʿAbd al-Mawǧūd, Beirut, Dār al-Kutub al-ʿIlmiyya, 1995 n. Chr.
  • Ganǧī aš-Šāfiʿī, Muḥammad ibn Yūsuf, Kifāyat aṭ-Ṭālib fī Manāqib ʿAlī ibn Abī Ṭālib, bearbeitet von Muḥammad Hādī Amīnī, Teheran, Dār Iḥyāʾ Turāṯ Ahl al-Bait, 1404 n.H.
  • Ḥasanī al-Maġribī, Aḥmad ibn Muḥammad, Fatḥ al-Malik al-ʿAlī bi-Ṣiḥḥat Ḥadīṯ Bāb Madīnat al-ʿIlm ʿAlī, bearbeitet von Muḥammad Hādī Amīnī, Teheran, Bibliothek des Imām Amīr al-Muʾminīn ʿAlī, 3. Auflage, 1403 n.H.
  • Ibn Kaṯīr ad-Dimašqī, Ismāʿīl ibn ʿUmar, al-Bidāya wa-n-Nihāya, Beirut, Dār al-Fikr, 1407 n.H./1986 n. Chr.
  • Ibn Šahrāšūb, Muḥammad ibn ʿAlī, Manāqib Āl Abī Ṭālib, bearbeitet von einer Kommission der Gelehrten von Nadschaf, Druckerei al-Ḥaidariyya – Nadschaf al-Aschraf, Verlag al-Maktaba al-Ḥaidariyya – Nadschaf al-Aschraf, o. J.
  • Ibn Šahrāšūb, Muḥammad ibn ʿAlī, Manāqib Āl Abī Ṭālib, Qom, ʿAllāma-Verlag, 1379 n.H.
  • Ibn ʿUqda al-Kūfī, Aḥmad ibn Muḥammad, Faḍāʾil Amīr al-Muʾminīn, bearbeitet von ʿAbd ar-Razzāq Muḥammad Ḥusain Ḥirz ad-Dīn, Qom, Dalīl-e Mā, 1. Auflage, 1424 n.H.
  • Mīr Ḥāmid Ḥusain, ʿAbaqāt al-Anwār fī Iṯbāt Imāmat al-Aʾimma al-Aṭhār, Isfahan, Bibliothek des Amīr al-Muʾminīn, 2. Auflage, 1366 n.i.S.
  • Nasāʾī, Aḥmad ibn Šuʿaib, Ḫaṣāʾiṣ Amīr al-Muʾminīn ʿAlī ibn Abī Ṭālib, bearbeitet von Aḥmad Mīrīn al-Balūšī, Kuwait, Maktabat al-Muʿallā, 1406 n.H.
  • Ṣadūq, Muḥammad ibn ʿAlī, al-Amālī, Teheran, Ketābčī, 6. Auflage, 1376 n.i.S.
  • Šaiḫ al-Mufīd, Muḥammad ibn Muḥammad, al-Ifṣāḥ fī Imāmat Amīr al-Muʾminīn, Qom, Muʾassasa al-Biʿṯa, 1412 n.H.
  • Sayyid Murtadā, ʿAlī ibn Ḥusain, al-Fuṣūl al-Muḫtāra, bearbeitet von Sayyid ʿAlī Mīršarīfī, Beirut, Dār al-Mufīd, 1414 n.H.
  • Ṭabarānī, Sulaimān ibn Aḥmad, al-Muʿǧam al-Kabīr, bearbeitet von Ḥamdī ibn ʿAbd al-Maǧīd as-Salafī, Mossul, Maktabat az-Zahrāʾ, 1404 n.H.
  • Tamīmī al-Mauṣilī, Aḥmad ibn ʿAlī, Musnad Abī Yaʿlā, bearbeitet von Ḥusain Salīm Asad, Damaskus, Dār al-Maʾmūn li-t-Turāṯ, 1404 n.H.
  • Ṭūsī, Muḥammad ibn Ḥasan, al-Amālī, Qom, Dār aṯ-Ṯaqāfa, 1. Auflage, 1414 n.H.