Fatima al-Maʿsuma (s.)

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Faṭima bt. Mūsā b. Jaʿfar (arabisch: فاطمة بنت موسی بن جعفر), bekannt als Faṭima al-Maʿsūma (a.) ist die Tochter von Imam Mūsā b. Ğaʿfar al-Kāẓim (a) und die Schwester von Imam al-Riḍā. Sie ist eine hochgeschätzte und tugendhafte Frau von Ahl al-Bait (a.) und eine der Nachkommen der Imame, die in Qom begraben ist. Sie hat eine besondere Stellung in der schiitischen Tradition. Faṭima al-Maʿsūma (a.) wurde in Medina geboren, musste aber die Stadt im Jahr 201/816 verlassen und in den Iran ziehen, um sich ihrem Bruder anzuschließen. Doch in der Mitte des Weges starb sie an einer schweren Krankheit in Qom. Die religiösen Gelehrten bewunderten sie für ihre persönlichen und religiösen Verdienste und Eigenschaften, und einige Überlieferungen von ihr sind tradiert.


Geburt und Abstammung

Es gibt keine besondere Erwähnung von Faṭima al-Maʿsūmas Geburtsdatum in frühen Quellen. Spätere Geschichtsbücher berichten, dass sie am ersten Tag von Ḏu al-Qa'da, 173 / 26. März 790, in Medina geboren wurde. Ihr Vater ist Imam Mūsā b. Ğaʿfar al-Kāẓim (a), der siebte schiitische Imam, und ihr Bruder der achte schiitische Imam, Imam al-Riḍā. Die Mutter von Faṭima al-Ma'sūma und Imam al-Riḍā ist Nağma Ḫatūn.

Name und Titel

Ihr berühmtester Titel ist al-Ma'sūma. Dieser Titel stammt aus einer Überlieferung von Imam al-Riḍā. Darin heißt es: "Wer den Schrein von al- Ma'sūma in Qom besucht hat, ist, als hätte er mich besucht." Nach einer anderen Überlieferung hat sie sich auch als al- Ma'sūma, die Schwester von Imam al-Riḍā, bezeichnet. Zu ihren anderen Titeln gehören Ṭahira (die Reine), Ḥamida (die Lobenswerte), Birra (die Gerechte), Rašīda (die Reife), Taqīyya (die Fromme), Naqīyya (die Reine), Raḍīyya (die Zufriedene), Marḍīyyah (die, mit der Gott zufrieden ist), Ṣiddīqa (die Wahrhaftige) und Ukht al-Riḍā (die Schwester von al-Riḍā). Sie ist auch weithin bekannt als Karīmat Ahl al-Bait (a.) (die großzügige von Ahl al-Bait (a.)).

Persönliche Verdienste

Persisches Fliesenwerk im Heiligtum von fatima al-maasuma(s.) (( Wer auch immer den Schrein meiner Schwester, Fatima al-Masuma(a.)in Qom mit der Liebe und Erkenntnis ihrer wahren Bedeutung, besucht, wird unter den Bewohnern des Paradieses sein)) ,sagte Imam Reza(a.).

In traditionellen Texten wurde erzählt, dass mit Ausnahme von Imam al-Riḍā keines von Mūsā b. Jaʿfar al-Kaẓim (a.) Kindern auf dem gleichen Niveau war wie al-Maʿsuma (a.). Scheich 'Abbas al-Qummi schreibt: "Die Tugendhafteste unter den Töchtern von Mūsā b. Jaʿfar (a.) ist die große und angesehene Frau, die als al-Maʿsūma (a.) bekannt ist.

Wissen

Es wurde berichtet, dass eine Gruppe von Schiiten einmal nach Medina gegangen ist, um ihre Fragen von Mūsā b. Jaʿfar al-Kaẓim (a.) beantworten zu lassen. Zu der Zeit war der Imam (a.) aber auf einer Reise außerhalb von Medina. Daher schrieb Faṭima al-Maʿsūma (a.) die Antworten auf ihre Fragen auf ein Stück Papier und reichte es ihnen. Auf dem Rückweg begegneten sie dem Imam (a.) außerhalb der Stadt. Als der Imam (a.) ihre Fragen und die Antworten von Faṭima al-Maʿsūma (a.) sah, bewunderte und lobte er sie.

Zölibat

Nach einem Bericht von al-Ya'qūbī legte Imam Mūsā b. Ğaʿfar al-Kāẓim (a) in seinem Testament fest, dass keine seiner Töchter heiraten sollte. Jedoch haben andere Historiker die Echtheit dieses Berichts angezweifelt. In Imam al-Kaẓims (a.) Testament wird der volle Gehorsam der Kinder gegenüber Imam al-Riḍā (a.) gefordert, und es wird ausdrücklich gesagt: "Keine meiner Töchter sollte mit der Erlaubnis ihrer Halbbrüder, Onkel oder Herrscher heiraten, außer nach einer Konsultation und mit der Zustimmung von Imam al-Riḍā. Wenn sie es dennoch tun, ist es, als ob sie Gott und seinem Propheten (s.) widerstehen und mit Gott in seinem göttlichen Reich stritten, denn im Hinblick auf die Ehe kennt er (Imam al-Riḍā (a.)) die Interessen seines Stammes besser. Darum, wem er es erlaubt, darf heiraten, und wem er es nicht erlaubt, muss davon absehen.”. Ein wahrscheinlicherer Grund, warum sie unverheiratet blieb, ist, dass während der Herrschaft von Harūn al-Rašīd und al-Maʾmūn, die schiitischen, ʿAlawien und ihr Führer, Imam al-Kaẓim (a.), unter harter Verfolgung litten. Deshalb waren ihre gesellschaftlichen Kontakte stark eingeschränkt und niemand wagte es, Beziehungen zu ihnen zu unterhalten.

Überlieferungen

Als Erzählerin hat Faṭima al-Maʿsūma (a.) mehrere Ḥadithe von früheren unfehlbaren Imamen (a.) zitiert. Die bemerkenswertesten unter ihnen sind: der Ḥadith al-Ġadīr, der Ḥadith al-Manzila und Ḥadith über die Liebe zu den Nachkommen (a.) des Propheten Muhammad (s.) und die Position von Imam ʿAlī (a.) und seinen Anhängern.

Einwanderung in den Iran und Ankunft in Qom

Der Autor des Buches Die Geschichte von Qom schreibt: "Im Jahre 200/815 rief der Abbasiden Kalif al-Maʾmūn Imam al-Riḍā (a.) von Medina nach Marv herbei, denn er wollte den Imam (a.) zu seinem Nachfolger ernennen. Faṭima al-Maʿsūma (a.) verließ Medina in 201/816, um sich ihrem Bruder anzuschließen. Es wurde berichtet, dass sie sich auf die lange Reise vorbereitet hatte, nachdem sie einen Brief von ihrem Bruder erhalten hatte. Al-Maʿsūma (a.) zog in einer Karawane ihrer Verwandten in den Iran. Bei ihrer Ankunft in Sawih, einer Stadt in der Nähe von Qom, hatten sie eine blutige Begegnung mit den Feinden von Ahl al-Bait (a.), die zum Martyrium all ihrer Brüder und Neffen führte, und ihre Krankheit verursachte. Danach befahl sie ihrem Diener, sie in die Stadt Qom zu bringen. Einer anderen historischen Aufzeichnung zufolge, beschlossen sie - als die Nachricht von ihrer Krankheit Banū Saʿd erreichte - zu ihr zu gehen und sie zu bitten, mit ihnen nach Qom zu gehen. Mūsā b. Ḫazrağ, ein Gefährte von Imam al-Riḍā (a.), war der erste, der dies tat. Er ging zur Karawane und lud sie in sein Haus ein. In einigen späteren Geschichtsbüchern wird das Datum ihrer Ankunft in Qom mit Rabī al-Awwal 23 / 23. Oktober 816 angegeben. Faṭima al-Maʿsūma (a.) ließ sich in diesem Haus für 17 Tage nieder und verbrachte ihre Zeit in Anbetung. Heute ist der Ort, an dem sie im Haus von Mūsā b. Ḫazrağ in Qom betete, als Sittiyyah oder Bait al-Nur (das Haus des Lichts) bekannt und berühmt.

Ihr Tod

Es gibt keine explizite Erwähnung des genauen Datums ihres Todes in frühen Quellen. Allerdings geben spätere historische Berichte an, dass sie am zehnten vom Rabī aṯ-Ṯānī , 201/9 November 816 im Alter von 28 Jahren verstarb. Einige Quellen nennen den 12. des gleichen Monats. Die Schiiten hielten eine ehrenvolle Beerdigung für sie, in der sie ihren Leichnam in einem Garten, der zu Mūsā b. Ḫazrağ gehörte und als “Babilan” bekannt war, beigesetzt haben. Einige wundersame, außergewöhnliche Ereignisse sollen während der Beerdigung geschehen sein. Mūsā b. Ḫazrağ machte eine Stroh-Markise über das Grab, das dort bis 256/870 blieb, als Zainab, die Tochter von Imam al-Ğawād (a.), das Grab ihrer Tante besuchte und die erste Kuppel darüber baute.

Verdienste des Besuchs des Schreins von Faṭima al-Maʿsūma (a.)

Es gibt Überlieferungen von den unfehlbaren Imamen (a.) über die Vorzüge des Besuchs des Schreins von Faṭima al-Maʿsūma (a.). Imam al-Sādīq (a.) soll berichtet haben: "Allah hat eine heilige Stätte, die Mekka ist, der Prophet Muhammad (s.) hat eine heilige Stätte, die Medina ist, Imam ʿAlī (a.) hat eine heilige Stätte, die Kufa ist und wir, Ahl al-Bait (a.), haben eine heilige Stätte, die Qom ist. In einer anderen Überlieferung wird Imam al-Sādīq (a.) mit diesen Worten zitiert: "Es wird in Qom eine Frau von meinen Nachkommen sterben, die als Faṭima bt. Mūsā bekannt ist, durch deren Vermittlung alle Schiiten in den Himmel eintreten werden." Nach einer anderen Überlieferung ist der Eintritt in das Paradies als Belohnung für den Besuch des Schreins von Faṭima al-Maʿsūma (a.) versprochen worden. Imam al-Riḍā (a.) soll berichtet haben: "Wer den Schrein von al- Ma'sūma in Qom besucht hat, ist, als hätte er mich besucht." Oder in einem anderen Bericht: "Wer sie besucht, wird in das Paradies eintreten." Imam al-Ğawād (a.) sagte: "Wer auch immer den Schrein meiner Tante, Faṭima al-Ma'sūma (a.) in Qom mit der Liebe und Erkenntnis ihrer wahren Bedeutung, besucht, wird unter den Bewohnern des Paradieses sein."