Salih al-Muminin

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Salih al-Mu'minin (arabisch: صالح المؤمنین) bedeutet «der beste Gläubige» oder besser «rechtschaffener Gläubiger», entnommen aus dem vierten Vers der Sure at-Tahrim. In diesem Vers wird «Salih al-Mu'minin» als jemand vorgestellt, den der Prophet Muhammad (s.) zusammen mit Gott, Gabriel und anderen Engeln unterstützt. Die Koran-Exegeten sehen den Grund für die Offenbarung dieses Verses des «Salih al-Mu'minin» darin, dass einige die Frauen des Propheten (s.) ihn schikanierten und Gott tadelte sie mit dieser Offenbarung dieses Vers und forderte sie auf ihr Verhalten zu bereuen. Einige der Koranexegeten betrachteten den Therm «Salih al-Mu'minin» als Singular und beziehen sich nur auf jemanden während andere es als generisches Substantiv betrachteten und somit alle Muslime mit Frömmigkeit. In der ersten Ansicht betrachteten die schiitischen Kommentatoren Imam Ali (a.) als das einzige Beispiel und in der zweiten Ansicht als das beste Beispiel. Die ersten Sichtweise wird durch Überlieferungen belegt, die in Quellen der Schiiten und der Sunniten erwähnt werden und Imam Ali (a.) als das einzige Beispiel rechtschaffener Gläubiger betrachten wegen seiner Unfehlbarkeit und seinen Verdiensten. Eine Reihe sunnitischer Koran-Exegeten betrachteten die ersten beiden Kalifen als Beispiele rechtschaffener Gläubiger, weil sie ihre Töchter Ayesha und Hafsa davon abhielten den Propheten (s.) zu belästigen, geben jedoch an, dass ihre Beispiele nicht nur diesen vorbehalten sind.

Begriffsbestimmung

«Salih al-Mu'minin» bedeutet der beste Gläubige oder würdiger Gläubiger.[1] Einige Koran-Exegeten hielten «Salih» für ein generisches Substantiv in der erwähnten Kombination[2] und kamen zu dem Schluss, dass damit alle rechtschaffenen, frommen und komplett gläubigen Menschen einschließt.[3] Andererseits lehnten einige andere die Allgemeingültigkeit von «Salih al-Mu'minin» ab und sind der Ansicht, dass dieser Begriff nur auf eine Person angewendet werden kann.[4] Laut Allama Tabataba’i unterscheidet sich die Bedeutung von «Salih al-Mu'minin» von der Bedeutung von «Al-Salih min al-Mu'minin» (deutsch: rechtschaffener von den Gläubigen) weil nur das zweite Nomen den bestimmenden Artikel «Al» hat womit es ein generisches Substantiv und damit ein allgemeiner Begriff ist. Aber «Salih al-Mu'minin» vermittelt weder Geschlecht noch Allgemeingültigkeit.[5]

Der Salih al-Mu'minin-Vers

Den «Salih al-Mu'minin»-Vers findet man in der 66. Sure Tahlim im Vers Nr.4:

Daher ist der erwähnte Vers als der «Salih al-Mu'minin» (deutsch: der rechtschaffene Gläubige) bekannt.[6]

Umstände der Offenbarung des Verses

Über die Umstände der Offenbarung des «Salih al-Mu'minin»-Verses gibt es Überlieferungen, die von der Belästigung des Propheten Gottes durch einige seiner Frauen berichten.[7] Diesen Überlieferungen zufolge ging der Prophet zu einer seiner Frauen, aß etwas Honig und blieb eine lange Zeit bei ihr. Ayesha und einige andere Frauen des Propheten beschlossen unter Vorwand des Mundgeruchs sich vom Propheten (s.) abzuwenden wenn er mit anderen Freuen Honig aß. Nach diesem Vorfall verbat der Prophet sich selbst Honig zu essen. In einigen Überlieferungen wird erwähnt, dass er sich von seinen Frauen zurückzog und beschloss sich von ihnen scheiden zu lassen. Nach einiger Zeit wurden die Verse der Sure at-Tahrim offenbart und verbaten dem Propheten (s.) sich selbst das Erlaubte zu verbieten.[8] [Anmerkung 1] Der Vers forderte auch die Frauen des Propheten zur Buße wegen der Belästigung, die sie ihm zufügten und warnte sie dass sie wenn sie darauf bestehen den Propheten (s.) zu belästigen wissen sollten dass Gott der Schutsherr des Propheten (s.) bei jeder Gefahr ist. Wenn er bedroht wird so sind Gott der Schutzherr und der Erzengel Gabriel, «Salih al-Mu'minin» (der rechtschaffene Gläubige) und die anderen Engel seine Unterstützer.[9]

Wer ist «Salih al-Mu'minin»?

Viele schiitische Koran-Exegeten betrachten Imam Ali (a.) als Beispiel des «Salih al-Mu'minin». Laut Allama al-Majlisi[10] sind sich die schiitischen Gelehrten und laut Allama Hilli[11] die Koran-Exegeten einig, dass «Salih al-Muminin» Imam Ali (a.) ist. Ihr Beleg sind Überlieferungen in schiitischen[12] und sunnitischen Quellen,[13] wobei Imam Ali (a.) das einzige Beispiel ist. Über den Grund sagten sie, dass «Salih al-Mu'minin» der beste der Gläubigen sein sollte[14] und somit unfehlbar weil er zusammen mit Gabriel und anderen Engeln genannt wird.[15] Allama Tabatabaee sieht Imam Ali (a.) als einziges Beispiel des «Salih al-Muminin».[16] Im Gegensatz zu diesem sind einige andere sunnitische und schiitische Kommentatoren der Ansicht, dass «Salih al-Mu'minin» alle rechtschaffenen, frommen und vollkommenen Gläubigen einschließt.[17] Auf dieser Grundlage stellten Nasser Makarem Shirazi und der schiitische Koran-Exeget Abdullah Javadi Amoli Imam Ali (a.) als das vollkommenste Beispiel vor.[18] Der sunnitische Koran-Exeget Alousi (gestorben 1270 n. Chr.) sah in Abu Bakr bin Abi Quhafa und Umar bin Khattab Beispiele rechtschaffener Gläubiger. Aber gibt an, dass dies nicht nur diesen beiden vorbehalten sind.[19] Er übernahm diese Ansicht vom sunnitischen Koran-Exeget aus dem sechsten Jahrhundert nach der Hijjra Ibn Asakir zu.[20] Er begründet dies damit, dass Abu Bakr und Umar ihre Töchter Ayesha und Hafsa, die Frauen des Propheten (s.), untersagten den Prophet (s.) zu belästigen.[21] Schuschtri betrachtete diese Ansicht nicht als Konsens der Koran-Exegeten und sieht die Bedeutung von «Salih al-Muminin» als «Aslah al-Mu'minin» (Deutsch: der rechtsaffenste Gläubige), weil die Anwendung des Singular auf mehrere Personen gegen die literarischen Regeln verstößt. Auf dieser Grundlage darf nur eine Person ein Beispiel für dieses Konzept sein.[22] Basierend auf einigen Überlieferungen in sunnitischen Quellen wurden auch Abu Bakr und Umar oder gar Umar allein als Beispiel für «Salih al-Mu'minin» benannt.[23] Die Belege dieser Überlieferungen gelten jedoch als schwach.[Anmerkung 2][24]

Fußnoten

  1. Quraschi, Qamus Quran, B.4, S.142
  2. Tabrisi, Majma' al-Bayan, B.10, S.471; Alusi, Ruh al-Ma'ani, B.14, S.348; Makarim Schirazi, Tafsir Nemune, B.24, S.280
  3. Makarim Schirazi, Tafsir Nemune, B.24, S.280
  4. Tabatabaee, Al-Mizan, B.19, S.332
  5. Tabatabaee, Al-Mizan, B.19, S.332
  6. Hilli, Nahj al-Hagh, S.191
  7. Wahidi, Asbab Nozul Quran, S.459-461
  8. Wahidi, Asbab Nozul Quran, S.459-461
  9. Tabatabaee, Al-Mizan, B.19, S.331
  10. Majlisi, Bihar al-Anwar, B.36, S.31
  11. Hilli, Minhaj al-Karama, S.146
  12. Siehe: Saduq, Al-Amali, S.31; Howaizi, Tafsir Noor al-Thaghalain, B.5, S.370
  13. Siehe: Haskani, Schawahid al-Tanzil, B.2, S.341-352; Abuhayyan Andolosi, Al-Bahr al-Mohit, B.5, S.332; Soyuti, Al-Dorr al-Manthur, B.6, S.244
  14. Schuschtari, Ihghagh al-Hagh, B.3, S.314-320
  15. Sayed Ibn Tawus, Sa'd al-So'ud, S.181; Sadeghi Tehrani, Al-Forqan, B.28, S.438
  16. Tabatabaee, Al-Mizan, B.19, S.332
  17. Tabari, Jame al-Bayan, B.28, S.105; Alusi, Ruh al-Ma'ani, B.14, S.349; Makarim Schirazi, Tafsir Nemune, B.24, S.280
  18. Makarim Schirazi, Tafsir Nemune, B.24, S.280
  19. Alusi, Ruh al-Ma'ani, B.14, S.349
  20. Alusi, Ruh al-Ma'ani, B.14, S.348-349
  21. Schuschtari, Ihghagh al-Hagh, B.3, S.314
  22. Schuschtari, Ihghagh al-Hagh, B.3, S.319
  23. Alusi, Ruh al-Ma'ani, B.14, S.349
  24. خداپرست، «بررسی تطبیقی دیدگاه مفسران فریقین درباره مصداق صالح‌المؤمنین»، ص۹۲-۹۶.

Anmerkungen

  1. Über die Namen dieser Frauen gibt es unterschiedliche historische Berichte: Einige sehen Hafsa (persisch: حفصه دختر عمر بن خطاب) als diejenige in deren Haus der Prophet Honig aß und andere Sauda (persisch: سوده دختر زمعة بن قیس). Ebenfalls sind die Namen Hafsa, Sauda und Safiya (persisch: صفیه دختر حیی بن اخطب) unter denjenigen zu finden, die mit Ayesha zusammen arbeiteten. (Wahidi, Asbab al-Nuzul, 1411 n. Chr., S. 461-460.)
  2. als “schwache Überlieferung“ werden Überlieferungen genannt, die aufgrund der Berichtertatter-Kette und/oder Inhalt Zweifel an der Authentizität haben

Quellenverzeichnis

  • Abuhayyan Andolosi, Mohammad b. Yusof, Al-Bahr al-Mohit, Beirut, Dar al-Fikr, 1420n.H
  • Alusi, Mahmud, Ruh al-Ma'ani, Beirut, Dar al-Kotob al-Ilmiyya, 1415n.H
  • Haskani, Ubaidullah, Schawahid al-Tanzil, Teheran, Wezarat Irschad, 1411n.H
  • Hilli, Hassan b. Yusof, Minhaj al-Karama fi Ma'rifat al-Imama, Maschhad, Muassia Aschura, 1379n.i.S
  • Hilli, Hassan b. Yusof, Nahj al-Hagh wa Kaschf al-Sidq, Qom, Dar al-Hijra, 1407n.H
  • Howaizi, Abdulali, Tafsir Noor al-Thaghalain, Qom, Ismailian, 1415n.H
  • Majlisi, Mohammad Baqir, Bihar al-Anwar, Beirut, Dar Ihya al-Turath al-Arabi, 1403n.H
  • Makarim Schirazi, Naser, Tafsir Nemune, Teheran, Dar al-Kotob al-Ilmiyya, 1371n.i.S
  • Quraschi, Ali Akbar, Qamus Quran, Teheran, Dar al-Kotob al-Islamiyya, 1411n.H
  • Sadeghi Tehrani, Mohammad, Al-Forqan fi Tafsir al-Quran, Qom, Farhang Islami, 1406n.H
  • Sayed Ibn Tawus, Sa'd al-So'ud, Qom
  • Soyuti, Jalal al-Din, Al-Dorr al-Manthur, Qom, Kitabkhane Ayatullah Mar'aschi, 1404n.H
  • Schuschtari, Qazi Nurullah, Ihghagh al-Hagh wa Izhagh al-Batil, Qom, Kitabkhane Ayatullah Mar'aschi, 1409n.H
  • Tabari, Mohammad b. Jarir, Jame al-Bayan fi Tafsir al-Quran, Beirut, Dar al-Ma'rifa, 1412n.H
  • Tabatabaee, Sayed Mohammad Hossein, Al-Mizan fi Tafsir al-Quran, Beirut, Dar Ihya al-Turath al-Arabi, 1390n.H
  • Tabrisi, Fazl b. Hassan, Majma' al-Bayan, Teheran, Naser Khosro, 1372n.i.S
  • Wahidi, Ali b. Ahmad, Asbab Nozul al-Quran, Beirut, Dar al-Kotob al-Ilmiyya, 1411n.H
  • خداپرست، اعظم و دژآباد، حامد، «بررسی تطبیقی دیدگاه مفسران فریقین درباره مصداق صالح‌المؤمنین» در مجله مطالعات تفسیری، شماره ۲۲، ۱۳۹۴ش.