Ziyara

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Die Empfehlung zur Ziyara des Schreins des Propheten (s.) ist von allen Muslimen akzeptiert

Ziyāra (arabisch: الزيارة; Besuch, Visitation) oder Pilgerfahrt ist ein religiöser Akt, der bedeutet vor religiösen Führern oder ihren Gräbern zu erscheinen, um Liebe und Ehrerbietung auszudrücken und spirituellen Segen zu erlangen. Der Besuch religiöser Persönlichkeiten und ihrer Gräber gehörte immer schon zu den empfohlenen Handlungen im Islam, welche im Laufe der Geschichte die Muslime pflegten. Der Besuch des Propheten (s.) und der Imame (a.) hatte jedoch unter den Schiiten eine größere Bedeutung, denn zahlreiche spirituelle Vorteile und Belohnungen wurden dafür erwähnt. Da die Ziyara in der schiitischen Kultur große Bedeutung hat, wird sie auch als eine der Merkmale der Schiiten angesehen.

Trotz der allgemeinen Meinung der Muslime über die Empfehlung und Zulässigkeit von Ziyaras, behauptet der Wahhabismus, der bestimmte Interpretationen bezüglich einiger Verse vertritt, dass Ziyaras nicht mit der Verhaltensweise des Propheten (s.) vereinbar ist und Zweifel diesbezüglich weckte. Diese Zweifel veranlassten schiitische und sunnitische Gelehrte die Zulässigkeit von Ziyaras zu beantworten und zu verteidigen.

Bedeutung

Das Wort "Ziyara" bedeutet wörtlich, sich an etwas zu wenden und sich von etwas zurückzuziehen. Die Person, die auf eine Ziyara geht, wird Za'ir genannt, da sie sich von anderen abwendet, wenn sie eine weitere Person besuchen geht.[1]

Die übliche Bedeutung von Ziyara ist, dass man sich an eine Person wendet, um Respekt zu zeigen und ihr nahe zu sein; d.h. ein Besuch, der von Ehrfurcht im Herzen und spirituellem Zugang begleitet wird. Einige sagten auch, dass der Besuch der Freunde Gottes und großer muslimischer Persönlichkeiten Ziyara genannt wird, da man sich von der materiellen Welt abwendet hin zur spirituellen Welt.

Bedeutung in der islamischen Kultur

In der islamischen Kultur und in allen muslimischen Traditionen nimmt die Ziyara eine wichtige Position ein, die aus den von Imamen (a.) erhaltenen Hadithen über die versprochenen Belohnungen für Ziyaras verstanden werden kann. Hadithe über die Empfehlung der Ziyara des Propheten (s.) sind zahlreich und auf der Ebene von Tawatur [hohe Überlieferungshäufigkeit] und werden sowohl von Schiiten als auch von Sunniten anerkannt. Daher gehen die Muslime schon seit langer Zeit zur Ziyara des Grabes des Propheten (s).

Obwohl die Ziyara (der Besuch) der Gräber von Rechtschaffenen, insbesondere des Propheten (s.) von allen Muslimen akzeptiert wird, ist das Konzept der Ziyara in der schiitischen Kultur noch wichtiger. Neben der Ziyara des Propheten (s.) ist auch die Ziyara der unfehlbaren Imame (a.) ein Teil der schiitischen Rituale und für sie von großer Bedeutung.

Im Schiitentum

In der schiitischen Kultur bedeutet Ziyara die Verbindung mit dem unfehlbaren Imam (a.) und das Bekenntnis seiner Wilaya. Die Ziyara zu den Unfehlbaren (a.) gehört zu den Zeichen der Loyalität ihnen gegenüber und ist gleichzeitig die Forderung ihnen das Recht der Wilaya zuzugestehen; da nach Ansicht der Schiiten der Prophet (s.) und die Imame (a.) die Wilaya inne haben und selbst nach ihrem Tod diese Position beibehalten.

Eine der Früchte der Wilaya der Imame ist die Kontrolle über die Herzen, was bedeutet, dass der Imam die Kontrolle über die Seelen und Herzen der Menschen hat. In den meisten Ziyara-Texten ist eine solche Wilaya und Imama zugelassen; zum Beispiel wird es in den Texten für Ziyaras zu den Imamen (a.) erwähnt: "Ich bestätige, dass du meinen Platz siehst und mein Wort hörst und meinen Gruß erwiderst." Aus schiitischer Sicht wird die Seele des Imams mit Gottes Erlaubnis auf seine Besucher aufmerksam gemacht und dieses ließ die Ziyara der Schiiten zu einer Begegnung voller Liebe und Spiritualität werden, deren Einfluss offensichtlich auch in schiitischer Prosa und Poesie zu sehen ist . Die Ziyara und die heiligen Schreine der Ahl al-Bait (a.) spielten schon immer eine große Rolle in der schiitischen Geschichte und schenkte ihnen große Aufmerksamkeit. Sie wird als eines der bedeutensten kulturellen Symbole der Schiiten angesehen.

Im Sunnitentum

Zahlreiche Überlieferungen und historische Berichte über den Besuch (Ziyara) der Gefährten des Propheten (s.) in sunnitschen Quellen zeigen, dass die Ziyara unter den Sunniten akzeptiert ist und empfohlen wird. In vielen Büchern wie Sahih al-Muslim und Sunan Abi Dawud wurde vom edlen Propheten (s.) überliefert: "In der Vergangenheit habe ich euch den Besuch der Gräber untersagt, aber tut es jetzt, da es euch an das Jenseits erinnert und dieser Besuch euren Segen vermehrt, also sollte jeder sie besuchen, so ihr möchtet, sprecht aber nichts unsinniges".[2]

Modelle

In den Überlieferungen der Ahl al-Bait (a.) werden verschiedene Arten von Ziyaras angeführt, einige davon sind:

Besuch der Kaʿba: die Hajj, ʿUmra oder die Durchführung der Umrundung (Tawaf) der Ka'ba.[3] Die Empfehlung des Besuches der Ka'ba und die Verpflichtung dieser Pilgerfahrt gehören zu den definitiven Urteilen, über die bei allen Muslimen Einstimmigkeit herrscht. Darüber hinaus wurde die Kaaba den Überlieferungen zufolge auch von allen Propheten der Vergangenheit geehrt.[4]

Besuch des Propheten (s.), der sowohl zu seinen Lebzeiten als auch nach seinem Tod belohnt wurde und wird.[5] Die Zulässigkeit und Empfehlung seines Besuches wird sowohl von Schiiten als auch von Sunniten akzeptiert, worüber unzählige Überlieferungen tradiert wurden. Imam as-Sadiq (a.) überlieferte vom Propheten (s.), dass ich für jeden, der mich besucht am Tage des Gerichts für ihn Fürsprache einlegen werde.[6] Auch in einem anderen Hadith wird überliefert, dass der Besuch des Grabes des Propheten (s.), der Gräber der Märtyrer und des Grabes von Imam al-Husain (a.) einer Durchführung der Hajj in Gesellschaft des Propheten (s.) gleichkommt.[7]

Besuch von Amir al-Mu'minin, 'Ali b. Abi Talib (a.) in Najaf: Hierfür werden, laut Hadithe, große Belohnungen versprochen; Zum Beispiel überlieferte Imam al-Husain (a.) vom Propheten (s.), dass "ich jeden, der mich oder 'Ali (a.) besucht, am Tage des Gerichts besuchen und ihn von seinen Sünden befreien werde." [8] Gemäß dieser Hadithe ist Imam ʿAli (a.) allen Imamen (a.) überlegen. Bezüglich seines Besuches (Ziyara) gibt es viele Hadithe.

Die Ziyara von Sayyida Fatima az-Zahra (a.), deren Grab unbekannt ist, kann aus der Ferne durchgeführt werden.[9]

Besuch von Imam al-Husain (a.) in Karbala: Dazu wurde erwähnt, dass die Menge und Größe der Belohnungen unterschiedlich sind und im Verhältnis zu dem Wissen des Besuchers und seiner Manieren steht.[10]

Besuch anderer Imame (a.). Es wird von Imam as-Sadiq (a.) überliefert, dass der Besuch von jedem der Imame (a.) genauso belohnt wird wie der Besuch des Propheten (s).[11]

Ziyara der Imame (a.) aus der Ferne: Wenn jemand nicht in der Lage ist den Propheten (s.), einen Imam (a.) oder Sayyida Fatima (s.) zu besuchen, so kann er die Ziyara auch aus der Ferne machen.[12]

Ziyara von Sayyida Fatima al-Ma'suma (a.), der ehrenwerten Tochter von Imam al-Kazim (a.) in Qom. Es gibt viele Hadithe über ihre Tugenden. Es wird von Imam ar-Rida (a.) überliefert, dass die Belohnung für den Besuch von Sayyida al-Ma'suma (s.) das Paradies ist.[13]

Die Ziyara von 'Abd al-'Azim al-Hasani in Rey: Er war einer der großen Nachkommen von Imam Hasan al-Mujtaba (a.) und ein großer Gefährte der Imame (a.). In einem Hadith wird erwähnt, dass die Belohnung dafür, dass man ihn besucht gleichkommend mit einer Ziyara von Imam al-Husain (a.) ist.[14]

Die Ziyara von treuen und rechtschaffenen Menschen: In vielen Hadithen wurde empfohlen die Gräber der Gläubigen zu besuchen und Du'a für sie zu machen. In einer von Imam ʿAli (a.) überlieferten Hadithe, gibt er den Rat Verstorbene zu besuchen, da sie von ihrem Besuch glücklich werden und es sollen Bitten an Gott gerichtet werden bei den Gräbern von Vater und Mutter.[15]

Sitten und Bräuche

Das Herz der Ziyara ist die spirituelle Aufmerksamkeit und der Respekt gegenüber dem Imam, ihn zu grüßen und das Eingehen einer spirituellen Beziehung zu ihm. Es gibt bestimmte Anweisungen für die Ziyara einiger Imame (a.), wie auch für den Propheten (s.) oder Imam al-Husain (a.). Zum Beispiel gibt es bestimmte Bittgebete und Manieren, die während der Ziyara des Propheten (s.) empfohlen werden. Die Ziyara von Imam al-Husain (a.) am Tag von 'Arafa' hat gewaltige Belohnungen. Die Ziyara von Imam ar-Rida (a.) in den Monaten von Dhu l-Qa'da und Rajab ist empfohlen.

Einige der üblichen Manieren bezüglich Ziyaras sind folgende:[16]

Die Ziyara mit Wissen durchzuführen; vielen Überlieferungen zufolge kommt die volle Belohnung für die Ziyara denen zu, welche die Ziyara durchführen, während sie sich der Position des Imams (a.) bewusst sind ('Arif bi-haqqih [seine Rechte kennend]). Wissen hat zwar verschiedene Ebenen, aber das Mindestmaß davon ist, dass der Besucher weiß, dass er einen unfehlbaren Imam (a.) besucht, der die Wilaya besitzt, dessen Gehorsam verpflichtend ist, dass er der Nachfolger des Propheten (s.) ist und dass der Besucher die Rechte des Imams anerkennt und seinen Anweisungen Folge leistet. Um zu erklären, was es bedeutet, sich der Rechte des Imams bewusst zu sein und zu wissen, sagte Imam al-Kazim (a.): Es ist zu wissen, dass der Gehorsam ihm gegenüber obligatorisch ist und dass er qarib [ohne Hilfe in der Ferne] war und den Märtyrertod gestorben ist."[17]

  • Die Ghusl (rituelle Ganzkörperwaschung) sollte für eine Ziyara durchgeführt werden.[18]
  • Ebenso Wudu [rituelle Waschung] durchführen;
  • Das Tragen von neuer und sauberer Kleidung ist empfohlen;
  • Das Benutzen von Parfüm (mit Ausnahme der Ziyara von Imam al-Husain (a.) ist empfohlen;
  • Unsinniges Gerede vermeiden;
  • Die Rezitation von Idhn Dukhul [Eintrittserlaubnis] durchführen;
  • In die Nähe des Grabes gehen, damit der Besucher das Darih erreicht und sich daran festhält, sofern er andere Besucher nicht stört. (Die Ziyara der Imame (a.) besteht jedoch nicht nur aus dem Berühren und Küssen des Darihs, der Besucher kann die volle Belohnung der Ziyara auch erhalten, ohne das Darih berührt zu haben, nur indem er den Ziyara-Text rezitiert und diese Ehrbaren begrüßt. Die Meinung, dass, wenn eine Person es nicht schafft oder es unterlässt das Darih zu erreichen oder zu küssen, seine Ziyara wäre unvollständig, ist falsch.);
  • Rezitation der Ziyara-Texte, die von den Imamen (a.) überliert wurden, wie Ziyarat Amin Allah und al-Jamiʿa al-Kabira;
  • Nicht laut reden und Duʿa mit einem tiefen Ton rezitieren;
  • Zwei Gebetseinheiten verrichten und seine Belohnung demjenigen schenken, der im Grabe liegt;
  • Bittgebete tätigen und den Koran rezitieren sowie seine Belohnung dem schenken, der im Grabe liegt;
  • Die Türschwelle küssen [jedoch ist das Niederwerfen (Sujud) vor dem Darih nicht erlaubt];
  • Buße tun (Tawba), weil solche Orte, Orte der Annahme der Buße sind;
  • Das Verlassen des Schreins (insbesondere aus der Umgebung des Darih) nach der Ziyara, um Raum für andere zu schaffen, welche Ziyara machen möchten;
  • Nicht müde werden von der Ziyara und die Liebe zur Ziyara in seinem Herzen bewahren;
  • Wenn jemand nicht die Ziyara durchführen kann, so kann er es auch aus der Ferne tun. In den Quellen für Du'a und Ziyara (wie Mafatih al-Janan) gibt es spezielle Ziyara-Texte für die Ziyara aus der Ferne.

Vorteile

Es gibt verschiedene Arten von Ziyaras, jede davon hat einzigartige Vorteile. Zum Beispiel hat die Ziyara der Kaʿba eine bestimmte Philosophie und bestimmte Arten der Ausführung, die in den Quellen von Bittgebeten und Ziyaras ausführlich beschrieben werden.[19]

Ziyara der Gläubigen und ihrer Gräber ist eine gegenseitige Beziehung, die sowohl für den Besucher als auch für den Besuchten Vorteile und Früchte bringt. Zusätzlich zu reichlichen Belohnungen für den Besuch der Gläubigen wird in vielen Hadithen erwähnt, dass derjenige, der im Grabe liegt, die Anwesenheit seines Besuchers wahrnimmt und durch seine Anwesenheit glücklich wird.[20] Andere Vorteile für die Ziyara der Gräber der Gläubigen sind, an den Tod erinnert zu werden, Lehren daraus zu ziehen und sich auf eine Verbesserung vorzubereiten.[21]

Vorzüge der Ziyara der unfehlbaren Imame (a.) Der Prophet (s.) und die reinen Imame (a.) sind vollkommene Menschen und die beliebtesten Diener Gottes, die Gott am allernächsten und auf dem Höhepunkt der Gottesfurcht sind. Gott bewahrte sie vor allen Sünden und Fehlern. Die Liebe zur Ahl al-Bait (a.) zu pflegen ist Gottes Befehl und die Feindseligkeit mit ihnen bedeutet in Wirklichkeit die Feindschaft mit Gott.[22] Das Erlangen eines hohen Maßes an der Nähe zu Gott, ohne die Ahl al-Bayt (a.) zu lieben und ihre Wilaya anzuerkennen, ist nicht möglich.

Dies zeigt wie vorzüglich die Ziyara ist, es ist einer der besten Wege sich mit den unfehlbaren Imamen zu verbinden, was spirituellen Erfolg mit sich bringt. Außerdem stärkt, den Imamen (a.) Ehre zu erweisen, die spirituelle Verbindung zwischen dem Besucher und dem Imam (a.) und führt zur Fortsetzung seiner spirituellen Entwicklung.

Vergebung von Sünden, das Profitieren von der Fürsprache der Imame (a.) und die Erfüllung der Bitten sind u.a spirituelle Früchte, die die Ziyaras der Imame (a.) mit sich bringen.

Um Beispiele zu geben sollen im folgenden einige Hadithe über die Vorzüge der Ziyara erwähnt werden:

Imam as-Sadiq (a.) sagte: "Jeden, der das Grab von Imam al-Husain (a.) um Gottes willen besucht, den wird Gott vom Feuer der Hölle befreien und ihn am Tag des Gerichts beschützen. Er würde Gott keine Bitte stellen, sei es in Bezug auf die Welt oder das Jenseits, ohne sie erfüllt zu sehen."[23]

Imam ar-Rida (a.) sagte: "Die Awaliya und die Anhänger des Imams sind an einen Bund mit ihm gebunden, der nur dann vollständig erfüllt wird, wenn die Gräber dieser Imame (a.) besucht werden. Wer also die Imame leidenschaftlich besucht und damit bestätigt, was sie meinen und anstreben, so werden seine Imame (a.) am Tag des Gerichts für ihn eintreten."[24]

Imam ar-Rida (a.) sagte: "Jeden, der mich in dieser einsamen Stadt (Mashhad) besucht, werde ich an drei Orten besuchen und ihn von seinen Ängsten befreien; wenn ihm seine Aufzeichnungen über seine Handlungen vorgelegt werden, wenn er stirbt, an der Sirat-Brücke und wenn seine Handlungen gemessen werden."

Erzieherische Funktionen

  • Zusätzlich zu den Belohnungen, die in den Hadithen für die Besucher der Imame (a.) erwähnt werden, weist die Kultur der Ziyara auch mehrere soziale und erzieherische Funktionen auf :
  • Erhöhung des Wissens des Besuchers und das Erlernen religiöser Lehren durch die Ziyara-Texte
  • das Erlernen des Wissens über die Positionen der Imame (a.);
  • Stärkung der Wilaya Beziehung zwischen den Besuchern und den Gott Nahestehenden;
  • Bereitstellung eines geeigneten Modells für die Gesellschaft;
  • Vorbereitung einer religiösen Umgebung, die Schreine der Imame (a.) und ihre Gräber, um die Sünden aufzulösen und Tugenden zu entwickeln.

Soziale und politische Funktionen Seit Beginn ihrer Geschichte waren, in den meisten Zeitaltern, die Schiiten eine Minderheit, die stets Regierungen gegenüberstanden von denen sie aus verschiedenen politischen Gründen gehasst wurden, daher sind politische und soziale Themen mit den Überzeugungen der Schiiten vermengt.

In der Geschichte der Schiiten waren die angesehenen Schreine der unfehlbaren Imame (a.) auch Zentren für das Wissen und für die Predigten über Religion, Ursprünge von Revolutionen und Aufständen, Orte, um Bündnisse für Revolutionen und soziale Bewegungen zu schließen etc. Die größten schiitischen Seminare wurden in Najaf, Qom und Mashhad entwickelt.

Angesichts politischer und sozialer Problematiken sind für die Ziyaras zusammenfassend einige wichtige Punkte angeführt:

  • Die Erhaltung und Stärkung des kollektiven Geistes und der schiitischen Identität und die Forsetzung der Kämpfe der Imame (a.) gegen die Tyrannen, auch innerhalb der Umma;
  • Hoffnungstiftend in Not und kritischen Situationen;
  • Das am Leben erhalten des Geistes der Tapferkeit und des Heldenmutes im Menschen und die Förderung des Geistes der Wahrheitssuche in der Gesellschaft sowie das Anstreben der Gerechtigkeit;
  • Das Hervorheben der Bewahrung von Rechten und die Umsetzung der Gerechtigkeit, als wichtigstes Ideal der Schiiten, diese Funktion ist aus dem Inhalt der Ziyaras explizit herauszulesen;
  • Wiederbelebung des Geistes der Rache an den Unterdrückern durch Erläuterung des Unrechten, welches den Imamen (a.) der Schiiten und ihren Anhängern im Laufe der Geschichte wiederfuhr.
  • Aufmerksamkeit richten auf die ideale Gesellschaft und Regierung, welche Imam al-Mahdi (a.) nach seiner Wiederkunft bilden wird.

Ziyara-Texte

Hauptartikel: Ziyara-Texte

In den schiitischen Überlieferungen werden außer der Lehre von Manieren bezüglich der Ziyara einige Texte angeführt, die der Besucher, sobald er das Grabmal der Imame (a.) besucht, lesen sollte. Die von der Ahl al-Bait (a.) uns erreichten Ziyara-Texte enthalten größtenteils reiche Inhalte über korrekte islamische Kenntnisse und Überzeugungen. Einige dieser Ziyara-Texte sind aufgrund ihrer Referenz und ihres speziellen Inhalts bedeutsamer und bekannter; Wie die Ziyara von Ashuraʿ, al-Jamiʿa al-Kabira, Ziyara Amin u Allah, Ziyara Warith und Ziyara Al-i Yasin.

Die Wichtigkeit der Ziyara und der Umfang der Manieren führte dazu, dass das Thema der Ziyara eine der wichtigen religiösen Diskussionen auslöste und die Verfassung von zahlreichen Werken darüber veranlasste.[25]Ibn Qulawayh al-Qummis Kamil az-Ziyarat ist eine der authentischsten Referenzen. Weitere Werke sind Scheich al-Mufids al-Mazar, Scheich at-Tusis Misbah al-Mutahajjid, Sayyid b. Tawus Muhaj al-Daʿawat, Ibn al-Mashhadis al-Mazar al-Kabir, Allama al-Majlisis Tuhfat al-Zaʿir und Scheich ʿAbbas Qummis Mafatih al-Janan.

Kritiken

Hauptartikel: Gräber besuchen

Die Wahhabiten haben mit ihrer wörtlichen Auslegung der Koranverse und der Überlieferungen und in Bezugnahme auf die Hadithe Schaddu Rihal, das Reisen zum Besuch der Gräber der Propheten, Imame und Rechtschaffenen als verboten erklärt und als Beigesellung abgetan. Viele sunnitische und schiitische Gelehrte lehnen diesen Standpunkt der Wahhabiten ab.

Fußnoten

  1. Ibn Fāris, Muʿğam Maqāyīs al-Lugha, unter dem Wort "زور".
  2. Muslim b. al-Ḥajjāj, Ṣaḥīḥ al-Muslim, Kitāb al-Ğanāʿiz, B. 2, S. 672; Abū Dāwūd, Sunan Abī Dāwūd, B. 3, S. 332.
  3. Kulainī, al-Kāfī, B. 4, S. 212; 213.
  4. al-Kulainī, al-Kāfī, B. 4, S. 212; 213.
  5. Kulainī, al-Kāfī, B. 4, S. 548.
  6. al-Kulainī, al-Kāfī, B. 4, S. 548.
  7. Kulainī, al-Kāfī, B. 4, S. 548.
  8. Kulainī, al-Kāfī, B. 4, p. B. 4, S. 548.
  9. Ḥurr al-ʿĀmilī, Wasāʾil aš-Šīʿa, B. 10, S. 453.
  10. Ibn Qūlawaih, Kāmil az-Zīyārāt, S. 142.
  11. Ḥurr al-ʿĀmilī, Wasāʿil aš-Šīʿa, B. 10, S. 452.
  12. al-Kulainī, al-Kāfī, B. 4, S. 587.
  13. Ibn Qūlawaih, Kāmil al-Zīyārāt, S. 324.
  14. Ibn Qūlawaih, Kāmil al-Zīyārāt, S. 324.
  15. Kulainī, al-Kāfī, B. 3, S. 230.
  16. Siehe: al-Qummī, Mafātīḥ al-Ğanān, Ādāb Zīyārat.
  17. Al-Mağlisī, Biḥār al-Anwār, B. 99, S. 35.
  18. Risālah Āyat Allāh Makārim Shīrāzī, Urteile der rituellen Reinheit, Erlass 609.
  19. Ḥurr al-ʿĀmilī, Wasāʾil al-Shīʿa, Kitāb al-Ḥağğ.
  20. al-Mağlisī, Biḥār al-Anwār, B. 6, S. 256.
  21. al-Majlisī, Biḥār al-Anwār, B. 79, S. 64.
  22. Al-Qummī, Mafātīḥ al-Ğanān, Teil von al-Zīyārat al-Jāmiʿa al-Kabīra.
  23. Ḥurr al-ʿĀmilī, Wasāʾil al-Šīʿa, B. 10, S. 324.
  24. Ḥurr al-ʿĀmilī, Wasāʿil aš-Šīʿa, B. 14, S. 322.
  25. Siehe: Āqā Buzurg, aḏ-Ḏarīʿa, B. 12, S. 77-80.

Quellenverzeichnis

  • Abū Dāwūd, Sulaimān b. Ašʿaṯ, Sunan Abī Dāwūd, Bearbeitet von Muḥammad Muḥyī al-Dīn. Beirut: Maktabat al-ʿAṣrīyya, n.d.
  • Āqā Buzurg, Muḥammad Ḥasan, Aḏ-Ḏarīʿa ilā Taṣānīf aš-Šīʿa, 2. Auflg. Beirut: Dār al-Aḍwāʾ, n.d.
  • Ḥurr al-ʿĀmilī, Muḥammad b. al-Ḥasan, Wasāʿil aš-Šīʿa, Qom: Āl al-Bait, 1414 n.H.
  • Ibn Fāris, Muʿjam maqāyīs al-Lugha, Qom: Maktab al-Aʿlām al-Islāmī, 1404 n.H.
  • Ibn Qūlawaih, Jaʿfar b. Muḥammad, Kāmil az-Zīyārāt, Najaf: al-Maṭbaʿa al-Mubāraka al-Murtaḍawīyya, n.d.
  • Al-Kulainī, Muḥammad b. Yaʿqūb, Al-Kāfī, Teheran: Dār al-Kutub al-Islāmīyya, 1363 n.i.S.
  • Al-Mağlisī, Muḥammad Bāqir, Biḥār al-Anwār, Beirut: Muʾassisat al-Wafāʾ, 1403 n.H.
  • Muslim b. al-Ḥağğāğ, Ṣaḥīḥ al-Muslim, Bearbeitet von Muḥammad Fuʿād ʿAbd al-Bāqī. Beirut: Dār Iḥyāʿ al-Turāṯ al-ʿArabī, n.d.