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Entwurf:Ehe von Imam al-Mahdi (a)

Aus wikishia

Die Ehe von Imam al-Mahdi (a.) ist ein kontrovers diskutiertes Thema unter den Gelehrten. Die Befürworter der Ansicht, dass Imam al-Mahdi (a.) verheiratet ist, stützen sich auf Überlieferungen, in denen seine Nachkommen erwähnt werden. Zudem argumentieren sie, dass die Ehe eine zentrale und empfohlene Tradition des Propheten Muhammad (s.) sei und Imam al-Mahdi (a.) dieser Praxis gefolgt sei. Die Gegner dieser Auffassung halten eine Heirat Imam al-Mahdis (a.) für unvereinbar mit dem Prinzip der „Verborgenheit“, deren Ziel es sei, ihn weitgehend vor den Menschen zu verbergen. Einige Gelehrte vertreten hingegen die Auffassung, dass eine Ehe Imam al-Mahdis (a.) zwar nicht ausgeschlossen werden könne, sich dazu jedoch keine endgültige Aussage treffen lasse. Zu den Befürwortern zählen Persönlichkeiten wie Seyyed Muhammad Sadr, Muhaddith Nuri (gest. 1903) und Ali Akbar Nahawandi (gest. 1950). Eine systematische Untersuchung dieser Frage erfolgte erstmals in dem Werk Tarikh al-Ghaibat al-Kubra von Seyyed Muhammad Sadr (gest. 1999).

Hintergrund der Diskussion

Unter den schiitischen Gelehrten besteht Uneinigkeit darüber, ob Imam al-Mahdi (a.) während seiner Verborgenheit geheiratet hat. Laut dem Werk Daneschname Imam al-Mahdi nahm diese Diskussion erst im 14. Jahrhundert n.H., also im 20. Jahrhundert n.Chr., eine systematische Form an.[1] Das erste Werk, das diese Frage eingehend untersuchte, war Tarikh al-Ghaibat al-Kubra von Seyyed Muhammad Sadr.[2] Bereits zuvor war das Thema jedoch in Werken wie Najm al-Thaqib[3] von Muhaddith Nuri sowie in al-Abqari al-Hisan[4] von Ali Akbar Nahawandi behandelt worden. Darüber hinaus enthält das Werk Bihar al-Anwar ein Kapitel mit dem Titel „Die Kalifen al-Mahdis, seine Nachkommen und die Ereignisse nach ihm – Friede sei mit ihm und seinen Vorfahren“.[5]

Ansichten

Zur Frage der Ehe Imam al-Mahdis (a.) werden drei unterschiedliche Auffassungen vertreten.

Befürworter

Seyyed Muhammad Sadr,[6] Muhaddith Nuri[7] und Ali Akbar Nahawandi[8] vertreten die Ansicht, dass Imam al-Mahdi (a.) verheiratet sei. Auch Allameh Majlisi wird diese Auffassung in der Enzyklopädie über Imam al-Mahdi zugeschrieben.[9] Die Befürworter führen folgende Argumente an:

Die Ehe gilt als Tradition des Propheten (s.). Da Imam al-Mahdi (a.) dieser Tradition besonders wahrscheinlich folgen würde, wird angenommen, dass er sie auch während seiner Verborgenheit praktiziert habe.[10]

Es existieren Hadithe und Ziyarahs, die darauf hindeuten, dass Imam al-Mahdi (a.) Nachkommen hat. In der Enzyklopädie über Imam al-Mahdi werden hierzu vierzehn Überlieferungen angeführt.[11] Dazu zählt der bekannte Hadith des Vermächtnisses, dem zufolge nach Imam al-Mahdi (a.) zwölf Mahdis aus seiner Nachkommenschaft die Herrschaft übernehmen werden.[12] Allerdings merkt Allameh Majlisi an, dass diese Überlieferungen nicht mit der verbreiteten Auffassung übereinstimmten. Zudem wird vermutet, dass mit den zwölf Mahdis der Prophet Muhammad (s.) und die schiitischen Imame mit Ausnahme Imam al-Mahdis selbst gemeint seien.[13] Eine weitere Überlieferung besagt, dass Imam al-Mahdi (a.) gemeinsam mit seiner Familie in der Moschee Sahla verweilen werde.[14] Die Gegner wenden dagegen ein, dass selbst bei Anerkennung dieser Hadithe eine Heirat Imam al-Mahdis (a.) und die Existenz seiner Nachkommen erst nach seiner Wiedererscheinung denkbar seien.[15]

Ferner gibt es Berichte über die mögliche Existenz seiner Familie auf der Insel Khadra.[16] Einige schiitische Gelehrte halten diese Erzählung jedoch für unglaubwürdig und betrachten sie als Legende.[17]

Gegner

Die Gegner einer Heirat Imam al-Mahdis (a.) führen folgende Argumente an:

  • Widerspruch zum Zweck der Verborgenheit: Die Verborgenheit Imam al-Mahdis (a.) soll gewährleisten, dass er für die Menschen unerkannt und unbekannt bleibt. Eine Heirat könnte diesem Zweck widersprechen, da sie zur Offenlegung seiner Identität führen könnte.[18]
  • Überlieferungen gegen die Existenz von Nachkommen: Es gibt Überlieferungen, aus denen abgeleitet wird, dass Imam al-Mahdi keine Nachkommen habe.[19]
  • Fehlende Hinweise seiner Gesandten: Wäre Imam al-Mahdi (a.) verheiratet, hätten seine Gesandten oder Vertreter während der kleinen Verborgenheit vermutlich darauf hingewiesen.[20]

Enthaltung einer endgültigen Stellungnahme

In der Enzyklopädie über Imam al-Mahdi wird darauf hingewiesen, dass sich die Argumente der Befürworter und Gegner einer Heirat Imam al-Mahdis (a.) widersprechen. Daher sei es schwierig, auf dieser Grundlage eine endgültige Entscheidung über diese historische Frage zu treffen.[21] Seyyed Jaʿfar Murtaza Amili, ein Gelehrter der islamischen Geschichte, hält die Existenz von Nachkommen Imam al-Mahdis für zweifelhaft und vertritt die Auffassung, dass sich hierzu keine eindeutige Aussage treffen lasse.[22] Auch Ayatollah Safi Golpayegani erklärte, dass eine Heirat Imam al-Mahdis (a.) zwar möglich sei, bislang jedoch kein zuverlässiger Hadith gefunden worden sei, der in dieser Frage Gewissheit verschaffe.[23]

Fußnoten

  1. ↑ Muḥammadī Rišahrī, Dānišnāma-yi Imām al-Mahdī, S. 56.
  2. ↑ Muḥammadī Rišahrī, Dānišnāma-yi Imām al-Mahdī, S. 45, Fußnote 2.
  3. ↑ Nūrī, Naǧm aṯ-ṯāqib, S. 402–407.
  4. ↑ Nahāwandī, al-Abqarī al-ḥisān, B. 6, S. 537.
  5. ↑ Maǧlisī, Biḥār al-anwār, B. 53, S. 145.
  6. ↑ Ṣadr, Taʾrīḫ al-Ġaiba al-kubrā, B. 2, S. 64.
  7. ↑ Nūrī, Naǧm aṯ-ṯāqib, S. 403.
  8. ↑ Nahāwandī, al-Abqarī al-ḥisān, B. 6, S. 537.
  9. ↑ Muḥammadī Rišahrī, Dānišnāma-yi Imām al-Mahdī, S. 45.
  10. ↑ Nūrī, Naǧm aṯ-ṯāqib, S. 403.
  11. ↑ Muḥammadī Rišahrī, Dānišnāma-yi Imām al-Mahdī, S. 46–51.
  12. ↑ Ṭūsī, al-Ġaiba, S. 150.
  13. ↑ Maǧlisī, Biḥār al-anwār, B. 53, S. 148–149.
  14. ↑ Ibn Mašhadī, al-Mazār al-kabīr, S. 134–135.
  15. ↑ Ṣāfī Golpāyegānī, Pasōḫ-i dah pursiš, S. 54.
  16. ↑ Nūrī, Naǧm aṯ-ṯāqib, S. 405.
  17. ↑ Kašif al-Ġiṭāʾ, al-Ḥaqq al-mubīn, S. 87.
  18. ↑ Muḥammadī Rišahrī, Dānišnāma-yi Imām al-Mahdī, B. 3, S. 52–53.
  19. ↑ Ṭūsī, al-Ġaiba, S. 224.
  20. ↑ Muḥammadī Rišahrī, Dānišnāma-yi Imām al-Mahdī, B. 3, S. 53.
  21. ↑ Muḥammadī Rišahrī, Dānišnāma-yi Imām al-Mahdī, B. 3, S. 55–56.
  22. ↑ al-ʿĀmilī, Dirāsa fī ʿalāmāt aẓ-ẓuhūr, S. 257, zitiert nach Muḥammadī Rišahrī, Dānišnāma-yi Imām al-Mahdī, B. 3, S. 55.
  23. ↑ Ṣāfī Golpāyegānī, Pasōḫ-i dah pursiš, S. 54.

Quellenverzeichnis

  • Ibn Mašhadī, Muḥammad b. Ǧaʿfar, al-Mazār al-kabīr, korrigiert von Ǧawād Qayyūmī Iṣfahānī, Qom, Daftar-i Intišārāt-i Islāmī, 1409 n.H.
  • Kašif al-Ġiṭāʾ, Ǧaʿfar, al-Ḥaqq al-mubīn, Teheran, Aḥmad Šīrāzī, 1319 n.H.
  • Maǧlisī, Muḥammad Bāqir, Biḥār al-anwār, Beirut, Dār Iḥyāʾ at-Turāṯ al-ʿArabī, 2. Auflage, 1403 n.H.
  • Muḥammadī Rišahrī, Muḥammad, Dānišnāma-yi Imām al-Mahdī, Qom, Dār al-Ḥadīṯ, 1393 n.i.S.
  • Nahāwandī, ʿAlī Akbar, al-Abqarī al-ḥisān fī aḥwāl mawlānā ṣāḥib az-zamān (a.), Qom, Masǧid-i Ǧamkarān, 1386 n.i.S.
  • Nūrī, Mīrzā Ḥusain, Naǧm aṯ-ṯāqib, Qom, Masǧid-i Ǧamkarān, 1383 n.i.S.
  • Ṣadr, Sayyid Muḥammad, Taʾrīḫ al-Ġaiba al-kubrā, Dār at-Taʿāruf.
  • Ṣāfī Golpāyegānī, Luṭfallāh, Pasōḫ-i dah pursiš, Qom, Büro von Ayatollah Ṣāfī Golpāyegānī, 1390 n.i.S.
  • Ṭūsī, Muḥammad b. al-Ḥasan, al-Ġaiba, Qom, Muʾassasat al-Maʿārif al-Islāmīya, 1411 n.H.