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Entwurf:Atomwelt

Aus wikishia

عالَم ذَر (arabisch:Alam Dhar, deutsch ungefähr: Atom-/Partikelwelt) ist eine Theorie über den Ort des Bundes mit Gott (persisch: عهد الست), wonach Gott die Menschen vor dem weltlichen Leben als Partikel bzw. Atome erschuf und mit ihnen einen Bund über seine Herrschaft (persisch: ربوبیت) schloss. Unter Religionsgelehrten herrscht Uneinigkeit über die Realität dieser Atomwelt. Einige halten sie für sicher und unbestreitbar, während andere die Existenz für inakzeptabel halten.

Die Atomwelt zog die Aufmerksamkeit religiöser Gelehrter auf sich, weil es Unterschiede in der Schöpfung des Menschen gibt und aufgrund dieser Unterschiede Probleme mit der Gerechtigkeit Gottes bestehen. Gemäß der Theorie der Atomwelt ist es das Ergebnis der eigenen Prüfung in Atomwelt, wenn ein Mensch in eine ungeeignete Familie kommt, unter schlechten Bedingungen lebt und unerwünschte Eigenschaften in dieser Welt aufweist. Gute Menschen werden in dieser Welt in eine bessere Position gebracht, weil sie früher und besser als andere die Herrschaft Gottes bezeugten.

Anhänger der Atomwelt berufen sich auf den Koran, zahlreiche Überlieferungen und rationale Argumente, um diese Theorie zu beweisen. Gegner hingegen berufen sich auf Koranverse, schwache Authentizität und Inhalt der Überlieferungen sowie Widerspruch zwischen der Existenz der Atomwelt und Verständnis als Gründe für die Ablehnung dieser Theorie. Im Kontext des Bund Gottes gibt es alternative Theorien zur Atomwelt. So meinen einige, mit dem Zeugnis des Menschen über die Herrschaft Gottes sei die göttliche Natur des Menschen (persisch: فطرت) gemeint, die die Existenz Gottes bestätigt. Wieder andere sprechen von der Himmelswelt, in der der Mensch Gott im Wissen um seine Gegenwart wahrnimmt. Nach Ansicht einer Gruppe von Gelehrten ist der Bund Gottes dasselbe innere Bewusstsein, das dem menschlichen Intellekt entspringt.

Über das Thema der Atomwelt wurden mehrere Werke geschrieben, darunter das Buch Al-Maqāsīd al-‘Alīyyah fi al-Matalib al-Sunniyyah (Buch) (Hohe Ziele in wertvollen und erhabenen Themen), geschrieben vom Juristen und Theologen Abdul Hussein Amini, von dem mehr als 200 Seiten der Interpretation des Bundverses (Quelle: آیه میثاق) gewidmet sind.

Bedeutung und Konzept

Die Atomwelt ist eine der Theorien, die über den Ort des Bund Gottes (persisch: عهد الست) aufgestellt wurden.[1] Dieser Theorie zufolge schuf Gott für jeden Menschen in der Atomwelt einen sehr kleinen Körper (Staubkorn/Atom/Partikel) und verband seine Seele mit diesem Partikel. Diese für jeden Einzelnen vorherbestimmten Körper wurden aus Lehm geformt und entstanden in derselben Welt. Mit der Verbindung der Seele mit diesen winzigen Partikel, die aus Adams Lenden entstanden, war die Erschaffung des Menschen abgeschlossen.[2] Dieser Ansicht zufolge zeigte der Mensch in der Atomwelt seine Hingabe an Gott und fing an zu glauben, dass es keinen Gott außer ihm gibt.[3] Diesbezüglichen Überlieferungen zufolge fragte Gott diese Menschen aus Atomen: „Bin ich nicht euer Herr?“ und sie alle antworteten: „Ja Doch! Du bist unser Herr!“ Nach diesem Gespräch nahmen alle wieder ihre ursprüngliche Gestalt an.[4]

Unter Religionsgelehrten gibt es unterschiedliche Sichten darüber, ob die Atomwelt als eine Stufe des menschlichen Lebens vor dieser Welt akzeptiert werden soll oder nicht. Einige akzeptierten jene Welt und sehen sie als religiöse Gewissheit und unbestreitbar an.[5] Andere lehnten die Existenz einer solchen ab und halten dies für inakzeptabel.[6] Einige Gelehrte sind auch der Ansicht, dass das Prinzip der Existenz einer solchen Welt für den Bund Gottes wesentlich ist. Wie auch immer! Wir können uns nicht zu Details darüber äußern.[7]

Warum Dharr bzw.Atom genannt?

Es wird gesagt, dass diese Körper aufgrund ihrer geringen Größe „Partikel“ oder „Atom“ (arabisch Dhar/ذرّ) genannt wurden und dass deshalb die Kinder Adams auch (ذُریّة: Dhurriyat / deutsch: Nachkommen bzw. Plural von Dharr) genannt wurden.[8] Im Gegensatz dazu ist Allamah Tabataba'i der Ansicht, dass die Ähnlichkeit der Menschen aus Atomen auf die große Anzahl von Menschen (wie die große Anzahl von Ameisen) in der Atomwelt zurückzuführen ist und nicht auf die kleine Größe ihrer Körper. Diese gleiche Ähnlichkeit in Überlieferungen führte dazu, dass sie als Atomwelt bezeichnet wird.[9]

Antwort auf die Frage nach Gerechtigkeit Gottes und Unterschieden in der Schöpfung

Siehe auch:

Gerechtigkeit Gottes (persisch: عدل الهی)

Zweck der Schöpfung des Menschen (persisch: هدف آفرینش انسان)

Zwangsschöpfung (persisch: خلقت اجباری)

Die Frage nach der Atomwelt wurde als eine der Antworten auf die Frage nach dem Grund für die unterschiedlichen Zustände der Menschen bei der Erschaffung der Welt aufgeworfen. Dieser Erklärung zufolge hängt der Zustand eines Menschen in der Welt von seinen Entscheidungen und der Prüfung ab, die er in der irdischen Welt durchlief. Aus diesem Grund genossen Propheten und Heilige einen höheren Status in der Welt, weil sie früher und besser als alle anderen Menschen die Herrschaft Gottes bezeugten.[10] Ähnlich verhält es sich, wenn ein Mensch in eine ungeeignete Familie kommt, schlechte Verhältnisse hat und unerwünschte Eigenschaften in der Welt aufweist – das Ergebnis seiner eigenen Prüfung in der irdischen Welt.[11]

Atomwelten, Schatten und Geister

Neben der Atomwelt beziehen sich die Überlieferungen auf die Seelenwelt (persisch: عالم ارواح) und Schattenwelt vor der hiesigen Welt. Einige Gelehrte betrachten alle diese Deutungen als eine einzige Welt.[12] Andere sprechen von der Existenz zweier Welten, der Seelenwelt und der Atomwelt und betrachten die Schattenwelt als dieselbe wie der Seelenwelt.[13] Eine dritte Ansicht besagt, dass die Seelen-, Schatten- und Atomwelt jeweils getrennt existierten.[14]

Atomwelt oder Atomwelten

In einigen Überlieferungen über die Atomwelt[15] wird der Begriff „erstes Atom“ (arabisch: ذر اول) verwendet. Dies veranlasste einige Gelehrte dazu von der Existenz mehrerer Atomwelten zu sprechen.[16] Basierend auf einer Analyse der Überlieferungen wurde gesagt, dass es zwei Atomwelten gab: eine vor der Erschaffung Adams als alle Menschen aus Atomen aus Lehm erschaffen wurden und ein Bund mit ihnen geschlossen wurde. Die zweite nach Adams Abstieg auf die Erde als seine Nachkommen aus seinem Rücken gezogen wurden und mit ihnen erneut ein Bund bezüglich Monotheismus und Vormundschaft geschlossen wurde.[17]

Argumente der Befürworter der Existenz der Atomwelt

Eine Gruppe von Gelehrten ist der Ansicht, dass die Atomwelt eine der ist in denen der Mensch vor seiner Geburt lebte. Diese Gruppe argumentiert, dass die Verse und Überlieferungen eindeutig auf die Existenz einer solchen Welt hinweisen. Die Existenz einer solchen Welt kann vom Verstand nicht geleugnet werden. [18] Folglich muss die offensichtliche Bedeutung der Verse und Überlieferungen akzeptiert werden und es ist nicht richtig dies anders zu interpretieren.[19] Zu den Unterstützern der Atomwelt unter den schiitischen Gelehrten gehörten Scheich as-Saduq (gestorben: 381 n. H.),[20] Muhammad Amin Astarabadi (gestorben: 1036 n. Chr.),[21] Muhammad Salih ibn Ahmad Mazandarani (gestorben: 1081 AH),[22] Sharif Lahiji (gestorben: 1088 bis 1091 AH),[23] Sheikh Hurr Ameli (gestorben: 1104 AH),[24] Allama al-Majlisi (gestorben: 1110 AH),[25] Murad ibn Ali Tafreshi (lebte bis 1110 AH),[26] Sayyid Ali Khan Madani (gestorben: 1120 n. H.),[27] Sayyid Nematullah Jazayeri (gestorben: 1112 n. H.),[28] Habibullah Khoei (gestorben: 1324 n.H.)[29] und Abdul-Hossein Amini (gestorben: 1390 A.H.)[30]

Argumente aus dem Koran

Abdul-Hussein Amini belegt die Existenz der Atomwelt durch Verweis auf 19 Verse des Korans, die sich auf die Atomwelt beziehen.[31] Zu den Versen, die Gelehrte als Beleg für die Atomwelt anführte gehören die folgenden:

  • Der Vers 172 der Sure Al-A'raf bezieht sich darauf, dass Gott die Nachkommen aus dem Rücken der Kinder Adams nahm und sie die Herrschaft Gottes anerkannten.[32] Sharif Lahiji ist überzeugt: Die offensichtliche Bedeutung des Verses der besagt, dass Gott die Nachkommen der Kinder Adams aus ihren Rücken nahm steht nicht im Widerspruch zu den Überlieferungen, die besagen, dass alle Kinder Adams bis zum Tag des Gerichts aus seinem eigenen Rücken hervorgingen, denn tatsächlich bedeutet das Hervorgehen von Generationen aus vorherigen Generationen, dass letztendlich alle aus Adams Rücken hervorgingen.[33]
  • Verse, die das angeborene Wesen der Gotteserkenntnis belegen wurden als Beleg für die Atomwelt angeführt.[34]
  • Der Vers 1 Sure Al-Insan weist darauf hin, dass der Mensch eine Zeit vor dieser Welt lebte.[35] Dies könnte Hinweis auf die Atomwelt sein.[36]
  • Vers 101 Sure Al-A'raf und Vers 74 Sure Yunus besagen, dass diejenigen, die zuvor nicht an die Wahrheit glaubten ebenfalls nicht wieder daran glauben werden. Es wird gesagt, dass der vorherige Unglaube mit der Atomwelt zusammenhängt.[37]
  • [[Vers 60 der Sure Yasin] und Vers 61 der Sure Yasin weisen darauf hin, dass es einen früheren Bund mit Gott gab, der besagte dass man dem Satan nicht folgen und Gott dienen muss.[38]

Argumente durch Überlieferungen

Scheich Hurr amili ist der Ansicht, dass Überlieferungen über die Atomwelt über das hadd tawatir hinausgehen und die Einwände einiger Theologen dagegen so schwach sind, dass selbst Kinder nicht unfähig sind darauf zu antworten.[39] Sayyid Nematullah Jazayeri, einer der schiitischen Akhbari-Gelehrten, geht davon aus, dass es sich bei den Überlieferungen über die Atomwelt um mehr als 500 Fälle handelt, darunter Sahih, Hasan und vertrauenswürdige Überlieferungen. Er hielt die Interpretation dieser Überlieferungen durch Leute wie Scheich al-Mufid, Sayyid Murtaza und Fazl ibn Hassan Tabarsi für überraschend.[40] Habibullah Khoei ist der Ansicht, dass es unbegründet ist das Prinzip der Atomwelt zu leugnen und es aufgrund der vorgebrachten rationalen Argumente für unmöglich hält, da ein solches Argument angesichts der zahlreichen und wiederholten Überlieferungen, die auf Existenz dieser Welt hinweisen wenig Wert hat. Darüber hinaus interpretierten viele Überlieferungen den Bundvers (persisch: آیه میثاق) so, dass er sich auf die Atomwelt bezieht.[41] Amini untersuchte die Berichterstatter von 40 Überlieferungen, die sich auf die Atomwelt beziehen und bewertete sie als vertrauenswürdig.[42]

Auf die Atomwelt beziehende Überlieferungen haben verschiedene Dimensionen. Einige beziehen sich auf das tief empfundene und intuitive Verständnis der Diener von der Herrschaft Gottes in dieser Welt und betrachten dies als Voraussetzung für Wissen in dieser Welt.[43] Einige betonen, dass Adams Nachkommen in Form winziger Partikel aus seinem Rücken hervorgehen und dass der Bund in diesem Zustand geschlossen wurde.[44] Andere implizieren, dass der Ort an dem der Bund geschlossen wurde vergessen wurde und dass sich eines Tages jeder an diesen Ort erinnern wird.[45] Einige Überlieferungen identifizieren ihn auch mit dem natürlichen Wesen[46] oder Ta'inat[Anmerkung 1][47]. Neben der Herrschaft betonen diese Überlieferungen auch die Mission des Propheten (s.) und Vormundschaft der Ahl al-Bayt (a.)[48] und sogar den Bund der Propheten Imam Mahdi (AS) zu unterstützen wird erwähnt.[49]

Rationelle Gründe

Abdul-Hossein Amini kommt zu dem Schluss, dass die Möglichkeit Gott in dieser Welt zu erkennen die Existenz der Atomwelt und der Seelenwelt erfordert. Er ist der Ansicht, dass der Mensch, wenn er die Atomwelt und Seelenwelt nicht zuvor erfahren hätte, Gott in dieser Welt nicht hätte erkennen können, da ihn der materielle Schleier daran hindern den Himmel zu erfahren.[50] Seyyid Muhammad-Hossein Tabataba'i weist dieses Argument zurück und sagt, wenn die Erkenntnis Gottes die Atomwelt erfordert, warum waren dann Prophet Adam und Eva von dieser Regel ausgenommen? Und wenn sie ohne diese Erkenntnis Wissen erlangten, hätten ihre Kinder es auch bei der Geburt erlangen können. Wozu also die Atomwelt!?[51]

Argumente dagegen

Gegner der Existenz einer Atomwelt sind der Ansicht, dass Verse und Überlieferungen aus verschiedenen Gründen nicht in dem von den Befürwortern vertretenen Sinne akzeptiert werden können. Zu den Gegnern des Gelehrten zur Existenz der Atomwelt gehören unter den schiitischen Gelehrten: Scheich al-Mufid (gestorben: 413 n.H.),[52] Sayyid Murtaza (gestorben: 436 n.H.),[53] Scheich at-Tusi (gestorben: 460 n.H.),[54] Fadl ibn Hassan Tabarsii (gestorben: 548 n. Chr.),[55] Muhammad Mohsen Faiz Kashani (gestorben: 1091 n.H.),[56] Sayyid Abdul Hussein Sharaf al-Din (gestorben: 1377 n.H.),[57] Sayyid Muhammad Hussein Tabataba'i (gestorben: 1402 n.H.),[58] Sayyid Abdul Ali Sabzevari (gestorben: 1414 n.H.),[59] Nazir Makarem Shirazi (geboren: 1305 iranischer Kalender)[60] und Abdullah Javadi Amoli (geboren: 1312 iranischer Kalender).[61]

Widerstand zur Atomwelt mittels offensichtlicher Bedeutung des Bundverses

Nach der Analyse der Gegner der Atomwelt lehnt der Bundvers die Atomwelt ab, da in diesem Vers nicht behauptet wird Gott habe die Nachkommen aus dem Rücken des Propheten Adam hervorgebracht. Vielmehr wird erwähnt, dass er die Nachkommen aus den Rücken von Adams Kindern hervorbrachte. Gott erklärte dann, dass der Zweck ist, dass die Menschen am Tag des Jüngsten Gerichts nicht sagen können: „Wir wussten das nicht!“ oder sich damit herausreden können dass, weil die Väter Polytheisten waren, deswegen auch deren Religion und ihren Glaubensvorstellungen folgten. Diese Interpretation zeigt, dass sich der Vers nicht auf alle Kinder Adams bezieht. Er schließt vielmehr nur diejenigen ein, deren Väter Polytheisten waren.[62]

Gegnern zufolge ist der am Ende des Verses angegebene Grund für die Existenz des Bundes nicht mit der Akzeptanz der Atomwelt vereinbar, da der Vers den Nutzen des Bundes auf eine solche Weise darlegt, dass diese Menschen am Tag des Gerichts nicht sagen können, dass sie aufgrund der Existenz dieses Bundes die Wahrheit nicht kannten. Wohingegen, wenn der Bund mit der Atomwelt in Verbindung stünde, sich keiner der intelligenten Menschen in dieser Welt daran erinnern würde, bis das Ende der Diskussion über sie gekommen wäre.[63]

Rückblick auf Überlieferungen zur Atomwelt

Gelehrte, die die Existenz der Atomwelt ablehnen sind der Ansicht, dass die Überlieferungen des Gelehrten keinen Sahih-al-Sanad[Anmerkung 2] sind und keine Gültigkeit besitzen.[64] Laut der Analyse von Gelehrten der Modellinterpretation gibt es in schiitischen und sunnitischen Quellen zahlreiche Überlieferungen über die Atomwelt, die auf den ersten Blick Mutawatir wirken. Eine sorgfältige Untersuchung der Überlieferung-ketten und Klassifizierung der Berichterstatter zeigt jedoch, dass viele dieser Überlieferungen sich wiederholen und von gemeinsamen Berichterstattern stammen. Daher ist ihre tatsächliche Zahl geringer als zunächst angenommen. Darüber hinaus gibt es große inhaltliche Unterschiede zwischen den Überlieferungen; einige stimmen der Existenz der Atomwelt zu, andere mit Interpretationen, die diesem widersprechen. Die Berichterstatter-Kette vieler dieser Überlieferungen haben keine zuverlässige Berichterstatter-Kette. Aus diesem Grund kann man sich nicht mit vollem Vertrauen auf sie verlassen.[65] Nach der Analyse des schiitischen Kommentators Javadi Amoli gibt die Existenz von Sahih-Überlieferungen[Anmerkung 3] über die Atomwelt keinen Grund für deren Akzeptanz. Denn die Überlieferungen müssen mit den allgemeinen Umrissen des Korans, Tradition der Unfehlbaren und rationalen Argumenten vereinbar sein, während bei einigen Überlieferungen offensichtlich nicht der Fall ist.[66]

= Rationale Gründe

Gegner brachten auch rationale Argumente zur Ablehnung der Theorie der Atomwelt:

  • Analytisch gesehen bedeutet die Annahme der Atomwelt die Annahme der Reinkarnation, da nach diesem Glauben die Seele an den Atom-Körper gebunden ist und dann mit dem irdischen Körper verbunden wird.[67] Als Antwort auf diese Einwände wurde gesagt, dass die Seele mit dem Atom-Körper verbunden ist und in allen Stadien bis zur Geburt in der Welt wächst und dass kein neuer Körper geschaffen wird. Daher ist dieser Prozess niemals ein Beispiel für Reinkarnation.[68]
  • Annehmen von Beichten, Verpflichtungen und Prüfungen ist sinnvoll, wenn die verpflichtete Person Vernunft hat. Wenn die Menschen in der Atomwelt Vernunft hatten macht es keinen Sinn, dass sie alle diese Welt vergessen haben.[69]
  • In dieser Welt haben Kinder keine Pflichten und werden nicht geprüft. Wie kann man sich also vorstellen, dass Menschen mit dem Körper eines Partikels geprüft werden?[70] Sayyid Ibn Tawus (gestorben: 664 n.H.) glaubt als Antwort auf diese Einwände, dass es möglich ist, dass die Atome, die aus den Rücken von Adams Kindern kamen, zuvor mit Verstand und Seele für jeden von ihnen erschaffen wurden. Denn es heißt, dass am Tag des Gerichts arrogante in Form von winzigen Teilchen auferstehen werden.[71]
  • Nach Allameh Tabataba'is Analyse des Prozesses des affirmativen Wissens (erworbenen Wissens) des Menschen wird Wissen wie Bestätigung der Herrschaft Gottes nach inneren Transformationen des Menschen erlangt und basiert auf äußeren und inneren Sinneserfahrungen. Infolgedessen sind diese Sinne vom materiellen Körper abhängig und werden nur im Rahmen des weltlichen und physischen Lebens geformt.[72]

Andere Ansichten zum Ort des Pakts

Hauptartikel: Alastu-Pakt

Neben der Theorie, die die Atomwelt als Ort des Bund mit Gott betrachtet, wurden diesbezüglich auch andere Ansichten vertreten: Die Ansicht der Vernunft betrachtet den Bund als inneres Bewusstsein, das aus dem Verstand entsteht.[73] Die Ansicht der Offenbarung stellt ihn als einen Bund dar, der aus der Botschaft der Propheten abgeleitet ist.[74] Die Ansicht der Allegorie betrachtet den Vers als ein imaginäres Bild, um ein rationales Argument zu veranschaulichen.[75] Sayyid Haydar Amoli (lebte bis 787 n. H.) und Sheikh Baha'i (gestorben: 1031 n. H.) betrachteten ihn ebenfalls als mit der Geisterwelt verbunden, die der materiellen Erschaffung des Menschen vorausgeht.[76] Eine Gruppe betrachtet den Bund als auf allen Ebenen der menschlichen Existenz präsent.[77] Mulla Sadra (gestorben: 1050 n. H.) interpretiert den Bund als auf die rationale Ebene und das platonische Ideal bezogen.[78] Allama Tabataba'i ist der Ansicht, dass der Mensch vor seinem Eintritt in diese Welt in einer anderen Welt mit Gott existierte. In der Himmelswelt ist der Mensch unmittelbarer Zeuge Gottes und sich seiner Einheit bewusst. Dieses Wissen ist eine direkte Erfahrung und nicht Ergebnis logischem Denkens.[79] Die auch von Seyyid Murtaza und Abdullah Javadi Amoli vertretene Ansicht des natürlichen Wesens[Anmerkung 4] besagt, dass der Mensch Gott im Wesen seiner Schöpfung erkennt und anerkennt.[80]

Persische Übersetzung vom Buch Muqasid Alliya

Literatur

Die Atomwelt war Thema von Interesse für schiitische Gelehrte. Sie verfassten Werke zu diesem Thema: Abdul-Husayn Amini erklärte und interpretierte in einem Werk mit dem Titel Al-Maqāsīd al-‘Alīyyah fi al-Matalib al-Sunniyyah (Höhere Ziele in wertvollen und transzendentalen Themen) vier Verse aus dem Koran. Einer dieser Verse ist der al-Miṭṭhaq-Vers und der Autor widmete in seinem Kommentar mehr als zweihundert Seiten dem Studium und Analyse des Themas der Atomwelt.[81] Agha Bozorg Tehrani (gestorben: 1389 AH) erwähnte die Interpretation dieses Verses als eigenständiges Werk von Amini.[82] Dieses Buch wurde von Bushri Tabataba’i Yazdi ins Persische übersetzt.[83] Agha Bozorg Tehrani erwähnte auch eine Abhandlung mit dem Titel „Risalat fi Ellat Khalq Alam Dhar“ (deutsch: Abhandlung über die Ursache der Erschaffung der Atomwelt“ von Ahmad Ahsaei.[84]

Einige andere Arbeiten zu diesem Thema wie folgt:

  • «Alam Dhar wa Awalim Pisch از Duniya» aus der Sammlung der Atikel der Ausstellung «Alam Dharr wa Awalim Pisch az Duniyya az Adian و آیین‌ها»، به اهتمام علی افضلی؛[85]
  • «Alam Zarr wa Awalim az Duniyya»: Sammlung von Artikeln der Konferenz „Die Welt der Atome und die Welten vor der Welt der Religionen und Rituale“, herausgegeben von Ali Afzali;[85]
  • «Sadd al-Mafarr ala Munkir Alam Al-dharr» aus der Feder von Muhammad Bbaqir Alm al-Huda[86]
  • «Jayyigah Alam dharr wa Arwah nar Fitrat Tauhidi Insan» verfasst von Muhammad Biabani Askuii[87]
  • «Alam Zar؛ Aghas Schekoft-Angis Zendegi Insan»: Werk von Muhammad Riza Akbari[88]
  • «Alam al-Zarr؛ Haqiqatu Am Khial» verfasst Malik Mustafa Wahabi Amoli؛[89]
  • «Alam Zarr»: von Husein Sadi-Nia.[90]

Themenbezogene Anfragen

Anmerkungen

  1. Entsprechend dem Wesen, aber die teuflische Seite.
  2. Die Berichterstatter-Ketten sind nicht ausreichend, um als sicheren Beleg zu gelten.
  3. Unter einer Sahih-Überlieferung versteht man, dass es genügend Bericherstatter-Ketten gibt, deren gesamte Kette der Weiter gebenden zuverlässig sind.
  4. Arabisch: Fitrat

Fußnoten