Nasibi

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Nāṣibī (Arabisch: ناصبي) ist jemand, der Feindschaft gegenüber Imam Ali (a.) oder der Ahl al-Bait (a.) hegt und diese auch offenbart. Leugnung der Tugenden der Ahl al-Bait, [[Verfluchu der Imame und Feindseligkeit gegenüber den Schiiten gelten als Beispiele für den Nasibismus. Den schiitischen Rechtsgelehrten zufolge sind sie unrein und zählen zu den Ungläubigen; Daher ist es nicht erlaubt, ein von ihnen geschlachtetes Tier zu essen, ihnen Almosen zu zahlen, sie zu heiraten und von ihnen zu erben.

Nach Ansicht einiger zeitgenössischer Gelehrter begann der Nasibismus mit der Ermordung Uthmans und erschien offiziell während der Herrschaft der Umayyaden formalisiert. Das Verhindern der Veröffentlichung der Tugenden der Ahl al-Bait, die Tötung von Schiiten und die Verfluchung Imam Alis (a.) auf den Kanzeln gehörten zu den Folgen des Nasibismus jener Zeit. Mu'awiya b. Abi Sufyan, die Charidschiten, die Usmaniyah und die Huraiz b. Uthman gelten als Nasibi.

Schiitische Gelehrte verfassten Werke über Nawasib und den Nasibismus. «an-Nasb und an-Nawasib» von Muhsin Mu'alim, «asch-Schahab ath-Thaqib fi Bayan Ma'na an-Nawasib» von Muhaddith Bahrani und die Abhandlung «Mal an-Nasib wa annahu laisa kul Mukhalif Nasiba» von Seyyed Abdullah Jazayiri zählen zu diesen Werken.

Definition

Nasb bedeutet offene Feindschaft gegenüber der Ahl al-Bait und ihren Anhängern. [1] Die Feindseligkeit gegenüber der Ahl al-Bait [2] und ihren Schiiten [3] gilt nur dann als Nasb, wenn es aufgrund der Liebe [4] zu ihnen und ihrer Befolgung geschieht [5].

Berühmte muslimische Gelehrte betrachten die Nasibis als Personen, die die Feinde der Ahl al-Bait (a.) sind und ihre Feindschaft offen zum Ausdruck bringen [6], wobei einige dieser Personen den Hass auf Imam Ali (a.) als Teil ihrer Religion annehmen. [7] Nach diesen Gelehrten ist Nasb auch der Glaube an den Unglauben Imam Alis, [8] an die Überlegenheit anderer über ihn,[9] an das Beschimpfen und das Verfluchen der Ahl al-Bait[10], an das Leugnen ihrer Tugenden[11] und an die Tat Abscheu vor ihnen zu erregen[12].

Hasan b. Farhan al-Maliki, ein sunnitischer Gelehrter, bezeichnet jede Abweichung von Imam Ali (a.) und der Ahl al-Bait als Merkmale für Nasb. [13] Er fügte das Untergraben der korrekten Hadithe zum Lob von Imam Ali ( a.), den Glauben daran, dass er bei den Schlachten in seiner Kalifatszeit falsch lag, die Übertreibung beim Lob seiner Feinde, Zweifel an seinem Kalifat zu erregen noch hinzu und die Weigerung ihm die Treue zu leisten. [14] Muhaddith Bahrani, schiitischer Rechtsgelehrter, bewertet die Bevorzugung anderer vor Imam Ali (a.) bezüglich der Imama, den Hass gegenüber Ali (a.) als Nasb. Ein Hadith, worin ein anderer als Imam Ali ( a.) für das Imamat zu bevorzugen ist, gilt bei kritischen schiitischen Juristen als Zeichen für den Hass gegen Ali, was dann Nasibismus wäre.[15]

Die Sunniten sind keine Nasibis

Bekannte schiitische Rechtsgelehrte betrachten einen Nasibi als jemanden, der der Ahl al-Bait gegenüber feindlich gesonnen ist und dies auch offenbart. Daher sind ihrer Überzeugung nach die Sunniten, die die Liebe der Ahl al-Bait annehmen, keine Nasibis. Ein Nasibi ist jemand, der andere vor Imam Ali stellt und an ihr Imamat glaubt. [17] Sein Beweis bezieht sich auf eine Überlieferung, die den Glauben an das Imamat nicht-schiitischer Imame als Nasibismus vorstellt.[18] Sahib Jawahir betrachtet diese Aussage als der Praxis der Schiiten entgegengesetzt [19] und die Authentizität des Sanads und auch die Bedeutung dieser Überlieferung wird ebenfalls angezweifelt.[20] Eine Abhandlung namens „Mal an-Nasib wa annahu laisa kul Mukhalif nasiba“ die Seyyed Abdullah Jazayiri, schiitischer Gelehrter, zugeschrieben wird, impliziert, dass er nicht daran glaubte, dass die Sunniiten keine Nasibis sind.[21]

Urteile bezüglich des Nasibismus

Aus der Sicht schiitischer Rechtsgelehrten sind Nasibis unrein [22] und fallen in die Kategorie der Ungläubigen [23]. In Rechtsbüchern zum Thema Unreinheit von Ungläubigen werden Nasb und Nasibismus diskutiert und einige der Urteile von Nawasib sind:

  • Es ist nicht erlaubt, ihr Geschlachtenes zu essen[25];
  • Es ist nicht erlaubt, sie zu heiraten [26];
  • Es ist nicht erlaubt, das Totengebet für sie zu sprechen [27];
  • Es ist nicht erlaubt, ihnen im Gebet zu folgen [28]:
  • Die Unzulässigkeit, stellvertretend für einen Nasibi die Hajj auszuführen[29];
  • Nasibis erben nichts von Muslimen[30];
  • Es ist nicht erlaubt, Nasibis Almosen zu geben [31];
  • Die Unzulässigkeit einer Sühneleistung an Nasibis[32].

Die Entstehung des Nasibismus

Einige zeitgenössische Forscher glauben, dass der Nasibismus mit der Ermordung Uthmans begann und in der Regierung der Umayyaden formalisiert wurde. [33] Historischen Quellen zufolge soll Muawiya b. Abi Sufyani, als er Mughairah b. Shu'ba im 41. Jahr n.H. zum Gouverneur von Kufa bestimmte, ihm befohlen haben, Imam Ali zu beschimpfen und seine Gefährten zu verleumden. [34] Nach ihm taten es auch die umayyadischen Kalifen bis zur Zeit des Kalifats von Umar bin Abdul Aziz [35] [36]. Hakim an-Naischaburi, ein sunnitischer Gelehrter, beschrieb das vierte Jahrhundert n.H. als voll mit Feindseligkeit gegenüber Imam Ali (a.) und schrieb das Buch Fazail Fatima az-Zahra zur Konfrontation gegen diesen Trend. Bei der Beschreibung der Atmosphäre des vierten Jahrhunderts schreibt er:

"Unsere Zeit hat uns Führer beschert, die zum Hass auf die Familie des Propheten greifen, um ihnen nahe zu sein und um sie als klein betrachten zu können".[37]

Folgen

Einige Konsequenzen des Nasibismus während der Herrschaft der Umayyaden waren:

- Einführung gefälschter Überlieferungen durch Nasibi Überlieferer in sunnitische Bücher, um mit dem Inhalt zur Schwächung der Ahl al-Bait beizutragen und zwecks Leugnung ihrer Vorzüge.[38] - Das Verbot, Kinder nach Ali zu benennen und die Tötung von Kindern mit Namen wie Ali. [39] - Bestrafung und Tötung von Menschen, die die Vorzüge von Imam Ali (a.) zum Ausdruck brachten oder es vermieden, ihn zu beleidigen oder keine Tugenden für Muawiyah erwähnten. Die Auspeitschung von Atiya b. Saad, ein Anhänger von Imam Ali (a.) auf Befehl von Hajjaj b. Yusuf ath-Thaqfi [40] und die Ermordung von Ahmad b. Ali Nasa'i, einem der Autoren der sechs Siha Bücher der Sunniten,[ 41] gehören zu diesen Fällen.[42]

Bekannte Nasibis

In den Quellen werden einige Personen und Gruppen als Nasibi bezeichnet:

  • Mu'awiya b. Abi Sufyan war der erste umayyadische Herrscher, der über Damaskus etwa 20 Jahre lang regierte.[43] Ibn Abi al-Hadid Mu'tazili, der Kommentator der Nahj al-Balaghah, zitierte aus Jahiz, dass Mu'awiya am Ende seiner Freitagspredigten Ali ( a.) verfluchte und sagte, dass auch die Vorzüge von Ali (a.) nicht erwähnt werden dürfen.[44]
  • Die Osmaniyeh waren diejenigen, die glaubten, dass Imam Ali Uthman tötete oder in dieser Angelegenheit half. [45] Daher weigerten sie sich ihm die Treue zu schwören. [46] Ibn Hajar al-Asqalani, ein Gelehrter der Sunniten aus dem neunten Jahrhundert führte die Nawasib als eine Gruppe ein, die glaubt, dass Imam Ali Uthman tötete oder bei seiner Ermordung half. [47] Diese Gruppe begann Imam Ali ( a.) zu schwächen und zu verunglimpfen, da sie in ihrer Liebe zu Uthman übertrieben.[48]
  • Die Khawarij waren eine Gruppe aus Imam Alis Armee während der Schlacht von Safin, diese Gruppe beschuldigte letztendlich Ali bin Abi Talib der Gotteslästerung und rebellierte gegen ihn. Wegen ihrer Feindschaft mit Imam Ali (a.) wurden sie auch Nawasib oder Nasba genannt.[49]
  • Hajjaj b. Yusuf ath-Thaqfi (gest. 95 n.H.) war laut Mas'udi, einem Historiker des vierten Jahrhunderts n.H., ein Feind der Ahl al-Bait. [50] Er tötete all diejenigen, die sich nicht von Imam Ali ( a.) und seinen Gefährten lossagten. [51 ] Er tötete also die Schiiten. Er verhaftete und ermordete sie bei dem geringsten Verdacht und bei Verleumdung. Als Ketzer oder Ungläubiger bezeichnet zu werden war zu dieser Zeit besser, als ein Schiit von Ali zu sein [52]. Hajjaj war in der Herrschaftszeit von Abdulmalik zuerst der Regent vom Hijaz und dann von Irak.[53]
  • Hariz b. Uthman beschimpfte Imam Ali (a.) auf der Kanzel. [54] Er war es auch, der den Hadith (...du bist für mich wie Aaron für Musa) , der auf Imam Ali bezogen war und ihm dadurch einen Vorzug zusprach, verfälschte. [55] Laut Ibn Hibban, sunnitischer Rijali-Wissenschaftler, verfluchte Hariz jeden Morgen und jede Nacht 70 Mal Ali b. Abi Talib (a.s.).[56]
  • Mughaira b. Shu'ba, als er von Mu'awiya als Herrscher von Kufa eingesetzt wurde, beleidigte und verfluchte er Imam Ali (a.) und die Schiiten von der Kanzel herab. [57] Er war einer der Gefährten des Propheten und bekannt für seine Rolle beim Angriff auf das Haus von Fatima (a.).[58]
  • Der abbasidische al-Mutiwakkil hasste Imam Ali (a.) und gesellte sich damit auch zu den Nasibis. [59] Er nahm das Eigentum der Schiiten an sich und ließ sie töten. 236 n.H. erließ er den Befehl das Grab von Husain b. Ali (a.) zu zerstören.; Daraufhin wurde das Grab von Imam al-Husain und alle Häuser und Werke rundherum zerstört, das Wasser dort wurde abgestellt, woraufhin das Land nicht mehr genutzt werden konnte.[61]
  • Ibn Taymiyyah ist der Anführer des Salafismus und einige schiitische Gelehrte beziehen sich als Beweis dafür das er ein Nasibi war, auf seine Leugnung der Hadithe von Radd asch-Schams, [62] auf die Schwächung der Hadithe von Ghadir [63] und auf seine Feindschaft gegenüber den Schiiten.[64] Hajar al-Asqalani sagte, dass einige Ibn Taymiyyah wegen seiner Worte über Ali (a.) Heuchelei zuschrieben.[65]

Fußnoten

Quellenverzeichnis