Imamat

Aus wikishia

Imamat (arabisch: الإمامة) ist aus schiitischer Sicht der Führungsauftrag für die islamische Gesellschaft, der von Gott dazu bestimmt wurde, dem Propheten (s.) in allen religiösen und weltlichen Angelegenheiten zu folgen. Das Imamat zählt zu den Prinzipien des Schiitentums, was unter anderem die Differenz zwischen Schiiten und Sunniten ausmacht. Die Bedeutsamkeit dieses Grundsatzes unter den Schiiten führte dazu, dass sie auch als Imamiyya (Imamiten) bezeichnet werden.

Nach den schiitischen Lehren war der Prophet (s.) bereits seit Beginn seiner prophetischen Mission sehr darum bemüht, den Kalifen bzw. den Führer der Muslime nach ihm einzuführen. Seine Bemühungen begannen mit seiner ersten öffentlichen Einladung, bei der er ʿAli (a.) als seinen Kalifen und Nachfolger einführte, und fanden bis zu den letzten Tagen seines Lebens auf dem Rückweg von seiner Abschiedswallfahrt am 18. Dhu l-Hijja beim Ereignis von Ghadir Khumm Fortsetzung.

Sunnitische Muslime betonen auch die Notwendigkeit eines Imams, dem zu gehorchen ist, sind jedoch der Ansicht, dass es der muslimischen Umma obliegt, den Imam zu erwählen und der Prophet (s.) niemanden zu seinem Nachfolger bestimmt habe.

Schiiten vertraten im Laufe der Geschichte unterschiedliche Ansichten über die Anzahl ihrer Imame. Laut der Imamiten beträgt die Anzahl der Imame zwölf; der erste von ihnen ist Imam ʿAli (a.), ihm folgen zuerst Imam al-Hasan (a.) und dann sein Bruder Imam al-Husain (a.), nach diesen dreien wurden neun Nachkommen von Imam al-Husain (a.) nacheinander Imam, wobei der letzte Imam, Imam al-Mahdi (a.) ist.

Der Grund für die Existenz eines Imams besteht darin, die Religion zu schützen, weiterzutragen und religiöse Lehren korrekterweise zu erkläutern; Um seine Aufgaben gebührend zu erfüllen, ist es für einen Imam notwendig die Macht zur Vermeidung von Sünden zu besitzen (Unfehlbarkeit), ebenso das von Gott gegebene Wissen und die Wilaya (Vormundschaft).

Bedeutung

Wörtlich bedeutet "Imamat" Führung und das Wort "Imam" bezieht sich auf jemanden oder etwas, dem die Menschen folgen. Dementsprechend wurden in arabischen Wörterbüchern unterschiedliche Beispiele für diese Bedeutung angegeben, wie der Koran, der Nachfolger des Propheten (s.), der Imam des Gemeinschaftsgebets, Befehlshaber einer Armee, Führer von Reisenden, Karawanenführer, Kamelhirte, und ein Gelehrter, dem gefolgt wird.[1]

Im Koran

Im Koran wird das Wort "Imam" sowohl für einige Menschen als auch für Themen verwendet; nicht-menschliche Anwendungen dieses Wortes sind: wohlbehütete Tafel (al-Lawh al-Mahfuz),[2] deutlicher Weg[3] und das Buch Mose (a.).[4] Die Verwendung dieses Wortes für Menschen sind zweierlei Art: Imam der Wahrheit und Imam der Unwarheit. Unter den Imamen der Wahrheit sind folgende anzuführen: Propheten (a.)[5], gerechte Diener Gottes[6] und die Unterdrückten[7]. Anführer des Unglaubens wie Pharao und seine Agenten sind die Imame der Unwahrheit im Koran.[8] In einigen Fällen wird das Wort "Imam" derart angewandt, dass es alle erwähnten Verwendungen miteinschließt, beispielsweise für "Der Tag, an dem wir jede Gruppe von Menschen mit ihrem Imam zusammenrufen"(Koran 17:71).

spezielle Bedeutung

Theologen definierten das Imamat auf zwei Arten:

  • Die erste Art der Definitionen ist allgemein und beinhaltet auch das Prophetentum; zum Beispiel wird sie mit "allgemeine Führung in religiösen und weltlichen Angelegenheiten" definiert.[9]
  • Die zweite Art der Definitionen betreffen jene, die den Imam als die Nachfolge des Propheten (s.) in religiösen Angelegenheiten betrachten und die Nachfolge des Imams für obligatorisch halten.[10]

Angesichts der oben genannten Punkte kann man sagen, dass die Definition des Imamats als "Führung der islamischen Gesellschaft in religiösen und weltlichen Angelegenheiten als Nachfolger des Propheten (s)" von allen islamischen Richtungen akzeptiert wird.[11]

Aus schiitischer Sicht

Schiiten betrachten das Imamat als eine der islamischen Glaubenslehren, während die Muʿtaziliten, Aschʿariten und andere islamische Richtungen dies nicht so sehen. Die Schiiten sprechen im Vergleich zu den Sunniten dem Imamat eine besondere Stellung zu. In der schiitischen Kultur hat ein Imam mehr Pflichten und Verantwortlichkeiten, zusätzlich zu denen eines Kalifen. Seine Bedeutung kann aus den Versen des Koran und aus den Überlieferungen über das Imamat klar verstanden werden, laut Schiiten ist das Imamat tatsächlich eine Angelegenheit, die dem Prophetentum ähnlich ist.

Beziehung zum Kalifat

Die besondere Stellung des Imamats unter den Muslimen wird auch bei einer historischen Betrachtung deutlich. Nach dem Tod des Propheten (s.) war das Imamat das wichtigste und kritischste Thema, das unter Muslimen diskutiert wurde. Über keine andere religiöse Lehre gab es jemals so einen theologischen Disput wie über das Imamat.[12]

Die Führung der islamischen Gesellschaft nach dem Propheten (s.) wird sowohl Kalifat als auch Imamat genannt, und derjenige, der diese Position übernimmt, wird Kalif als auch Imam genannt. Wird er Imam genannt, so müssen die Menschen ihn von dem Punkt an befolgen, bezüglich der Führung als Nachfolger des Propheten (s.), wird er Kalif genannt. Daher ist der Imam im Islam der Kalif und Nachfolger des Propheten (s.). Über die Frage, ob er als Stellvertreter Allahs bezeichnet werden kann, gibt es jedoch unter sunnitischen Gelehrten zwei Meinungen; einige halten es für zulässig, andere für unzulässig.[13] Die Ahl al-Bait (a.) betrachten das Imamat als Stellvertreterschaft Gottes und als Nachfolgeschaft seines Propheten (s.).[14]

Göttliches Versprechen

Hauptartikel: Abrahams (a.) Prüfung

Der Koran stuft das Imamat höher als das Prophetentum ein, denn über den Propheten Abraham (a.) wird erwähnt, dass, nachdem er (a.) als Prophet berufen worden war und die göttlichen Prüfungen erfolgreich bestanden hatte, ihm die Position des Imamats zuerkannt wurde "Und (gedenkt,) als Abraham von seinem Herrn mit Worten geprüft wurde, da befolgte er sie. Er (Allah) sagte: "Ich will dich zu einem Vorbild für die Menschen machen." Er (Abraham) sagte: "Und von meiner Nachkommenschaft?" Er sagte: "Mein Bund erstreckt sich nicht auf die Ungerechten."[15]

Darüber hinaus bezeichnet Gott in diesem Vers das Imamat als seinen Bund. So unterliegt diese Position nicht der Wahl durch das Volk. Dies wurde auch in Überlieferungen erwähnt.[16]

Ursache der Vollkommenheit der Religion

Die Bedeutung des Imamats wird in den Überlieferungen über den al-Ikmal-Vers[17] (Vollkommenheit der Religion) offensichtlich. Gemäß diesen Überlieferungen wurde der erwähnte Vers bezüglich des Ereignisses von Ghadir Khumm offenbart, als der Prophet (s.) auf Befehl Gottes ʿAli (a.) als den Führer der islamischen Gemeinschaft nach sich einführte.[18] Dadurch erreichte der Islam seine Vollkommenheit, also durch das Imamat.

Auch der at-Tabligh-Vers[19] bezieht sich auf dieses Ereignis; denn nach diesem Vers und den Überlieferungen über den Anlass seiner Offenbarung hat das Imamat eine so große Position, dass, wenn der Prophet (s.) es nicht verkündet hätte, es wäre, als ob er seine prophetische Mission nicht erfüllte und seine Bemühungen verloren sind.[20]

Am Tage des Gerichts

Gemäß dem Koran geht jeder am Tage des Gerichts zu seinem eigenen Führer (Imam):

"(Gedenke) des Tages, da Wir alle Menschen mit ihrem (jeweiligen) Anführer rufen werden."[21]

Dies wird auch in einer Überlieferungen erwähnt, den sowohl Schiiten als auch Sunniten von Imam ar-Rida (a) überliefert haben. Er besagt, dass am Tage des Gerichts jede Gruppe durch ihr göttliches Buch und die Überlieferungen ihres Propheten und Führers gerufen wird.[22]

Imam ʿAli (a) sagte: "Imame (a.) sind Gottes Führer, die Führer für Seine Diener und niemand wird das Paradies betreten, es sei denn, er kennt sie und sie kennen ihn und niemand wird die Hölle betreten, es sei denn, er lehnt sie ab und sie lehnen ihn ab."[23]

In zahlreichen Überlieferungen, die von den Imamen (a.) überliefert wurden, wird erwähnt, dass das Gebet, die Zakat, Fasten, Pilgerfahrt und die Wilaya die Säulen des Islam sind, unter denen die Wilaya jedoch eine höhere Position einnimmt, da sie der Schlüssel und die Anleitung zum Rest ist.[24]

Notwendigkeit der Existenz des Imams (a.)

Aus der Sicht der immamitischen Kalam-Gelehrten ist das Imamat eine Notwendigkeit, die theologisch begründet ist; d.h. das Imamat im Sinne eines Führungsauftrages obliegt Gott, und ist keine von den Menschen zu bestimmende Angelegenheit. Diese Notwendigkeit ist darauf zurückzuführen, dass Gott aufgrund Seiner Gerechtigkeit, Weisheit, Gnade und anderen Attribute Seiner Vollkommenheit, die Bestimmung der Führung obligatorisch ist; und da die Unterlassung dieser einen Mangel an Gott impliziert und somit nicht möglich ist, ist diese Bestimmung von Notwendigkeit. Diese Notwendigkeit entspringt aus Gottes Eigenschaften der Vollkommenheit, und stellt keine von außen Gott auferlegte Verpflichtung dar. Da Gott sich selbst zur Barmherzigkeit und Rechtleitung verpflichtet hat, sagt Nasir ad-Din at-Tusi: "Die Imamiten sind der Überzeugung, dass das Bestimmen eines Imams eine Gnade aufweist, denn er nährert die Menschen zum Gehorsam und entfernt sie vom Ungehorsam (Sündhaftigkeit); und Gott hat sich der Gnädigkeit verpflichtet ist."[25]

Nichtschiitische Schulen

Die meisten islamischen Schulen betrachten das Imamat für notwendig, wenngleich Unstimmigkeit darüber besteht, ob es sich um eine rechtswissenschaftliche, theologische oder rationale Verpflichtung handelt. Traditionelle Notwendigkeit (aus den Textquellen): Aschʿariten halten das Imamat für obligatorisch, aber da sie nicht an rational begründetem Gute und Böse (al-Husn wa l-Qubh al-ʿAqliyyain) und keinerlei Verpflichtung für Gott glauben, betrachten sie Imamat als eine den Menschen zukommende Pflicht, wie sie diese aus den Überlieferungen herleiten, und nicht als rational obligatorisch.

ʿAd ad-Din al-Iji glaubt, dass die Aschʿariten die Ernennung des Imams gemäß den Überlieferungen für obligatorisch halten, was bedeutet, dass die Existenz und Ernennung des Imams notwendig sei, da Gott dies zu Worte brachte, nicht weil unser Intellekt es beschloss.[26] Rationale Notwendigkeit: Muʿtaziliten, Maturiditen, Abadiyyas und eine Gruppe von Zaydis betrachten die Imamat als eine Pflicht der Menschen. Während manche der Muʿtaziliten die Notwendigkeit des Imamats als rational begründet betrachten, halten es angesicht der Überlieferungen für notwendig.[27]

Argumente für die Notwendigkeit des Imamats

Uli l-Amr Vers

Hauptartikel: Uli l-Amr Verse

"O die ihr glaubt, gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten und den Befehlshabern unter euch!."[28]

In diesem Vers befiehlt Gott den Menschen, die Uli l-Amr (Befehlshaber) Gehorsam zu leisten, daher müssen sie an erster Stelle existieren, damit die Menschen ihnen gehorchen.[29] At-Taftazani bezieht sich auf diesen Grund und sagt, "die Notwendigkeit des Gehorsams gegenüber den Uli l-Amr bedingt ihre Verwirklichung."[30]

Hadith Man Mata

Hauptartikel: Hadith Man Mata

Der Prophet (s.) sagte: "Einer, der stirbt, ohne den Imam seiner Zeit zu kennen, stirbt den Tod der Unwissenheit."[31]

Einige muslimische Theologen haben diese Überlieferung als Argument für die Notwendigkeit des Imamats interpretiert, da es gemäß dieser Überlieferung zu jeder Zeit eine religiöse Pflicht ist, den Imam zu kennen, und somit in jeder Zeit auch ein Imam existieren muss.[32]

Tradition der Muslime

Einige Theologen beziehen sich für den Beweis der Notwendigkeit des Imamats auf die Tradition der Muslime, denn aus dieser ist ersichtlich, dass die Notwendigkeit des Imamats eine offensichtliche und unbestreitbare Angelegenheit für sie darstellte. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen Schiiten und Sunniten betreffen in der Tat die Frage, wer der Imam ist, und nicht das Prinzip des Imamats an sich.[33] Verwiesen haben Abu ʿAli und Abu Hashim al-Jubbaʿi und einige andere auf den Konsens unter den Gefährten über die Notwendigkeit des Imamats.[34]

Qaʿidat al-Lutf (Prinzip der Gunst)

Hauptartikel: Qaʿdat al-Lutf

Einer der wichtigsten rationalen Beweise, den die Theologen für die Notwendigkeit des Imamats anführen, ist das Prinzip der Gunst. Schiitische Theologen betrachten das Imamat als klares Beispiel für dieses Prinzip und äußern, da Gott zu Seinen Dienern Gunst erweisend ist und die Ernennung und Einführung des Imam eine Gunst ist, daher ist das Imamat auch eine Notwendigkeit.

Sayyid al-Murtaza erklärt die Gunst des Imamats wie folgt:

"Wir wissen, dass Menschen rationale Pflichten haben und wir wissen, dass die Verpflichtenden (Mukallaf) nicht unfehlbar sind. Angesichts dieser beiden Punkte, ist die Notwendigkeit des Imamats darin begründet, dass jeder intelligente Mensch, der mit dem gesunden Menschenverstand und der Tradition der Vernünftigen vertraut ist" sich bewusst ist, dass immer dann, wenn ein kompetenter und weiser Führer in einer Gesellschaft vorhanden ist, der sich gegen Tyrannei und Böses stellt und Gerechtigkeit und menschliche Werte verteidigt, die soziale Situation für die Entwicklung von Tugenden und Werten gegebener ist und dies nichts anderes als die Gunst Gottes ist. Hier besteht die Gunst darin, die religiös Verpflichteten sich dem Gehorsam und den Tugenden zuwenden zu lassen und von Lastern und Bösem abzuwenden. Daher ist Imamat eine Gunst seitens Gottes gegenüber den religiös Verpflichtenden."[35]

Theologen wie Ibn Maitham al-Baḥrānī, Sadid ad-Din al-Himmasi, Nasir ad-Din at-Tusi und andere legen verschiedene Erklärungen bezüglich des Imamats und dessen Notwendigkeit in Bezug auf das erwähnte Prinzip [der Gnade] dar.[36]

Philosophie

Da die Sunniten den Imam nur als einen politischen Führer der Gesellschaft betrachten, begründen sie seine Existenz mit Schaffung einer Regierung, Erfüllung gewöhnlicher Aufgaben der Regierung und mit Leitung der Gesellschaft. Aus der Sicht der Muʿtaziliten gehört zum Beispiel die Realisierung des islamischen Rechtsstreites wie die Durchführung der Hadd-Strafen, die Bewahrung der Existenz einer islamischen Gesellschaft, die Vorbereitung und Mobilisierung von Soldaten zum Kampf gegen Feinde und weitere solche Angelegenheiten mit zu den Aufgaben eines Imams.[37]

Zwölferschiiten jedoch führen zwei Arten von Zielen für die Existenz des Imams an. Praktische Ziele und Vorteile erster Art sind diejenigen, die die Sunniten vertreten. Zusätzlich werden die Erhaltung des sozialen Systems der Muslime, die Herstellung sozialer Gerechtigkeit, islamische Urteile, insbesondere solche mit sozialen Aspekten und die Durchführung religiöser Strafen als Ziele des Imamats genannt. Ein weiterer Bereich, der die wichtigsten Ziele des Imamats abdeckt, ist jedoch: die Vermittlung, Bewahrung und Erklärung der Religion.

Vermittlung der Religion

Aus der Sicht der Zwölferschiiten offenbarte Gott dem Propheten (s.) die Religion in vollständiger Form und der Prophet (s.) übergab sie den Imamen (a.) in vollständiger Form, damit sie den Menschen nach und nach alle Vorschriften erklären. Aufgrunddessen werden im Koran und nach der Tradition des Propheten (s.) keine genauen Einzelheiten zu den Urteilen in Bezug auf Anbetung, Verträge, einseitige Geschäfte, Erbe, Strafen, Blutgeld etc. erwähnt. Angeführt werden nur die allgemeinen Aspekte dieser Urteile. Die Urteile, die wir durch die Hadithe des Propheten (s.) erhalten haben, sind begrenzt und nicht alle sind authentisch.

Um diesen Mangel zu kompensieren, mussten Sunniten Mittel wie Qiyas (Vergleichschluss), Istihsan und andere Quellen dazu verwenden, die aber auch keine Gewissheit erwecken. Diese und andere nicht Gewissheit verschaffende Methoden werden von Schiiten als ungültig angesehen, da keine maßgeblichen rationalen Beweise vorliegen und demzufolge auf solche Methoden zwecks Entnahme der Rechtsurteile nicht zugegriffen werden soll.

Aus schiitischer Sicht hat der Prophet (s.) den Islam vollständig und ohne Mangel verkündet, als das Qiyas oder Istihsan erforderlich wären. Aufgrund der mangelnden Reife der Menschen und der mangelnden Anlässe wurden viele Urteile zu dieser Zeit nicht angesprochen. Der Prophet (s.) selbst lehrte diese Regeln den Imamen, damit sie nach ihm den Menschen allmählich alles erklären.

Bewahrung der Religion

Ein weiteres Kriterium, das die Existenz eines Imams erfordert und womit seine Existenz begründet wird, ist die Bewahrung der Religion. Denn die Existenz eines Imams hilft, die Religion vor Veränderungen zu bewahren, da der Koran weder die Einzelheiten der Urteile erklärt hat, noch für sich selbst spricht und einer Interpretation bedarf. Das Verständnis der Menschen bezüglich des Koran ist Irrtümern ausgesetzt und demzufolge besteht ein Bedarf an Personen, deren Verständnis hinsichtlich dessen frei von Fehlern ist. Ihre Existenz ist ein Kriterium dafür, die Missverständnisse anderer zu erkennen. Und dieses Kriterium ist in Wirklichkeit eben das, was die Religion schützt.

Darüber hinaus gibt es nur wenige Regeln und Lehren, die übereinstimmen oder von vielen Menschen überliefert wurden (mutiwatir) und alle Regeln der Religion abdecken. Auch der Konsens allein, ohne sich auf die Meinungen und Worte der Unfehlbaren (s.) zu beziehen, ist ungültig. Daher bleibt nur ein Weg und zwar der, dass die Religion von einem unfehlbaren Imam bewahrt wird. Seine Meinung ist aufgrund seiner Unfehlbarkeit korrekt und andere Meinungen, die den Koran zu interpretieren und die Religion zu erläutern versuchen, sind anhand dieser zu bewerten.

Erläuterung der Lehren der Religion

Andere Faktoren, die die Existenz des Imams erforderlich machen, sind die Erklärungen von religiösen Regeln und Lehren, die vom Propheten (s.) aus Zeitmangel und fehlender Bedingungen nicht erklärt wurden und die dem Imam zur Erklärung überlassen wurden.

Attribute

Unfehlbarkeit

Hauptartikel: Unfehlbarkeit der Imame Eine der Bedingungen des Imams und Anforderung an ihn ist seine Unbeflecktheit von Sünden und Fehlern bei der Erfüllung seiner Pflichten und seiner Mission. Der Grund dafür ist, dass der Imam der Nachfolger des Propheten (s.) ist und eine Autorität in religiösen Urteilen und Lehren sein muss. Daher ist es unbedingt erforderlich von Sünden und Fehlern frei zu sein, wie könnten die Menschen sonst seinen Worten vertrauen. Und sollte das Vertrauen der Menschen verloren gehen, würde Gottes Ziel bezüglich der Ernennung der Imame vergeblich sein.

Von Gott gegebenes Wissen

Hauptartikel: Von Gott gegebenes Wissen Die Unfehlbaren Imame (a.) verfügten auch noch über weitere Kenntnisse als diejenigen, die etwas direkt oder indirekt vom Propheten (s.) gehört hatten. Dieses Wissen zählt zu den außergewöhnlichen Kenntnissen, die ihnen durch Inspiration und Intuition gegeben wurden, wie sie Khidr (a.), Dhu l-Qarnaهn (a.), Maria (a.) gegeben worden waren. Dieses Wissen war es, dass einige Imame (a.) dazu brachte, schon in jungen Jahren ein Imam werden zu können. Dank dieses Wissens wussten sie alles, was sie zur Führung von Menschen und zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötigten und mussten es nicht von anderen lernen.[38]

Wilaya

Hauptartikel: Wilaya Wilaya ist eine Nähe zu Gott, die für den nach Innen gekehrten, eine gewisse Kraft und Einflussnahme entstehen lässt.[39] Diese Wilaya ist zweiartig, sie bezieht sich zum einen auf die Schöpfung und zum anderen auf die Religion. Die Wilaya in der Schöpfung oder die Wilaya über die Schöpfung ist die Vormundschaft des Imams über die Geschöpfe der Welt und seine Einflussnahme auf sie. Der andere Typ, die Wilaya in der Religion, bezieht sich auf die Vormundschaft des Imams bei der Interpretation und Erklärung des Koran, der Sunna des Propheten (s.) und der Führung der Gesellschaft.[40]

Autorität und Notwendigkeit des Gehorsams

Dies bedeutet, dass die Worte des Imams und seine Interpretation hinsichtlich der Worte Gottes maßgebend und notwendig sind und befolgt werden müssen. Diese Eigenschaft ist das Ergebnis von dem von Gott gegebenem Wissen und der Kenntnis von Gottes Absichten in den Versen der göttlichen Schriften.[41]

Die Imame (a.) der Schiiten

Hauptartikel: Imame der Schiiten

Die Imame der Schiiten sind zwölf Personen aus der Nachkommenschaft des Propheten (s), die die intellektuellen, spirituellen und politischen Führer der Schiiten sind. Der erste von ihnen war Imam ʿAli (a.), der zweite und dritte seine und Fatima Zahras Söhne (a.), der Rest enstammt der Nachkommenschaft Imam Husseins (a.). Nach schiitischem Glauben sollte die Führung der islamischen Gesellschaft nach dem Propheten (s.) immer von den Imamen (a.) ausgehen, die von Gott dazu bestimmt wurden. Diese Imame (a.) haben ein von Gott gegebenes Wissen, die Unfehlbarkeit und das Recht der Fürbitte. Diese Fürbitte dient dem Bittenden dazu, Gott nahe zu kommen. Zusätzlich zu ihrer Autorität bezüglich der religiösen Lehren haben diese zwölf Imame (a.) auch die politische Führung der Gesellschaft inne. Es gibt viele Hadithe des Propheten (s.), in denen ihre Eigenschaften beschrieben und ihre Namen erwähnt werden und angezeigt wird, dass sie alle von den Quraysh abstammen und zur Ahl al-Bait (a.) des Propheten (s.) gehören, wie auch der Verheißene Mahdi (a .) (der letzte von ihnen) . Es gibt klare Hadithe vom Propheten (s.) über das Imamat von ʿAli (a.), dem ersten Imam. Außerdem gibt es bestimmte Hadithe vom Propheten (s.) und von Imam ʿAli (a.) über das Imamat des zweiten Imams, alle Imame erwähnten den Namen ihres nachfolgenden Imams ( a.).[42] Nach diesen Hadithen sind die Imame 12 und ihre Namen sind:

  • ʿAli b. Abi Talib (a.)
  • Hasan b. ʿAli (a.)
  • Husain b. ʿAli (a.)
  • ʿAli b. al-Husain (a.)
  • Muhammed b. ʿAli (a.)
  • Jaʿfar b. Muhammad (a.)
  • Musa b. Jaʿfar (a.)
  • ʿAli b. Musa (a.)
  • Muhammad b.ʿAli (a.)
  • ʿAli b. Muhammad (a.)
  • Hasan b. ʿAli (a.)
  • Al-Mahdi (a.)

Inkompatibilität des Imamats und dem Siegel des Prophetentums

Wie bereits erwähnt, gehört das Thema des Imamats zu den herausfordernsten Doktrinen, die seit dem frühen Islam im Zentrum vieler Argumente standen. Eine der angesprochenen Fragen ist, dass das Imamat, wie oben erklärt und an das die Schiiten glauben, nicht mit Khatamiyyat (dem Siegel des Prophetentums) vereinbar ist, da die Person, die als Imam qualifiziert ist und an die die Schiiten glauben, keinen Unterschied zum Propheten (s) aufweisen würde.[43]

Ayatollah Jaʿfar Subhani beantwortete diese Frage wie folgt:

"Der Unterschied zwischen dem Prophetentum und der Erklärung des Wissens des Heiligen Propheten (s.) ist offensichtlich und bedarf keiner großen Erläuterung; denn Prophetentum bedeutet, dass der Prophet (s.) Offenbarungen empfängt, Gottes Wort hört, seinen Gesandten sieht und eine eigenständige Religion postuliert oder eine Religion vor sich predigt. Aber der Imam ist der Hüter des Wissens des Propheten (s.) in allem, was die Menschen brauchen, ohne durch Offenbarungen angesprochen zu werden, ohne Gottes Wort zu hören oder den Engel zu sehen, der die Botschaft trägt."[44]

Darüber hinaus glauben einige andere, dass das Imamat wie oben definiert nur ein Ergebnis der Übertreibung von Schiiten ist und in den frühen authentischen islamischen Texten und Glaubensvorstellungen der Schiiten in den ersten Jahrhunderten nicht existiert hat.

Fußnoten

  1. Ibn Faris, Muʿğam Maqāyis, S.48; Fayyūmī, al-Miṣbāḥ al-Munīr, B.1, S.31-32; Ibn Manẓūr, Lisān al-ʿArab, B.1, S.157; Rāqib al-Isfahānī, al-Mufradāt, S.24; Shartuni, Aqrab al-Mawārid, B.1, S.19
  2. Koran:36:12
  3. Koran:15:79
  4. Koran:15:79
  5. Koran:2:124, 21:73, 32:24
  6. Koran:25:74
  7. Koran:28:5
  8. Koran:9:12, 28:41
  9. Sayyid al-Šarīf, al-Taʿrifāt, S.28; Baḥrānī, Qawāʿid al-Marām, S.174; Fādil al-Miqdād, Iršād al-Tālibīn, S.325; Taftazānī, Šarḥ al-Maqasid, B.5, S.234; Sayyid aš-Šarīf, Šarḥ al-Mawāqif, B.8, S.345
  10. al-Ḥillī, al-Bāb al-Ḥādī ʿAšar, S.66; Fādil al-Miqdād, Iršād al-Tālibīn, S.325-326; Fādil al-Miqdād, al-Lawāmiʿ al-Ilāhiya, S.319-320; Sayyid aš-Šarīf, Šarḥ al-Mawāqif, B.8, S.345; ʿAmidī, al-Afkār, B.3, S.416; Taftazānī, Šarḥ al-Maqasid, B.5, S.234
  11. Fayyad Lāhiğī, Guwhār-e Murād, S.461-462; Sarmā-ie Imān, S.107
  12. Subḥāni, al-Milāl wa an-Nihāl, B.1, S.22.
  13. Ibn Ḫaldūn, Muqaddama, S.191
  14. al-Kulainī, al-Kāfī, B.1, S.155
  15. Koran:2:124
  16. al-Kulainī, al-Kāfī, B.1, S.133-134,149-151,154; Baḥrānī, Ġāyat al-Marām, B.3, S.127-129; al-Burhān, B.1, S.149-151
  17. Koran:5:3
  18. Amīnī, al-Ġadīr, B.1, S.230-236; Baḥrānī, Ġāyat al-Marām, B.3, S.328-340
  19. Koran:5:67
  20. Amīnī, al-Ġadīr, B.1, S.214-223; Baḥrānī, Ġāyat al-Marām, B.3, S.320-327
  21. Koran:17:71
  22. at-Tabrisī, Mağmaʿ al-Bayān, B.3, S.430
  23. Nahğ al-Balāġa, Predigt 252
  24. Al-Kulainī , al-Kāfī, B.2, S.16
  25. At-Tūsī, Talḫīṣ al-Muḥaṣṣal, S.407
  26. Sayyid aš-Šarīf, Šarḥ al-Mawāqif, B.8, S.345
  27. At-Tūsī, Qawāʿid al-ʿAqāʿid, S.110; at-Taftazānī, Šarḥ al-Maqasid, B.5, S.235; At-Tūsī, Talḫīṣ al-Muḥaṣṣal, S.406; al-Ḥillī, Kašf al-Murād, S.290; Sayyid aš-Šarīf, Šarḥ al-Mawāqif, B.8, S.345
  28. Koran:4:59
  29. At-Tūsī, Talḫīṣ al-Muḥaṣṣal, S.407
  30. at-Taftazānī, Šarḥ al-Maqasid, B.5, S.239;
  31. al-Mağlisī, Biḥār al-Anwār, B.23, S.76-95; al-Masʿūdī, Iṯbāt al-Waṣiyya, B.1, S.112-115; Ḥakim an-Nishābūrī, al-Mustadrak, B.1, S.150,204; Ibn Ḥanbal, Musnad, B.12, S.277, B.13, S.188; Ibn Abī al-Ḥadīd, Šarḥ Nahğ al-Balāġa, B.9, S.125
  32. at-Taftazānī, Šarḥ al-Maqasid, B.5, S.239; Abū Ḥanīfa, Šarḥ al-Fiqh al-Akbar, S.179; At-Tūsī, Talḫīṣ al-Muḥaṣṣal, S.407
  33. Sayyid aš-Šarīf, Šarḥ al-Mawāqif, B.8, S.346; at-Taftazānī, Šarḥ al-ʿAqāʿid an-Nasafiyya, S.110; ʿAmidī, Ġāyat al-Marām, S.364; Šahrisānī, Nihāya al-Aqdām, S.479
  34. Qādi ʿAbd al-Ğabbār, al-Muġnī, B.1, S.47
  35. Šarīf al-Murtaḍā, aḏ-Ḏaḫīra, S.409-410
  36. Baḥrānī, Qawāʿid al-Marām, S.175; Al-Ḥalabī, Taġrīb al-Maʿārif, S.95; Ḥumsī, al-Munqiḏ, B.2, S.240; Al-Ḥillī, Kašf al-Murād, S.490; Fādil al-Miqdād, Iršād Ṭālibīn, S.328
  37. Qādī ʿAbd al-Ğabbār, al-Muġnī, B.1, S.39-41; Šarḥ al-Uṣūl al-Ḫamsa, S.509
  38. Miṣbāḥ Yazdī, Amūzeš-e ʿAqāʿid, S.321-322
  39. Tabatabaʿī, al-Mīzān, B.6, S.12
  40. Jawādī Amulī, Wilayat-e Faqīh, S.124-125.
  41. Tabātabāʿī, Šiʿe dar Islām, S.31-32
  42. Tabātabāʿi, Šiʿe dar Islām, S.197-199
  43. al-Qifārī, Uṣūl Maḏhab aš-Šīʿe, B.2, S.655
  44. Subḥānī, al-Ilāhiyyāt, B.4, S.39

Quellenverzeichnis

  • Koran
  • Nahğ al-Balāġa
  • Abū Ḥanīfa, Šarḥ al-Fiqh al-Akbar, Beirut, Dar al-Kutub al-ʿIlmiyya, 1428 n.H.
  • Amīnī, ʿAbd al-Ḥusain, al-Ġadīr, Qom, Markaz al-Ġadīr, 1416 n.H.
  • Amidī, Saif ad-Dīn, Abkar al-Afkar, Kario, Dār al-Kutub, 1423 n.H.
  • Amidī, Saif ad-Dīn, Ġāyat al-Marām fi ʿIlm al-Kalām, Beirut, Dār al-Kutub al-ʿIlmiyya, 1413 n.H.
  • Baḥrānī, Sayyid Hāšim, al-Burhān fi Tafsīr al-Qurʿān, Qom, Našr Biʿthi, 1374 n.i.S.
  • Baḥrānī, Sayyid Hāšim, Ġāyat al-Marām wa Ḥuğğa al-Ḫiṣam fi Taʿyin al-Imām min Tarīq al-Ḫāṣṣ wa al-ʿAmm, Beirut, Muʿassisa at-Tārīḫ al-ʿArabī.
  • Baḥrānī, Ibn Maiṯam, Qawāʿid al-Marām, Qom, Maktab Ayatullah Marʿašī Nağafī, 1406 n.H.
  • Fādil al-Miqdād. Al-Lawamiʿ al-ilahiyya. Qom: Daftar Tablighat Islami
  • Fādil al-Miqdād. Irshad al-talibiyyin. Qom: Maktab Ayatullah Marʿashi Najafi, 1405
  • Fayyad Lahiji, ʿAbd al-Razzaq. Guwhar-i murad. Tehran: Sayi, 1383
  • Fayyad Lahiji, ʿAbd al-Razzaq. Sarmayiyi iman dar usul iʿtiqadat. Tehran: Nashr al-Zahra, 1372
  • Fayyumi, Ahmad b. Muhammad. Al-Misbah al-munir fi gharib al-Šarḥ al-kabir. Qom: Dar al-Hijra, 1414
  • Hakim al-Niyshaburi, Muhammad b. ʿAbd Allah al-. Al-Mustadrak ʿala al-Sahihayn.
  • Al-Ḥalabī, Abu l-Salah al-. Taġrīb al-Maʿārif. Qom: Al-Hadi, 1404
  • Al-Ḥillī, Hasan b. Yusuf al-. Al-Bab al-hadi ʿashar. Teheran: Muʿassisa Mutaliʿat Islami, 1365
  • Al-Ḥillī, Hasan b. Yusuf al-. Kašf al-Murād. Qom: Nashr Islami, 1413
  • Ḥumsī, Mahmud al-. Al-Munqiḏ min al-taqlid.
  • Ibn Abi l-Hadid. Šarḥ Nahğ al-Balāġa. Qom: Maktab Ayatullah Marʿashi Najafi
  • Ibn Faris, Ahmad. Muʿjam maqayis fi l-lugha. Qom:1404
  • Ibn Hanbal. Musnad.
  • Ibn Khaldun, ʿAbd al-Rahman b. Muhammad. Muqaddama Tarikh.
  • Ibn Manzur, Muhammad. Lisan al-ʿArab. Beirut: Dar al-Fikr wa Dar Sadir, 1414
  • Jawadi Amuli, ʿAbd Allah. Wilayat-i faqih.
  • Al-Kulainī, Muhammad b. Yaʿqub al-. Al-Kāfī. Tehran: Dar al-Kutub al-Islamiyya, 1407
  • Al-Mağlisī, Muhammad Baqir al-. Biḥār al-Anwār li durar akhbar al-aʿimma al-athar. Beirut: Dar Ihyaʿ al-Turath al-ʿArabi, 1403
  • Al-Masʿūdī, Abu l-Hasan. Iṯbāt al-Waṣiyya li l-imam ʿAli b. Abi Talib. Qom: Ansariyan, 1423
  • Sayyid aš-Šarīf. Al-Taʿrifat. Tehran: Nasir Khusru, 1412
  • Sayyid aš-Šarīf. Šarḥ al-Mawāqif. Qom: Sharif Radi, 1325
  • Misbah Yazdi, Muhammad Taqi. Amuzish-i ʿaqaʿid. Tehran: Nashr Biyn al-Milal, 1377
  • Qadi ʿAbd al-Ğabbār. Al-Mughni fi abwab al-tawhid wa l-ʿadl wa l-imama. Cairo: Al-Dar al-Misriyya, 1962-1965
  • Qadi ʿAbd al-Ğabbār. Šarḥ al-Uṣūl al-Ḫamsa. Beirut: Dar Ihyaʿ al-Turath al-ʿArabi, 1422
  • Qifari, Nasir b. ʿAbd Allah. Usul madhhab al-Shiʿa.
  • Raghib al-Isfahani, Husayn b. Muhammad. Al-Mufradat fi gharib al-Qurʿan. Beirut: Dar al-Qalam, 1412
  • Shahristani, Muhammad b. ʿAbd al-Karim. Nihaya l-aqdam. Beirut: Dar al-Kutub al-ʿIlmiyya, 1425
  • Šarīf al-Murtaḍā. Aḏ-Ḏaḫīra fi ʿilm al-kalam. Qom: Nashr Islami, 1411
  • Shartuni, Saʿid. Aqrab al-mawarid. Qom: Maktab Ayatullah Marʿashi Najafi, 1361
  • Subhani, Jaʿfar. Al-Ilahiyyat ʿala huda l-kitab wa l-sunna wa l-ʿaql. Qom: Muʿassisa l-Imam al-Sadiq, 1417
  • Subhani, Jaʿfar. Al-Milal wa l-nihal.
  • Tabatabaʿi, Muhammad Husayn al-. Al-Mizan fi tafsir al-qurʿan. Qom: Jamiʿa Mudarrisin
  • Tabatabaʿi, Muhammad Husayn al-. Shiʿa dar Islam
  • At-Tabrisī, Fadl b. Hasan al-. Mağmaʿ al-Bayān fi tafsri al-qurʿan.
  • Taftazani, Saʿd al-Din al-. Šarḥ al-ʿaqaʿid al-nasafiyya. Cairo: Maktaba l-Kulliyyat al-Azhariyya, 1407
  • Taftazani, Saʿd al-Din al-. Shar al-maqasid. Qom: Maktaba al-Sharif al-Radi
  • At-Tūsī, Nasir al-Din al-. Qawaʿid al-ʿaqaʿid. Lebanon: Dar al-Ghurba, 1413
  • At-Tūsī, Nasir al-Din al-. Talḫīṣ al-Muḥaṣṣal. Beirut: Dar al-Adwaʿ, 1405