Karbala

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Karbalā (arabisch: كربلاء) ist eine der Pilgerstädte im Irak, die am häufigsten von den Schiiten besucht wird, aufgrund des Martyriums von Imam al-Husain (a.) und seinen treuen Gefährten dort im Jahre 61/680. Darüber hinaus beherbergt diese Stadt auch die Mausoleen von Imam al-Husain (a.) und al-ʿAbbas (a.).

Die Historie von Karbala reicht bis ins alte Babylonien zurück; Nach den islamischen Eroberungen lebten verschiedene Stämme rund um die Stadt herum, in der Nähe des Euphrat-Flusses. Nach dem Martyrium von Imam al-Husain (a.) und seinen Gefährten am 10. Muharram während der Schlacht von Karbala wurden ihre Körper in der Nähe dieses Ortes auch beerdigt. Karbala wurde danach zu einem Wallfahrtsort mit bestimmten Visitationsriten beim Besuch des Grabes von Imam al-Husain (a.). Dem Besuch von Imam al-Husain (a.) und den anderen Märtyrern durch die Schiiten wurde große Bedeutung beigemessen, was den Grundstein dafür legte, dass diese Stadt ein Wohngebiet für die Schiiten wurde.

Ab dem 2./8. und 3./9. Jahrhundert zeigten sich in Karbala die ersten Entwicklungs- und Strukturanzeichen. Während der Buyiden-Zeit wurden viele Anstrengungen unternommen, um Karbala weiterzuentwickeln. Die größte Erweiterung und Expansion der Stadt fand jedoch während der Safawiden- und Kadscharen-Dynastien statt.

Während die Stadt im 3./9. Jahrhundert Ausweitung fand, wurde auch die Hawza von Karbala gegründet. Ständige Höhen und Tiefen begleiteten die Popularität der Hawza von Karbala im Laufe der Geschichte. Mit zunehmender Popularität dieser Hawza machten verschiedene schiitische Familien Karbala zu ihrer Heimat, um dort religiöses Wissen zu erwerben. Die Al Tuʿma, Al-Naqib, al-Bihbahani, al-Shahristani und al-Shirazi sind einige dieser Familien.

In den letzten zwei Jahrhunderten war Karbala Zeuge vieler Ereignisse und Vorfälle. Der Angriff der Wahhabiten auf Karbala, die Invasion durch Najib Pasha, den osmanischen Gouverneur, der Aufstand von 1920 und die Shaʿban-Intifada sind nur einige der wichtigen Ereignisse, die sich in dieser Zeit ereigneten. Nach dem Untergang des Osmanischen Reiches im 20. Jahrhundert und der britischen Kolonialisierung erlebte die Stadt Karbala die Bildung politischer, sozialer und kultureller Gruppen und Parteien. Dieses nahm erst nach der Unabhängigkeit des Iraks zu.

Das Komitee für Einheit und Fortschritt, die Nationale Islamische Gesellschaft, die Islamische Daʿwa-Partei in Karbala und der Zweig des Islamischen Obersten Rates des Iraks sind die wichtigsten schiitischen politischen Gremien, die in Karbala anerkannt sind.

Schiiten aus der ganzen Welt kommen zu verschiedenen Anlässen in diese Stadt, um die Ziyarat von Imam al-Husain (a.) durchzuführen. Die höchste Besucherzahl ist während der Trauermonate von Muharram und Safar, insbesondere während der Arbaʿin-Prozession. Es wurde aufgezeichnet, dass die Zahl der Pilger während der Tage von Arbaʿin in den Jahren 2015 und 2016 etwa 20 Millionen Menschen betrug. Im Laufe der Geschichte wurde die Stadt Karbala auch mit anderen Namen wie Al-Ghadiriyya, Naynawa, ʿAqar, al-Haʿir und Nawawis bezeichnet.

Heute

Die beiden Schreine von Imam al-Husain (a.) und Abu l-Fadl al-ʿAbbas (a.) sind zwei Hauptmerkmale von Karbala. Karbala ist eine der Pilgerstätten und eine der gesegneten Städte der Schiiten im Irak. Diese Stadt liegt etwa 100 Kilometer von der Hauptstadt Bagdad entfernt und befindet sich im Zentrum der Südhälfte des Iraks, man nennt dieses Gebiet die Provinz Karbala.

Das Martyrium von Imam al-Husain (a.) und seinen Gefährten, die Existenz der Heiligtümer des Imams und von ʿAbbas (a.) sowie andere wichtige historische und religiöse Stätten machten diese Stadt zu einer der wichtigsten und meistbesuchten Städte der Schiiten, besonders während der Trauerperioden von Muharram und dem Arbaʿin von Imam al-Husain (a.).

Nach dem Untergang des Osmanischen Reiches 1914 und nach Saddam und dem Baʿth-Regime 2003 befand sich Karbala politisch gesehen in einer Ausnahmestellung. Das Dschihad-Edikt von Ayatollah Muhammad Taqi Shirazi gegen die Briten und seine Führung bei den Volksaufständen von 1920 im Irak, bei denen gegen die fortgesetzte Präsenz der Briten im Irak protestiert wurde, ist ein klarer Indikator dafür, welche politische Rolle Karbala in der zeitgenössischen irakischen Geschichte spielte.[1] Nach dem Sturz Saddams standen die Positionen der schiitischen irakischen Marjas vorderster Front der politischen und sozialen Veränderungen, die im Irak und in der muslimischen Welt im Allgemeinen stattfanden, und diese Positionen wurden während der Freitagsgebete in dieser Stadt bekannt gegeben. Die Ankündigung des Dschihad-Edikts von Ayatollah al-Sayyid ʿAli al-Sistani gegen den IS in den Predigten der Freitagsgebete von Karbala ist ein weiteres Beispiel dafür.

Laut der Volkszählung von 2015 hat Karbala ungefähr 700.000 Einwohner.[2] Im Laufe der Geschichte wurde die Stadt mit anderen Namen wie al-Ghazariyya, Naynawa, at-Taff, al-ʿAqar, al-Ha'ir und al-Nawawis bezeichnet.[3]

Geschichte

Einige alte historische Quellen besagen, dass die Stadt Karbala während der vorislamischen babylonischen Ära auch schon bekannt war. In einigen Aufzeichnungen wird erwähnt, dass Karbala vor den islamischen Eroberungen ein christlicher Friedhof war, während andere Berichte es als zentralen zoroastrischen Feuertempel erwähnen. Viele kleine Dörfer gibt es seit der Antike rund um Karbala und besonders in der Nähe des Euphrats.[4] Darüber hinaus gibt es Berichte in der traditionellen Literatur, die besagen, dass bestimmte Propheten wie Noah (a.) und Abraham (a.) in einem Land namens Karbala anwesend waren.[5]

Nach der Eroberung des Iraks und Mesopotamiens durch die Muslime gibt es vor der Tragödie von Karbala nur sehr wenige historische Berichte über dieses Gebiet. In einem Bericht heißt es, dass Khalid b. al-Walid im Jahr 12/633-34 nach der Schlacht und Eroberung von al-Hirah (einer Stadt in der Nähe des heutigen Najaf) ein Lager in Karbala errichtete.[6] Andere Berichte erwähnen, dass Imam ʿAli (a.) dieses Land nach der Schlacht von Siffin durchquerte. Nach diesen Überlieferungen hielt der Imam in Karbala an, um zu beten und sich auszuruhen; Der Imam sagte dann auch voraus, was mit seinem Sohn Imam al-Husain (a.), seiner Familie und seinen Gefährten auf diesem Land geschehen wird.[7]

Das wichtigste Ereignis, das dazu führte, dass Karbala für die Schiiten so bedeutsam wurde, ist die Schlacht von Karbala. Nachdem Imam al-Husain (a.) Yazid seinen Treueid nicht geleistet hatte und zahlreiche Briefe von den Bürgern Kufas eintrafen, die den Imam einluden ihr Anführer zu sein [8], machte sich der Imam auf den Weg dorthin.[9] Die Karawane von Imam al-Husain (a.) wurde auf dem Weg nach Kufa von al-Hurr angehalten und auf Befehl von Ubayd Allah b. Ziyad[10] wurde der Imam gezwungen in Karbala ein Lager aufzuschlagen.[11]

Am 10. Muharram 61/13. Oktober 680, nachdem die Karawane des Imams dort einige Tage gelagert hatte, kam es zu einer Schlacht zwischen den Armeen von Imam al-Husain (a.) und der Armee von ʿUmar b. Saʿd.[12] Der Imam wurde an diesem Tag zusammen mit der Mehrheit seiner Gefährten bestialisch getötet, die restlichen Mitglieder der Karawane des Imams, die hauptsächlich aus Frauen und Kindern bestand, wurden gefangen genommen und zuerst nach Kufa, dann nach Damaskus geschickt, der Regierungssitz von Yazid, der sich in der Hauptstadt von Syrien befand.[13]

Die Unfehlbaren Imame (a.) hatten diese Angelegenheit stark hervorgehoben und so richteten die Schiiten während der Ära der Umayyaden und Abbasiden ihre ganze Aufmerksamkeit auf diesen Grundstein für den Bau des heiligen Schreins von Imam al-Husain (a.) und schafften auch Ruheplätze für die Besucher des Imams.[14] Die darauffolgenden schiitischen Aufstände, also nach dem Ereignis von Karbala, dienten nur dazu, die Aufmerksamkeit der Schiiten auf das Grab von Imam al-Husain (a.) zu erhöhen. Zum Beispiel besuchten nun auch die Tawwabun, wenn sie auf ihrem Weg nach Syrien an Nukhaila vorbeikamen das Grab von Imam al-Husain (a.)[15] und bekräftigten ihre Treue zum Imam und seinem Weg[16]. Während des Aufstandes von al-Mukhtar] wurde dem Grab von Imam al-Husain (a.) große Aufmerksamkeit geschenkt. Al-Mukhtar al-Thaqafi war die erste Person, die zusätzlich zu einer Konstruktion über dem Grab des Imams eine Moschee baute und ein kleines Dorf errichtete[17], das nur aus einigen wenigen Häusern bestand, die mit Lehm, dem Holz und den Blättern der Palmen gebaut worden waren.[18]

Mit Zunahme der Besucher des Schreins von Imam al-Husain (a.) und der Zahl der Einwohner rund um seinen Schrein herum, mit der Schwächung der Umayyaden und der Machtübernahme durch die Abbasiden nahm die Entwicklung und Erweiterung von Karbala drastisch zu. Rund um den Schrein begannen nun Häuser zu entstehen, die aus zuverlässigem Baumaterial errichtet wurden.[19]

Einige der abbasidischen Kalifen sahen diese Aktivitäten der Schiiten jedoch als Bedrohung an. Aus diesem Grund wurde während der Regierungszeit einiger abbasidischen Kalifen wie Harun und al-Mutawakkil der Befehl erteilt, den Schrein des Imams und die ihn umgebenden Gebäude zu zerstören.[20] Aber auch unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass diese Schritte der abbasidischen Kalifen nicht erfolgreich waren, um die Schiiten davon abzubringen, Karbala zu ihrem Wohnsitz zu machen. Nach Harun, während der Herrschaft seines Sohnes al-Maʿmun, wurden das Mausoleum von Imam al-Husain (a.) und die anderen verwüsteten Gebäude teilweise wieder aufgebaut.[21] Während der Zeit von al-Mutawakkil wurde alles Zerstörte in Karbala wieder ganz aufgebaut. Neben dem Schrein und den umliegenden Gebieten gab es nun auch neue Infrastrukturen, wie der Marktplatz von Karbala.[22] Während der Zeit der Abbasiden begannen auch akademische Institutionen, die von den Gefährten der Imame gegründet wurden, in Karbala Gestalt anzunehmen; diese Phase war die Anfangsphase der Hawza von Karbala.[23]

Während der Zeit der Buyiden trat der architektonische Trend von Karbala in eine neue Phase ein.[24] Diese Ära ist als die Ära der architektonischen Impozans in Karbala bekannt.[25] Die buyidischen Herrscher unternahmen bei ihren Besuchen des Schreins von Imam al-Husain (a.) Schritte, um umzustrukturieren und die Stadt Karbala zu erweitern. Der erste Stadtrand, die Schaffung von Wohngebieten, neue Basare und islamische Institutionen wie das ʾAdudiya-Seminar und die Raʾs al-Husain Moschee wurden alle auf Befehl von ʿAdud al-Dawla al-Dailami in den Jahren 372/982-83 gebaut und es gibt auch ein Bild von der Expansion der Stadt aus dieser Zeit.[26]

Mit dem Aufkommen der Safawiden- und Kadscharen-Dynastien und ihrer religiösen Leidenschaft gegenüber der Stadt Karbala und anderen wichtigen Stätten im Irak zwischen dem 10./16. und 13./19 Jahrhundert trat die Entwicklung von Karbala in eine neue und tiefgreifendere Phase ein, in der nicht nur das Mausoleum von Imam al-Husain (a.) renoviert und erweitert wurde, sondern auch das Mausoleum von al-Abbas (a.) und andere wichtige religiöse Stätten. Die jetzt in Karbala lebenden Iraner spielten eine wichtige Rolle bei dem Anstieg des Handelsstandards und waren in dieser Zeit auch für die Gründung von Husayniyyas, islamischen Hochschulen, Bibliotheken und Moscheen verantwortlich.

Entdecker wie Carsten Niebuhr und John Asher schrieben während der osmanischen Zeit bei ihren Besuchen in der Stadt in ihren Reiseprotokollen über die Expansion Karbalas.[27] John Peters, ein amerikanischer Entdecker und Archäologe, schrieb 1890 bei einem Besuch in Karbala ebenfalls, dass die neue Erweiterung der Stadt außerhalb der alten Grenzen ein extensives Straßensystem besäße, wie man es von den Städten Europas kennt.[28]

Wallfahrtsorte

Die Existenz der Schreine von Imam al-Husain (a.) und ʿAbbas (a.) machten diese Stadt zu einem der vorrangigen Wallfahrtsorte für die Schiiten. Im Mausoleum von Imam al-Husain (a.) liegen der Imam, seine Familienangehörigen und einige seiner treuen Gefährten begraben.[29] Der Besuch von Imam al-Husain (a.) war schon immer eine Handlung, der die Schiiten besondere Aufmerksamkeit schenkten. Die Empfehlung den Imam zu bestimmten Anlässen wie ʿAshura,[30] Arbaʿin[31] und dem 15. Shaʿban[32] zu besuchen, führte dazu, dass an diesen Tagen auch die meisten Besucher kommen. In der schiitischen Rechtsprechung gelten für das Mausoleum und den Boden des Grabes von Imam al-Husain (a.) spezifische Regeln.[33]

Das Mausoleum von Imam al-Husain (a.) wurde bei zahlreichen Gelegenheiten von den Gegnern der Schiiten, wie den abbasidischen Kalifen und Wahhabiten beschädigt oder zerstört. Eine der ersten Zerstörungen des Mausoleums erfolgte während der Zeit von al-Mutawakkil[34] und der letzte dieser Angriffe ereignete sich während der al-Intifada al-Shaʿbaniyya 1411/1991( Herrschaft der Baathisten).

Der Schrein von al-ʿAbbas (a.) befindet sich 378 Meter nordöstlich des Schreins von Imam al-Husain (a.). Die Pilger von Karbala besuchen Imam al-Husain (a.) und den Schrein von al-ʿAbbas (a.) am Tag von Tasuʿa (9. Muharram) und führen die Schiiten Trauerriten im Mausoleum von al-ʿAbbas (a.) durch, denn dieser Tag ist gemäß dem Trauerkalender der Schiiten speziell für Abu l-Fadl al-ʿAbbas (a.) angegeben.

Neben den Schreinen von Imam al-Husain (a.) und al-ʿAbbas (a.) hat die Stadt Karbala auch andere Besuchsorte mit religiöser Bedeutung, die hauptsächlich mit dem Ereignis von Karbala verbunden sind, z. B. das al-Mukhayyam, al-Tall al-Zainabi und die Grabstätte von al-Hurr b. Yazid al-Riyahi. In der Nähe des Schreins von Imam al-Husain (a.) befinden sich zwei Stationen, nämlich die Station von Imam as-Sadiq (a.) und die Station von Imam al-Mahdi (a.); beide Stationen werden von den Schiiten respektiert und sind für sie auch Besuchsorte.[35]

Politische und gesellschaftliche Ereignisse der letzten zwei Jahrhunderte

In den letzten zwei Jahrhunderten war Karbala Zeuge zahlreicher Ereignisse und politischer und soziokultureller Entwicklungen.

Angriff der Wahhabiten

Am 18. Dhi l-Hijja 1216/1802 drangen die Wahhabiten, angeführt von Abd al-Aziz b. Saud in den Irak ein und griffen die Stadt Karbala an. Sie betraten die Stadt über das Gebiet des Lagers von Imam al-Husain (a.) und begannen zu töten, den Reichtum der Menschen und wertvolle Gegenstände aus dem Schrein von Imam al-Husain (a.) zu stehlen. Da es unter den Menschen üblich war das Mausoleum von Imam ʿAli (a.) in Najaf während der Eid al-Ghadir Tage zu besuchen, gab es in der Stadt Karbala keine Männer, die Widerstand leisten konnten. Historische Berichte beziffern die Zahl der durch diesen abscheulichen Angriff getöteten Menschen auf tausend bis viertausend; außerdem wurde bei diesem Angriff der Schrein von Imam al-Husain (a.) schwer beschädigt.[36]

Angriff von Najib Pascha

Nachdem die Einwohner von Karbala 1285/1868-69 die osmanische Statthalterschaft abgelehnt hatten stellte Najib Pasha, der osmanische Gouverneur des Iraks, ihnen das Ultimatum die Herrschaft der Osmanen zu akzeptieren und sich ihnen zu ergeben, wobei sie sich in wenigen Tagen zu entscheiden hätten. Nach dem erfolglosen Schiedsverfahren von Sayyid Kazim ar-Rashti, einem Gelehrten, der in Karbala lebte und der zweite Anführer der Shaykhiyya war, gab Najib Pasha den Befehl, Karbala anzugreifen. Den bewaffneten osmanischen Soldaten stand es frei alle Orte der Stadt anzugreifen mit Ausnahme der Mausoleen von Imam al-Husain (a.) und al-ʿAbbas (a.) und dem Haus von Sayyid Kazim ar-Rashti. Um den Angriffen zu entgehen suchten einige Einwohner Zuflucht im Schrein von al-ʿAbbas (a.), woraufhin auch dieser Ort angegriffen wurde. Einigen Berichten zufolge sollen bei diesem Angriff fast zehntausend Menschen getötet worden sein.[37]

Thawrat al-Ishrin

Während der britischen Präsenz im Irak 1917 nach dem Fall des Osmanischen Reiches war Karbala eines der Hauptzentren des Widerstandes gegen diese Besatzung. Der Aufstand von 1920, bekannt als "Thawrat al-Ishrin", wurde unter der Führung von Ayatollah Muhammad Taqi al-Shirazi abgestimmt. Dieser Aufstand kam zustande, nachdem die Briten ihr Versprechen und ihre Verpflichtung, den Irak nach seiner Unabhängigkeit zu verlassen, nicht erfüllt hatten.[38]

Al-Intifada al-Sha'baniyya

Hauptartikel: Al-Intifada al-Sha'baniyya

Während der Volksaufstände im Jahr 1411/1991 gegen das von Saddam Husain geführte Baʿth-Regime war Karbala eines der Hauptzentren des Widerstandes. Diese Stadt geriet zusammen mit 13 anderen irakischen Städten unter die Kontrolle der Widerstandskräfte[39], die Revolten wurden jedoch von Saddams Streitkräften niedergeschlagen. Bei der Niederschlagung der Widerstandsbewegungen wurde das Mausoleum von Imam al-Husain (a.) schwer beschädigt. Berichte beziffern die Zahl der Todesopfer bei diesem Vorfall auf 300 000 bis 500 000 Menschen im ganzen Irak, zusätzlich wurden etwa zwei Millionen vertrieben.

Konflikt mit der US-Armee

Als die US-Armee 2003 in den Irak einmarschierte, erlebte Karbala bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen den Einwohnern der Stadt und dem US-Militär auf den Straßen, die zu den Mausoleen von Imam al-Husain (a.) und al-ʿAbbas (a) führten. Im Jahr 2004 nach den bewaffneten Zusammenstößen zwischen der Gruppe der Sadristen, die als Mahdi-Armee bekannt ist, und der US-Armee in den Städten Najaf, Basra und Sadr, einem Vorort von Bagdad, marschierte letztere schwer bewaffnet in Karbala ein, um jeden möglichen Angriff der Sadristen in der Stadt auf sie zu verhindern. Sie blockierten auch die Straßen rund um die Mausoleen und überfielen die Büros der Sadristen in dieser Stadt. Der Hauptgrund für diese Konflikte war ihre Opposition gegen die Besetzung des Iraks durch die amerikanischen Streitkräfte. 2007 kämpften die der Mahdi-Armee treu ergebenen Schiiten erneut mit der US-Armee. Der Unterschied lag jedoch jetzt darin, dass die irakische Polizei die Hauptopposition gegen die Mahdi-Armee darstellte, während die US-Armee als Unterstützungseinheit der Polizei eintrat.

Terroranschlag in Karbala

Nach dem Sturz des baathistischen Regimes im Irak führten extremistische und terroristische Gruppierungen, die der Al-Qaida angehörten, zusammen mit ehemaligen baathistischen Funktionären des vorherigen gestürzten Regimes eine Reihe terroristischer Aktivitäten in der Stadt Karbala durch. Diese Aktivitäten, die auch in anderen Städten des Iraks stattfanden, verschwendeten eine große Menge an Leben und Reichtum der irakischen Nation. Die Mehrheit der terroristischen Aktivitäten in der Stadt Karbala ereignete sich während der Gedenktage von Imam al-Husain (a.), d. h. während Muharram, ʿAshura und der Arbaʿin-Prozession.

Politische und soziale Parteien

Aufgrund des Aufenthalts von schiitischen Großayatollahs (Maraja) und der Prosperität der Theologie von Karbala hatte die Stadt einen großen Einfluss auf die politische und soziale Landschaft des Iraks. Die Aktivitäten der gesellschaftspolitischen Organisationen in Karbala fielen mit den politischen Veränderungen im Irak und zeitweise im Iran zusammen. Die Reaktion der Gelehrten in Najaf und Karbala nach der konstitutionellen Revolution im Iran ist ein Beispiel dafür. Die konstitutionelle Bewegung verursachte Schockwellen innerhalb der Theologiehochschule von Najaf. Auch die Theologiehochschule von Karbala war davon betroffen, mit dem Unterschied zwischen den beiden, dass die Hawza von Karbala gegenüber dieser Bewegung negativ eingestellt war.

Im 20. Jahrhundert und insbesondere während der britischen Besetzung des Iraks wurden in Karbala zahlreiche verschiedene Parteien, Bewegungen und Zweige aktiver irakischer Parteien gegründet. Die Maraja von Karbala und ihre Hawza hatten politische, ideologische und kulturelle Beziehungen zu einigen der aktiven Bewegungen in Karbala. Das Streben nach Unabhängigkeit und der Abzug der Briten aus diesem Land waren die Hauptziele dieser Bewegung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Committee of Union and Progress und die National Islamic Society gehörten zu dieser Gruppe.[40] Die National Islamic Society wurde 1917 vom Sohn des verstorbenen Ayatollah Muhammad Taqi al-Shirazi, Muhammad Rida al-Shirazi und einer Gruppe von Gelehrten in Karbala mit dem Hauptziel gegründet, gegen die britische Präsenz im Irak zu kämpfen. Nach dem Dschihad-Edikt von Ayatollah al-Shirazi hatte diese Organisation großen Einfluss auf die irakischen Aufstände von 1920.[41]

Mit verschiedenen kommunistischen Blöcken im Gefolge der irakischen Unabhängigkeit wurden Zweige wie die Irakische Kommunistische Partei gegründet, die in Najaf und Karbala aktiv wurden. Sie zogen eine große Menge Jugendlicher aufgrund ihrer Ideale an.[42] Die Hawzas und Maraja von Najaf und Karbala beschlossen, um dieser weitreichenden Bedrohung durch den Kommunismus entgegenzuwirken, den Islam zu verteidigen und eine eigene Organisation zu gründen.[43] Diese Organisation, die 1956 gegründet wurde, hieß Islamische Dawa-Partei. Eine ihrer ersten Konferenzen wurde in Karbala abgehalten.[44] Einige der Führer dieser Organisation, wie Ibrahim al-Jaʿfari und Nuri al-Maliki, stammen aus Karbala.[45] Nach der Gründung der Islamischen Dawa-Partei wurde 1962 in Karbala eine weitere Organisation namens Islamic Action Organization gegründet, von Personen, die mit der Familie al-Shirazi verwandt waren.[46]

Während der Ära der Baath-Herrschaft unter Saddam Husain wurde eine Partei namens Islamischer Oberster Rat des Iraks von einer Gruppe schiitischer Gelehrter gegründet.[47] Nach dem Sturz dieses Regimes nahmen jedoch zahlreiche schiitische Bewegungen Gestalt an, von denen eine große Anzahl Zweigstellen in Karbala hatten und in sozialen und politischen Fragen unterwegs waren. Die Badr-Brigade und die Sadrist-Bewegung sind Beispiele für diese Initiativen.

Rituale

Der Aufstand von Imam al-Husain (a.) und das Ereignis von Karbala hinterließen einen nachhaltigen kulturellen Einfluss auf die schiitische Bevölkerung. Die Stadt Karbala war die Quelle vieler kultureller Aktivitäten der Schiiten, die von ʿAshura ausgingen. Einige dieser Praktiken umfassen die Tuwairij-Trauerzeremonie, die Ziyara al-Arbaʿin und ihre Prozession, den Bau von Husayniyyas und religiösen Zentren, die Herstellung von Turbah und Misbaha aus dem Boden von Karbala und Taʿziyas, die die Ereignisse von Karbala darstellen.

Tuwairij

Eines der Trauerrituale der Schiiten während der Muharram Tage ist das Tuwairij-Trauerritual. Tuwairij ist ein Dorf, das etwa zehn Kilometer von Karbala entfernt liegt und hauptsächlich mit diesem Ritual der Schiiten am Tag von ʿAshura in Verbindung gebracht wird. Die Schiiten von Karbala gehen am Nachmittag des ʿAshura Tages von diesem Dorf aus zu den Mausoleen von Imam al-Husain (a.) und al-ʿAbbas (a.). Wenn sie in der Nähe der Mausoleen sind, laufen sie den Weg "Bain al-Haramayn" (der Ort zwischen den beiden Mausoleen), während man sich vor Trauer auf Kopf und Brust schlägt. Dieses Ritual wird in Erinnerung an die verspätete Ankunft der Bewohner aus dem Gebiet von Karbala am Tag von ʿAshura durchgeführt.

Arbaʿin-Visitation

Hauptartikel: Arbaʿin-Visitation

Eines der religiösen Rituale der Schiiten ist die Arbaʿin-Visitation von Karbala. Der religiöse Eifer der Schiiten hinsichtlich Arbaʿin verstärkte sich wesentlich aufgrunddessen, dass die unfehlbaren Imame Arbaʿin große Bedeutung beigemessen hatten. [48] Schiiten aus dem Irak und der ganzen Welt nehmen an dieser Veranstaltung teil, indem sie den Weg von Najaf nach Karbala zu Fuß zurücklegen um das Heiligtum zu erreichen; Dieses Ereignis ist allgemein als die Arbaʿin-Prozession bekannt. Am Tag von Arbaʿin gibt es in Karbala eine riesige Versammlung von Trauernden aus dem Irak und der ganzen Welt, es ist eine der größten Versammlungen der Erde.

Die Erde von Karbala

Hauptartikel: Die Erde von Imam al-Husains (a.) Grab

Die Erde von Karbala oder die Erde von Imam al-Husain (a.), die normalerweise aus Sand oder Staub besteht, gesammelt von dem Boden, der das Grab von Imam al-Husain (a.) umgibt, wird von den Schiiten aufgrund ihrer Eigenschaften sehr respektiert, vieles wurde darüber erzählt.[49] Die Erde wird auch zur Herstellung von Gebetstafeln und Misbahas verwendet. In der Rechtsprechung ist die Niederwerfung auf dem Boden von Karbala eine sehr empfohlene Handlung.

Gründung von Husayniyyas

Der Bau von Husayniyyas, um die Besucher von Imam al-Husain (a.) zu beherbergen ist einer der Schritte, die im letzten Jahrhundert unternommen wurden. Es wird berichtet, dass die erste Husayniyya, die in Karbala gebaut wurde, aus dem 11./17. Jahrhundert stammt. Während die Kadscharen die religiösen Stätten des Iraks wieder aufbauten, baute der Gouverneur der Osmanen im Irak im Jahr 1127/1715 eine Husayniyya, um den Besuchern von Karbala zu helfen.[50] Danach im Jahr 1368/1948-49 kaufte eine Gruppe iranischer Geschäftsleute dieses Anwesen von der Awqaf-Organisation des Iraks und renovierte es zusammen mit einer Gruppe irakischer und kuwaitischer Unternehmer. Nach der Renovierung wurde diese Husayniyya unter dem Namen Tihrani Husayniyya bekannt, der später in Haydariyah Husayniyya geändert wurde. Davor gibt es keine Aufzeichnungen über die Husayniyyas in der Stadt.

Nach den oben genannten Daten wurden die meisten der bekannten Husayniyyas von Karbala im zweiten und dritten Jahrzehnt des 14./20. Jahrhunderts gebaut. Einige dieser historischen Husayniyyas wurden von iranischen Gelehrten und Geschäftsleuten gebaut, während indische Schiiten weitere errichteten. Nach dem Sturz des Baʿth-Regimes nahm der Bau von Husayniyyas drastisch zu und selbst der Bau von Hotels konnte die Entstehung neuer Husayniyyas nicht verringern.

Taʿziya

Hauptartikel: Taʿziya

Taʿziyas sind religiöse Darstellungen, die in vielen irakischen Städten zu sehen sind, einschließlich Karbala. Taʿziyas wurden zum ersten Mal während der Qajariten-Zeit im Iran bekannt und waren äußerst beliebt; dies gelangte dann im 20. Jahrhundert in den Irak. Diese Taʿziyas sind in Najaf und Karbala auch unter "tashabih" oder "masrah al-Husaini" bekannt. Die Aufführung dieser Stücke wurde wie viele andere schiitische Rituale von der Baʿth-Partei eingeschränkt und schließlich verboten, als sie in den 1970er Jahren an die Macht kamen. Nach ihrem Fall im Jahr 2003 wurden diese Stücke in vielen Gegenden des Iraks wiederbelebt.

Dichter

Laut irakischer literarischer und historischer Berichte spielten die Dichter von Karbala eine große Rolle bei den wissenschaftlichen und politischen Bewegungen. Einige ihrer akademischen, politischen und sozialen Aktivitäten spiegeln sich in der Literatur- und Poesie von Karbala und anderen Städten wieder. Jamʿiyyat al-Nadwa al-Shabab al-ʿArabi, Nadwa al-Khamis al-ʿArabi, al-Muntada al-Thiqafi und Jamʿiyyat al-Shuʿaraʿ al-Shaʿbiyyin sind einige der literarischen Kreise, die in Karbala existierten. Manche davon sind noch heute aktiv. Derzeit ist religiöse Poesie zusammen mit anderen Formen der Poesie in Karbala sehr beliebt. Diese Form der Poesie, d. h. die religiöse Form, wurde von al-ʿAtabat al-Husaini al-Muqaddasa und al-ʿAtabat al-'Abbasiyya al-Muqaddasa unterstützt. Sie ist auch bei der irakischen Jugend sehr beliebt.

Seminare und akademische Zentren

Die Geschichte der Gründung des ersten islamischen Seminars von Karbala geht auf das 1./6 . Jahrhundert zurück, es geschah in Anwesenheit einiger Gefährten der unfehlbaren Imame und schiitischen Überlieferern. Abdullah b. Jaʿfar al-Himiari war ein enger Mitarbeiter von Imam al-Hadi (a.) und Imam al-ʿAskari (a.); er war auch einer der ersten Lehrer während der Anfangszeit dieses Seminars von Karbala.[51] Nach der Ära der Okkultation stellten Juristen wie al-Najashi, Sayyid b. Tawus, Shahid al-Awwal und Ibn Fahd al-Hilli ihr Wissen vom theologischen Seminar in Karbala zusammen[52]. Die Popularität und das Prestige des Seminars von Karbala erreichten ein solches Niveau, dass man es in einer bestimmten Periode seiner Geschichte mit anderen rechtswissenschaftlichen Schulen der Schiiten nicht mehr vergleichen konnte.

Das Seminar von Karbala hatte zwei Denkschulen, Usuli und Akhbari. Die Akhbari-Schule hatte jedoch nicht viele Anhänger. Mit dem Aufstieg der Safawiden wurde die Akhbari-Schule von Muhammad Amin al-Istarabadi wiederbelebt. Nach dem Sturz der Safawiden waren die iranischen Gelehrten aufgrund von Verfolgung und Schikane durch die afghanischen Sunniten einerseits, dem Druck von Nadir Shah andererseits gezwungen in den Irak auszuwandern, insbesondere Karbala gehörte zu ihren gewählten Zielen. Während dieser Zeit war die Akhbari-Schule auf ihrem Höhepunkt, da eine große Anzahl iranischer Gelehrter eine Akhbari-orientierte Ideologie vertrat. Trotzdem blieb die Akhbari-Schule aus den unterschiedlichsten Gründen auf der Strecke. Im 13./19. Jahrhundert verlor die Hawza von Karbala sein früheres Ansehen, als viele der iranischen Gelehrten nach Najaf auswanderten oder in den Iran zurückkehrten. Das war so lange der Fall bis Muhammad Taqi al-Shirazi von Samarra nach Kadhimiya und dann nach Karbala auswanderte. Seine Führungsrolle im Kampf gegen den britischen Kolonialismus im Irak und der Beitritt einiger Gelehrter und Studenten diese Hawza, die den antibritischen Bewegungen und Aufständen positiv gegenüberstanden, hauchten der Hawza von Karbala neues Leben ein.

Viele islamische Institute wurden im Laufe der Jahrhunderte in Karbala errichtet. Viele dieser Institute wurden von iranischen Gelehrten errichtet, die in Karbala lebten. Die Hawza von Sayyid al-Mujahid, die von Sadr-i A'zam Nuri und die von al-Khui sind nur einige dieser.[53] Neben Schulen und Instituten wurden in Karbala auch viele Bibliotheken eingerichtet. Einige stellen in den Augen schiitischer Forscher aufgrund der darin aufbewahrten Manuskripte einen sehr hohen Stellenwert dar.[54] Historiker sprechen von 78 Bibliotheken in Karbala, eine große Zahl davon wurde von Gelehrten gegründet, die sich in Karbala aufhielten.[55] Neben den Hawzas gibt es die Universität von Karbala, die Ahl al-Bait-Universität und weitere Forschungsinstitute, die mit den Mausoleen von Imam al-Husain (a.) und al-ʿAbbas (a.) verbunden sind, auch gibt es zahlreiche akademische Forschungsaktivitäten im Bereich schiitischer Studien, insbesondere nach dem Sturz Saddam Husains und des baathistischen Regimes.

Persönlichkeiten und Familien

Von den Anfängen ihrer Gründung bis heute war und ist Karbala die Heimat vieler wichtiger Familien. Einige dieser Familien sind seit den ersten Jahrhunderten in Karbala ansässig. Familien wie die Al Tuʿma und Al Naqib gehören zu dieser Gruppe. Die Al Tuʿma, deren Abstammung bis zu Ibrahim al-Mujab reicht, der der erste Aliden-Bewohner von Karbala war, war eine der frühesten Aliden-Familien, die sich im 3./9. Jahrhundert in Karbala ansiedelten.[56] Die Al Naqib, die Nachkommen von Imam al-Kazim (a.) ließen sich im 5./11. Jahrhundert in Karbala nieder.[57] Die größte Bedeutung haben jedoch jene Gelehrtenfamilien, die aus anderen Gebieten des Iraks, des Irans, des Subkontinents und den arabischen Staaten nach Karbala eingewandert sind, um sich islamisches Wissen anzueignen. Einige dieser Gelehrtenfamilien kehrten jedoch in ihre Länder zurück, nachdem sie den Status eines Mujtahid erlangt hatten oder lediglich die Einführungsphase der islamischen Wissenschaften abgeschlossen hatten. Weitere Familien, die in Karbala gut bekannt sind, ist die Familie Bihbahani, die Familie al-Sadr, die Familie al-Shirazi, die Familie al-Shahristani, die Familie al-Kashmiri, die Familie al-Rashti und die Familie al-Marʿashi.[58]

In der heutigen Zeit sind oder waren einige der schiitischen politischen Persönlichkeiten im Irak und im Iran Bürger von Karbala. Die irakischen Politiker Ibrahim al-Jafari und Nuri al-Maliki sowie der iranische Politiker Ali Akbar Salihi wurden alle in Karbala geboren.

Fußnoten

  1. Āl Ṭuʿma, Mīrāth-i karbalāʾ, S. 184-186.
  2. «Major Cities».
  3. Āl Ṭuʿma, Turāth Karbalāʾ, S. 31-36.
  4. Āl Ṭuʿma, Mīrāth Karbalāʾ, S.20-21.
  5. al-Majlisī, Biḥār al-Anwār, B. 44, S. 301.
  6. Khalīlī, Mawsūʿat al-ʿAtabāt al-Muqaddasa, B. 8, S. 197.
  7. Dīnawarī, al-Akhbār al-ṭiwāl, S. 298.
  8. Balādhurī, Ansāb al-Ashrāf, B. 3, S. 157-158; al-Mufīd, al-Irshād, B. 2, S. 36-37.
  9. at-Tabarī, Tārīkh al-Umam wa l-Mulūk, B. 5, S. 381.
  10. at-Tabarī, Tārīkh al-Umam wa l-Mulūk, B. 5, S. 401.
  11. Muqarram, Maqtal al-Ḥusain, S. 192.
  12. al-Mufīd, al-Irshād, B. 2, S. 91; at-Tabarī, Tārīkh al-Umam wa l-Mulūk, B. 5, S. 417.
  13. al-Mufīd, al-Irshād, 1388 n.i.S., S. 509-523.
  14. Āl Ṭuʿma, Mīrāth Karbalāʾ, S. 31-32.
  15. Ibn Athīr, al-Kāmil fī l-Tārīkh, B. 4, S. 178.
  16. at-Tabarī, Tārīkh al-Umam wa l-Mulūk, B. 4, S. 456-457.
  17. Ṣadr, Nuzhat Ahl al-Ḥaramain, S. 21, 23, 26.
  18. al-Anṣārī, ʿImārat Karbalāʾ, S. 95.
  19. Kilīdār, Tārīkh Karbalāʾ, S. 19; al-Anṣārī, ʿImārat Karbalāʾ, S. 95.
  20. Āl Ṭuʿma, Mīrāth Karbalāʾ, S. 32-33.
  21. Nigāhīno bi jaryān-i ʿĀshūrā, S. 420-421.
  22. al-Anṣārī, ʿImārat Karbalāʾ, S. 96-97.
  23. Sayyid Kubārī, Ḥawzahā-yi ʿilmīyya-yi Shīʿa, p. 256.
  24. Amīn, Dāʾirat al-maʿārif al-Islāmīyya al-Shīʿa, B. 11, S. 356.
  25. al-Anṣārī, ʿImārat Karbalāʾ, S. 99.
  26. Mūsawī Zanjānī, Jawlat fī al-Amākin al-muqaddasa, S. 83.
  27. al-Anṣārī, ʿImārat Karbalāʾ, S. 61-70.
  28. Peters, Nippuar or Explorations and Adventures on the Euphrates 1880 - 1890, B. 2, S. 331.
  29. Siehe: Abū l-Faraj al-Iṣfahānī, Maqātil al-ṭālibīyyīn, S. 118.
  30. Ibn Qūlawayh, Kāmil al-Zīyārāt, S. 173.
  31. al-Mufīd, al-Mazār, S. 53.
  32. Ibn Qūlawaih, Kāmil al-Zīyārāt, S. 181.
  33. Fallāḥzāda, Aḥkām-i fiqhī-yi safar-i zīyāratī-yi ʿatabāt, S. 14, 17, 18, 36.
  34. Āl Ṭuʿma, Karbala wa ḥaramhā-yi muṭahhar, S. 94-95.
  35. Qummī, Amākin-i zīyāratī sīyāḥatī-yi Iraq, p. 45-54.
  36. Āl Ṭuʿma, Turāth Karbalāʾ, S. 116-121.
  37. Āl Ṭuʿma, Turāth Karbalāʾ, S. 125-132.
  38. Zamayzim, Karbala wa l-ḥarkat al-waṭanīyya, p. 63-95
  39. Tabarrāʾīyān, Intifāḍa-yi shaʿbānīyya, S. 230.
  40. Zamayzim, Karbala wa l-ḥarkat al-waṭanīyya, S. 10-16.
  41. Zamayzim, Karbala wa l-ḥarkat al-waṭanīyya, S. 63-95.
  42. Zamayzim, Karbala wa l-ḥarkat al-waṭanīyya, S. 29-30
  43. Abū Zayd al-ʿĀmilī, Muḥammad Bāqir al-Ṣadr, B. 1, S. 240-242.
  44. Muʾmin, Sanawāt al-jamr, S. 35, 169, 200, 255, 256.
  45. 4Zamayzim, Karbala wa l-ḥarkat al-waṭanīyya, S. 33.
  46. Zamayzim, Karbala wa l-ḥarkat al-waṭanīyya, S. 37-39.
  47. Zamayzim, Karbala wa l-ḥarkat al-waṭanīyya, S. 45-46.
  48. at-Tūsī, Tahdhīb al-Aḥkām, B. 6, S. 52.
  49. al-Majlisī, Biḥār al-Anwār, B. 98, S. 128-132.
  50. Nuwiynī, Aḍwāʾ ʿalā maʿālim muḥāfiẓat Karbala, S. 83.
  51. Sayyid Kubārī, Ḥawzahā-yi ʿilmīyya-yi Shīʿa, S. 256.
  52. Sayyid Kubārī, Ḥawzahā-yi ʿilmīyya-yi Shīʿa, S. 258-261.
  53. Anṣārī, ʿImārat Karbalāʾ, S. 161-169.
  54. Āl Ṭuʿma, Turāth Karbalāʾ, S. 414.
  55. Āl Ṭuʿma, Turāth Karbalāʾ, S. 414-440.
  56. Āl Ṭuʿma, Turāth Karbalāʾ, S. 306-308.
  57. Āl Ṭuʿma, Turāth Karbalāʾ, p. 313-315.
  58. Āl Ṭuʿma, Turāth Karbalāʾ, S. 295-363.

Quellenverzeichnis

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