Mekka

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Mekka (arabisch: مکة) ist die heiligste Stadt für Muslime, in ihr wurde auch Prophet Muhammad (s.) geboren und der Islam kam auf. Diese Stadt liegt auf der Arabischen Halbinsel, Arabien. Bakka, Balad al-Haram, Balad al-Amin und Umm al-Qur sind weitere Namen dieser Stadt.

Die Kaʿba, die Qibla der Muslime, befindet sich in Mekka und wird jedes Jahr von Millionen von Muslimen zur Durchführung der Pilgerfahrt besucht. Masjid al-Haram, ʿArafat, Mashʿar al-Haram und Mina sind die wichtigsten religiösen und heiligen Stätten dieser Stadt.

Die Bevölkerung von Mekka nahm im 10./16. Jahrhundert zu. Eine große Anzahl schiitischer Gelehrter lebte in Mekka zu den verschiedensten historischen Epochen. Seit der Zeit der Saudis sind die Schiiten aufgrund der antischiitischen Herangehensweise der Wahhabiten bei der Durchführung ihrer religiösen Rituale mit Einschränkungen konfrontiert. Auch wirtschaftlich stehen die Schiiten dort sehr unter Druck.

Popularität

Der berühmte Name dieser Stadt ist Mekka, der auch im Koran erwähnt wird:

"Und Er ist es, Der im Talgrund von Makka ihre Hände von euch und eure Hände von ihnen zurückgehalten hat, nachdem Er euch den Sieg über sie verliehen hatte."[1]

Benennung

Für die Benennung dieser Stadt mit "Mekka" wurden verschiedene Gründe angeführt, die wichtigsten sind:

  • Mekka ist eine Kombination aus Mak, was Haus bedeutet und Rab, was Gott bedeutet, Mekka wird auch mit Bait ar-Rab oder Bait Allah (Haus Gottes) bezeichnet.
  • Mekka ist eine Kombination aus Mak, was auch Wadi (Tal) bedeutet, und Rab, was Gott bedeutet, somit heißt Mekka auch (Wadi l-Rab) das Tal Gottes.
  • Mekka leitet sich ursprünglich von Mukraba aus dem Begriff Muqrab ab, was einen Ort bezeichnet, an dem Menschen Taqarrub (Nähe) zu Gott suchen.
  • Mekka leitet sich von dem Begriff Makak ab, der untergehen oder vermindern bedeutet, und Mekka ist ein Ort, an dem jeder Tyrann, der der Stadt schaden will, definitiv untergehen wird.
  • Mekka leitet sich von Mak ab, was auch Anziehung bedeutet; Menschen aller Regionen werden von diesem Land angezogen.[2]

Andere Namen

Mekka war im Laufe der Geschichte unter verschiedenen Namen bekannt, von denen einige im Heiligen Koran erwähnt werden:

  • Bakka: Das erste (Gottes)haus, das für die Menschen gegründet wurde, ist wahrlich dasjenige in Bakka, als ein gesegnetes (Haus) und eine Rechtleitung für die Weltenbewohner.[3]
  • Balad al-Amin: Bei der Feige und der Olive ... und dem Berg Sīnīn ... und dieser sicheren Ortschaft![4]
  • Umm al-Qura: … und damit du die Mutter der Städte und diejenigen rings umher (Wohnenden) warnst.[5]
  • Al-Balad al-Haram.[6]

Allgemeine Informationen

Geografische Lage

Mekka ist die wichtigste und heiligste Stadt im Hijaz. Diese Stadt liegt 80 km vom Roten Meer entfernt (21.3891˚ N, 39.8579˚). Es liegt auf einer Höhe von 330 Metern über dem Meeresspiegel.[7]

Wirtschaft

Auch schon vor dem Aufkommen des Islam war Mekka bedeutend, das lag an der Kaʿba, an welcher eine Handelroute vorbeiführte, über die man vom Jemen nach Syrien, Palästina und Ägypten reiste und so den Handel in Mekka zum blühen brachte. Obwohl die Quraish zuerst ihre Geschäfte nur in Mekka betrieben,[8] begann Hashim b. ʿAbd Manaf mit der Entwicklung des Handels in den Regionen um Mekka herum. Hashim und seinem Bruder ʿAbd Shams und Nawfal gelang es, von den Herrschern Syriens, des Jemens, Abessiniens und des Iraks die Erlaubnis zu erhalten Handel zu treiben. Danach wurde Mekka zu einer der bedeutensten Handelsstädte.[9] Die Händler von Quraish versammelten sich hauptsächlich auf einem Markt namens ʿAkkaz in der Nähe von ʿArafat während Dhu l-Qaʿda.[10]

Geschichte

Vor dem Aufkommen des Islam waren, den Überlieferungen zufolge, die bedeutenden religiösen Ereignisse in Mekka folgende:

  • Errichtung der Kaʿba: Prophet Abraham (a.) baute auf Gottes Anordnung hin die Kaʿba mit Hilfe seines Sohnes Ismaʿil.[11] Es gibt jedoch verschiedene Überlieferungen darüber, wann die Kaʿba erstmals errichtet wurde, einige besagen, dass die Kaʿba sogar vor der Erschaffung von Adam (a.) gebaut wurde.[12]
  • Abrahaʿs Angriff: Abraha, der Herrscher des Jemen attackierte Mekka 571 mit einer Elefantenarmee mit dem Ziel die Kaʿba zu zerstören. Als sie aber in die Nähe von Mekka kamen wurden sie vom Himmel aus durch einen Vogelschwarm, von dem aus Steine heruntergeworfen wurden, vernichtet, so dass sie alle umkamen.[13]
  • Geburt des Propheten Muhammad (s.): Prophet Muhammad (s.) wurde am 17. oder 12. Rabiʿ I im ersten Jahr von ʿAm al-Fil (569 oder 570) in Mekka geboren.[14]
  • Geburt von ʿAli b. Abi Talib (a.) in der Kaʿba: Imam ʿAli (a.) wurde am Freitag, den 13. Rajab im 30. Jahr von ʿAm al-Fil in der Kaʿba geboren. Er ist der einzige Mensch, der in Kaʿba geboren wurde;[15] diese Überlieferungen gibt es auch in einer Reihe von sunnitischen Quellen. Basierend auf al-Mustadrak ʿala as-Sahihain unter Berücksichtigung von Mutawatir-Überlieferungen: ʿAli b. Abi Talib (a.) wurde in der Kaʿba von Fatima bint Asad.[16]

Im islamischen Zeitalter

Zur Zeit des Propheten Muhammad (s.):

Während dieser Zeit fanden in Mekka eine Reihe wichtiger historischer und religiöser Ereignisse statt, darunter:

  1. Aufkommen des Islam;
  2. Auswanderung von Gruppen von Muslimen nach Abessinien unter der Leitung von Jaʿfar b. Abi Talib (5 Jahre nach der Berufung Muhammads zum Propheten (614);
  3. Wirtschaftsboykott hinsichtlich der Muslime in Shiʿb von Abi Talib (7. Biʿtha/616) im siebten Jahr nach der Berufung Muhammads zum Propheten;
  4. Ableben von Abu Talib (10 Biʿtha/619);
  5. Tod von Sayyida Khadija (a.) (10 Biʿtha/619);
  6. Auswanderung des Propheten Muhammad (s.) nach Yathrib (später bekannt als Medina);
  7. Die Eroberung von Mekka (8/630);
  8. Hajjat al-Widaʿ (Abschiedspilgerfahrt (10/632);
  9. Ghadir Khumm (10/632).

Zur Zeit der Umayyaden-Dynastie:

  1. Aufstand gegen die Wahl von Yazid b. Muʿawiya als Nachfolger seines Vaters;
  2. Der Aufstand von ʿAbd Allah b. Zubair in Mekka (62/682);
  3. Der Angriff der Armee Yazids auf die Kaʿba und Masjid al-Haram (64/683);
  4. Der Wiederaufbau der Kaʿba von ʿAbd Allah b. Zubair;
  5. Der Brandangriff von Hajjaj b. Yusuf im Auftrag von ʿAbd al-Malik b. Marwan auf Mekka.

Zur Zeit der Abbasiden-Dynastie:

  1. Aufstand von Fakh (169/786);
  2. Das Ereignis von Ahbash (173/789-790);
  3. Der Aufstand von Al-Aftas (199/314-15);
  4. Die Eroberung von Mekka durch Qarmaten (317/929-930);
  5. Qarmaten überfallen die Kaʿba und stehlen den Hajar al-Aswad (den Schwarzen Stein) (317/929-930).

Zur Zeit der Fatimiden und Sharifs:

  1. Herrschaft der Sharifs über Mekka (358/969);
  2. Einfluss der Schiiten in Mekka.

Zur Zeit der Mamlukenherrscher und des Osmanischen Reiches:

  1. Verstörte iranische Pilger in Mekka;
  2. Tötung von Schiiten in Mekka unter dem Vorwand, den Vorhang der Kaʿba unrein zu machen (1088/1677);
  3. Ermordung einer Reihe iranischer Gelehrter in Mekka, darunter Zain al-ʿAbidin al-Kashani (1040/1630) und Sayyid Muhammad Muʿmin Radawi (1088/1677);
  4. Verpflichtung der Redner, die Schiiten in ihren offiziellen Reden zu verfluchen (1157/1744-45);
  5. Herausgabe der Fatwa des Takfir (Exkommunikation) von Schiiten durch religiöse Gelehrte in Mekka.

Zur Zeit der saudischen Familie:

  1. Tötung jemenitischer Pilger in Mekka (1341/1923);
  2. Angriff auf und Eroberung von Mekka und Tötung von Muslimen (1342/1924);
  3. Zerstörung von Mausoleen und Schreinen, darunter der Schrein von Abu Talib, ʿAbd al-Muttalib und Sayyida Khadija (a.)[17](1342/1924);
  4. Dominanz der Saudis über Mekka (1344/1926);
  5. Tötung ägyptischer Pilger in Mina (1344/1926);
  6. Tötung iranischer Pilger in Mekka 1987[18];
  7. Erweiterung der Masjid al-Haram und der Bau neuer Räume für die Ausführung des Tawaf;
  8. Ansturm von Mina und der Tod von über zweitausend Pilger im Jahre 2015.

Vorzüge von Mekka

Aufgrund der Präsenz der verschiedenen Heiligen Stätten in Mekka, darunter die Kaʿba, Masjid al-Haram und ebenso wegen der alljährlichen Durchführung der Pilgerfahrt, geniesst die Stadt unter Muslimen großen Respekt. Darüber hinaus ermutigten religiöse Führer die Muslime immer in dieser Stadt, insbesondere in der Masjid al-Haram religiöse Rituale und den Gottesdienst durchzuführen. Gemäß den Überlieferungen der Unfehlbaren (a.) gleicht die Belohnung für eine Gebetseinheit in der Masjid al-Haram hunderttausend Gebetseinheiten in anderen Moscheen.[19] Diese Stadt wird als Haram (Schrein) Gottes, seines Propheten (s.) und ʿAli b. Abi Talibs (a.) bezeichnet.[20]

Heilige Orte

Masjid al-Haram

Hauptartikel: Masjid al-Haram Masjid al-Haram (oder Al-Masjid al-Haram) ist die berühmteste und heiligste Moschee für Muslime, die sich in Mekka befindet. Sie gilt als die Qibla der Muslime. Masjid al-Haram umfasst eine Reihe von heiligen Stätten und Gegenständen, darunter Kaʿba, Hajar al-Aswad, Multazam, Mustajar, Hatim und Hijr von Ismaʿil, die von Muslimen hoch respektiert werden. Zusätzlich zu den allgemeinen religiösen Regeln für Moscheen gibt es im islamischen Fiqh exklusive religiöse Regeln für Majid al-Haram. Es ist Pflicht für Mustatiʿ (finanziell fähige) Muslime, mindestens einmal in ihrem Leben nach Mekka zu pilgern und Hajj zu vollziehen. Einige seiner Rituale werden in Masjid al-Haram durchgeführt.

Kaʿba

Hauptartikel: Kaʿba Die Kaʿba ist die Qibla der Muslime und der wichtigste Ort für ihren Gottesdienst. Laut Überlieferungen und dem Heiligen Koran errichteten Abraham (a.) und sein Sohn Ismaʿil die Kaʿba auf Gottes Befehl. Die Qibla der Muslime wurde im zweiten Jahr nach der Biʿtha von der al-Aqsa-Moschee zur Kaʿba geändert.[21]

Moscheen

  • Al-Khaif-Moschee: Gemäß den Überlieferungen hielt Prophet Muhammad (s.) seine Rede Hajjat al-Widaʿ (Abschiedswallfahrt) in dieser Moschee. Schiitische Imame erwähnten hohe Belohnungen für das Beten in der al-Khaif-Moschee.[22]
  • Masjid al-Nahr: Sie befindet sich in Mina, wo Gott Abraham (a.) ein Lamm sandte, um es anstelle von Ismail zu opfern.[23]
  • Masjid al-Baiʿa oder Masjid al-Ghanam: Der erste Treueid der neuen Muslime von Yathrib (Medina) für Prophet Muhammad (s.) in ʿAqaba fand hier statt.[24]
  • Masjid al-Shajara: Hier wurde der Treueid von al-Ridwan zur Zeit des Hudaybiyya-Friedensvertrages abgegeben.
  • Masjid von Ghadir Khumm: Prophet Muhammad (s.) stellte 'Ali b. Abi Talib (a.) als seinen Stellvertreter und Volksvormund nach ihm vor.
  • Tanʿim-Moschee,
  • die Moschee von Abraham (a.),
  • Al-Jinn-Moschee,
  • Al-Ijaba-Moschee,
  • Shaqq al-Qamar-Moschee,
  • Masjid ar-Raya
  • Masjid al-Safaʿih[25].

Muzdalifa

Muzdalifa oder Mashʿar ist eine Region zwischen ʿArafat und Mina, der Aufenthalt dort am Morgen von Eid al-Adha ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für die Hajj. Die meisten Hadsch-Pilger sammeln dort die Steine für Rami al-Jamarat von Muzdalifa.

Mina ist ein Ort, an dem die Hadsch-Pilger vom zehnten bis zum zwölften Dhu al-Hijja verweilen. Sie führen auf diesem Landstück auch einige Rituale der Hajj durch, darunter Rami al-Jamarat, das Opfern, Halq oder Taqsir und Baytuta (übernachten).

Miqats

Masjid al-Shajara: Sie liegt 10 km von Medina entfernt und ist der Miqat der Hajj-Pilger aus Medina und derjenigen, die von Medina nach Mekka gehen.

  • Al-Juhfah: Es ist der Miqat der Pilger aus Ägypten, Syrien und dem Maghreb und derjenigen, die über diese Routen nach Mekka gehen.
  • Wadi ʿAqiq: Es ist der Miqat der Pilger aus dem Irak, Najd und derjenigen, die über diese Route nach Mekka gehen.
  • Qarn al-Manazil: Es ist der Miqat der Pilger aus dem Jemen und Taʿif.
  • Yalamlam: Laut Überlieferungen ist Yalamlam der letzte Miqat für Pilger aus dem Jemen und derjenigen, die über diese Route nach Mekka gehen.[26]

Religiöse und historische Stätten

  1. Heirat des Propheten Muhammad (s.) mit Sayyida Khadija;
  2. Geburt von Sayyida Fatima (a.);
  3. Tod von Sayyida Khadija (a.);
  4. Lailat al-Mabit-Ereignis;
  5. Vorbereitung der Auswanderung des Propheten (s.) nach Medina;

Schreine zwischen Mekka und Medina

  • Die Grabstätte der Märtyrer aus der Schlacht von Badr: Sie liegt 150 km südwestlich von Medina, wo die Schlacht stattfand. An diesem Ort sind 14 dieser Märtyrer begraben;
  • Die Moschee von ʿArish: Diese Moschee wurde neben der Grabstätte der Märtyrer aus der Schlacht von Badr errichtet. Prophet Muhammad (s.) verrichtete an diesem Ort in der Nacht vor der Schlacht das Nachtgebet.
  • Rabadha: Es liegt im Osten von Medina. Abu Dharr al-Ghifari liegt dort begraben.
  • Ghadir Khumm: Es ist eine Region in der Nähe von al-Juhfah und befindet sich 156 km nordwestlich von Mekka, dort fand das Ereignis von Ghadir Khumm statt.
  • Abwaʿ: Durch dieses Gebiet führt die Straße von al-Juhfa, 45 km von dort entfernt liegt Amina bt. Wahb, die Mutter des Propheten Muhammad begraben.[29]

Wichtige Berge

Berg Abu Qubays: Seine Höhe beträgt 420 Meter, er befindet sich nordöstlich von der Masjid al-Haram. Da dieser Berg in der Nähe der Ka'ba liegt, gilt er, den Überlieferungen zufolge, als heilig. Es heißt, dass zur Zeit des Propheten Noah (a.), als der Sturm ausbrach, der Hajar al-Aswad sicher war, weil er durch den Berg Abu Qubays geschützt wurde, weshalb dieser Berg auch Amin (Hüter) genannt wird. Auf diesem Berg erfolgte die erste öffentliche Verkündung des Islam durch Prophet Muhammad (s.).[30] Der Berg Safa, der Ausgangspunkt von Sa'y, liegt am Hang dieses Berges.

Jabal al-Nur oder Hiraʿ: Er liegt vier Kilometer nordöstlich von Mekka, neben der Straße von Mina nach 'Arafat. Seine Höhe beträgt 634 Meter. Die Hiraʿ-Höhle befindet sich sehr weit oben auf diesem Berg, hier betete Prophet Muhammad (s.) im Monat Ramadan schon Monate vor der Biʿtha. Während dieser Zeit begleitete ʿAli b. Abi Talib (a.) den Propheten (s.).[31] Die ersten Verse des Koran wurden dem Propheten (s.) in der Höhle von Hira offenbart.[32] Der Berg Thawr: Seine Höhe beträgt 759 Meter, er befindet sich drei Kilometer südlich von Mekka. Als Prophet Muhammad (s.) beabsichtigte nach Medina auszuwandern, suchte er in einer Höhle des Berges Thawr Schutz vor den Polytheisten, die nach ihm suchten.[33] Shiʿb von Abi Talib: Heute wird es auch Shiʿb oder Tal von ʿAli (a.) genannt.[34] Die Muslime flohen vor der Tyrannei und der Verfolgung der Polytheisten in dieses Tal und blieben dort drei Jahre lang.[35]

Die Situation der schiitischen Muslime in Mekka

Das Aufkommen der lokalen autonomen schiitischen Herrschaft der Banu al-Hasan über Mekka zeigt perfekt die Situation der Schiiten in dieser Stadt.[36] Im Jahre 10/631 war Mekka das Zentrum der Schiiten, Ibn Hajar al-Haitami erklärte, dass sein Ausgangspunkt beim Verfassen von al-Sawaʿiq al-muhrriqa die Expansion und das Wachstum der schiitischen Muslime in Mekka gewesen sei.[37] Ibn Jubair (geb.540/1145-gest.614/1217) gab in seinem Reisebericht an, dass der Emir der Stadt auf seiner Reise nach Mekka den Beginn des Ramadan-Monats auf Grundlage der religiösen Regeln der Alavi-Schiiten erklärt habe.[38] Er erklärte auch, dass den Zaydiyya-Schiiten in der Masjid al-Haram ein besonderer Platz zuteil wurde, wenn es um die Gemeinschaftsgebete ging. Ibn Jubair nannte auch die Sharifs von Mekka Zaiditen, die in ihrem Adhan den Vers "Hayya ʿala Khayr al-ʿAmal" rezitierten.[39] In einigen Reiseberichten ist angegeben, dass der Einfluss der Schiiten in den nächsten Jahrhunderten in Mekka abnahm. Muhammad Husain Farahani, der 1302/1885 die Hajj durchführte, sagte, dass die Zahl der schiitischen Muslime in Mekka sehr gering sei, hauptsächlich arbeiten sie als Führer für die Hajj-Pilger.[40] Ayazkhan Qashqai, der 1341/1923 Mekka besuchte, erklärte, dass die Schiiten Taqiyya (vorsorgliche Verstellung) nicht praktizieren müssten, um ihre religiösen Rituale in Jeddah, Mekka und Medina durchführen zu können; sie konnten auch ihre Religionszugehörigkeit frei ausdrücken.[41]

Die Sharifs von Mekka unterstützten die Zaydiyya offiziell mindestens bis zum frühen 15. Jahrhundert.[42] Eine Reihe von Reiseberichterstattern gaben an, dass die Sharifs Schiiten seien, aber ihre Religion verbargen.[43] Aufgrund des Drucks der Mamluken-Herrscher wurden die Sharifs von Mekka letztendlich gezwungen Shafiʿi-Muslime zu werden, wodurch sie sich vollständig von der Zaydiyya trennten.[44] Einige Quellen gaben jedoch an, dass sie die Schiiten bis zum Ende ihrer Herrschaft immer tolerant und friedlich behandeln wollten.[45]

Als die Saudis an die Macht kam wurden die in Mekka verstreuten und begrenzten Schiiten einem enormen Druck und vielen religiösen Beschränkungen ausgesetzt. Wahhabitische Muftis erließen auch Fatwas, durch die das Leben und der Besitz der Schiiten aufs Spiel gesetzt wurden. Nach und nach waren sie gezwungen die Taqiyya, vor allem in Mekka, auszuüben, womit die Schiiten ihre religiösen Rituale zu Hause und hinter verschlossenen Türen vollzogen, während sie öffentlich als sunnitische Muslime auftraten.[46]

Ende 2012 nahmen saudische Soldaten Scheich Badr Al Talib und Scheich Muhammad al-ʿAtiyya, zwei schiitische Geistliche aus Mekka und Jeddah, fest.[47]

Neubauten

Da die Zahl der Hajj-Pilger in Mekka ständig zunahm wurden neue Hotels rund um die Masjid al-Haram gebaut. Zum Beispiel wird jetzt erwartet, dass sechsundzwanzig Hotels mit dreizehntausend Zimmern gebaut werden, was die Kapazität der Stadt für Pilger erhöhen wird. Auch die erste Phase der Einschienenbahn auf dem Weg von Mekka nach Mina, ʿArafat und Muzdalifa hat im Jahr 2010 begonnen. Der Uhrenturm ist eines der neuen Bauwerke in Mekka, der mit vier Zifferblättern der größte Uhrenturm der Welt ist. Der Bau solch hoher Gebäude um die Masjid al-Haram wurde in der Welt des Islam kritisiert, da man der Ansicht ist, dass solche Gebäude der Kaʿba und der Masjid al-Haram gegenüber respektlos sind.[48]

Ende 2011 begann die Ausführung eines neuen Expansionsplans für die Masjid al-Haram, es sollten mehr Mataf (Umgehungsbereiche) in zwei Stockwerken um die Ka'ba herum hinzugefügt werden, damit mehr Pilger für das Tawaf untergebracht werden können. Der erste Stock ist drei bis vier Meter hoch und der zweite Stock dreizehn Meter hoch. Der Bau solcher Strukturen warf neue Fiqh-Probleme über das Tawaf auf. Laut schiitischen Rechtsgelehrten ist es richtig, Tawaf im ersten Stock aufzuführen, aber einige glauben, dass nur diejenigen mit Schwierigkeiten und Behinderungen Tawaf im zweiten Stock der Masjid al-Haram durchführen dürfen.[49]

Fußnoten

  1. Koran 48:24
  2. Jaʿfarī, "Nāmhā-ie shahr-e Makke", S. 205-222
  3. Koran 3:96
  4. 4. Koran 95:1-3
  5. 5. Koran 6:92
  6. Jaʿfarī, "Nāmhā-ie shahr-e Makke", S. 205-222
  7. Jaʿfarīyān, Āthār-i Islāmī-yi Makka wa Madīna, 1384 n.i.S., S. 32-33.
  8. Yaʿqūbī, Tārīkh Yaʿqūbī, 1988, S. 242.
  9. Jawād ʿAlī, al-Mufaṣṣal fī tārīkh al-ʿArab qabl al-Islām, 1970, S. 21; Yaʿqūbī, Tārīkh Yaʿqūbī, 1988, S. 242; Ṭabarī, Tārīkh al-Ṭabarī, 1968, B. 2, S. 251-252.
  10. Azraqī, Akhbār Makka, Rawāʾiʿ al-turāth al-ʿArabī, B.1, S.3. Qazwīnī, Athār al-bilād wa akhbār al-ʿibād, Dār Ṣādir, S. 85.
  11. Ibn Athīr, al-Kāmil, 1407 n.H., B. 1, S. 81-82; Ibn Athīr, al-Bidāya wa l-nihāya, 1997, B. 1, S. 378; Ṭabarī, Tārīkh al-Ṭabarī, 1968, B. 2, S. 251.
  12. Azraqī, Akhbār Makka, Rawāʾiʿ al-Turāth al-ʿArabī, B. 1, S. 68.
  13. Ibn Athīr, al-Kāmil, 1407 n.H., B. 1, S. 342-345.
  14. Shahīdī, Tārīkh-i taḥlīlī-yi Islām, 1390 n.i.S, S. 37; Āyatī, Tārīkh-i Payāmbar-i Islām, 1378 n.i.S., S. 43.
  15. al-Mufīd, al-Irshād, 1416 n.H., B. 1, S. 5
  16. Ḥākim al-Nayshābūrī, al-Mustadrak ʿala l-ṣaḥīḥain, vol. 3, p. 593.
  17. www.alwahabiyah.com
  18. Jaʿfarīyān, Āthār-i Islāmī Makka wa Madīna, S. 50-62.
  19. al-Kulainī, al-Kāfī, B. 4, S. 526.
  20. al-Majlisī, Lawāmiʿ ṣāḥibqarānī, S. 207.
  21. Ibn Athīr, al-Kāmil fī l-tārīkh, B. 1, S. 81-82; Ibn Kathīr, al-Bidāya wa l-nihāya, B. 1, S. 378; Ṭabarī, Tārīkh al-Ṭabarī, B. 1, S. 251.
  22. al-Kulainī, al-Kāfī, B. 4, S. 519.
  23. Kurdī, al-Tārīkh al-qawīm, B. 6, S. 28.
  24. Jaʿfarīyān, Rasūl, Āthār-i Islāmī Makka wa Madīna, S. 142-144.
  25. Jaʿfarīyān, Rasūl, Āthār-i Islāmī Makka wa Madīna, S. 141-148.
  26. Khuī, Manāsik al-ḥajj, B. 1, SS. 72-73.
  27. Qāʾidān, Tārīkh wa āthār-i Islāmi Makka wa Madīna, S. 144-153.
  28. Jaʿfarīyān, Āthār-i Islāmī Makka wa Madīna, S. 161-168.
  29. Jaʿfarīyān, Āthār-i Islāmī Makka wa Madīna, S. 194-200.
  30. 30. Qāʾidān, Tārīkh wa āthār-i Islāmi Makka wa Madīna, p. 110.
  31. Imam ʿAli (a.) in Hira (Persian)
  32. Qāʾidān, Tārīkh wa āthār-i Islāmi Makka wa Madīna, S. 108.
  33. Fākihī, Akhbār Makka fī qadīm al-dahr wa ḥaīthih, B. 4, S. 80-83.
  34. Qāʾidān, Tārīkh wa āthār-i Islāmi Makka wa Madīna, S. 113-114.
  35. Ibn Hishām, al-Sīra al-nabawīyya, B. 1, S. 375-376.
  36. MORTEL, Zaydi shiism and the Hasanid Sharifs of Mecca, S. 455-472.
  37. Marco Salati, Tārīkh-i tashayyuʿ dar Makka, S. 66.
  38. Ibn Jubair, Tadhkīr bi akhbār an ittifāqāt al-amṣār, S. 187.
  39. Ibn Jubair, Tadhkīr bi akhbār an ittifāqāt al-amṣār, S. 138, 139, 140.
  40. Jaʿfarīyān, Panjāh safarnāma-yi ḥajj-i qajārī, B. 5, S. 203.
  41. Jaʿfarīyān, Panjāh safarnāma-yi ḥajj-i qajārī, B. 5, S. 395, 409.
  42. Zaynī Dahlān, Khulāṣat al-kalām fī bayān imrāʾ al-balad al-ḥarām, B. 2, S. 461.
  43. Jaʿfarīyān, Panjāh safarnāma-yi ḥajj-i qajārī, B. 4, S. 776.
  44. R. MORTEL, Zaydi shiism and the Hasanid Sharifs of Mecca, S. 467-468.
  45. Jaʿfarīyān, Panjāh safarnāma-yi ḥajj-i qajārī, B. 5, S. 441.
  46. www.rohama.org
  47. Shi'a News Website (Persian).
  48. www.taghribnews.com (Persian)
  49. The Fatwa of Shi'a authorities about Tawaf and new constructions in Masjid al-Haram (Persian)

Quellenverzeichnis

  • Azraqī, Muḥammad b. ʿAbd Allāh, Akhbār Makka, Beirut, Rawāʿīāʿ at-Turāth al-ʿArabī, [n.d].
  • Āyatī, Muḥammad Ibrāhīm, Tārīkh-e Payāmbar-e Islām, Bearbeitet von Abu l-Qāsim Gurjī, Teheran: Intishārat-e Dānishgāh-e Teheran, 1378 n.i.S.
  • Fāsī al-Makkī, Muḥammad b. Aḥmad, Shifāʾ al-Gharām bi Akhbār al-Balad al-ḥarām, Bearbeitet von ʿUmar ʿAbd al-Salām al-Tadmurī, Beirut: Dār al-Kitāb al-ʿArabī, 1405 n.H.
  • Fākihī, Muḥammad b. Isḥāq, Akhbār Makka fī qadīm ad-Dahr wa Ḥaīthih, Bearbeitet von ʿAbd al-Malik b. ʿAbd Allāh, Makka: Maktabat al-Nahḍa al-Ḥadītha, 1407 n.H.
  • Ibn Athīr, ʿAlī b. Muḥammad, Al-Kāmil fī at-Tārīḫ, Bearbeitet von Abi l-Fidāʾ ʿAbd Allāh al-Qāḍī. Beirut: Dār al-Kutub al-ʿIlmīyya, 1403 n.H.
  • Ibn Jubair, Muḥammad b. Aḥmad, Safarnāma Ibn Jubair, übersetzt von Parwīz Atābakī. Mashhad: Intishārāt-e Āstān-e Quds-e Raḍawī, 1370 n.i.S.
  • Ibn Kathīr, Ismāʿīl b. ʿUmar, Al-Bidāya wa l-Nihāya, Bearbeitet von ʿAbd Allāh b. ʿAbd al-Muḥsin al-Turkī, Ägypten: Hijr li Ṭabāʿat wa an-Nashr wa at-Tawziʿ wa al-Iʿlān, 1997.
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