Sayyid Ruhollah Khomeini

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Imam Khomeini

Sayyid Rūhollāh Mūsawī Khomeinī (Persisch: سید روح الله موسوی خمینی), wohlbekannt als Imām Khomeinī (persisch: امام خمینی) war einer der bedeutendsten schiitischen Marjas (Instanz der Nachahmung) des 14./20. Jahrhunderts. Er war der Anführer der Islamischen Revolution im Iran, die 1979 den Sieg errang, die Monarchie stürzte und durch die die Islamische Republik im Iran gegründet wurde.

Im Jahre 1341 begann er öffentlich einen Kampf gegen die Pahlavi-Monarchie in Iran. Zweimal wurde er von der Regierung festgenommen. Danach verbannte man ihn zuerst in die Türkei und dann in den Irak. Dreizehn Jahre lang leitete er in der islamischen Theologieschule (Hawza) die revolutionären Kämpfer an, lehrte und verfasste auch Schriften im Bereich der Religionswissenschaften. Er kehrte am 3. Februar 1979, mit der Ausweitung der Volkskämpfe, in den Iran zurück und war nach dem Sieg der Revolution am 11. Februar 1979 bis zu seinem Lebensende (5, 1989) der Führer der islamischen Republik Iran.

Die Doktrin der Wilayat-e mutlaqe-ie Faqih (absolute Vormundschaft des Juristen), eine rechtstheoretisch-politische Doktrin, die auf schiitischen Überzeugungen basiert, ist die wichtigste von ihm dargelegte. Auf Grundlage dieser versuchte er die Islamische Republik Iran und ihre Verfassung zu gründen. Aus Sicht von Imam Khomeini ist die Regierung die praktische Philosophie aller Rechtswissenschaften. Seine regierungsverbundene Sicht auf die Rechtswissenschaft führte dazu, an die Innovation im Ijtihad zu glauben, während er die Bewahrung des Rahmens der traditionellen Rechtswissenschaft betonte. Die Theorie über die Rolle von Zeit und Ort im Ijtihad und einige seiner einflussreichen Erlasse können als Ergebnis dieser Sichtweise betrachtet werden.

Muslime, insbesondere die Schiiten, mochten ihn sehr. Seine Beerdigung war mit fast 10 Millionen Menschen, die bisher meistbesuchteste Beerdigung der Welt.

Neben der Rechtswissenschaft (Fiqh) und den Prinzipien der Rechtsfindung (Usul al-Fiqh) - in islamischen Seminaren übliche Fächer - pflegte er auch Werke und besondere Meinungen zur islamischen Philosophie und Mystik.

Imam Khomeini lehrte während seines Aufenthaltes in Qom in der Schule von Faydiyya auch islamische Ethik.

Er führte ein einfaches und asketisches Leben. In den letzten 10 Jahren seines Lebens, als er der oberste Führer der Islamischen Republik Iran war, lebte er in einem bescheidenen Haus in Jamaran (ein Bezirk von Teheran).

Biografie

Sayyid Rohullah Musawi Khomeini erblickte am 20. Jamadi ath-Thani 1320 n.H. (September 24, 1902)[1] in Khomain, in einer Stadt im Zentrum des Irans, das Licht der Welt. Sein Vater Sayyid Mustafa Musawi war ein Zeitgenosse von Mirza-ie Shirazi und er war ein Absolvent der Hawza von Najaf. Sayyid Mustafa war jemand in Khomein, an den die Einwohner von Khomein ihre religiösen Probleme herantrugen. Doch schon fünf Monate nach der Geburt von Sayyid Ruhollah Khomeini fand er im Kampf gegen den brutalen lokalen Gouverneur den Märtyrertod. Sayyid Ruhollah Khomeini wuchs daraufhin unter der Aufsicht seiner Mutter Hajara Agha und seiner Tante, väterlicherseits, Sahiba Khanum auf, bis er 15 Jahre alt wurde.[2]

Ehefrau und Kinder

Anfang des Monats Bahman des Jahres 1308 n.i.S.(1929) heiratete er Khadija Thaqafi.[3] Seine Nachkommen waren folgende: zwei Söhne namens Mustafa und Ahmad und drei Töchter namens Zahra, Farideh und Sediqeh.

Ableben und Beerdigung

Dhu l-Qa'da 1, 1409 (Juni 5, 1989), Teheran

Imam Khomeini verstarb am Abend des 13. Khordad 1368 n.i.S (3. Juni 1989)[4] im Alter von 87 Jahren an einer Krankheit im Herzkrankenhaus Shahid Rajai. Am 15. Khordad wurde eine Veranstaltung unter dem Titel "Abschied vom Leichnam Imam Khomeinis" in der Musala in Teheran abgehalten. Sayyid Muhammad Reza Golpaiegani, ein schiitischer Großgelehrter, verrichtete das Totengebet (Salad al-Jinaza) auf seinen Leichnam und er wurde daraufhin am 16. Khordad in Begleitung von ca.10 Millionen Menschen in der Nähe des Friedhofes Behesht-e Zahra, am Anfang der Autobahn Teheran-Qom - wo sich heute das Haram von Imam Khomeini befindet - begraben.[5] Die Bestattung von Imam Khomeini gilt als die größte in der Geschichte.[6]

Anlässlich des Todes von Imam Khomeini ist der 14. Khordad in Iran zu einem offiziellen Feiertag erklärt worden, an dem verschiedene Feste Veranstaltung finden. Das Hauptprogramm wird neben seinem Grabmal unter der Präsenz von Regierungspersönlichkeiten und dem Volke abgehalten. Hauptredner bei diesem Programm ist der Führer der Islamischen Republik Iran.

Bildung

Sayyid Rohullah Khomeini studierte an der Hawza (Theologische Hochschule) Grundfächer wie Arabische Literatur, Mantiq (Logik), Fiqh (islamische Rechtstheorie) und Usul al-Fiqh (Prinzipien der Rechtsfindung) bei Lehrern und Gelehrten aus Khomein (wie Mirza Mahmud Eftekhare al-Ulama, Mirza Reza Najafi Khomeini, Scheich Ali Muhammad Borujerdi, Scheich Muhammad Golpaiegani, Aqa Abbas Araki und ebenso bei seinem großen Bruder Sayyid Murteza Pasandideh).[7]

Studium in Arak Qom

Sayyid Rohullah Musawi Khomeini begab sich im Jahre 1298 n.i.S. zur Theologischen Hochschule von Arak und kurz nach der Auswanderung von Sheich Abdulkarim Hairi zum Neuen Jahr des Jahres 1301 n.i.S. (Rajab 1340 n.H.) folgte er ihm zusammen mit einer weiteren Gruppe von Schülern nach Qum.[8]

An der Theologischen Hochschule von Qom beschäftigte er sich neben seinem Abschluss in den vorbereitenden und fortgeschrittenen Stufen der Rechtswissenschaft (Fiqh) und der Prinzipien der Rechtswissenschaft (Usul al-Fiqh) (Kharij fiqh und usul), auch noch mit anderen Gebieten der Islamwissenschaft, einschließlich Prosodie, Mathematik, Astronomie und islamische Philosophie. Er studierte sechs Jahre lang fortgeschrittene theoretische und praktische Mystik (al-Irfan an-Nazari wa l-Amali) unter Ayatollah Muhammad Ali Shahabadi. Sayyid RuhAllah begann seine offizielle Ausbildung in Mystik unter Mirza Muhammad Ali Shahabadi 1307 n.i.S. und setzte diese bis zum Jahre 1314 n.i.S. fort.[9] In dieser Zeit lernte er bei Mirza Muhammad Ali Shahabadi Kommentare zu Fusus al-Hakam Qeisari und zu Misbah al-Uns Fanari und Manazil as-Sairin Khaja Abd Allah al-Ansari abzugeben.[10]

Der eigentliche Lehrer von Sayyid Rohullah Khomeini in Fiqh und Usul war Scheich Abdulkarim Haʿiri, der Leiter der Theologischen Hochschule von Qom, ein schiitischer Großgelehrter (Marja).[11] Nach dem Ableben von Scheich Abdulkarim Haʿiri Yazdi begab sich, aufgrund der Bemühungen Imam Khomeinis und einer Gruppe von Mujtahids der Hawza, Ayatollah Borujerdi, der zu jener Zeit in Borujerd lehrte und die religiösen Angelegenheiten des Volkes verwaltete als nachfolgender Leiter der Hawza nach Qom. Imam Khomeini wurde indessen als Lehrer und Mujtahid in Fiqh, Usul, Philosophie, Mystik und Ethik bekannt.[12]

Sayyid Rohullah Khomeini erhielt von Scheich Muhammad Reza Isfahani, Scheich Abbas Qummi, Sayyid Muhsin Amin Amili und Sayyid Abulqasim Dehkordi Isfahani die Erlaubnis, Hadithe zu überliefern.[13]

Lehrer

Unterrricht

Sayyid Rohullah Musawi lehrte viele Jahre an der Theologie Hochschule Fiqh, Usul, Philosophie und Mystik und islamische Ethik an der Faiziyya Schule, in der Aazam Moschee, Muhammadiyya Moschee, Haj Mulla Sadeq Schule, Salmasi Moschee, ebenso unterrichtete er fast zehn Jahre lang in der Scheich Aazam Ansari Moschee Fiqh auf der höchsten Stufe und in Najaf erstmals die theoretischen Grundlagen der Wilayat Faqih (die Vormundschaft des Juristen) in dutzenden von Sitzungen.

Laut den Schülern von Imam Khomeini zählte sein Unterricht zu den maßgeblichsten Lehrzentren der Hawzah und in manchen Perioden nahmen an diesen bis zu 1200 Personen teil, darunter Dutzende von den heute bekannten Mujtahids.[15]

Werke

Hauptartikel: Werke von Imam Khomeini

  • Kashf Asrar
  • Tahrir al-Wasila
  • Sharh Chehel Hadith
  • Wilyat Faqih
  • Jahad Akbar
  • Manasek-e Hajj
  • Adab as-Salat
  • Sirr as-Salat
  • Tafsir Sure-ie Hamd
  • Talab wa Eradeh
  • Scharh Doai-e Sahar
  • Kitab al-Baia (5 Bände)
  • Kitab at-Tahara (4 Bände)
  • Istaftaat (3 Bände)
  • Risala Tawzih al-Masail
  • Wasiyatneme-ie siyasi islahi
  • Schahr Hadith Junud Aql wa Jahl
  • Sahife-ie Imam (Sahife-ie Nur) 22 Bände
  • Misbah al-Hidaya ila al-Khilafa wa al-Wilaya
  • Manahij al-Wusul ila Ilm al-Usul (2 Bände)
  • Taaliqat ala Scharh Fusus al-Hikam wa Misbah al-Uns
  • Anwar al-Hidaya fi at-Taaliqat ala al-Kifaya (2 Bände)
  • Rasail (umfasst mehrere Risala in Usul wie “la zarar wa la zirar”, Esteshab, Taadul wa Tarajih, Ijtihad wa Taqlid wa Taqiyya)[16]

Führung der Opposition gegen die Pahlawi-Monarchie

Imam Khomeinis Rede im Jahre 1342 n.i.S.

Bis zur islamischen Revolution herrschte im Iran die konstitutionelle Monarchie, die durch die permanenten Verstöße der zwei Pahlawi Könige gegen die Verfassung praktisch in eine absolute Monarchie umgewandelt wurde. Die Pläne und Programme des herrschenden Regimes widersprachen des öfteren den Grundlagen des Islam und des Schiitentums. Dieses führte zum Protest der Religiösen und der Gelehrten gegenüber dem Regime.

Erste Bewegung

Der offizielle und offensichtliche Protest Imam Khomeinis gegenüber diesem monarchistischen Regime begann mit dem Erlass einer Deklaration im Jahre 1341 n.i.S. Nach der Verabschiedung des Gesetzentwurfs der Landes- und Provinzverbände erstmals am 16. Mehr des Jahres 1341 n.i.S wurde eine Sitzung in Anwesenheit von Imam Khomeini und anderen Großgelehrten aus Qom abgehalten, bei der es zu einer Erklärung kam.[17] Dann am 11. Azar des Jahres 1341 n.i.S wurde durch die beständigen Bemühungen Imam Khomeinis dieser Gesetzentwurf der Landes- und Provinzverbände aufgehoben.

Fortsetzung der Proteste

  • 26. Sha'ban 1382 n.H. (22. Januar 1963); Boykottierung des von dem Schah vorgeschlagenen illegalen Referendums "Enqelab-e Sefid" (weiße Revolution) seitens Imam Khomeini.[18]
  • 25. Shawwal 1382 (22. März 1963); Der Geheimdienst und das Militär stürmen Fayziyya und töten die Geistlichen.[19]
  • 12. Muharram 1383 (5. Juni 1963); Nächtliche Festnahme Imam Khomeinis und der Protest des Volkes dagegen.
  • 2. Safar 1383 (25. Juni 1963); Seine Verlegung vom Militärstützpunkt Qasr in eine Zelle in 'Ishrat Abad, Teheran.
  • 27. Dhu l-Qa'da 1383 (10. April 1964); Die historische Rede von Imam Khomeini in der Masjid A'zam, Qom, nachdem er aus dem Gefängnis entlassen und die ihm auferlegte Beschränkung aufgehoben worden war.
  • 19. Jumada II 1384 (26. Oktober 1964); Seine Rede gegen den demütigenden Kapitulationsentwurf.[20]
  • 28. Jumada II 1384 (4. November 1964); Erneute Festnahme von Imam Khomeini und seine Verbannung in die Türkei.
  • 7. Rajab 1984 (12. November 1964); Imam Khomeinis Verlegung von Ankara nach Bursa in der Türkei.

Exil in Najaf

  • 9. Jumada II 1385 (5. Oktober 1965); Imam Khomeini wird nach Bagdad / Irak verlegt.
  • Am 12. [[Jumada I | (8. Oktober) geht er von Samarra nach Karbala und am 19. Jumada II /15. Oktober) betritt er Nadschaf. 'Ulama (Gelehrte) und Marjas von Najaf begrüßen ihn und am 20. Rajab/14. November beginnt er mit seinem Unterricht im Seminar von Nadjaf.
  • 13. Jumada I 1397 (2. Mai 1977); Er veröffentlicht eine Erklärung über die Märtyrer in Qom zum vierzigsten Tag ihres Martyriums.
  • 21. Shawwal 1398 (24. September 1978); Sein Haus wird von den irakischen Baath-Streitkräften umstellt.
  • 29 . Shawwal 1398 (2. Oktober 1978); Er wandert aus dem Irak nach Kuwait aus.
  • 3. Dhu l-Qa'da 1398 (5. Oktober 1978); Er wandert von Kuwait nach Frankreich aus.
  • 3.Rabi' I 1399 (1. Februar 1979); Er kehrt nach 15 Jahren Exil in den Iran zurück.

Führung der Islamischen Republik Iran

1399/1979 siegt schliesslich die revolutionäre Volksbewegung und Imam Khomeini kehrt am 3. Rabi' I (1. Februar) desselben Jahres in den Iran zurück, wonach am 13./11. die Monarchie gestürzt wird. Einige Monate später in Jumada II 1399 (April 1979) wird über das Regierungssystem des Landes beraten und dann die "Islamische Republik" ausgerufen. Dann nach einer Weile wurde ein Verfassungsentwurf ausgearbeitet und zur Volksabstimmung gestellt. Laut Verfassung war Imam Khomeini der Führer der Islamischen Republik Iran. Diese Position bekleidete er bis an sein Lebensende (Shawwal, 1409/Juni 1989).

Die Festigung der Islamischen Republik, Anleitungen zum Verfassungsentwurf, die Bekämpfung interner Streitigkeiten, die Führung des Krieges gegen die Invasion seitens des Iraks, die Annahme des Friedensvertrages mit dem Irak und die Revision der Verfassung sind einige seiner wichtigsten Aktionen in diesen 10 Jahren.

Gründung des Wächterrats

Hauptartikel: Der Wächterrat

Nach dem Verfassungsreferendum 1979 wählte Imam Khomeini per Dekret am 22. März desselben Jahres sechs Juristen (Faqih, Rechtsgelehrte) zu Mitgliedern des Wächterrats. Mit der Wahl dieser sechs Rechtsanwälte... am 17. Juli 1980 durch die Abgeordneten des Parlaments wurde auch die erste Sitzung des Rates abgehalten und diese Institution begann offiziell ihre Arbeit.[21]

Konformität der Gesetze mit dem Religionsgesetz (Scharia) und der Verfassung,[22] Auslegung der Verfassung [23] sowie die Überwachung von Wahlen und Volksabstimmungen[24] sind die wichtigsten Aufgaben dieses Rates.

Gründung des Schlichtungsrates

Hauptartikel: Schlichtungsrat Gemäß der Verfassung der Islamischen Republik Iran dürfen die vom iranischen Parlament verabschiedeten Gesetze nicht im Widerspruch zu den Bestimmungen der Scharia und der Verfassung stehen. Die Überprüfung dessen obliegt dem Wächterrat. Zahlreiche Streitigkeiten zwischen dem Parlament und dem Wächterrat veranlassten Imam Khomeini über eine Lösung dieses Problems nachzudenken. Er setzte zunächst fest, dass, wenn zwei Drittel der Abgeordneten es für notwendig erachten, ein Gesetz zu verabschieden, ihre Meinung Vorrang vor der des Wächterrats habe.[25] Mit den zunehmenden Streitigkeiten ordnete er jedoch am 6. Februar 1987 die Bildung eines Schlichtungsrates an.[26]

Die Hauptaufgabe des Schlichtungsrates besteht darin, den Streit zwischen dem Parlament und dem Wächterrat [27] beizulegen. Weitere Aufgaben sind: Lösung der Konflikte des Systems, die mit gewöhnlichen Mitteln nicht zu lösen sind,[28] Beratung der Führung bei der Bestimmung der allgemeinen Politik des Systems [29] und Fälle auf die vom Obersten Führer verwiesen wird.[30].

Quds-Tag

Hauptartikel: Internationaler Quds-Tag Einige Monate nach dem Sieg der Revolution, im Heiligen Monat Ramadan 1399 (August 1979), erklärte Imam Khomeini den letzten Freitag des heiligen Monats Ramadan zum Quds-Tag und forderte die muslimische Welt auf, ihre Solidarität bezüglich der Befürwortung der Rechte der Muslime zu demonstrieren.[31]

Dieser Tag ist im offiziellen Kalender des Irans als Internationaler Quds-Tag regristiert. Seitdem finden jährlich am letzten Freitag des Monats Ramadan in Iran sowie in anderen Ländern Massenmärsche statt.

Brief an Gorbatschow

Am ersten Tag des Jahres 1989 sandte Imam Khomeini einen Brief an Michail Gorbatschow, den Präsidenten der ehemaligen Sowjetunion. Der Brief wurde Gorbatschow von einer Delegation, bestehend aus Ayatollah Abdullah Javadi Amoli, Dr. Mohammad Javad Larijani und Marzieh Hadidchi (Dabbaq) übergeben.

Der Brief wurde zu einer Zeit geschrieben, als politische Analysten reformistische Bewegungen und Veränderungen in der kommunistischen Welt vorhersagten. Auch Imam Khomeini sagte die Auflösung der Sowjetunion voraus, mit den Worten: der Kommunismus wird bald in Museen für politische Geschichte zu sehen sein. Darüber hinaus rief der Imam in diesem Brief, nachdem er die materialistische Ideologie kritisiert hatte, die Führer der Sowjetunion zur Spiritualität auf und lud sie ein ernsthafte Forschungen über die dynamischen Lehren des Islam durchzuführen und schlug ihnen vor einige ihrer Gelehrte für tiefere Forschungen über den Islam nach Qom zu schicken.

Ablehnung der Polytheisten

Hauptartikel: Bara'at min al-Mushrikin In der ersten Hajj-Saison nach dem Sieg der Revolution (Dhu l-Hijja, 1399/November 1979) gab Imam Khomeini allen Hajj-Pilgern eine Botschaft mit auf den Weg. In dieser historischen Botschaft konzentrierte sich der Imam auf den sozialen und politischen Aspekt der Hajj, der lange Zeit vernachlässigt wurde und kam mit Erwähnung des ersten Verses der Sure al-Tawba zu dem Schluss, dass die Ablehnung der Feinde des Islam, insbesondere USA und Israel, einer der bedeutendsamsten Teile einer wahren Hajj wäre, da Gott und seine Gefährten die Polytheisten, die zu dieser Zeit Feinde des Islam waren, ebenfalls abgelehnt haben. Gemäß dieser Botschaft halten sich iranische Pilger jedes Jahr am 9. im Gebiet 'Arafat auf.

Todesurteil für Salman Rushdie

Hauptartikel: Salman Rushdie

1988 wurde ein Buch mit dem Titel -Die Satanischen Verse- veröffentlicht, die meisten Muslime sind der Meinung, dass es schwerwiegende Beleidigungen gegen den Propheten des Islam (s.) enthielt. Am 16. Februar 1988 erließ Imam Khomeini eine Fatwa, in welcher der Autor des Buches wegen Beleidigung des Propheten des Islam (s.) zum Abtrünnigen erklärt und zum Tode verurteilt wurde.[32] In diesem Zusammenhang betonte er, dass Salman Rushdie (Autor des Buches) sein Urteil nicht ändern könne, selbst wenn er bereut und ein Asket seiner Zeit wird.[33]

Ansichten

Einige der Ansichten und Gedanken Imam Khomeinis sind folgende:

Welayat-e Faqih (Vormundschaft des Juristen)

Hauptartikel: Welayat-e Faqih

Imam Khomeini warf erstmals die Theorie der Welayat-e-Faqih (die Vormundschaft des Juristen) in Nadschaf auf und später in seinen Vorträgen über die islamische Regierung vor.[34] Diese Theorie beruht darauf, dass aus schiitischer Perspektive die Regierung von einem Mujtahid geführt werden sollte. Nach dem Sieg der Islamischen Revolution im Iran wurde diese Theorie der Verfassung der Islamischen Republik Iran hinzugefügt, worauf die Islamische Republik gegründet wurde.

In seinen letzten Lebensjahren thematisierte Imam Khomeini die Theorie der absoluten Vormundschaft des Juristen und setzte die Regierungsverfügungen des Juristen (Faqih) der Vormundschaft des Propheten (s.) und der Imame (a.) gleich. Bei dieser Theorie kann der Jurist die Grundregeln der Scharia entsprechend den Interessen des islamischen Systems vorübergehend außer Kraft setzen.[35]

Die Rolle von Zeit und Ort im Ijtihad

Am 16. Rajab 1409 (22. Februar 1989) übermittelte der Imam den islamisch theologischen Hochschulen (Hawzah) und dem Klerus, die als "Manshur Ruhaniyyat" (Charta des Klerus) bekannt wurde, eine Botschaft, in der es hieß, dass die sogenannte Ijtihad (Ableitung der islamischen Gesetze) und ihre Quellen als unzureichend für die Verwaltung der Gesellschaft gelte.[36] Er betonte, dass Zeit und Ort im Ijtihad eine wichtige Rolle spielen. Zeit und Ort ändern die Sicht des Mujtahids auf ein Thema und damit die Entscheidung über dieses.[37] Er hatte diesen Punkt bereits in seiner früher herausgegebenen Botschaft erwähnt, die als "Manshur Baradari" (Charta der Brüderlichkeit) bekannt wurde.[38]

Erlaubnis zum Schachspielen

Schach zu spielen galt nach Meinung der meisten schiitischen Rechtsgelehrten als verbotene Handlung. Auf eine Frage zum Schachspiel am 28. Muharram 1409 (10. September 1988) antwortete Imam Khomeini, dass das Schachspielen, wenn es nicht mehr als ein Spiel betrieben wird und dabei nicht um Geld gespielt wird, erlaubt ist.[39] Diese als irgendwie neu empfundene Fatwa rief einige Reaktionen hervor. Einer seiner Schüler schrieb ihm daraufhin einen Kritikbrief. Als Reaktion darauf bekräftigte Imam Khomeini seine Fatwa und kritisierte den gemeinsamen Umgang der Mujtahids mit juristischen Quellen.[40]

Werke über Imam Khomeini

Aufgrund der besonderen Stellung von Imam Khomeini, dem Gründer und Führer der Islamischen Republik Iran und einem der einflussreichsten Großgelehrten in der schiitischen Geschichte, entstanden viele wissenschaftliche, künstlerische und multimediale Werke über ihn. Aufgrund des großen Umfangs dieser Arbeiten gibt es darüber keinen umfassenden Überblick.

Fußnoten

  1. زندگینامه، پورتال امام خمینی1.
  2. Anṣārī, Ḥadīṯ Bidārī, 1378 n.i.S., S.14-15.
  3. Ṯaqafī, Bānū-ie Enqelāb, 1394 n.i.S., S.35.
  4. پورتال امام خمینی وابسته به موسسه تنظیم و نشر آثار امام خمینی (س)
  5. «ناگفته‌هایی از مراسم خاکسپاری امام»، خبرگزاری تابناک.
  6. "Largest percentage of population to attend a funeral"، Guinness World Records.
  7. Anṣārī, Ḥadīṯ Bidārī, 1378 n.i.S., S.16.
  8. Anṣārī, Ḥadīṯ Bidārī, 1378 n.i.S., S.16.
  9. Imām Ḫomeinī, Mawsūʿat al-Imām al-Ḫumeinī 45: Taʿlīqāt ʿalā Šarḥ Fuṣūṣ al-Ḥakam wa Taʿlīqāt ʿlā Miṣbāḥ al-Uns, 1434 n.H., Muqadamat at-Taḥqīq, S.5.
  10. Imām Ḫomeinī, Mawsūʿat al-Imām al-Ḫumeinī 45: Taʿlīqāt ʿalā Šarḥ Fuṣūṣ al-Ḥakam wa Taʿlīqāt ʿlā Miṣbāḥ al-Uns, 1434 n.H., Muqadamat at-Taḥqīq, S.5.
  11. Anṣārī, Ḥadīṯ Bidārī, 1378 n.i.S., S.17-18.
  12. Anṣārī, Ḥadīṯ Bidārī, 1378 n.i.S., S.18.
  13. Ḥāfiyān, Iğāzāt Ḥasbiyya Imām Ḫomeinī, S.186.
  14. «دوران تحصیل امام»، پرتال پژوهشی و اطلاع رسانی موسسه تنظیم و نشر آثار امام خمینی.
  15. Anṣārī, Ḥadīṯ Bidārī, 1378 n.i.S., S.19-20.
  16. «فهرست تألیفات امام خمینی»، پرتال پژوهشی و اطلاع‌رسانی مرکز تنظیم و نشر آثار امام خمینی
  17. Rağabī, Zendegīnāmeh Siyāsī Imām Ḫomeinī, 1378 n.i.S., S.229.
  18. برگی از صحیفه/ تحریم رفراندوم دروغین شاه توسط امام خمینی»، پرتال پژوهشی و اطلاع رسانی مرکز تنظیم و نشر آثار امام خمینی.
  19. Rağabī, Zendegīnāmeh Siyāsī Imām Ḫomeinī, 1378 n.i.S., S.250; «مروری بر رخدادهای بهار 1342...»، پرتال پژوهشی و اطلاع رسانی مرکز تنظیم و نشر آثار امام خمینی.
  20. «صوت سخنرانی امام خمینی بمناسبت تصویب کاپیتولاسیون»، پرتال پژوهشی و اطلاع رسانی مرکز تنظیم و نشر آثار امام خمینی.
  21. «تأسیس شورای نگهبان به روایت تصاویر ایرنا»، وبسایت شورای نگهبان.
  22. Matn-e Kāmel-e Qānūn asāsī, 1388 n.i.S., S.26 und 27, Artikel 4 und S.55, Artikel 96.
  23. Matn-e Kāmel-e Qānūn asāsī, 1388 n.i.S., S.56, Artikel 98.
  24. Matn-e Kāmel-e Qānūn asāsī, 1388 n.i.S., S.56, Artikel 99.
  25. Imam Ḫomeinī, Ṣaḥīfa Imām, 1378 n.i.S., B.17, S.321.
  26. Imam Ḫomeinī, Ṣaḥīfa Imām, 1378 n.i.S., B.20, S.464.
  27. Matn-e Kāmel-e Qānūn asāsī, 1388 n.i.S., S.63, Artikel 112.
  28. Matn-e Kāmel-e Qānūn asāsī, 1388 n.i.S., S.62, Artikel 110.
  29. Matn-e Kāmel-e Qānūn asāsī, 1388 n.i.S., S.61, Artikel 99.
  30. Matn-e Kāmel-e Qānūn asāsī, 1388 n.i.S., S.64, Artikel 112.
  31. Imam Ḫomeinī, Ṣaḥīfa Imām, 1378 n.i.S., B.9, S.267.
  32. Imam Ḫomeinī, Ṣaḥīfa Imām, 1378 n.i.S., B.21, S.263.
  33. Imam Ḫomeinī, Ṣaḥīfa Imām, 1378 n.i.S., B.22, S.268.
  34. Siehe: Imam Ḫomeinī, Welāyat-e Faqīh, 1421 n.H., S.1.
  35. Imam Ḫomeinī, Ṣaḥīfa Imām, 1378 n.i.S., B.20, S.452.
  36. Imam Ḫomeinī, Ṣaḥīfa Imām, 1378 n.i.S., B.21, S.291.
  37. Imam Ḫomeinī, Ṣaḥīfa Imām, 1378 n.i.S., B.22, S.289.
  38. Imam Ḫomeinī, Ṣaḥīfa Imām, 1378 n.i.S., B.21, S.177.
  39. Imam Ḫomeinī, Ṣaḥīfa Imām, 1378 n.i.S., B.21, S.129.
  40. Imam Ḫomeinī, Ṣaḥīfa Imām, 1378 n.i.S., B.22, S.151.

Quellenverzeichnis