Sure Sad

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Sure Sad
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سوره صاد.jpg
Suren Nr 38
Offenbarung
Offenbarungsreihenfolge 38
Mekkanisch/Medinensich Mekkanisch
Statistik
Versanzahl 88
Wortanzahl 735
Buchstabenanzahl 3061

Sad (arabisch: سوره ص) ist die 38. Sure des Korans. Sie ist eine mekkanische Sure und befindet sich in Juz 23 dieses Heiligen Buches. Die Betitelung der Sure Sad geht auf den der Sure vorausgehenden al-Muqattaa-Buchstaben Sad zurück. Die Sure handelt von der Einladung zum Tauhid (Monotheismus), von der Aufrichtigkeit in der gottgefälligen Intention (Ikhlas) des Propheten (s.) und von der Sturheit der Polytheisten. Erwähnt werden auch die Geschichten einiger Propheten, wobei zusätzlich der Zustand der Frommen und der Frevler am Tage der Auferstehung dargestellt wird.

Bezüglich des Offenbarungsanlasses dieser Sure heißt es, nach dem Gespräch der Ungläubigen mit dem Propheten (s.) wurden die ersten Verse dieser Sure herabgesandt. Der Dialog Gottes mit Iblis und die Verfluchung und Verdammung von Iblis kommen ebenfalls in dieser Sure vor.

Bekannte Verse dieser Sure sind: Vers 29, er handelt von der Herabsendung des Korans und vom Reflektieren über dessen Verse. Vers 26 adressiert an den Propheten David (a.), handelt von der Bedeutsamkeit des Richteramtes und ist ein Ayat al-Ahkam. Schutz vor kleinen und großen Sünden ist als Auswirkung für die Rezitation dieser Sure erwähnt worden.

Vorstellung

Benennung

Die Sure heißt Sad, da sie mit dem al-Muqattaa-Buchstaben Sad beginnt.[1]

Offenbarungsort und Reihenfolge der Suren

Die Sure Sad zählt zu den mekkanischen Suren und ist in der Offenbarungsreihenfolge die 38. Sure, welche auf den Propheten (s.) herabgesandt wurde. In der jetzt vorliegenden Koranversion (Mushaf) ist sie die 38. Sure [2] und befindet sich im 23. Juz᾽ des Korans.

Anzahl der Verse und weitere Eigenschaften

Die Sure Sad enthält 88 Verse, 735 Wörter und 3061 Buchstaben. Sie gehört zu den Mathani-Suren und umfasst ungefähr ein Hizb des Korans. Die Sure Sad ist die 20. Sure, der Suren welche mit den al-Muqatta-Buchstaben beginnen. Der 24. Vers dieser Sure beinhaltet eine empfohlene Niederwerfung (d.h. während der Rezitation oder des Hörens dieses Verses, wird empfohlen sich niederzuwerfen).[3] Die Sure Sad wird als Vervollständigung der Sure as-Safat angesehen, denn ihre inhaltliche Struktur ähnelt sehr der der Sure as-Safat.[4]

Inhalt

Das Hauptthema dieser Sure bezieht sich auf den Propheten (s.) und die Einladung zum Tauhid und zur Aufrichtigkeit in der Religion des Buches, welches Gott ihm offenbarte.[5]

Inhaltlich ist die Sure in folgende Teile kategorisierbar:

  • Monotheismus und die Prophetie des Propheten des Islam (s.) und die Sturheit der Polytheisten ihm gegenüber;
  • Die Notwendigkeit über die Verse des Korans zu reflektieren, die Äußerungen der Polytheisten über den Koran;
  • Erwähnung der Historie von neun Propheten Gottes insbesondere David (a.), Salomo (a.) und Ayyub (a.);
  • Darstellung des Zustandes der Frommen und der Frevler und das Schicksal der Ungläubigen am Tage der Auferstehung sowie der Streit der Höllenbewohner miteinander;
  • Die Erschaffung des Menschen, sein hoher Rang und die Niederwerfung der Engel vor ihm;
  • Iblis und Adam (a.) sowie sein Schwur, ihn zu verführen;
  • Warnung an alle trotzigen Widersacher und Trost für den Propheten des Islam (s.).[6]

Offenbarungsanlass der ersten Verse der Suren

Von Imam al-Baqir (a.) wurde überliefert: Abu Jahl kam zusammen mit einigen Leuten vom Quraisch-Stamm zu Abu Talib (a.), dem Onkel des Propheten (s.) und bemerkte, der Sohn deines Bruders kränkt uns und unsere Götter. Sie forderten Abu Talib auf, den Propheten (s.) zu bitten, sich nicht in die Angelegenheit der Götzen zu mischen, um nicht den Gott des Propheten beschimpfen zu müssen. Daraufhin berief Abu Talib den Propheten (s.) zu sich nach Hause und übermittelte ihm ihre Worte. Der Prophet (s.) antwortete: Sind diese Ungläubigen bereit mir bei einer Aussage zuzustimmen, aufgrund derer sie alle Araber übertreffen und ihre Regierung übernehmen können? Sie sagten: Ja, wir sind einverstanden, um welche Aussage geht es? Der Prophet sagte: Sagt, es gibt keinen Gott außer Allah. Als die Anwesenden diesen Satz hörten, überkam sie eine solch große Furcht, dass sie ihre Finger in die Ohren steckten und rasch den Ort verließen, dabei sagten sie : So etwas hatten wir bisher noch nicht gehört! Das sind doch nur Lügen! Daraufhin wurden die ersten Verse der Sure Sad offenbart.[7]

Geschichten und historische Erzählungen

Geschichten der Propheten

Leugnung der Propheten durch ihre Völker wie die von Noah, Ad, Thamud, Lut, Ashab al-Azka, Pharao und ihre Vernichtung.(Vers 12-16)

Die Geschichte von David (a.):

  • Es gab zahlreiche Einrichtungen, die David (a.) zur Verfügung standen;
  • Die Verherrlichung Gottes durch die Berge und Vögel gemeinsam mit David (a.);
  • Stabilität des Königreich Davids;
  • Zwei Kläger, die David (a.) bitten ihren Fall zu entscheiden, wobei David (a.) jedoch nur einer Seite der Streitparteien zuhörte;
  • David (a.) bittet Gott um Vergebung;
  • David (a.), Statthalter Gottes auf Erden.(Verse 17-27)

Die Geschichte von Salomo (a.):

  • Salomo (a.) werden edle Pferde angeboten, seine Beschäftigung mit diesen Pferden und die Vernachlässigung seines Gebets;
  • Sein Befehl über die Rückkehr der Sonne, der Fall einer Leiche auf seinen Thron;
  • Salomo Reue und seine Bitte um Vergebung, die Bitte um ein einzigartiges Königreich;
  • Salomo Kontrolle über den Wind und über die Satane (Djinns);
  • Satane arbeiten als Baumeister und Taucher für Salomon.(Verse 30-40)

Ayyub (a.):

  • Die Leiden, die Ayyub erdulden musste;
  • Eine Wasserquelle entsteht dort, wo er mit seinem Fuß auf den Boden stampft;
  • Die Rückgabe seiner Kinder und seines Eigentums;
  • Seine Frau wurde von ihm hundertmal mit einem Grasbüschel geschlagen;
  • Das Einhalten seines Eids.(Verse 41-44)

Erwähnung von aufrichtigen Dienern Gottes wie Abraham (a.), Isaak (a.), Jakob (a.), Ismael (a.), al-Yasa, und Dhu al-Kifl.(Verse 45-48)[8]

Erschaffung des Menschen und Gottes Gespräch mit Iblis

Die Verse 71 bis 85 der Sure Sad befassen sich mit der Geschichte der Erschaffung Adams (a.) und dem Befehl Gottes an die Engel sich vor Adam (a.) niederzuwerfen, woraufhin sich Iblis weigerte.

Erschaffung Adams

Die Verse 71-74 dieser Sure beinhalten den Dialog Gottes mit den Engeln bezüglich der Erschaffung Adams (a.), wobei Gott sie auffordert, sich vor Adam (a.) niederzuwerfen, Iblis aber weigert sich dies zu tun.

Iblis Grund, sich nicht vor Adam niederzuwerfen

In den darauffolgenden Versen (75 bis 76) fragt Gott nach dem Grund, weshalb er (Iblis) sich nicht vor Adam niederwirft, woraufhin er seine schöpferische Überlegenheit, er sei aus Feuer erschaffen, gegenüber Adam, der nur aus Lehm erschaffen wurde, als Anlass für seine Reaktion angibt. Allama Tabatabi beschreibt in seinem Tafsir den Ausdruck Gottes, ich habe ihn mit meinen Händen erschaffen als Zeichen für die Ehre und Würde des Menschen, denn Gott erschuf jedes Ding für ein anderes, als er jedoch den Menschen erschuf erscheint das Wort Hände in der dualen Form, obwohl es grammatikalisch erlaubt gewesen wäre, es auch in der Singularform zu bringen. Es sollte angedeutet werden, dass Gott sich übermäßig mit der Erschaffung Adams (a.) beschäftigte, genau wie wir bei Handlungen, die uns sehr am Herzen liegen beide Hände benutzen. Somit ist mit meinen Händen erschaffen genauso wie der andere Vers was unsere Hände gemacht haben.(Vers 71 Sure Yasin)[9]

Ebenfalls führt er den Ungehorsam von Iblis gegenüber Gott darauf zurück, dass Iblis die absolute Eigentümerschaft Gottes ablehnte und die Niederwerfung vor Adam als falsch betrachtete und somit Gott gegenüber ungehorsam war, was die Wurzel aller Sünden ist.[10]

Verdammung und Verfluchung des Iblis und die ihm erteilte Frist

Dann verdammte und verfluchte Gott Iblis. Er bat Gott, ihm bis zum Tage der Auferstehung Aufschub zu gewähren. Gott gewährte ihm bis zum Tag der wohlbestimmten Zeit Aufschub, nicht bis zum Tag der Auferstehung. Laut Allama Tabatabai sei mit wohlbestimmte Zeit gemeint, solange der Mensch Iblis folgt, also vor der Auferstehung.[11]

Iblis Schwur, die Menschen in die Irre zu führen, Warnung an Iblis, Androhung mit der Hölle für ihn und seine Anhänger

Iblis schwört bei Gott die Menschen in die Irre zu führen, außer die Auserlesenen. Es heißt, dass mit den Auserlesenen jene gemeint seien, welche Gott für sich gereinigt hat und niemand, auch Iblis keinen Zugriff auf sie hat.[12] Gott verheißt Iblis und denjenigen, die ihn befolgen die Hölle.

Bekannte Verse

Vers 29 bezüglich der Herabsendung des Korans und des Reflektierens über dessen Verse, ist einer der bekannten Verse der Sure Sad.

(Dies ist) ein gesegnetes Buch, das Wir zu dir hinabgesandt haben, damit sie über seine Zeichen nachsinnen und damit diejenigen bedenken, die Verstand besitzen.

Der Ausdruck das Wir hinabgesandt haben in diesem Vers impliziert die Herabsendung des gesamten Korans, was mit der Forderung, über dessen Verse nachzudenken konform geht. Allamah Tabatabai deutet den Vers folgendermaßen: Das Buch, das wir euch herabgesandt haben, beinhaltet viele Segnungen sowohl für die Elite als auch für das normale Volk, auf dass die Menschen über dessen Zeichen nachdenken und Rechtleitung finden oder zumindest das Ultimatum erhalten. Darüber hinaus können weise Menschen an Gottes Beweise erinnert und zur Wahrheit geführt werden.[13]

Ayat al-Ahkam

Der 26. Vers über die Wichtigkeit des Richteramtes ist ein Ayat al-Ahkam, also ein Vers, welcher Rechtsurteile beinhaltet.

O Dāwūd, Wir haben dich zu einem Statthalter auf der Erde gemacht. So richte zwischen den Menschen der Wahrheit entsprechend und folge nicht der Neigung, auf daß sie dich nicht von Allahs Weg abirren läßt, denn für diejenigen, die von Allahs Weg abirren, wird es strenge Strafe dafür geben, daß sie den Tag der Abrechnung vergessen haben.

Vers 26 ist ein Beweis für die Größe des Amtes des Richters, denn dieses ist Teil der allgemeinen Herrschaft der Propheten über die Menschen, und wenn dieses Amt an eine inkompetente Person vergeben wird, so wird es eine Menge an Korruption herbeiführen wie Ungerechtigkeit in der Gesellschaft, die letztendlich die Regierung untergraben wird.[14] Die Richterschaft des Propheten David ist ein Aspekt seiner Position als Gottes Statthalter auf Erden.[15]

Vorzüge

Hauptartikel: Vorzüge der Suren

In einer Überlieferung heißt es, die Belohnung für die Rezitation der Sure Sad wiegt zehnmal mehr als jene Berge, welche Gott unter Davids Kontrolle gebracht hatte und ebenso schützt Gott ihn vor kleinen und großen Sünden.[16] Laut einer anderen Überlieferung ist die Belohnung für denjenigen, der die Sure Sad Freitagabends rezitiert, die Belohnung der Propheten und Engeln und Gott lässt den Rezitator dieser Sure ins Paradies eintreten.[17]


Fußnoten

  1. Schaich al-Islāmī, Āšnāī bā Sūre-hā-ie Qurʿān, 1377 n.i.S., S.68.
  2. Maʿrefat, Āmūzeš-e ʿUlūm-e Qurʿān, 1371 n.i.S., B.2, S.166.
  3. Ḫuramšāhī, Sūre-ie Ṣād, B.2, S.1248.
  4. Makārem Šīrāzī, Bargozīdeh Tafsīr Nemūneh, 1382 n.i.S., B.4, S.171.
  5. Tabātabāī, al-Mīzān, 1390 n.H., B.17, S.181.
  6. Makārem Šīrāzī, Bargozīdeh Tafsīr Nemūneh, 1382 n.i.S., B.4, S.171; Ṣafawī, Sūre Ṣād, S.750.
  7. al-Qummī, Tafsīr al-Qummī, 1363 n.i.S., B.2, S.228; Wāḥidī, Asbāb Nuzūl al-Qurʿān, 1411 n.H., S.380-381; Makārem Šīrāzī, Bargozīdeh Tafsīr Nemūneh, 1382 n.i.S., B.4, S.171.
  8. Ṣafawī, Sūre Ṣād, S.750-751.
  9. Tabātabāī, al-Mīzān, 1390 n.H., B.17, S.225-226.
  10. Tabātabāī, al-Mīzān, 1390 n.H., B.17, S.226.
  11. Tabātabāī, al-Mīzān, 1390 n.H., B.17, S.227.
  12. Tabātabāī, al-Mīzān, 1390 n.H., B.17, S.227.
  13. Tabātabāī, al-Mīzān, 1390 n.H., B.17, S.197.
  14. Mūsawī Irdibīlī, Kitāb al-Qaḍāʿ, 1381 n.i.S., B.1, S.7-9.
  15. Tabātabāī, al-Mīzān, 1390 n.H., B.17, S.195; Makārem Šīrāzī, Tafsīr Nemūneh, 1371 n.i.S., B.19, S.262.
  16. Baḥrānī, al-Burhān, 1389 n.i.S., B.4, S.639; Makārem Šīrāzī, Bargozīdeh Tafsīr Nemūneh, 1382 n.i.S., B.4, S.172.
  17. aṣ-Ṣadūq, Ṯawāb al-Aʿmāl wa ʿIqāb al-Aʿmāl, 1382 n.i.S., S.219.

Quellenverzeichnis

  • Al-Baḥrānī, Sayyid Hāshim b. Sulaymān, al-Burhān fī Tafsīr al-Qurʾān, Qom, Bunyād-e Biʿṯat, 1389 n.i.S.
  • Ḫurramšāhī, Bahāʾ ad-Dīn, Dānešnāme-ie Qurʾān wa Qurʾān pajūhī, Teheran, Dūstān-Nāhīd, 1377 n.i.S.
  • Makārem Šīrāzī, Nāṣer, Bargozīde-ie Tafsīr-e Nemūneh, editiert von Aḥmad ʿAlī Bābāyī. Teheran, Dār al-Kutub al-Islāmīyya, 1382 n.i.S.
  • Makārem Šīrāzī, Nāṣer, Tafsīr-e Nemūneh, Teheran, Dār al-Kutub al-Islāmīyya, 1371 n.i.S.
  • Maʿrefat, Muḥammad Hādī, Āmūzeš-e ʿUlūm-e Qurʾān, [n.p]: Markaz Chāp wa Našr-e Sāzmān-e Tablīġāt, 1371 n.i.S.
  • Al-Qummī, ʿAlī b. Ibrāhīm, Tafsīr al-Qummī, editiert von Mūsawī Ğazāʾirī, 3. Auflag. Qom, Dār al-Kutub, 1363 n.i.S.
  • Aṣ-Ṣadūq, Muḥammad b. ʿAlī, Ṯawāb al-Aʿmāl wa ʿIqāb al-Aʿmāl, editiert von Muḥammad Riḍā Anṣārī, Qom, Nasīm-e Kawṣar, 1382 n.i.S.
  • Ṣafawī, Salmān, 1396 Sh. Sure-ie Ṣād, Dānešnāma-ie Muʿāṣir-e Qurʾān.
  • Šaiḫ al-Islāmī, Jaʿfar, Āšnāī bā Sūrahā-ie Qurʾān, Teheran, Payām-e Āzādī, 1377 n.i.S.
  • Ṭabāṭabāī, Mūhammad Ḥusain, al-Mīzān fī Tafsīr al-Qurʾān, 2. Auflg., Beirut, Muʾassisat al-Aʿlamī li-l-Maṭbūʿāt, 1974.
  • Wāḥidī Neyšābūrī, ʿAlī b. Aḥmad, Asbāb an-Nuzūl, übersetzt in Persisch von ʿAlī Riḍā Ḏikāwatī, Teheran, Našr-e Ney, 1383 n.i.S.