Sure al-Fath

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Sure al-Fath
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سوره فتح.jpg
Suren Nr 48
Offenbarung
Offenbarungsreihenfolge 112
Mekkanisch/Medinensich Medinensisch
Statistik
Versanzahl 29
Wortanzahl 560
Buchstabenanzahl 2509

al-Fath ist die 48. Sure des edlen Korans. Sie ist eine medinensische Sure und befindet sich im 26. Juzʿ dieses Heiligen Buches. Diese Sure wird al-Fath genannt, da an ihrem Anfang von dem offensichtlichen Sieg (Fathan Mubinan) die Rede ist. Hauptthemen der Sure al-Fath sind der endgültige Sieg der Muslime, die Belohnung für den Glauben, der Djihad und die Aufrichtigkeit, die Vergebung für die Entgleisungen der Kämpfer (auf dem Wege Gottes), Warnung an die Ungläubigen und an nachlässige Muslime und schließlich die Globalisierung der Religion Gottes.

Der erste Vers über den offensichtlichen Sieg und Vers 18 über den Treueid von al-Rizwan sind einige der bekannten Verse der Sure al-Fath. Bezüglich des Vorzugs des Rezitierens der Sure al-Fath heißt es, wer die Sure al-Fath rezitiert, ist wie derjenige, der den Propheten (s.) bei der Eroberung (Mekkas) begleitete oder ihm am Baum (ar-Rizwan) die Treue schwur.

Vorstellung

Benennung

Die Sure wird al-Fath genannt, da im ersten Vers vom deutlichen Sieg (Eroberung Mekkas) gesprochen wird.[1]

Offenbarungsort und Reihenfolge der Suren

Die Sure al-Fath zählt zu den medinensischen Suren und ist in der Offenbarungsreihenfolge die 112. Sure, welche auf den Propheten (s.) herabgesandt wurde. In der jetzt vorliegenden Koranversion (Mushaf) ist sie die 48. Sure und befindet sich im 26. Juzʿ des Korans.[2]

Anzahl der Verse und weitere Eigenschaften

Die Sure al-Fath enthält 29 Verse, 560 Wörter und 2509 Buchstaben. Hinsichtlich ihrer Länge zählt sie zu den al-Mathani-Suren und umfasst etwa ein Hizb.[3] Sie fällt auch unter die Mumtahanat-Suren, [4] weil sie inhaltlich der Sure al-Mumtahana ähnelt.[5] Eine der Eigenschaften dieser Sure ist das Berichten vom Verborgenen und die Prophezeiung der Zukunft, welche sich auch alle bewahrheiteten.(Vers 1, 18, 19 und 27)[6]

Inhalt

Der Hauptinhalt der Sure al-Fath bezieht sich auf die Ankündigung des Sieges der Muslime und auf die Gunst, die Gott Seinem Gesandten und den Gläubigen gewährte.[7] Verwiesen wird in dieser Sure auch auf das Versprechen bezüglich der Vermehrung monotheistisch eingestellter Menschen und ihren Herzensfrieden, auf den Lohn des Glaubens, des Djihads und der Aufrichtigkeit im Jenseits und auf die Vergebung der Kämpfer, die auf dem Wege Gottes entgleisten, dann auf die Warnung an die Ungläubigen, die nachlässigen Muslime und die Heuchler sowie auf die hohe Position des Propheten und die Ziele der Offenbarung und seiner Mission.[8]

Der Inhalt der Sure ist in folgende Kategorien zusammenzufassen:

  • Verkündung des baldigen Sieges, der Traum des Propheten (s.) bezüglich des Einzugs in Mekka und der Ausführung der Umra-Rituale;
  • Verweis auf die Vorfälle beim Friedensabkommen von Hudaibiya und die Herabsendung der inneren Ruhe in die Herzen der Gläubigen sowie das Ereignis des ar-Rizwan Treueschwurs;
  • Der Rang des Propheten (s.) und sein hohes Ziel;
  • Entlarvung der Obstruktionen der Heuchler und einige Beispiele ihrer nichtigen Entschuldigungen wegen ihrer Weigerung am Djihad teilzunehmen;
  • Widerspiegelung der unangebrachten Anforderungen der Heuchler;
  • Vorstellung derer, die die Teilnahme am Djihad verweigerten;
  • Die Eigenschaften der Anhänger des Propheten (s.) und ihre besonderen Merkmale.[9]

Geschichten und historische Erzählungen

  • Hinweis auf den Sieg beim Friedensabkommen von al-Hudaibiya, Vers 1-3;
  • Die Weigerung einiger Araber, den Propheten (s.) zu begleiten. Vers 11-17;
  • Der ar-Rizwan Treueid (Treueid der Zufriedenheit), Vers 18;
  • Frieden zwischen den Gläubigen und Ungläubigen in Mekka nach dem Friedensabkommen, Vers 24;
  • Der Eintritt der Muslime in Mekka wird von den Ungläubigen verwehrt und die Muslime führen das Opferritual außerhalb von Mekka durch, Vers 25;
  • Der Traum des Propheten (s.) über das Betreten der al-Haram-Moschee und die Ausführung der Umrat al-Qaza, Vers 27.

Offenbarungsanlass der ersten Verse

Einer Überlieferung von Anas b. Malik zufolge wurde die Sure al-Fath nach dem Friedensabkommen von Hudaibiyah herabgesandt. Laut dieser Überlieferung kehrten die Muslime, ohne die Hajj-Rituale verrichtet zu haben, mit einem betrübten Herz nach Medina zurück, wobei den Schwachgläubigen gelegentlich Zweifel überkamen, da wurde die Sure al-Fath von dem Offenbarungsengel auf den Propheten (s.) herabgesandt; in diesem Augenblick leuchtete das Gesicht des Propheten vor Freude und Glück und er sagte: Es wurde mir ein Vers und eine Sure offenbart, welche meiner Ansicht nach von einem Ende der Welt zum anderen mir die liebenswertesten sind.[10]

Bekannte Verse

Der ersten Vers und der 18. Vers der Sure al-Fath sind wohlbekannte Verse.

Vers über den deutlichen Sieg

Hauptartikel: Vers über den deutlichen Sieg

Gewiß, Wir haben dir einen deutlichen Sieg verliehen.(Vers 1)

Darüber, um welchen Sieg es sich in diesem Vers handelt, gibt es verschiedene Meinungen unter den Koranexegeten; Die Mehrheit von ihnen, darunter Abulfutuh ar-Razi, Feyz al-Kashani und Allama Tabatabai, vertreten die Ansicht, es gehe um das Friedensabkommen von Hudaibiya, und die Vergangenheitsform des Wortes Fatahna (wir verliehen dir einen Sieg) sei als Hinweis auf einen schon erfüllten Sieg, also eben nur auf das Friedensabkommen von Hudaibiya zu deuten.[11] Einige verbinden diesen Sieg mit der Eroberung von Mekka und einige andere mit der Eroberung der Khaibar-Festung[12], wobei andere wiederum es als Hinweis auf den endgültigen Sieg des Islam über den Polytheismus und den Unglauben[13] ansehen. Wieder andere Kommentatoren betrachten ihn als Eröffnung des geheimen Wissens für den Propheten (s.).[14]

Vers über den Treueid

Hauptartikel: Vers über den Treueid

Allah hatte ja Wohlgefallen an den Gläubigen, als sie dir unter dem Baum den Treueid leisteten. Er wußte, was in ihren Herzen war, und da sandte Er die innere Ruhe auf sie herab und belohnte sie mit einem nahen Sieg.(Vers 18)

Dieser Vers gilt als Zeugnis für die Zufriedenheit Gottes über die ehrlichen Gläubigen in ihrer Treueleistung gegenüber dem Propheten (s.), vorrausgesetzt sie widersprechen nicht den Taten und Befehlen des Propheten (s.). Da in diesem Vers die Zufriedenheit über den Gläubigen bekundet wird, wird er auch ar-Rizwan-Vers genannt.[15]

Ayat al-Ahkam

Der 27. Vers der Sure al-Fath gehört zu den Versen, die Urteile beinhalten (Ayat al-Ahkam).[16]

Allah hat ja Seinem Gesandten das Traumgesicht der Wahrheit entsprechend wahr gemacht: Ihr werdet ganz gewiß, wenn Allah will, die geschützte Gebetsstätte in Sicherheit betreten, sowohl mit geschorenem Kopf als auch (mit) gekürzt(em Haar), und ohne euch zu fürchten. Er wußte doch, was ihr nicht wußtet, und so bestimmte Er (für euch) vorher einen nahen Sieg.

Der Satz mit geschorenem Kopf und gekürztem [Haar] bezieht sich in diesem Vers auf halq (das Rasieren des Kopfes) und taqsir (das Kürzen der Haare oder der Nägel), welches zwei Praktiken der Hajj al-'Umra-Rituale sind, mit denen die Pilger, wenn beides zusammen gemacht wird, den Ihram-Zustand verlassen. Der Vers wurde von einigen Rechtsgelehrten als Beweis dafür herangezogen, dass Taqsir fakultativ ist: Eine Person im Ihram-Zustand kann sich entweder den Kopf rasieren oder sich die Nägel kürzen, beides zu tun ist nicht obligatorisch.[17]

Vorzüge und Auswirkung

Hauptartikel: Vorzüge der Suren

Bezüglich der Rezitation der Sure al-Fath wurden viele Vorzüge überliefert, wie z.B., wer die Sure al-Fath rezitiert, ist wie jemand, der zusammen mit dem Propheten (s.) an der Eroberung teilgenommen hat oder wie die, die ihm am Baum die Treue leisteten.[18] Überliefert wird auch, dass der Prophet ( s.), nach dem diese Sure offenbart worden war, zu seinen Gefährten sagte: Mir wurde eine Sure offenbart, die mir lieber ist als all die Dinge, auf die die Sonne scheint.[19] Von Imam as-Sadiq (a.) wurde überliefert: „Beschütze mit dem Rezitieren der Sure al-Fath dein Eigentum, deine Ehefrauen und deine Kinder vor dem Untergang, vor Verlust und Schäden und wer sie regelmäßig rezitiert, so ruft am Tage der Auferstehung ein lauter Rufer, der von allen gehört wird: ‚Schliesset ihn meinen rechtschaffenen Dienern an, bringt ihn in den Himmel meines Segens und sättigt ihn mit dem wohlschmeckenden und versiegelten Getränk, das mit himmlischem Kampfer gemischt ist.“[20]

Für diese Sure wurden Eigenschaften angeführt wie Schutz vor Gefahren, Beseitigung von Angst.[21] und Sicherheit vor dem tyrannischen Herrscher[22]

Fußnoten

  1. Ṣafawī, Sūre-ie Fatḥ, S.772.
  2. Maʿrefat, Āmūzeš-e ʿUlūm-e Qurʿān, 1371 n.i.S., B.2, S.168.
  3. Ḫuramšāhī, Sūre-ie Fatḥ, S.1251.
  4. Ramyār, Tārīḫ-e Qurʿān, Tārīḫ-e Qurʿān, 1362 n.i.S., S.360 und 596.
  5. Farhagnāme-ie ʿUlūm-e Qurʿān, B.1, S.2612.
  6. Ṣafawī, Sūre-ie Fatḥ, S.772.
  7. Tabātabāī, al-Mīzān, 1390 n.H., B.18, S.252.
  8. Ṣafawī, Sūre-ie Fatḥ, S.772.
  9. Makārem Šīrāzī, Tafsīr Nemūneh, B.22, S.6-7.
  10. at-Tabarsī, Mağmaʿ al-Bayān, 1372 n.i.S., B.9, S.165; Makārem Šīrāzī, Tafsīr Nemūneh, B.22, S.7.
  11. Tabātabāī, al-Mīzān, 1390 n.H., B.18, S.252.
  12. at-Tabarsī, Mağmaʿ al-Bayān, 1372 n.i.S., B.9, S.166.
  13. al-Muġniya, al-Kāšif, 1424 n.H., B.7, S.83.
  14. Makārem Šīrāzī, Tafsīr Nemūneh, B.22, S.10.
  15. al-Qummī, Tafsīr al-Qummī, 1363 n.i.S., B.2, S.315.
  16. Siehe: Kāẓimī, Masālik al-Afhām, B.2, S.248-255.
  17. Makārem Šīrāzī, Tafsīr Nemūneh, B.22, S.105.
  18. at-Tabarsī, Mağmaʿ al-Bayān, 1372 n.i.S., B.9, S.165.
  19. Muttaqī, Kanz al-ʿUmāl, 1419 n.H., B.1, S.290.
  20. aṣ-Ṣadūq, Ṯawāb al-Aʿmāl wa ʿIqāb al-Aʿmāl, 1406 n.H., S.115.
  21. Baḥrānī, al-Burhān, 1415 n.H., B.5, S.77.
  22. al-Kafʿamī, al-Miṣbāḥ, 1405 n.H., S.457.

Quellenverzeichnis

  • Baḥrānī, Hāšim b. Sulaimān, al-Burhān fī Tafsīr al-Qurʾān, Qom, Muʾassise-ie Beʿṯaht, 1415 n.H.
  • Farhangnāme-ie ʿulūm-i Qurʾān, Qom, Daftar-e Tablīġāt-e Eslāmī, [n.d].
  • Kafʿamī, Ibrāhīm b. ʿAlī, al-Miṣbāḥ, Qom, Dār ar-Raḍī, 1405 n.H.
  • Kāẓimī, Jawād b. Saʿd, Masālik al-Afhām ilā Āyāt al-Aḥkām, Muḥammad Bāqirzāda. Teheran, Murtaḍawī, 1365 n.i.S.
  • Ḫurramšāhī, Bahāʾ ad-Dīn, Dānešnāme-ie Qurʾān wa Qurʾānpazhūhī, Teheran, Dūstān-Nāhīd, 1377 n.i.S.
  • Makārem Šīrāzī, Nāṣer, Tafsīr-e Nemūneh, Teheran, Dār al-Kutub al-Islāmīyya, 1374 n.i.S.
  • Maʿrefat, Muḥammad Hādī, Āmūzeš-e ʿUlūm-e Qurʾān, [n.p]: Markaze Chāp wa Našr-e Sāzmān-e Tablīġāt, 1371 n.i.S.
  • Muġnīya, Muḥammad Jawād, al-Kāšif, Qom, Dār al-Kitāb al-Islāmīyya, 1424 n.H.
  • Muttaqī, ʿAlī b. Ḥisām al-Dīn, Kanz al-ʿUmmāl fī as-Sunan wa l-Aqwāl, Maḥmūd ʿUmar, Beirut, Dār al-Kutub al-ʿIlmīyya, 1419 n.H.
  • Al-Qummī, ʿAlī b. Ibrāhīm, Tafsīr al-Qummī, Mūsawī Ğazāʾirī, Qom, Dār al-Kitāb, 1404 n.H.
  • Rāmyār, Maḥmūd, Tārīḫ-e Qurʾān, Teheran, Intešārāt-e ʿIlmī wa Farhangī, 1362 n.i.S.
  • Aṣ-Ṣadūq, Muḥammad b. ʿAlī, Ṯawāb al-Aʿmāl wa ʿIqāb al-Aʿmāl, Qom, Dār aš-Šarīf arl-Raḍī, 1406 n.H.
  • Ṣafawī, Salmān, 1396 n.i.S., Sura al-Fatḥ, Dānešnāme-ie Muʿāṣir Qurʾān-e Karīm.
  • Ṭabāṭabāī, Muḥammad Ḥusain, al-Mīzān fī Tafsīr al-Qurʾān, Beirut, Muʾassisat al-Aʿlamī li-l-Maṭbūʿāt, 1390 n.H..
  • at-Ṭabrisī, Faḍl b. al-Ḥasan, Mağmaʿ al-Bayān, Muḥammad Ğawād Balāġī, Teheran: Nāṣer Ḫosrow, 1372 n.i.S.