Sure ar-Rum

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Sure ar-Rum
al-'Ankabūt← →Luqmān
سوره روم.jpg
Suren Nr 30
Ǧuz 21
Offenbarung
Offenbarungsreihenfolge 84
Mekkanisch/Medinensich mekkanisch
Statistik
Versanzahl 60
Wortanzahl 820
Buchstabenanzahl 3472

Die Sure ar-Rūm (arabisch: سورة الروم) ist die 30. Sure des Korans. Sie ist eine mekkanische Sure und befindet befindet sich im 21. Ǧuz᾽ dieses heiligen Buches. Genannt wurde sie ar-Rūm (Rom), da sie die Niederlage der Römer gegenüber den Persern erwähnt und die Niederlage der Perser gegenüber den Römern voraussagt. Das Wort ar-Rūm erscheint am Anfang der Sure nach den al-Muqaṭṭa᾽a-Buchstaben.

Die Sure ar-Rūm spricht auch über die Verheißung des göttlichen Sieges und über eine Reise in die Welt, in sich selbst oder in die Seele. Sie erklärt auch einige Gesetze (tašrī᾽ī und takwīnī) wie beispielsweise existentielle Gesetze wie Ehe, angeborene Liebe und Barmherzigkeit gegenüber den Menschen, Hilfe für Bedürftige und das Verbot von Wuchererei.

Ein bekannter Vers in dieser Sure ist der al-Fiṭra-Vers, welcher von der göttlichen Natur und der Art der menschlichen Schöpfung handelt. Nach diesem Vers haben Menschen eine angeborene oder intrinsische Tendenz zu Gott und zur Religion.

Vorstellung

Benennung

Der Name der Sure ar-Rūm (Rom) ist ihrem 2. Vers entnommen, in dem von der Niederlage der Römer gegenüber den Persern und die Niederlage der Perser gegenüber den Römern einige Jahre später, die Rede ist.[1]

Offenbarungsort und Reihenfolge der Suren

Die Sure ar-Rum zählt zu den mekkanischen Suren und ist in der Offenbarungsreihenfolge die 84. Sure, welche auf den Propheten (s.) herabgesandt wurde. In der jetzt vorliegenden Koranversion (Muṣḥaf) ist sie die 30. Sure und befindet sich im 21. Ǧuz᾽ des Korans.[2]

Anzahl der Verse und weitere Eigenschaften

Die Sure ar-Rum ist die sechszehnte Sure der Suren, die mit den al-Muqaṭṭa᾽a-Buchstaben beginnen. Sie enthält 60 Verse, 820 Wörter und 3472 Buchstaben. Sie gehört zu den Maṯānī-Suren und umfasst etwa ein Ḥizb des Korans.[3]

Inhalt

Zu den Hauptthemen der Sure gehören die Verheißung Gottes über den göttlichen Sieg, die Religion, Hilfeleistung für Gläubige, die Reise in die Welt und die Reise in die eigene Seele, die Auferstehung und die Trennung in Gruppen sowie deren Schicksale, der Aufruf zum Monotheismus, die angeborene Natur des Menschen und die Korrelation zwischen den Handlungen der Menschen und den Ereignissen in der Welt, die Auswirkung menschlicher Handlungen hinsichtlich der Entstehung von Aufruhr, Korruption, Spaltung sowie deren negative Auswirkungen auf die Religion und die Gesellschaft.[4]

Die Sure erklärt auch einige Gesetze der Schöpfung und der göttlichen Traditionen, wie die Ehe, die angeborene Liebe und die Barmherzigkeit unter den Menschen, den Gegensatz von Tag und Nacht, Sprachen und Farben, Regen etc. Es werden auch einige rechtliche Entscheidungen hervorgehoben, wie das Verbot von Wuchererei und die Verpflichtung Bedürftigen und Verwandten zu helfen.[5]

Offenbarungsanlass der ersten Verse

Die ersten Verse der Sure ar-Rūm wurden nach einem Krieg zwischen Persien und Rom offenbart. Denn nach dem Sieg der Perser über die Römer glaubten die Polytheisten von Mekka, dies sei ein Beweis dafür, dass sie im Recht wären, denn ihrer Meinung nach waren die Perser maǧūs und Polytheisten, während die Römer Christen waren, so würden die Polytheisten von Mekka schließlich auch über die Muslime siegen und den Islam vollständig auslöschen. Obwohl ihre Argumentation unbegründet war, wurde es den Muslimen danach noch schwerer gemacht. So kam es dazu, dass die ersten Verse der Sure ar-Rūm enthüllt wurden, um gute Nachricht vom zukünftigen Sieg der Römer über die Perser zu geben. Die Offenbarung dieser Verse war für die Muslime so ermutigend, dass einige von ihnen mit den Polytheisten auf diese Vorhersage zu wetten begannen.[6]

Bekannte Verse

Al-Fiṭra-Vers

Hauptartikel: al-Fiṭra-Vers

So richte dein Gesicht aufrichtig zur Religion hin als Anhänger des rechten Glaubens, – (gemäß) der natürlichen Anlage Allahs, in der Er die Menschen erschaffen hat. Keine Abänderung gibt es für die Schöpfung Allahs. Das ist die richtige Religion. Aber die meisten Menschen wissen nicht.(Vers 30)

Der 30. Vers der Sure ar-Rūm ist als al-Fiṭra-Vers bekannt. Es geht hier um die göttliche Natur des Menschens und die Art seiner Schöpfung. Nach diesem Vers ist die menschliche Tendenz zu Gott und zur Religion angeboren und inhärent.[7] Ṭabāṭabāī nimmt die Religion in diesem Vers, um sich auf den Islam zu beziehen.[8]

Gott bricht Sein Versprechen nicht

Das (ist) Allahs Versprechen. Allah bricht Sein Versprechen nicht, aber die meisten Menschen wissen nicht.(Vers 6)

Nach diesen Versen ist Gottes Verheißung immer die Wahrheit, das heißt, Gott bricht niemals seine Verheißungen. In seiner Interpretation dieser Verse glaubt Ṭabāṭabāī, dass es unter bestimmten dringenden Umständen sogar gut oder richtig ist, seine Verheißung zu brechen, und daher sei das Brechen eines Versprechen nicht etwas inhärent sclechtes. Da es jedoch keinen Faktor gibt, der das Brechen eines Versprechens für Gott dringend macht, ist es für Gott immer schlecht oder falsch, ein Versprechen zu brechen. Darüber hinaus weist das Brechen eines Versprechens auf eine Unvollkommenheit hin, die im Fall Gottes unmöglich ist. So handelt Gott immer nach seinen Verheißungen.[9]

Verse des Reisens

Sind sie denn nicht auf der Erde umhergereist, so daß sie schauen (konnten), wie das Ende derjenigen war, die vor ihnen waren? Sie hatten eine stärkere Kraft als sie, pflügten und bevölkerten das Land noch mehr, als sie es bevölkerten. Und ihre Gesandten kamen zu ihnen mit den klaren Beweisen. Aber nimmer ist es Allah, der ihnen Unrecht getan hat, sondern sie selbst haben sich Unrecht zugefügt.(Vers9) Sag: Reist auf der Erde umher und schaut, wie das Ende derjenigen zuvor war. Die meisten von ihnen waren Götzendiener.(Vers 42)

In diesen Versen werden Muslime auch an die Notwendigkeit erinnert, Reisen zu den Überresten vergangener Nationen zu unternehmen und Lehren aus ihren Schicksalen zu ziehen.[10]

Verse der Lobpreisung

Preis sei daher Allah, wenn ihr den Abend erreicht und auch wenn ihr den Morgen erreicht(Vers 19)! Und Ihm gehört (alles) Lob in den Himmeln und auf der Erde, und abends, und wenn ihr den Mittag erreicht!(Vers 18)

In diesen Versen lobt Gott sich selbst, nachdem er sich auf den Ursprung, die Auferstehung und den Lohn für Gläubige und Polytheisten bezogen hat. Einige Exegeten haben die Lobpreisung Gottes auf die Gebetszeiten bezogen[11], andere allerdings auf alle Zeiten.[12]

Vers 21

Und es gehört zu Seinen Zeichen, daß Er euch aus euch selbst Gattinnen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen Ruhe findet; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. Darin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken.(Vers 21)

Gott weist auf die Erschaffung menschlicher Ehepartner als eines seiner Zeichen hin. Ehepartner geben dem menschlichen Leben Frieden und Perfektion. Der Vers bezieht sich auch auf die Liebe, die Gott zwischen Ehegatten geschaffen hat.[13]

Ver 60

So sei standhaft. Gewiß, Allahs Versprechen ist wahr. Und diejenigen, die nicht überzeugt sind, sollen dich ja nicht ins Wanken bringen.

Hauptthemen des Verses sind der Aufruf zur Geduld bei Katastrophen in der Hoffnung auf die Verwirklichung der göttlichen Verheißung und das Bleiben auf dem richtigen Weg trotz des Unglaubens anderer.[14]

Juristische Verse

Und was ihr an Ausgaben aufwendet, damit sie sich aus dem Besitz der Menschen vermehren, sie vermehren sich nicht bei Allah. Was ihr aber an Abgaben entrichtet im Begehren nach Allahs Angesicht\.. – das sind diejenigen, die das Vielfache erzielen...(Vers 39)

Einige Exegeten halten Zins für verboten. Andere reden jedoch von einem halal-Zins, wenn wohlhabenden Menschen ein Geschenk gegeben wird, in der Hoffnung, mehr Geld von ihnen zu bekommen.[15] In seinem al-Kāšif glaubt Muḥammad Ǧawād Muġniya, dass der Vers beide Bedeutungen haben kann. Das heißt, dass keiner der beiden - der Konsument eines verbotenens Zinses und der Geber eines Geschenks in der Hoffnung auf Profit - von Gott belohnt wird. Die erste Person wird jedoch bestraft und die zweite Person wird weder bestraft noch belohnt. Im Gegenteil, wenn man um Gottes willen spendet, wird Gott seinen Besitz in dieser Welt und seine Belohnungen im Jenseits mehren.[16]

Vorzüglichkeiten und Eigenschaften

Über die Verdienste der Sure ar-Rūm wird gesagt, dass, wenn man diese rezitiert, die Belohnungen, die man erhalten wird, zehnmal höher sind als die Anzahl aller Engel, die Gott zwischen Erde und Himmel lobpreisen, und er wird wiedererlangen was auch immer er tagsüber oder nachts verloren hat.[17] In Ṯawāb al-A᾽māl wird eine Hadithe von Imam aṣ-Ṣādiq (a.) zitiert, wonach die Belohnung für die Rezitation der Sure ar-Rūm und der Sure al-᾽Ankabūt in der 23. Nacht des Monats Ramaḍān der Himmel ist. Dann sagt er weiter: Ich bin sicher, dass die beiden Verse einen großartigen Platz bei Gott haben.[18]

Laut einiger Hadith-Bücher, wird derjenige, der am Nachmittag die Verse 17 und 18 der Sure ar-Rūm rezitiert, in der kommenden Nacht nichts Nützliches verpassen und vor allen Übeln geschützt sein. Wenn man diese Verse dreimal am Morgen rezitiert, wird man diese Effekte ebenfalls feststellen können.[19] Dem Rezitator der beiden Verse (17 und 18 der Sure ar-Rūm) wird der Himmel versprochen.[20]

Fußnoten

  1. Makārem Šīrāzī, Tafsīr Nemūneh, 1371 n.i.S., B.16, S.360.
  2. Ṣafawī, "Sure-ie Rūm", S.734.
  3. Ṣafawī, "Sure-ie Rūm", S.734.
  4. Ṣafawī, "Sure-ie Rūm", S.734.
  5. Ṭabāṭabāī, al-Mīzān, 1390 n.H., B.16, S.155; Makārem Šīrāzī, Tafsīr Nemūneh, 1371 n.i.S., B.16, S.355.
  6. aṭ-Ṭabarsī, Maǧma᾽ al-Bayān, 1372 n.i.S., B.8, S.460-461; Makārem Šīrāzī, Tafsīr Nemūneh, 1371 n.i.S., B.16, S.359-560.
  7. Makārem Šīrāzī, Tafsīr Nemūneh, 1371 n.i.S., B.16, S.418.
  8. Ṭabāṭabāī, al-Mīzān, 1390 n.H., B.16, S.178.
  9. Ṭabāṭabāī, al-Mīzān, 1390 n.H., B.16, S.156.
  10. Ṭabāṭabāī, al-Mīzān, 1390 n.H., B.16, S.197.
  11. aṭ-Ṭabarsī, Maǧma᾽ al-Bayān, 1372 n.i.S., B.8, S.468.
  12. Ṭabāṭabāī, al-Mīzān, 1390 n.H., B.16, S.160-161; Makārem Šīrāzī, Tafsīr Nemūneh, 1371 n.i.S., B.16, S.382.
  13. Ṭabāṭabāī, al-Mīzān, 1390 n.H., B.16, S.166.
  14. Ṭabāṭabāī, al-Mīzān, 1390 n.H., B.16, S.207.
  15. Muġniya, al-Kāšif, 1424 n.H., B.6, S.145.
  16. Muġniya, al-Kāšif, 1424 n.H., B.6, S.145.
  17. aṭ-Ṭabarsī, Maǧma᾽ al-Bayān, 1372 n.i.S., B.8, S.459.
  18. aṭ-Ṭabarsī, Maǧma᾽ al-Bayān, 1372 n.i.S., B.8, S.459.
  19. Ṣadūq, Amālī, 1358 n.i.S., S.674.
  20. aṭ-Ṭabarsī, Maǧma᾽ al-Bayān, 1372 n.i.S., B.8, S.468.

Quellenverzeichnis


  • Makārem Shīrāzī, Nāṣer, Tafsīr Nemūneh, Teheran: Dār al-Kutub al-Islāmīyya, 1371 n.i.S.
  • Muġnīya, Muḥammad Ǧawād, Tafsīr al-Kāšif, Qum: Dār al-Kutub al-Islāmīyya, 1424 n.H.
  • Ṣadūq, Muḥammad b. ʿAlī, Amālī. Qum: Muʾassisat al-Biʿṯa, 1417 n.H.
  • Ṣadūq, Muḥammad b. ʿAlī, Ṯawāb al-A᾽māl wa ᾽Iqāb al-A᾽māl, editiert von Muḥammad Riḍā Anṣārī. Qum: Nasīm-e Kawṯar, 1382 Sh.
  • Ṣafawī, Salmān. 1396 n.i.S., "Sure-ie Rūm", Dānešnāme-ie Qur᾽ān.
  • Ṭabāṭabāī, Muḥammad Ḥusain, al-Mīzān fī Tafsīr al-Qurʾān. 2. Auflg.. Beirut: Muʾassisat al-Aʿlamī li-l-Maṭbūʿāt, 1974.
  • Aṭ-Ṭabarsī, Faḍl b. al-Ḥasan, Maǧma᾽ al-Bayān fī Tafsīr al-Qur᾽ān, editiert von Hāšem Rasūlī & Yazdī Ṭabāṭabāī. 2. Auflg. Teheran, Entešārāt-e Nāṣer Ḫosrwo, 1372 n.i.S.